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Blickkontakt

Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. Aufgaben. Anrufe. Abgaben. Ich saß mit meinem Kaffee in einem Meeting, nippte daran und sah mir selbst beim Nippen zu - unten rechts im Kamerafenster. Ich konnte nur ans Essen denken.

Später, auf dem Weg nach Hause. Schmutzig und stickig war es in der Bahn. Nur die Fenster glänzten schwarz. Zumindest dort, wo keine fettigen Tapsefingerabdrücke die Fenster schmückten. Dazwischen: meine Augen. Irgendwie ungesund. Hungrig. Nur noch drei Stationen.

Das kalte Licht des Kühlschranks schien mir ins Gesicht. Ich hatte Hunger, aber alles da drinnen stank. Der Käse, das Huhn von gestern, die Torte. Warum roch das so komisch? Ich machte ihn zu, biss mir auf die Lippe und sah mich im polierten Weiß der Kühlschrankfront. Meine Augen waren rötlich. Irgendwie größer als sonst. Was ich mir alles einbilde, wenn der Tag lang ist.

Auf der Couch mit einem Bier. Flüssige Nahrung vertrage ich immer gut. Alles ist dunkel, bis auf den überdimensionierten Fernseher, der mir bunte Bilder ins Gesicht wirft. Meine Augen brennen, und ich bin müde. Ich hab Hunger und ich hab keinen. Das wird sicher eine Grippe.

Der Stream fällt aus. Mistprogramm! Eine Silhouette im Schwarzen des Fernsehers. Zwei Punkte. Irgendwas stimmt nicht. Der Stream geht wieder an. Ich drehe den Horrorfilm ab.

Ich liege im Bett und hab die Augen zu. Sie brennen und jucken. Sicher eine werdende Konjunktivitis. Alles ist dunkel. Wenn ich das Nachtlicht aufdrehe, ist alles warm und verschwommen. Wenn ich es abdrehe, sehe ich Schwarz und leuchtende Punkte.

Das ist der Router.
Das ist das Handy.
Das ist ein Auge.
Mit roter Pupille.
Es blinzelt nur nicht.
Bis es blinzelt.
Aus einem wird zwei.
Aus zwei werden vier.

Sie brennen sich durch die Dunkelheit in meine Netzhaut. In mich. Sie sind vor allem dort, wo nichts ist.
In den Ritzen zwischen den Möbeln.
Hinter den vier Zimmerpflanzen.
Am Stuhl mit den Klamotten.
Sie haben Hunger.
Sie kommen näher, werden größer.

Wenn ich meine Augen zumache, sind sie nicht weg. Sie sind vor meinen Augenlidern. Brennen sich in mich. Mir wird schlecht. Ich werde nicht mehr aufstehen.

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u/Maras_Traum — 1 day ago

Wisst ihr eigentlich schon von der Odyssee, die mein Vampir-Roman hinter sich hat?

Dieses Buch ist eigentlich schon wesentlich älter als die 5 Jahre, deren Geburtstag ich vor kurzem gefeiert habe!

Ich steckte als Selfpublisherin noch in den Anfängerschuhen, als ein angeblicher Grafikdesigner mir versicherte, er würde das Buch noch einmal neu herausbringen, mit tollem Cover und allem, was dazu gehört.

Als das Buch bereits auf dem Markt war (damals unter einem anderen Titel) stellte sich heraus, dass dieser Mensch ein Betrüger war, der in mehreren Bundesländern per Haftbefehl gesucht wurde!

Um mein Buch nicht mehr mit ihm in Verbindung zu bringen und von ihm nicht später erpresst zu werden oder ähnliches, habe ich also im Schweinsgalopp alles noch mal neu gemacht, Hauptsache keine Idee mehr von ihm drin.

Auf Dauer war diese Notlösung aber nichts und erinnerte mich immer wieder an meinen Reinfall.

Mithilfe einer seriösen Grafikdesignerin schuf ich schließlich das heutige Cover. Ich bin sehr glücklich, dass mein Roman heute so ist, wie ich ihn mir immer gewünscht habe! 🙏❤️

Seid ihr auch schon mal auf jemanden hereingefallen? Erzählt mal! 👇

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u/BMaassMuenster — 4 days ago
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Eine fahle Erinnerung:

(Eine Kurzgeschichte)

Das Morgenrot war längst verblasst. Nun durchfluteten Sonnenstrahlen die Stadt und legten goldene Schneisen über die Dächer. Einige Vögel drehten ihre Runden und durchbrachen den dichten Schleier der Stille, der sich wie eine Decke über die Straßen gelegt hatte.

