u/Brilliant-Most-1593

GRWM um zu beweisen, dass Vögel nicht echt sind:

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!! Kurze TW: In einer Szene wird mit einer Schusswaffe eine kurze Anspielung auf einen Überfall gemacht. (Niemand kommt zu Schaden.)

-

Wie jeden Morgen saß Cindy vor ihrer Kamera. Die zwei großen Softboxen versprühten grelles, weißes Licht.

Sie verzog das Gesicht.

Ihre langen Fingernägel spielten am Regler für die Lichthelligkeit.

Ihre Miene entspannte sich bald. Sie hatte die richtige Einstellung gefunden.

Cindy schob das Verbindungskabel zum Laptop beiseite. Sie drückte den Aufnahmeknopf.

Ein breites Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Dieses Mal hatte sie sich dazu entschieden, ihr tägliches "Get Ready With Me" live zu streamen.

69 Zuschauer.

Elegant nahm sie ihre Tasse Tee und begrüßte die Zuschauer.

Ihr Blick fiel auf den Chat.

Die Leute schienen sich wie immer sehr zu freuen.

140 Zuschauer.

Ruhig nahm sie einen Schluck und stellte die Tasse auf einen kleinen Beistelltisch.

„Freut mich, dass ihr auch heute wieder dabei seid!"

Chat:

*Danke Gurlll :)))*

*Thx, wann kommst du wieder ins AKW? :(*

Cindy holte ihre Kosmetiktasche und antwortete:

"Leider erst nächste Woche. Pal die Queen meint, ich solle euch nicht vom Arbeiteennnn aufhalten!"

Sie verdrehte die Augen, bevor sie lachend ein Fläschchen hervorholte. Primer.

Großzügig verteilte sie den Inhalt auf ihrem Gesicht.

*Slayyyy*

*Queen!*

*Hast du nen Promo Kot?*

Cindy kicherte und hielt ihre Foundation in die Kamera.

„Da hat sich wohl deine Autokorrektur vertan! Aber klar-"

Sie räusperte sich künstlich.

-Und zückte eine mit rosa Glitzersteinchen besetzte Pistole.

Ein Klicken war zu hören. Sie richtete die Waffe auf die Kamera.

„Flossen hoch Bitches! Lässt gefälligst etwas Make- Up rüberwachsen!"

rief sie laut und lachte wahnsinnig.

„- Und so müsst ihr gar nichts mehr bezahlen!"

Sie zielte auf ein Bild an der Wand, bevor sie die Waffe weglegte und sich seelenruhig wieder ihrer Schminkroutine zuwand.

Die Zuschauer schienen vor Begeisterung fast auszuflippen.

Der Stream verlief ruhig, als wäre von Anfang an nichts Ungewöhnliches dabei.

Als sie sich gerade mit Kusshand von den Zuschauern verabschiedete, hörte sie ein zaghaftes Klopfen an der Tür.

*klopf, klopf...*

Sie schnaufte unüberhörbar.

Die Tür schwang auf. Eine Frau mit rot-pinken Zöpfen konnte gerade noch zurückweichen.

Sie richtete sich auf und zupfte an ihrem Petticoat.

„Was willst du, Vivienne?"

Die Frau lächelte sanft.

„Ach, Cindy... Hast du das etwa vergessen?"

Cindy schüttelte den Kopf. Der leichte Gelbstich ihrer blonden Haare glänzte kurz im kalten Licht.

Trödelnd ging Cindy zurück in ihr Zimmer und zog sich um. Dann richtete sie noch ihre Handtasche.

„Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen, als mit ihr Vögel beobachten zu müssen..."

murmelte Cindy vor sich hin.

„Sie macht zwar immer einen auf unschuldige Pazifistin, aber..."

Als sie fertig war, waren zwanzig Minuten vergangen.

Vivienne hatte auf sie gewartet. Das Lächeln auf ihren blassroten Lippen erreichte ihre Augen nicht.

Wortlos gingen sie den langen, kühlen Gang entlang, durch die Sicherheitstür die große Treppe hinauf zur Garage.

Cindy musterte die Autos.

„Ich fahre heute. Was dagegen?"

Vivienne lehnte leise ab.

Sie zeigte auf einen Pick-up.

„Da müsste noch Pals Jagdzeug drin sein."

Cindy grinste und ging voran zum Wagen.

„Und ich dachte, du magst Vögel..."

Ohne eine Antwort zu geben, setzte sich Vivienne auf den Beifahrersitz und warf der großen Sammlung von Jagdequipment einen leeren Blick zu.

Cindy stieg ebenfalls ein.

Sofort wurde sie daran erinnert, sich anzuschnallen.

Sie verdrehte die Augen und startete den Motor.

Das großzügige Tor öffnete sich automatisch.

Die Reifen quietschten, als Cindy aufs Gaspedal trat und das Grundstück verließ.

Weit über dem einst existierenden Tempolimit liegend, fuhr sie den Berg hinab durch die leeren Straßen.

„Was ist eigentlich mit Pal?"

Cindy zuckte mit den Schultern.

„Ist im Gewächshaus."

Sie bogen auf einen leeren Parkplatz.

„Ach so... Also sind wir allein heute?"

