Zweites Semester Jura: Wie Semester aussetzen? Erfahrungen mit Urlaubssemester, BAföG & Freischuss?
Ich bin jetzt im zweiten Semester Jura gestartet und weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war, direkt nach dem Abi zu studieren. Dazu kommt, dass ich gesundheitlich gerade belastet bin und deshalb überlege, wie man dieses Semester irgendwie auszusetzen kann. Ich würde die Zeit allerdings nicht einfach „ungenutzt“ lassen, sondern mich eher um Praktika oder Einblicke in verschiedene Berufsfelder bemühen, um insgesamt etwas Orientierung zu bekommen.
Mir sind aktuell drei Möglichkeiten eingefallen:
- Urlaubssemester
Wäre eigentlich die unkomplizierteste Lösung gewesen, auch wegen BAföG. Problem ist nur: Die Frist an meiner Uni ist leider schon vorbei. Es wurde gesagt, dass man jetzt auch bei Krankheitsgründen kein Urlaubssemester mehr genehmigt bekommt.
- Einfach keine Klausuren mitschreiben
Den Semesterbeitrag habe ich sowieso schon bezahlt. Ich müsste aber noch klären, wie das dann mit BAföG aussieht, weil ich glaube, ohne Leistungsnachweise bekommt man irgendwann Probleme bzw. nichts mehr.
-Komplette Exmatrikulation
Das würde ich eigentlich nur sehr ungern machen, weil ich Angst habe, meinen Studienplatz später nicht mehr zurückzubekommen. Die Fachberatung meinte zwar, dass das sehr unwahrscheinlich sei, obwohl ich 0,1 unter den üblichen NC an unserer Uni liege, aber ich selber denke, man weiß nie. Dafür müsste halt jemand aus dem 1. Jura Semester abbrechen, damit ich seinen Platz bekomme. Dann würde ich auch keine finanzielle Unterstützung bekommen in der Zeit, denke ich mal.
Zusätzlich wurde gesagt, dass man z.B. durch ein Urlaubssemester wohl eventuell den Freischuss in Jura verlieren kann. Dazu müsste ich nochmal separat mit dem Prüfungsamt sprechen.
Und jetzt kommt noch ein Problem (weswegen ich vorallem dachte, dass es sinnvoll sei, hier zu posten):
Falls ich doch versuche, noch ein Semester frei aus gesundheitlichen Gründen zu bekommen, habe ich die Befürchtung, beim Amtsarzt oder sonst wo abgewiesen zu werden. Ich weiß zwar selbst, dass meine Situation eigentlich belastend genug ist, aber man weiß halt nie, an wen man gerät. Außerdem möchte ich ungern irgendwelche Diagnosen „aktenkundig“ haben, falls mir das später beruflich irgendwie schaden könnte.
Hat jemand Erfahrungen damit oder kennt sich mit den Regelungen etwas aus? Besonders zu:
- BAföG bei Nichtteilnahme an Klausuren
- Exmatrikulation und Wiederzulassung
- Urlaubssemester + Freischuss in Jura
- Erfahrung mit dem Prüfungsamt bei psychischen/gesundheitlichen Belastungen
Und noch eine Sache, ich mache mir auch Sorgen, welche dieser Optionen später am schlechtesten im Lebenslauf aussieht, falls es da einen Unterschied gibt.
Bitte keine Kommentare wie „Dann hör halt einfach auf“, „Selber Schuld“ oder „Du stellst dich nur an“. Das hilft halt wirklich nicht weiter.
(Ich hoffe übrigens, dass diese Art von Post hier erlaubt ist).