„Ein schöner Morgen... habe ich recht?"

Auf Viviennes Gesicht lag ein Lächeln, als sie dies sagte. Ihr Blick schweifte über die Aussicht.

Aus dem Türrahmen hinter ihr drang Zustimmung.

„Bist du sicher, dass du allein gehen möchtest? Nicht, dass dir noch etwas passiert!"

Ein Schnaufen war zu hören.

„Oh, Viv. Für wen hältst du mich?"

Ein Lachen folgte.

Vivienne starrte auf das Geländer des Balkons, dann auf die Stadt unter dem Hügel. In diesem Gebiet ist niemand sicher. Nicht einmal jemand wie sie...

Die Stimme fuhr fort:

„Ich geh dann mal, ja? Pass auf die Zwillinge auf!"

Ehe sie etwas erwidern konnte, hörte sie die Balkontür aufschwingen und gleich darauf mit einem lauten Knall zufallen. Ihre Freundin war verschwunden. Sie blieb allein zurück.

Vivienne stieß ein Seufzen aus und ließ ihren Blick wieder über die verschlafene Großstadt gleiten.

Allmählich verschwamm die Stadt vor ihren Augen.

Und plötzlich war alles wieder da: der stockende Verkehr. Die vielen Menschen, die ihren mehr oder weniger wichtigen Alltagsbeschäftigungen nachgingen. Ihre Gespräche. Ihr Lachen. Die Stadt war wieder zum Leben erwacht. Und doch war es nur eine fahle Erinnerung.

Das Licht der Sonne weckte Erinnerungen an Scheinwerfer. So verschwand der Balkon. Sie sah sich wieder auf der Bühne. Lächelnd. Singend. Lebendig.

Von dort aus blickte sie in die Gesichter der Menschen. In die Gesichter ihres Publikums.

Alles war wie in rosigen Dunst getaucht.

Eigentlich eine schöne Zeit...

Sie überkam plötzlich ein ungutes Gefühl. War das wirklich schon alles?

Der Nebel verschwand allmählich, das ungute Gefühl blieb. Es fühlte sich an wie eine Vorahnung.

Vivienne erinnerte sich wieder. An den Tag, an dem sich alles ändern sollte.

Damals war der Himmel grau gewesen. Die Menschen versunken in ihren Alltagsstress. Nicht ahnend, dass Schlimmes bevorstand. Doch ein bedrückender Nebel lag in der Luft. Es war längst vorherbestimmt.

Die vielen Lautsprecher, die eigentlich für die Warnung der Menschen im Notfall gedacht waren, begannen zu rauschen. Immer lauter. Bis es kaum zu ertragen war.

Damals hatte sie beobachtet, wie ein paar Leute verdutzt hinsahen.

Aber bevor sie es richtig begreifen konnte, hallten die Worte ihrer Freundin durch die Straßen:

„Guten Morgen, City of Hope! Es schmerzt euch vielleicht, das zu hören, aber ihr seid unglaublich naiv. Dachtet ihr wirklich, dass alles gut gehen wird? Ihr müsst euch auch wirklich alles selbst kaputtmachen!"

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort:

„Und ja, ihr hört richtig... Eure Lieblingsmaskottchen haben heute etwas ganz Besonderes geplant! Also... bleibt dran und behaltet schön brav die Nachrichten im Auge, ja? Nicht, dass ihr noch die Live-Action-Show eures Lebens verpasst..."

Ein wahnsinniges Lachen durchflutete wie eine monströse Welle die Straßen. Unzählige Male hatte sie es vorher gehört. Im Fernsehen, Bei der Planung, Bei der ersten Umsetzungsphase... Dennoch fühlte es sich fremd an. Als wäre bei ihrer Freundin eine Sicherung durchgebrannt. 

Ihre Worte hallten in Viviennes Gedächtnis. Ihre Sicht wurde langsam wieder klar.

Es musste so kommen...

Jetzt war die rosarote Nostalgiebrille endgültig verschwunden.

Sie sah, wie ihre Welt wirklich ausgesehen hatte: dunkel, kalt, voller Stress und dem ewig unerreichbaren Ziel der Perfektion.

