
Keine schnelle Erholung der Wasserstände, kein Regen in Sicht.
Rekordtemperaturen, ausgetrocknete Böden und tausende Hitzetote: Der Sommer 2026 zählt zu den heißesten und trockensten in Europa seit Messbeginn. Das wirkt sich auf auch Europas zahlreiche Flüsse aus. Selten waren die Wasserstände so niedrig. Die extreme Dürre sorgt auch für Probleme bei der Schifffahrt.
Der Rhein führt so wenig Wasser wie seit Beginn der Messungen nicht mehr. Am Pegel Kaub sank der Wasserstand am Mittwoch, 5. August 2026, auf nur noch 19 Zentimeter. Damit wurde der bisherige Tiefstwert aus dem Dürrejahr 2018 deutlich unterschritten. Der Pegelwert entspricht allerdings nicht der tatsächlichen Tiefe des Flusses: Gemessen wird von einem festgelegten Pegelnullpunkt, während die Fahrrinne tiefer liegt.
Eine generelle Sperrung des Rheins besteht nicht. Dennoch können besonders große und tiefgehende Schiffe einzelne Abschnitte nicht mehr sicher oder wirtschaftlich befahren. Andere Frachter müssen ihre Ladung drastisch reduzieren, damit ihr Tiefgang geringer bleibt und sie nicht den Flussgrund berühren.
Teilweise können Schiffe nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Fracht transportieren. Für dieselbe Gütermenge werden dadurch mehrere Schiffe benötigt. Gleichzeitig steigen die Frachtraten deutlich. Betroffen sind vor allem Transporte von Mineralölprodukten, Chemikalien, Kohle, Erzen und Getreide. Ein vollständiges Ausweichen auf Bahn und Straße ist kaum möglich, weil dort die erforderlichen zusätzlichen Kapazitäten fehlen.