Cindy lehnte ironisch ab.

Der Wagen hielt quer auf drei Parkplätzen gleichzeitig.

Eine Taube flatterte auf einen Ast vor ihnen.

Cindy stieg sofort aus.

Ihr Blick fixierte den Vogel.

„Hmmm..."

Vivienne stieg ebenfalls aus, zwei Ferngläser in der Hand.

Sie warf ihr eines zu.

Cindy richtete es auf den vermeintlichen Vogel.

*Gurr gurr?*

„Verstehe, verstehe... Sie haben auch hier einen Lautsprecher eingebaut..."

Vivienne seufzte.

„Wieso interessiert es euch überhaupt? Ist doch piep-egal, ob sie uns beobachten oder nicht..."

*Gurr!*

Cindy grinste und ging in die Hocke.

„Ist ja klar, dass ihr mir zustimmt... Aber den Scheiß glaub ich nicht."

Sie kicherte leise und zoomte auf die Augen.

„... Wohl ein aktuelles Model. Die Älteren waren weniger detailliert..."

Cindy murmelte weiter vor sich hin.

Jetzt holte sie ihr Handy und fing wieder an zu streamen.

Vivienne wurde gekonnt ignoriert.

Sie setzte sich zurück in den Wagen und schloss die Türen.

„Wenn sie etwas braucht, soll sie es holen..."

Vivienne schaltete das Radio ein.

Dann summte sie leise ein paar Pop-Songs mit.

„Ich sollte mal wieder welche aufnehmen..."

murmelte sie und drehte an ihren Haaren.

Die Nachrichten fingen an.

„- Und das war *Extra Cute* von V- Chan ! Ein zuckersüßer Klassiker! Nun kommen wir zu den Nachrichten:"

Eine blecherne Stimme bedankte sich beim Moderator und fuhr fort:

„Die landwirtschaftlichen Geschäfte mit... landwirtschaftlichen Gütern in der Hauptstadt nehmen wieder langsam Fahrt auf. Pal entschuldigt sich ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten. Nun zur aktuellen Drohnen-Situation:

Diese ist wie die Wochen zuvor verdächtig ruhig. Heute wurden lediglich drei in der Nähe von Hope-City gesichtet. Wenn Sie weitere bemerken, bitte schießen Sie sie direkt ab und melden die Sichtung unter folgender Telefonnummer:

 [irgendeine Telefonnummer]. 

Es ist wichtig, die Herkunft der Flugobjekte zu überprüfen. Einen Guide dazu findet ihr auf unserer Intranet-Seite! Denkt daran, unsere Gegner schlafen nicht und entwickeln ständig neue Ideen für die Tarnung. 

Einfach gesagt: Sie sind überall! Es müssen nicht nur falsche Vögel sein!-"

Vivienne schaltete um.

„Was eine Panikmache! Als würde es so viel ausmachen, wenn wir jede Drohne dieser Firma abschießen. Wir brauchen doch nichts zu befürchten..."

Sie seufzte und ließ ihren Blick über den Parkplatz schweifen.

„Diese verdammte Firma. Es ist wirklich wie bei Tieren... Sie haben mehr Angst vor uns wie wir von ihnen."

Vivienne kicherte leise.

Ihr Blick blieb schließlich auf einem Gebüsch am Rande hängen.

Ein Rabe schaute zurück. Seine Haltung war steif.

Als würde sie etwas Ungutes ahnen, musterte sie das Fenster. 

Es war einen Spalt weit geöffnet. 

Sofort fuhr sie es wieder hoch.

Plötzlich hörte sie leicht gedämpfte Rufe:

„Ist das dein verdammter Ernst? Sag doch gleich, dass du ein richtiger Vogel bist!"

Die Taube flatterte aufgeschreckt davon. Cindy fluchte.

Viviennes Augen weiteten sich. Sie starrte zu Cindy, die den Vogel mit ihrem Handy filmte. Ein Kescher und ein Lasso lagen neben ihr.

„OMG, Chat... Das kommt aufs Thumbnail!"

Sie lachte laut.

*Immer diese Vögel...*

*Lol*

*Du bist so gut :)*

„Hihi, danke Chat. Ich liebe dieses Format! Leider konnte ich den Beweis noch nicht liefern..."

Cindy machte ein trauriges Gesicht.

Ihr Chat versuchte sofort, sie aufzumuntern.

Vivienne hielt sich die Hand vor die Augen.

*Kräh, Kräh!*

Sie musterte den Raben, der seinen Kopf unter sein Gefieder steckte um sich zu putzen.

„Awww..."

Auf einmal fühlte sie sich beobachtet.

Sie blickte sich um und bemerkte Cindy, die sie finster ansah. 

Vivienne hielt sich die Hand vor den Mund. 

„Mist." 

flüsterte sie.

Aber Cindy stolzierte schon in Richtung Auto.

Wild mit ihren Händen herum fuchtelnd.

„Nicht dein Ernst! Offensichtlicher geht's gar nicht!"

Bellte sie und begann auf Vivienne einzuschimpfen.

Ihr Handy hielt sie dabei nach unten.

Vivienne zupfte hektisch an ihrem Kleid.

Zögernd blickte sie in Richtung des Vogels.