Ich war nie ein Teil ihrer Welt. Ihre Crew und ich existierten lediglich für ihre Unterhaltung. Aber egal, wie sehr wir es versucht hatten - die Menschen hatten immer etwas auszusetzen.

- Das Ende

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u/Brilliant-Most-1593 — 3 days ago

Suche Betaleser für Dystopie Manuskript

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Die Klimakrise hat gesiegt und die Notwendigkeit für eine Demokratie ist der Wiedereinführung des Adels gewichen. Die Protagonistin sucht den verschwundenen Verlobten ihrer Schwester, der vielleicht eine Quelle für saubere Energie entdeckt hat. Mit dem flüchtigen Sklaven Rhodes begibt sie sich auf die Suche, nach ihrem Schwager.

Genre & Tropes:

  • Genre: Düstere Dystopie (mit leichten Sci-Fi- & Biopunk-Elementen)
  • Vibes: Erzwungene Allianzen, düstere Atmosphäre, Zwangsarbeit, Klassenkampf, starke Charakterdynamik,

Eigentlich möchte ich nur wissen..

  • Funktioniert die Geschichte überhaupt? Ist sie logisch?
  • Stimmen Tempo und Atmosphäre, Stil?
  • Möchte man weiterlesen?
  • Kann ich überhaupt schreiben?
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u/DuckFun4770 — 4 days ago

Vom Blog zum Buch?

Guten Abend, liebe Community,

vor einigen Monaten habe ich einen Blog gestartet. Das Thema ist allerdings sehr nischig, deshalb frage ich mich, ob es überhaupt Interesse wecken könnte.

Kurz zusammengefasst: Meine Oma hat mir nach ihrem Tod die Feldpostbriefe ihres im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bruders hinterlassen. Ich ließ die Briefe transkribieren und stieß dabei auf den Namen seiner Verlobten, Lotte. Seitdem habe ich intensiv zu ihrem Schicksal recherchiert – und schließlich sogar ihren Sohn gefunden.

Das Besondere an den Briefen ist, dass sie sich kaum mit dem militärischen Alltag beschäftigen. Stattdessen sind sie sehr persönlich und geben einen bewegenden Einblick in die Gedanken, Hoffnungen und Gefühle eines jungen Mannes im Krieg.

Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, daraus ein Buch zu machen. Allerdings bin ich unsicher, ob ein solch spezielles Thema heute überhaupt Leserinnen und Leser finden würde.

Wie seht ihr das? Würde euch so eine Geschichte interessieren?

Viele Grüße

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u/Embarrassed_Set_4906 — 4 days ago

Frage an euch

nehmen wir mal an, ihr hättet einen Weg gefunden unsterblich zu sein. Ihr habt andern Menschen viel leid Angetan? Und Jetzt kommt ein Held, und will euch töten. Ihr Seid aber sehr dickes Sicher, da ihr JA nicht sterben Könn. Irgendwann kommt es zum kampf. Und der Held. Hat eine Schwachstelle in euch gefunden die euch nicht mehr unsterblich macht? Wir zum Beispiel eine bestimmte Waffe. Würdet ihr euch eurem schicksal gegenüberstehen? Oder würde die in einen Kapsel Steigen, die uns zerstörbar wäre von Innen sowie von Außen. Aber ihr kommt da nie wieder raus. Das heißt Entweder Sterb dir. Oder ihr Seid für immer und ewig in dieser Kapsel eingeschlossen. Aber hier habt in der Kapsel auch kein essen oder trinken. Auch kein Sauerstoff. Das heißt irgendwann wird euch auch der sauerstoff ausgehen. Was würdet ihr machen

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u/Left-Marionberry4506 — 6 days ago
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Dark Romance Book what you guys think ( German)

Kapitel

Sie ist jetzt schon zu lange weg
Ich muss was machen
Ich kann nicht länger warten
Das gute ist ich hab mein Auto wieder
Ich lebe mein Leben verdiene Geld bringe mich in Ordnung
Aber da bist du
Die Gedanken von dir bei mir wie ein kaputter Plattenspieler
Wiederholen sich immer wieder in meinem Kopf
Ich will dich
Alles von dir bis zur nackten Haut
Ich muss was machen
Ich weiß wo sie arbeitet
Wie sie nachhause kommt
Aber kann ich
Sie will es das weiß ich
Ich kenne sie
Ich warte schon 1 h hinter dem Supermarkt wo sie nach der Arbeit einkaufen geht
So unschuldig und unscheinbar
Versucht sie mit ganzer Kraft ihr Leben in Ordnung zu halten
Dann wie ein Blitz der in einen Baum einschlägt spür ich dich näher kommen
Jetzt ist es eine Frage von Sekunden
Jetzt ist sie in Reichweite
Meine Hand drückt sich gegen deinen Mund meine andere umschlingt deine Taille
Ich packe sie zieh sie zum Auto und schmeiße sie auf die Rückbank
Du währt sich aber merkt wie zwecklos es ist und gibt sich ihrem Schicksal hin
Der Einkauf alles auf dem Boden
Mich kümmert es nicht ich Kauf ihr die Welt wenn ich mit ihr fertig bin

Meine skimaske hab ich noch an
Sie schreit aber das Fahrzeug ist schalldicht
Wie die noisecancelling Kopfhörer von Apple
sie sieht die Menschen vorbeilaufen aber keinen kümmerst
Ich fahre los
Du zitterst
So mag ich sie
Unwissend
Verloren
Aber sicher in dem was passieren wird
Halb so wild sie wird mich lieben
Ich werde ihr nicht wehtun
Das könnte ich nicht
Wir sind auf der Landstraße Richtung einem abgelegenen Haus im Wald
Unser künftiges Zuhause zmdst vorerst
Mir wird langsam klar was ich hier mache
Ich zieh die Maske aus
Sie hat sich beruhigt gibt sich ihrem Schicksal hin
Du?
Fragt sie
Was willst du von mir
Ich schaue in den Rückspiegel ihr wunderschönes Gesicht vom zerlaufenen Mascara wie eine Kriegsbemalung verziert
Du bist nicht in der Position Fragen zu stellen
Sagte ich
Lass mich sofort raus
Vorwurfsvoll schaue ich in den Rückspiegel
Wir sind fast da
Wo bringst du mich hin
Ich halte an
Ich gehe zum Kofferraum
Seile und ein tape sowie ein Koffer liegen darin
Wirst du mich jetzt umbringen?
Höre ich ihre Verzweiflung aus der Rückbank sagen
Vllt sage ich verspielt
Sie fängt an zu heulen
Ich öffne die Tür der Rückbank und wusste sie wird versuchen zu fliehen
Ich packe sie am Hals und drücke sie gegen die Fahrertür
Ihre Augen voller Angst
Ihr Körper wehrt sich
Ich nutze die Gelegenheit
Drehe sie auf die Haube und bringe ihre Hände auf den Rücken
Wiederstand ist zwecklos
Ich bin durch meine physischen Merkmale im Vorteil
Sie wehrt sich immernoch mit den beiden Beinen bringt ihren Oberkörper hoch
Ich lasse nach nur um sie noch fester gegen die Haube zu drücken
Du tust mir weh
Schreit sie
Ich nehme das Seil und schnüre ihre Arme wie ein packet zusammen lasse genug Seil um sie führen zu können wenn nötig
Komm sage ich Dreh sie um schau ihr in die Augen und lasse sie spüren das meine Absichten gut sind
Ihr Körper wird locker
Aber die Skepsis in ihren Augen bereitet mir Sorgen
Setzt dich
Sie weiß sie kommt nicht mehr weg und wiederstand ist zwecklos sie setzt sich
Deine füße
Sie streckt mir ihre Knöchel entgegen
Ich binde ihre Knöchel hoch zur Wade mit einem seil zusammen
Dann zieh ich sie an den Schultern hoch und schmeiße sie auf mein Rücken
Sie zittert und ihr Herzschlag ist an meinem Rücken klar zu spüren
Hab keine Angst ich werde dir nicht weh tun
20 Meter vom Auto entfernt ist die Hütte die ich von meinem Großvater geerbt habe
In der einen Hand mein Koffer in der anderen meine Errungenschaft
Sie ist jetzt meins
Gehört nur mir
Sie zittert immernoch
Ich setze den Koffer ab und öffne die Tür
Passe auf dem Weg zum Keller auf das sie sich den Kopf nicht anstößt werfe sie auf eine madratze die ich Tage zuvor platziert habe
Also willst du mich hier festhalten
Ich zögere
Sie ist so intelligent und wortgewandt
Ja antworte ich
Ich habe immer mit offenen Karten gespielt
Und wie stellst du dir das jetzt vor
Ich schaue sie an
Das weiß ich selber nicht
Es ist schon spät du solltest schlafen
Was ist mit meinen Katzen
Sie weiß nicht das ich bei ihr war und mich ihr Mitbewohner reingelassen hat weil ich paar Sachen holen wollte
Dabei hab ich die futterautomaten angemacht
Die sind versorgt
Immernoch diese Skepsis
Sie vertraut mir nicht
Aber das wird sich ändern
Ich geh die Treppe hoch sie fängt an zu weinen
Wahrscheinlich hatte sie noch viel vor die nächste Zeit
Ich schließe die Tür
Gehe zum Wohnzimmer und lege mich auf die Couch