Dieser hörte augenblicklich auf.

Seine Knopfaugen schienen sie zu mustern. 

Bevor sich sein Kopf langsam zu Cindy drehte und er davonflatterte.

- Ende.

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u/Brilliant-Most-1593 — 9 hours ago
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Eine fahle Erinnerung:

(Eine Kurzgeschichte)

Das Morgenrot war längst verblasst. Nun durchfluteten Sonnenstrahlen die Stadt und legten goldene Schneisen über die Dächer. Einige Vögel drehten ihre Runden und durchbrachen den dichten Schleier der Stille, der sich wie eine Decke über die Straßen gelegt hatte.

„Ein schöner Morgen... habe ich recht?"

Auf Viviennes Gesicht lag ein Lächeln, als sie dies sagte. Ihr Blick schweifte über die Aussicht.

Aus dem Türrahmen hinter ihr drang Zustimmung.

„Bist du sicher, dass du allein gehen möchtest? Nicht, dass dir noch etwas passiert!"

Ein Schnaufen war zu hören.

„Oh, Viv. Für wen hältst du mich?"

Ein Lachen folgte.

Vivienne starrte auf das Geländer des Balkons, dann auf die Stadt unter dem Hügel. In diesem Gebiet ist niemand sicher. Nicht einmal jemand wie sie...

Die Stimme fuhr fort:

„Ich geh dann mal, ja? Pass auf die Zwillinge auf!"

Ehe sie etwas erwidern konnte, hörte sie die Balkontür aufschwingen und gleich darauf mit einem lauten Knall zufallen. Ihre Freundin war verschwunden. Sie blieb allein zurück.

Vivienne stieß ein Seufzen aus und ließ ihren Blick wieder über die verschlafene Großstadt gleiten.

Allmählich verschwamm die Stadt vor ihren Augen.

Und plötzlich war alles wieder da: der stockende Verkehr. Die vielen Menschen, die ihren mehr oder weniger wichtigen Alltagsbeschäftigungen nachgingen. Ihre Gespräche. Ihr Lachen. Die Stadt war wieder zum Leben erwacht. Und doch war es nur eine fahle Erinnerung.

Das Licht der Sonne weckte Erinnerungen an Scheinwerfer. So verschwand der Balkon. Sie sah sich wieder auf der Bühne. Lächelnd. Singend. Lebendig.

Von dort aus blickte sie in die Gesichter der Menschen. In die Gesichter ihres Publikums.

Alles war wie in rosigen Dunst getaucht.

Eigentlich eine schöne Zeit...

Sie überkam plötzlich ein ungutes Gefühl. War das wirklich schon alles?

Der Nebel verschwand allmählich, das ungute Gefühl blieb. Es fühlte sich an wie eine Vorahnung.

Vivienne erinnerte sich wieder. An den Tag, an dem sich alles ändern sollte.

Damals war der Himmel grau gewesen. Die Menschen versunken in ihren Alltagsstress. Nicht ahnend, dass Schlimmes bevorstand. Doch ein bedrückender Nebel lag in der Luft. Es war längst vorherbestimmt.

Die vielen Lautsprecher, die eigentlich für die Warnung der Menschen im Notfall gedacht waren, begannen zu rauschen. Immer lauter. Bis es kaum zu ertragen war.

Damals hatte sie beobachtet, wie ein paar Leute verdutzt hinsahen.

Aber bevor sie es richtig begreifen konnte, hallten die Worte ihrer Freundin durch die Straßen:

„Guten Morgen, City of Hope! Es schmerzt euch vielleicht, das zu hören, aber ihr seid unglaublich naiv. Dachtet ihr wirklich, dass alles gut gehen wird? Ihr müsst euch auch wirklich alles selbst kaputtmachen!"

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort:

„Und ja, ihr hört richtig... Eure Lieblingsmaskottchen haben heute etwas ganz Besonderes geplant! Also... bleibt dran und behaltet schön brav die Nachrichten im Auge, ja? Nicht, dass ihr noch die Live-Action-Show eures Lebens verpasst..."

Ein wahnsinniges Lachen durchflutete wie eine monströse Welle die Straßen. Unzählige Male hatte sie es vorher gehört. Im Fernsehen, Bei der Planung, Bei der ersten Umsetzungsphase... Dennoch fühlte es sich fremd an. Als wäre bei ihrer Freundin eine Sicherung durchgebrannt. 

Ihre Worte hallten in Viviennes Gedächtnis. Ihre Sicht wurde langsam wieder klar.

Es musste so kommen...

Jetzt war die rosarote Nostalgiebrille endgültig verschwunden.

Sie sah, wie ihre Welt wirklich ausgesehen hatte: dunkel, kalt, voller Stress und dem ewig unerreichbaren Ziel der Perfektion.

Ich war nie ein Teil ihrer Welt. Ihre Crew und ich existierten lediglich für ihre Unterhaltung. Aber egal, wie sehr wir es versucht hatten - die Menschen hatten immer etwas auszusetzen.