2.Kapitel

Der Sonnenaufgang weckt mich
Ich stehe auf schaue auf die Uhr
Es ist 8
Sie ist sicher schon wach und muss was essen
Sie ist ja regungslos
Da wird was zubereiten schwierig
Ich hab noch Eier im Kühlschrank
Dann wirds rührei
Ich öffne die Tür zum Keller
Ich hab dir essen gemacht
Denkst du damit kann ich dir verzeihen?
sie nutzt die Gelegenheit mich weichzukochen wie dieses Rührei hier
Du kannst es versuchen oder lassen aber gehen lass ich dich nicht denke ich mir
Nein sage ich
Wieso dann das alles?
Weil ich für keine andere so empfinden kann wie für dich
Ich hab dir gesagt es ist vorbei
Es ist vorbei bis einer von uns tot ist weißt du noch wir hatten Pläne
Jetzt wird sie ganz still
Hab ich was falsches gesagt nein
Alles gut nicht zu viel denken einfach machen
Hier iss
Ich Scheiß auf dein Essen
Ich geb ihr eine Ohrfeige
Ich gehe erst wenn du die Eier im Mund hast
Ich pack sie am Seil hinter ihren Schultern und halte ihren Oberkörper über dem Teller damit sie essen kann
Und jetzt sag Danke oder ich bring dich um
Danke
Iss jetzt
Danke
Sie hatte sicher Hunger
Sie so zu sehen machte mich an
Doch ich hielt mich zurück ließ sie los und ging wieder

Ich hackte Holz weil es hier keinen richtigen Strom gab und es schon Herbst ist
Es hat zwar 25 grad aber die Nächte hier sind kalt
Der Schweiß tropfte mir von meiner Brust
Runter über mein Bauch
Ich brauche nicht viel
Nur genug für die Nacht

Ständig habe ich das Bild im Kopf wie ich sie hätte nehmen können
Sie hätte sich nichtmal wehren können
Aber das bin ich nicht noch nicht

3.kapitel

Ein neuer Morgen
Gestern Abend hab ich noch einmal nach ihr gesehen sie hat geschlafen
Heute versuche ich besser zu sein
Ich fuhr schon sehr früh in die Stadt und stehe jetzt vorm Supermarkt will ihr was nährhaftes kochen
Und ich wundere mich das niemand nach ihr fragt
Stimmt ich hab ja ihr Handy und allen geschrieben das sie in den Urlaub ist weil sie eine Auszeit braucht
Und ihre Katzen, die haben noch Futter für die nächsten 2 Tage dann muss ich mir was überlegen
Ihr ist sicher Langeweilig den ganzen Tag im Keller
Auf der Rückfahrt hörte ich alles mögliche von Sex pistols bis hin zu the weekend
Als ich an kam stand die Tür weit offen
Nein ist sie jz weg
Ich renne zur kellertür welche Gott sei Dank zu war
Sie braucht freiraum dachte ich mir

Ich ging in den Schuppen und fand eine 5 Meter lange Kette mit Halsband von unserem damaligen Jagdhund
Ich befestigte diese an dem Geländer welches hoch zum Schlafzimmer führte
Dann ging ich in den Keller
Komm
Sagte ich und packte sie am Oberarm
Steh auf
Ich kann nicht meine Beine sind taub
2 Tage war sie in diese Position gelegen dabei hab ich ihre Beine nicht mal so stark zusammengeschnürt
Ich helfe dir
Mein Unterarm an ihrer Kniekehle und der ander arm an ihrem Rücken ich hebe sie hoch trage sie die Treppe hoch und setzte sie auf die Couch
Du hast es echt schön hier oben
Ich merke sie hat den wiederstand aufgegeben
Ich sage Ja
Dann fuhr ich fort
Ich hab hier was für dich
Ich nahm das Halsband und legte es ihr an
Dann drehte ich sie auf ihren Bauch und nahm ihr die Fesseln von den Armen ab
Weiter drückte ich sie mit meinem Gewicht in die Couch und legte ihr Handschellen aus meinem Koffer an
Jetzt hast du wieder mehr freiraum dachte ich mir
Danke sagte sie
Ich half ihr sich aufrecht hinzusetzen dann fragte sie erneut
Was willst du von mir
Dich
Du weißt schon das das so nicht funktionieren wird
Wir werden sehen
Sie spuckte mir ins Gesicht
Ich erwiderte ihr Verhalten mit einer Ohrfeige packte sie am Hals und flüsterterte in ihr Ohr
Mach das noch einmal und du wirst mich nie vergessen
Ich stand auf ging zur Küche holte ein Messer und hielt es an ihren Hals
Hast du verstanden?
Ja
Sagte sie besonnen
Braves Mädchen flüsterte ich in ihr Ohr
Ich ließ von ihr ab legte das Messer weg und küsste sie auf die Wange während ihr die Tränen runterkullerten
Sie scheint jetzt erst realisiert zu haben in welcher Situation sie steckt
Aber ich würde ihr niemals wehtun
Das bin ich nicht
Das kann ich nicht

4.kapitel

Es ist schon langsam dunkel du hast mit mir nach dem Vorfall kein Wort gewechselt ich hingegen hab mich um den Haushalt gekümmert und den Ofen vorgeheizt
Ich setzte mich in den Sessel gegenüber von dir und schaue dir beim schlafen zu
du bist emotional am Ende das spüre ich aber der Wall zwischen uns ist noch nicht gefallen
Ich stehe auf
Streiche dir durchs Haar
Das schönste was mir je begegnet ist
Du wachst auf
Fass mich nicht an
Was wenn doch
Und meine Hand geht zwischen deine Beine
Währen kannst du dich sowieso nicht
Du bist nicht so wieso tust du das
Weil ich dich will
Aber so kriegst du mich nie
Ich ziehe meine Hand zurück
Stehe auf
Setzte mich in den Sessel und lege mich schlafen

#darkromance

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u/StructureOwn6770 — 6 days ago
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Warum Talent eine schädliche Lüge ist

Lesedauer 15m — TLDR: das Fettgedruckte

Man fragt sich immer wieder, warum der eine Autor elegant und wirkungsvoll zu schreiben versteht, während ein anderer daran scheitert; warum einige im Sport oder in der Kunst und den Wissenschaften hervorstechen, während es anderen versagt bleibt. Fast reflexhaft wird in solchen Fällen das Wort Talent bemüht, vor allem von Laien, aber nicht selten (wenn auch seltener) auch von Experten. Doch unter den möglichen Erklärungen für bemerkenswerte Leistungen ist Talent m.M.n. die schwächste und unzutreffendste.

Mit diesem Beitrag sollen besonders Anfänger ermutigt werden, an sich selbst und an den Wert harter und intelligenter Arbeit zu glauben. Jeder, der schon einmal mit dem Urteil „Du hast kein Talent“ niedergestreckt wurde, möge hier eine Gegenstimme finden – und darüber hinaus stichhaltige Argumente, die zeigen, dass die gängige Alltagsvorstellung von Talent eine schädliche Selbsttäuschung und zugleich eine niederschmetternde, letztlich unbrauchbare Form der Kritik darstellt. Nicht zuletzt möchte ich gerade Kritiker dazu anregen, Defizite und Qualitäten nicht automatisch auf Talent zurückzuführen.

Was ist mit Talent gemeint?

Nagelt sie mal fest, die sich auf Talent berufen, und verlangt von ihnen, diesem Begriff eine konkrete Gestalt zu geben; man erhält meist zwei Antworten. Die einen sprechen von einer Gabe, die anderen von Genen, wobei manche die Vorstellung einer Gabe mit genetischer Veranlagung gleichsetzen.

Daneben existiert eine dritte, ausweichende Position: Talent sei lediglich ein Kompliment, ein Wort des Lobes ohne Anspruch auf Erklärung, verwendet für außergewöhnliches oder zumindest vielversprechendes Können. In diesem Fall erübrigt sich für uns jede weitere Diskussion, da dem Begriff kein Erklärungswert zukommt.