- Das Ende

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u/Brilliant-Most-1593 — 3 days ago

Ein gewöhnlicher Tag, nach dem nichts mehr so sein wird, wie es war :)

-Vor drei Tagen-

Es war die letzte Schulstunde an einem Dienstag. 
„Gut machst du das. Wirklich sehr schöne Arbeit!“, lobte meine Informatiklehrerin.
 Mit einem nervösen Lächeln schrieb ich weitere Zeilen. Programmcode. Stück für Stück. Was genau ich schrieb, war mir hingegen schleierhaft. 
Klar, es ging um das Kategorisieren und Aufräumen von Daten im Intranet der Schule... Aber sind die nicht schon einsortiert? Nach einiger Zeit beugte sich die Lehrerin wieder über meinen Monitor. 
Dieses Mal schien sich ihre Stimme an die ganze Klasse zu richten. „Hervorragend. Besser könnte man die Anweisungen nicht umsetzen! Anderes hatte ich von unserer Kursbesten kaum erwartet!“

Ich habe vermutlich bescheiden abgelehnt. Um ehrlich zu sein, war das die einzige Anerkennung, die ich bekam. Seit jenem Tag... Aber meine Klassenkameraden verdrehten nur genervt die Augen. Ich hatte sie öfters hinter meinem Rücken tuscheln gehört.
Sie meinten, es würde sie nicht wundern, wenn ich eines Tages etwas Gefährliches erschaffen würde... Ich hatte aufgehört, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Ich bin doch keine Gefahr! Niemals.
Nach der Stunde habe ich wie immer dabei geholfen, die Stühle hochzustellen. Ich weiß noch genau, dass ich für einen Test lernen wollte. Am besten in der Schulbibliothek. Schnell griff ich meinen abgewetzten Rucksack und ging durch die Gänge. Das Tappen meiner Turnschuhe ging im Stimmenwirrwarr quasi unter.

In der Bibliothek war es gleich um einiges ruhiger. Nur ein grünhaariges Mädchen redete leise mit der Bibliothekarin. Wir haben mal gemeinsam ein kompliziertes Experiment im Chemieunterricht durchgeführt. 
Ich winkte ihr kurz zu.
Sie lächelte zurück.
Kurz blieb ich stehen und musterte die hohen Regale. Bücher. CDs. Externe Festplatten. Auch Speicherkarten...

Am besten suche ich mir eines der digitalen Arbeitshefte für meinen Kurs und ziehe mir eine temporäre Kopie auf meine Speicherkarte. Die Ausleihfrist läuft ja erst übermorgen ab… So mache ich es!

Ich zog die leicht abgestandene Luft ein und begann, mich durch die Regale zu wühlen.
Es dauerte etwas, bis ich eine passende CD gefunden hatte. Fassungslosigkeit spiegelte sich in meinen Augen, als ich die Rückseite las:
 "Die Mathechecker checken in die spannende Welt der Linearen Gleichungssysteme mit zwei ultrafreshen Variablen ein. Extra für megageile Nerds!" 
Was zum? Ich klemmte sie mir schnell unter den Arm. Was ein Schwachsinn!

Mein Blick schweifte durch den Raum. Kaum hörbar seufzte ich und begab mich zu einem der hoffentlich freien Computer. Ich setzte mich und bewegte die Maus. Der PC war noch eingeschaltet.

Hoffentlich ist das Lernmaterial halbwegs erträglich... Gedankenverloren setzte ich die Kopfhörer auf, die auf dem Gerät lagen. Öffnete die CD-Hülle... -Und fand keine CD vor. Was zum? Irritiert starrte ich in die Hülle. Eine Speicherkarte war mit etwas Klebeband in die Innenseite geklebt. Eigentlich hätte ich sie abgeben sollen…

Aber meine Gedanken drehten sich lediglich um mein Lernmaterial. Es gab nicht viel Auswahl für meinen Kurs. Ich setzte die Kopfhörer ab und durchsuchte wieder das CD-Regal. Es dauerte etwas, bis ich etwas Anständiges gefunden hatte. Gekonnt ignorierte ich den Titel. Gelangweilt klickte ich mich durch das Menü und speicherte das Material auf meiner mitgebrachten Speicherkarte. Mein Blick schweifte zur mysteriösen Speicherkarte von vorhin. Was soll ich damit? Prüfend nahm ich sie aus der Hülle und musterte sie. Seltsam… 

Eine Stimme riss mich aus meinen Gedanken: 
 „Wie oft habe ich euch schon gesagt, dass explosive Gemische streng verboten sind!"
Wutentbrannt watschelte ein kleiner Mann in meine Richtung. Ich zuckte zusammen und ließ die Karte auf den Tisch fallen. Was will der Gnom jetzt von mir? Ein Mädchen erwiderte, das auch explosive Stoffe wichtig für die Forschung sind. Erst jetzt bemerkte ich, das grünhaarige Mädchen aus meinen Chemiekurs. Sie saß mir gegenüber. Hinter einem Sichtschutz. Ich hatte nie nach ihrem Namen gefragt…
Sie hielt sich die Hand vor den Mund, vermutlich um ein Grinsen zu unterdrücken. Während der Mann mit dem langen Bart eifrig auf sie einredete. Auch ich blieb von seiner Standpauke nicht verschont. Sein wildes Gestikulieren ließ mich mein eigentliches Vorhaben kurz vergessen. Nach einigen Minuten beruhigte er sich wieder langsam. Endlich!
Daraufhin wurden wir nach Hause geschickt. Ich machte mir große Sorgen um meine Bahnverbindung. Hektisch packte ich zusammen und steckte eine Speicherkarte in meine Hosentasche.