Talent als Gabe

Talent, sagen die einen also, sei eine angeborene, immaterielle Gabe, eine Zuweisung des Universums, ein Geschenk der Götter; Talent hafte etwas Mystisches und Schicksalhaftes an.

Diese Vorstellung setzt eine Welt voraus, die von unsichtbaren Kräften durchzogen ist, die einzelne Menschen auswählen und sie zu großer Literatur und bedeutender Kunst befähigen. Ein solches Weltbild impliziert jedoch zugleich, dass der Mensch das Schöne, Wahre und Gute nicht aus eigener Kraft hervorbringen kann, sondern dafür auf äußere Mächte angewiesen ist.

Wer so denkt, mag dies im Rahmen seines Glaubens und seiner Weltanschauung tun; mir persönlich liegt es fern, darüber zu spotten. Doch weil heutzutage immer noch viele Menschen so denken – besonders von Künstlern –, möchte ich nicht weiterziehen, ohne eine Anregung zu geben.

Selbst innerhalb eines solchen Weltbildes folgt nicht zwangsläufig, dass jedes Phänomen nur auf diese Weise erklärbar sei. Wir kennen unzählige natürliche Vorgänge, die ohne übernatürliche Intervention ablaufen. Warum sollte ausgerechnet das Neuropsychologische hiervon ausgenommen sein? Glaube und empirische Erklärung schließen einander nicht immer aus; mehr noch: ihre Vereinbarkeit scheint sogar geboten, gerade wenn aufgrund von lebensbestimmenden Vorstellungen die Frage nach unserer eigenen Handlungsmacht auf dem Spiel steht.

Talent als Veranlagung

Die dem Zeitgeist entsprechende Narrative verortet Talent in den Genen, besonders wenn es um athletische oder intellektuelle Leistungen geht. Diese Auffassung gibt sich nüchterner und wissenschaftlich, ist deshalb jedoch nicht weniger oberflächlich. Denn sie beruht auf einem verkürzten Verständnis der Forschungslage bzw. auf einer Überbewertung der Rolle genetischer Faktoren.

Der Mensch ist nicht bloß ein Produkt seiner Gene. Epigenetische, pränatale, soziale, biografische, sozioökonomische, kulturelle und andere Umweltfaktoren wirken tiefgreifend mit und formen gemeinsam mit den Genen, wer wir sind und was wir leisten können.

Im Forschungsbereich der Psycho- und Verhaltensgenetik arbeitet man mit dem Konzept der Erblichkeit (Heritabilität, h²). Dieses statistische Maß gibt an, wie sehr die Unterschiede zwischen Menschen in Bezug auf ein bestimmtes Merkmal (Phänotyp) durch genetische Unterschiede erklärt werden können.

Für bestimmte Merkmale wie Körpergröße, Augenfarbe, einige Krankheiten oder auch einzelne mentale Eigenschaften lässt sich diese Erblichkeit schätzen. Beispiel: Die Persönlichkeitseigenschaft ‘Offenheit für Erfahrungen’ (im OCEAN-Modell) kann je nach Studie zu 40 bis 60% genetisch erklärt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich um populationsbezogene Durchschnittswerte handelt; sie erlauben keine direkten Rückschlüsse auf einzelne Individuen. Ein Individuum könnte in einem Merkmal nahezu vollständig genetisch geprägt sein, ein anderes wiederum kaum. Es kann sein, dass jemand 1,90 m groß ist und dies nahezu vollständig auf die von den Eltern vererbten Gene zurückzuführen ist; es kann aber ebenso gut mehr durch Umweltfaktoren (Ernährung in der Kindheit und Lebensbedingungen) beeinflusst sein. Der Kernpunkt: Ohne genetische Analyse lässt sich dies nicht eindeutig feststellen.

I.d.R. weisen Merkmale wie die Augenfarbe, die von vergleichsweise wenigen Genen (ca. 16) beeinflusst werden und sich kaum verändern lassen, eine sehr hohe Erblichkeit auf. Auch komplexere Merkmale wie die Körpergröße, an denen Tausende von Genen beteiligt sind, können eine hohe Erblichkeit aufweisen. Generell gilt jedoch: Je komplexer ein Merkmal ist, mit vielen notwendingen Teilkomponenten – wie das Storytelling –, desto stärker treten Umweltfaktoren in den Vordergrund.