Nur knapp bekam ich meine Magnetschwebebahn nach Hause.
Dort angekommen warf ich mich erstmal ins Bett.

-Am gleichen Abend-

Irgendwann wachte ich auf. Ich blickte auf die Küchenuhr. 19:25 Uhr. Na toll…
Seufzend richtete ich mich auf und blickte durch meine Wohnung.
Ich konnte mir gerade so ein Microapartment leisten. Mir fiel ein, dass ich noch das Lernmaterial auf meiner Speicherkarte anschauen wollte.

Ich schleppte mich zu meinem Esstisch, der gleichzeitig als Arbeitsfläche diente, und schaltete mein Cyberdeck an. Während ich auf die etwas veraltete Technik wartete, kramte ich die Speicherkarte aus meiner Hosentasche hervor.

 *Miep, Miep* 
Ich steckte sie gedankenverloren in das Gerät und ging zum Kühlschrank. Etwas Butter war noch da. Schnell holte ich Toast. Eine leise Melodie lief im Hintergrund. Ich verteilte die Butter. Die Melodie wurde lauter, schneller. Sie kam mir vage bekannt vor. Es war, als hätte ich sie seit Jahren nicht mehr gehört. Seit jenem Tag…
Es rauschte etwas. Dann dröhnte eine Stimme durch mein Apartment. Das kann nicht..!

 *Moin, Moin miteinander! Süß, dass ihr wieder eingeschaltet habt! Thihi… Wollt ihr sehen, wie wir unsere verdiente Rache bekommen?*

NICHT SCHON WIEDER! Ich rannte zum Cyberdeck. Meine zitternden Finger drückten immerwieder den Aus-Knopf. -Aber nichts tat sich. Ich starte auf den Monitor.
 Kurze schwarze Haare. Unnatürlich breites Grinsen. Und vor Allem… diese rot leuchtenden Augen. Sie spiegelten förmlich das Feuer und das Chaos wieder. Mir blieb die Luft weg.

*Nein? Echt nicht?* 

Die Kamera zommte etwas zurück. Sie befanden sich vor einmem großen Gebäude. Einer Bank. HOPE-CITY?! Ich presste mir die Hand vor den Mund. Mir wurde übel. SIND DAS…? Ich starte auf den Monitor.

*-Schade… Naja. Wir rauben jetzt eine der wichtigten Banken des Landes aus! Ist gleich viel interresanter. Richtig?”

Ein mechanisches Klicken war zu hören. 
Der Rest verschwamm vor meinen Augen. Schweiß stand auf meiner Stirn. Das sind also die verbotenen Originalaufnahmen. ACH DU SCHEIßE! Hoffentlich bekommt das nie jemand mit!

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u/Brilliant-Most-1593 — 11 days ago

Mysteries Of DespAIr

Gerne: Cyberpunk-Dystopie/ Sci-Fi-Thriller, Coming of Age

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Länge: (Steht noch nicht fest)

Inhaltsangabe:

Mysteries Of DespAIr handelt von der 16-Jährigen "Zero", die nach dem Tod ihrer Eltern versucht, Anschluss in einer stark geschädigten Gesellschaft zu finden. Als Informatikgenie gestaltet sich dies allerdings schwierig. Lediglich ein grünhaariges Mädchen und ein kontrollsüchtiger Megakonzern sehen ihr Potenzial... Durch eine rätselhafte Speicherkarte gelangt sie eines Tages an altes Material aus der Zeit des "großen Skandals" -aus Sicht des Konzerns staatsgefärdende Propaganda. Kurz darauf sieht sie sich auch schon in einem manipulierten Prozess. Dieser stellt sie vor eine Wahl: Entweder hohe Strafen oder sie nutzt ihre Fähigkeiten für eine schleierhafte Mission in der anarchistischen Sperrzone.

Was möchte ich von dir?

Hi, ich würde mich gerne zu den einzelnen Kapiteln austauschen und ehrliches Feedback erhalten :)

Weitere Details (Zeithorizont/genauer Ablauf) können wir gerne im Chat vereinbaren.

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u/Brilliant-Most-1593 — 13 days ago

Mysteries Of DespAIr: Kapitel 1, Test/Probe :)

Kapitel 1: „Ich hoffe, du weißt, warum wir heute hier sind..." Die Frau am Rednerpult ließ ihren Blick durch den Saal schweifen, bevor sie die Angeklagte gefunden hatte: mich. Eine fast 16-jährige Schülerin. Mit zittrigen Händen zupfte ich an meiner Bluse. Fast vergaß ich zu nicken. Was möchten die alle von mir? Der große Saal mit den hohen Decken ließ keinen Stuhl leer. Auf stählernen Bänken saßen ernste Gesichter in Anzügen. Ist es wirklich so schlimm, dass ich diese alten Videos angesehen habe? Ein Räuspern der Frau riss mich aus meinen Gedanken. Ihre kalten Augen musterten mich. Oder sollte ich besser sagen, suchten nach Gründen, um mir noch mehr Ärger anzuhängen. Erwachsene... Ich zog das Gummiband an meinem Handgelenk in die Länge und ließ es wieder los. Schnell entschuldigte ich mich und wiederholte meine Anklagepunkte: Verstoß gegen staatliche Zensurauflagen. Besitz von staatsgefährdender Propaganda. Verstoß

gegen die Auflagen zur Meldepflicht volksgefährdender Inhalte...

Alles hatte ich am Vortag auswendig gelernt. Ziemlich harte Worte für so eine kleine Speicherkarte... Die Leute auf den Bänken neben der Frau nickten. Ein kurzes Raunen ging durch den Saal. Ich zog noch einmal am Gummiband. Die Frau schwieg einen Augenblick, warf einen Blick in ihre Unterlagen... Und lächelte. Kühl. „Soso... Bist du dir sicher, dass das alles ist?" Ihr Blick durchlöcherte mich förmlich. Was? Ich versuchte mich krampfhaft an den Inhalt des Schreibens zu erinnern. Das war's doch! Ganz bestimmt. Zu einhundert Prozent... Richtig? Bevor ich auch nur an eine Antwort denken konnte, fuhr sie fort: „Dir ist sicherlich bewusst, was für dich auf dem Spiel steht. An deiner Stelle würde ich lieber noch einmal nachsehen..." Ihr Blick fixierte den abgenutzten Rucksack neben mir.

Mit zittrigen Händen holte ich ihn hervor. Meine Finger brauchten einige Versuche, um den Reißverschluss zu öffnen. Das Formular lag schnell auf dem spärlichen Tisch. Ich überflog es. Ich überflog es ein zweites Mal. Sogar ein drittes. Ich habe doch recht? Ich las den Text. Die Punkte blieben identisch. Mist. Meine Augen sprangen zum letzten Absatz: „...Bei weiteren Verstößen gegen die Richtlinien vor bzw. während sowie nach den Verhandlungen drohen weitere Strafen. Diese beinhalten: Bußgelder, Beschlagnahmung von privatem Eigentum, bis hin zu längeren Freiheitsstrafen sowie verlängerten Eingangssperren in den Bereich von FutureCity.“ Ich musste schlucken. Ich kann mir noch nicht einmal das monatliche Abo für die Klimaanlage in meinem Microapartment leisten! Und die gehört zur Grundausstattung. Von Teilen für ein neues Cyberdeck ganz zu schweigen... Die Frau räusperte sich. Ihre Finger trommelten auf einem Ordner.

„Verzeihung, in meinen Unterlagen stehen lediglich diese Punkte", erwiderte ich. Die Frau tat, als hätte sie mich nicht verstanden. Schweiß stand auf meiner Stirn. Mir war zum Weinen zumute.

Mein Umfeld wurde blasser. Das Raunen der Anzugträger dumpf. Ich entschuldigte mich wieder und las das Dokument laut vor. Sie schüttelte nur den Kopf. „Das sind nicht die korrekten Unterlagen." Ich blickte auf den Stempel. Sie waren offiziell bestätigt. Stempel und Unterschrift. „Aber, das sind die einzigen-"

Die Frau ließ mich nicht ausreden. Ein Mann im Publikum hustete. „Es liegt in der Verantwortung des Angeklagten, sich um seine gerichtlichen Dokumente zu kümmern." Perplex nickte ich. In Filmen gibt es Leute, die einem helfen. Anwälte hießen die, glaube ich.... Ich hatte nicht so jemanden. Ob es an meinen Geldsorgen oder dem System lag, wusste ich nicht. Ich ergänzte noch eine Entschuldigung. Wieder zog ich am Gummiband. Die Frau lehnte ab und meinte, dass mein Verhalten absolut unverantwortlich sei und es ein negatives Licht auf mich werfen würde.

Scheiße! „Verzeihung, aber ich denke, das hier ist ein Missverständnis! Ich habe genau diese Unterlagen erst gestern Abend von den Beamten bekommen!“, antwortete ich. Meine Augen weiteten sich. Wieso lässt sie mich jetzt ausreden? Sie schien etwas zu notieren. Ein leichtes Lächeln auf ihren geschminkten Lippen. Zaghaft fragte ich, ob auf den „richtigen“ Unterlagen andere Punkte stehen. Sie blickte kurz auf und nickte. Im Hintergrund verließen vereinzelte Anzugträger den Saal. Warum? Ich sah mich kurz um. Die Frau räusperte sich. Ich blickte wieder nach vorn. „Beschreibe bitte kurz, was genau vorgefallen ist.“

Uff... Nicht auch noch das. Ich gab mir Mühe, die Fragmente meiner Erinnerung zusammenzupuzzeln.

-Vor drei Tagen-

Es war die letzte Schulstunde an einem Dienstag. „Gut machst du das. Wirklich sehr schöne Arbeit!“, lobte meine Informatiklehrerin. Mit einem nervösen Lächeln schrieb ich weitere Zeilen. Programmcode. Stück für Stück. Was genau ich schrieb, war mir hingegen schleierhaft. In der Arbeitsanweisung stand nur etwas mit Analyse. Nach einiger Zeit beugte sich die Lehrerin wieder über meinen Monitor. Dieses Mal schien sich ihre Stimme an die ganze Klasse zu richten. „Hervorragend. Besser könnte man die Anweisungen nicht umsetzen! Anderes hatte ich von unserer Kursbesten kaum erwartet!“

Ich habe vermutlich bescheiden abgelehnt. Um ehrlich zu sein, war das die einzige Anerkennung, die ich bekam. Seit jenem Tag... Aber meine Klassenkameraden verdrehten nur genervt die Augen. Ich hatte sie öfters hinter meinem Rücken tuscheln gehört.

Sie meinten, es würde sie nicht wundern, wenn ich eines Tages etwas Gefährliches erschaffen würde... Ich hatte aufgehört, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Ich bin doch keine Gefahr! Niemals. Nach der Stunde habe ich wie immer dabei geholfen, die Stühle hochzustellen. Ich weiß noch genau, dass ich für einen Test lernen wollte. Am besten in der Schulbibliothek. Schnell griff ich meinen abgewetzten Rucksack und ging durch die Gänge. Das Tappen meiner Turnschuhe ging im Stimmenwirrwarr quasi unter.

In der Bibliothek war es gleich um einiges ruhiger. Nur ein grünhaariges Mädchen redete leise mit der Bibliothekarin. Wir haben mal gemeinsam ein kompliziertes Experiment im Chemieunterricht durchgeführt. Ich winkte ihr kurz zu. Sie lächelte zurück. Kurz blieb ich stehen und musterte die hohen Regale. Bücher. CDs. Externe Festplatten. Auch Speicherkarten...

Am besten suche ich mir eines der digitalen Arbeitshefte und ziehe mir eine temporäre Kopie auf eine der zum Ausleihen verfügbaren Speicherkarten. So mache ich es! Ich zog die leicht abgestandene Luft ein und begann, mich durch die Regale zu wühlen. Es dauerte etwas, bis ich eine passende externe Festplatte gefunden hatte. Fassungslosigkeit spiegelte sich in meinen Augen, als ich die Rückseite las: "Die Mathechecker checken in die spannende Welt der Linearen Gleichungssysteme mit zwei ultrafreshen Variablen ein. Extra für megageile Nerds!" Was zum? Ich klemmte es mir schnell unter den Arm. Was ein Schwachsinn! Mein Blick schweifte durch den Raum. Eine lange Schlange hatte sich vor der Speicherkarten-Ausleihe gebildet. Kaum hörbar seufzte ich und begab mich zu einem der hoffentlich freien Computer. Ich setzte mich und bewegte die Maus. Der PC war noch eingeschaltet.

Hoffentlich ist das Lernmaterial halbwegs erträglich... Gedankenverloren setzte ich die Kopfhörer auf, die auf dem Gerät lagen. Öffnete die CD-Hülle... -Und fand keine CD vor. Was zum? Irritiert starrte ich in die Hülle. Eine Speicherkarte war mit etwas Klebeband in die Innenseite geklebt. Eigentlich hätte ich sie abgeben sollen... Aber meine Gedanken drehten sich lediglich um mein Lernmaterial. Dieses ist schon schwer genug. Ich ließ den PC schon einmal hochfahren, setzte die Kopfhörer ab und durchsuchte wieder das CD-Regal. Es dauerte etwas, bis ich was Anständiges gefunden hatte. Gekonnt ignorierte ich den Titel. Gelangweilt klickte ich mich durch die Aufgaben. Dann speicherte ich meine Ergebnisse auf eine neue Speicherkarte. Die alte ließ ich einfach liegen. Schenkte ihr nur einen kurzen Blick. Was soll ich damit? Wie jedes Mal nahm ich meine Sachen und verließ die Bibliothek wieder. Auf dem Gang sah ich wieder das grünhaarige Mädchen. Sie lächelte mir kurz zu. Fast wäre ich zu ihr rüber gegangen. Aber dann sah ich, wie unser Chemielehrer wutentbrannt auf sie zugewatschelt kam.

„Wie oft habe ich euch schon gesagt, dass explosive Gemische streng verboten sind!" Sie verzog das Gesicht und stellte sich hinter mich. Der kleine Mann begann nun auch mich anzublöken und gestikulierte wild. Perplex ließ ich seine Standpauke auch über mich ergehen. Als er sich endlich beruhigt hatte, wurden wir nach Hause geschickt. Ist mir nur recht... Nur knapp bekam ich meine Magnetschwebebahn nach Hause. Dort angekommen warf ich mich erstmal ins Bett.

-Am gleichen Abend-

Irgendwann wachte ich auf. Ich blickte auf die Küchenuhr. 19:25 Uhr. Na toll... Seufzend richtete ich mich auf und blickte durch meine Wohnung. Ich konnte mir gerade so ein Microapartment leisten. Mir fiel ein, dass ich noch mal meine Ergebnisse anschauen wollte. Ich schleppte mich zu meinem Esstisch, der gleichzeitig als Arbeitsfläche diente, und schaltete mein Cyberdeck an. Während ich auf die etwas veraltete Technik wartete, holte ich meine Speicherkarte hervor.

*Miep, Miep* Ich steckte sie gedankenverloren in das Gerät und ging zum Kühlschrank. Etwas Butter war noch da. Schnell holte ich Toast. Eine leise Melodie lief im Hintergrund. Ich verteilte die Butter. Die Melodie wurde lauter, schneller. Sie kam mir vage bekannt vor. Es war, als hätte ich sie seit Jahren nicht mehr gehört.

*Moin, Moin miteinander! Süß, dass ihr wieder eingeschaltet habt!* Eine Frauenstimme hallte durch den Raum. Jetzt lachte sie. Moment... Ich hielt kurz inne. Mir war schnell klar, dass etwas nicht stimmte. Aber ich konnte nicht weghören. Hätte ich das doch nur getan.

*-Als hättet ihr nichtsnüzigen Primaten auch nur die Illusion einer Wahl!* Nein, das kann nicht sein... Ein wahnsinniges Lachen durchflutete den Raum. Scheiße! Ich eilte zum Cyberdeck und versuchte, die Lautstärke herunterzudrehen. Vergebens. Es wurde nur noch lauter. Schweiß stand mir auf der Stirn. Ich wagte einen Blick auf den Monitor. Und sah-

-Drei Tage später (Irgendwann Mittags)-

Die Frau unterbrach meine Erzählung. „Danke. Das ist alles, was wir wissen müssen!"

Perplex versuchte ich zu erwidern: „Warum, es geht doch noch weiter-"

*Bamm*

Die Frau blickte ernst in die Runde und schlug mit der Faust auf ihr Pult. „Damit hast du Recht. Du wolltest das Material nämlich einer Freundin von dir zuspielen. Dachtest du etwa, so etwas könntest du uns vorenthalten?" Ich schüttelte den Kopf. Es war so schnell gegangen... Die Frau wertete mein Kopfschütteln als ein Leugnen der Tatsachen. Sie erwiderte, dass dies ebenfalls gegen mich verwendet wird. Kurz schien sie sich mit den Leuten neben ihr zu beraten. Ein Mann notierte etwas. Mist. Ich zog wieder am Gummiband.

Dies ignorierte man. Verdammt, ich muss hier raus! Die Leute schwiegen. Vorsichtig sah ich mich um. Über die Hälfte der Anzugträger waren gegangen. Ich legte meinen Kopf auf den Tisch. Seit mich das Spezialeinsatzkommando vorgestern mitgenommen hatte, konnte ich kaum ein Auge zumachen. Meine Tür hatten sie auch noch eingetreten... Die Rechnung dafür ist auch bald fällig. Ach, Fuck! Ein Räuspern brachte mich wieder zurück ins Hier und Jetzt. Meine Strafe schien entschieden. Wenn sie nicht schon vorgestern feststand... „-Das war alles was wir wissen müssen. Möchtest Du noch etwas zu deiner Verteidigung sagen?" Ich überlegte fieberhaft. MIST! Ein Klopfen riss mich aus meinen Gedanken. „Herein!" Die Frau fuchtelte mit den Händen und sagte etwas zu den Leuten neben ihr.

Ein mechanisches Surren ertönte. Langsam öffnete sich die große Tür. Schwere Stiefel hallten durch den Saal, gefolgt von zögerlichen Schritten. Nicht schon wieder! Die waren so unfreundlich... Widerwillig drehte ich mich um. Der Raum wirkte mit einem Mal kälter. Die Luft steriler.

Zwei Personen hatten den Raum betreten. Eine Frau mit langen schwarzen Haaren und Klemmbrett in der Hand, gefolgt von einem Mann mittleren Alters im Anzug. Moment mal! Den kenne ich doch... Die Frau lächelte sanft. Der Mann räusperte sich. „Einspruch, Madam. Wir möchten einen Vorschlag unterbreiten." Diese Stimme... Weitere Anzugträger verließen den Raum. Der Mann stellte sich neben ihr Pult. Die strenge Frau wirkte sichtlich nervös. Sie unterhielten sich hinter vorgehaltener Hand.

Die vermutliche Assistentin mit den schweren Stiefeln stellte sich neben ihn und musterte prüfend den Raum. Ihre rechte Hand am Gürtel, das Klemmbrett in der Linken. Die Zeit zog sich wie Kaugummi. Dann nickte die Frau und drückte auf eine kleine Fernbedienung. Ein leises Surren ertönte und eine Leinwand baute sich über ihnen auf. Sie gingen beiseite und nahmen ein paar Meter hinter mir Platz. Die Frau mit den Stiefeln hielt inne. In einer Bewegung holte sie einen Gegenstand von ihrem Gürtel und schüttelte ihn. Ein um die zwei Meter langer dünner Stab sprang jetzt in ihre linke Hand.

Sie räusperte sich und schaute lächelnd in die mittlerweile nur aus drei Personen bestehende Runde. Dann musterte sie mich von Kopf bis Fuß. „So, du bist also Zero. Freut uns, dich kennenzulernen. Du hast doch sicherlich nichts dagegen, wenn wir uns kurz vorstellen?"

Perplex nickte ich. Scheiße, ich hasse rhetorische Fragen...

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u/Brilliant-Most-1593 — 13 days ago