Die unmögliche Lotterie

Um die genetische Erklärung von Talent ernsthaft zu vertreten, müsste man also zeigen, dass komplexe Fähigkeiten wie das Erzählen von Geschichten eindeutig auf bestimmte Erbanlagen zurückzuführen sind. Versuchen wir, diese Vorstellung ad absurdum zu führen, indem wir sie einmal konsequent zu Ende denken.

Ein guter Autor benötigt sprachliches Können und handwerkliches Verständnis (u.a. für Wordbuilding, Handlung, Dramaturgie, Narratologie und Figurenkonzeption). Er benötigt ein gewisses ästhetisches Empfinden, Kreativität und Vorstellungskraft, aber auch das für sein Werk notwendige Fachwissen – vielleicht philosophisches, kulturelles, historisches und/oder naturwissenschaftliches Wissen. Dafür braucht es wiederum Neugier, Fein- und Beobachtungssinn und Recherchefähigkeiten. Um überzeugende Figuren zu erschaffen, sind Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, psychologisches Verständnis und Humor hilfreich. Ein Buch zu schreiben erfordert darüber hinaus Mut, Disziplin, Ausdauer, Selbstkritik und Organisationsfähigkeit. Bestimmte Persönlichkeitseigenschaften können einem Autor ebenfalls zugutekommen, wie Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit oder eine ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit. Vor allem aber benötigt ein Autor Zeit, Muße, gewisse finanzielle Möglichkeiten und die fachliche und moralische Unterstützung seines Umfelds.

Schreiben erfordert somit ein komplexes Bündel aus Fähigkeiten, Eigenschaften und sonstigen Lebensbedingungen. Natürlich sind viele dieser Faktoren teilweise genetisch beeinflusst. Doch zu behaupten, ein Autor sei deshalb so gut, weil seine Gene die entscheidende Rolle spielen, gleicht der Annahme, jemand habe eine Lotterie gewonnen, bei der er hunderte Male hintereinander die richtigen Zahlen gezogen hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch die ideale Kombination all dieser Voraussetzungen genetisch in sich vereint, ist verschwindend gering.

Dass genetische Einflüsse existieren, lässt sich nicht leugnen. Sie sind jedoch zu verteilt und indirekt. Beim Storytelling dürfte der genetische Anteil aufgrund dieser Komplexität nur begrenzt aussagekräftig sein – jedenfalls nicht in einer Weise, die individuelle Leistung erklärt oder gar vorbestimmt. Kurz: Gene prädisponieren, sie determinieren nicht.

Die eigentlichen Faktoren

Wenn wir über Spitzenleistungen sprechen – bei denen zwischen Experten und der Durchschnittsbevölkerung in einem bestimmten Bereich ein Weltenunterschied besteht –, dann entstehen sie durch das Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren. Entscheidend sind u.a.:

  1. Motivation: das ernsthafte Wollen und die Bereitschaft, langfristig in eine Tätigkeit zu investieren;
  2. Übungserfahrung (Deliberate Practice): die über Jahre angesammelte, gezielte und bewusste Übung;
  3. Konzentration (Deep Work): der Grad der Versenkung und geistigen Fokussierung, der während des Übens regelmäßig erreicht wird;
  4. Methoden: nicht jede Lernmethode ist gleich effektiv (Faktoren 3 und 4 bestimmen gemeinsam die Qualität der Übungserfahrung);
  5. Anfangsalter: wer früh beginnt, profitiert von der höheren Plastizität des Gehirns;
  6. Förderung: Eltern, Lehrer, Mentoren und andere Bezugspersonen können Entwicklung inspirieren, beschleunigen und in produktive Bahnen lenken;
  7. Kognitive und geistige Voraussetzungen: Arbeitsgedächtnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Verarbeitungsgeschwindigkeit oder allgemeine Intelligenz;
  8. Haltung und Einstellungen: Werte, Selbstverständnis, Sinnhaftigkeit und der Umgang mit Rückschlägen;
  9. Soziale Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften: Offenheit, Ausdauer, Gewissenhaftigkeit oder Empathie;
  10. Glück: der Umstand, von Unglück verschont zu bleiben und zur richtigen Zeit die richtigen Gelegenheiten zu erhalten.

Einige dieser Faktoren (3, 7, 8 und 9) besitzen höhere genetische Anteile. Die übrigen Faktoren sind überwiegend (wenn nicht gänzlich) umweltbedingt und von persönlichen Entscheidungen geprägt.

Die Forschungslage zu Spitzenleistungen ist natürlich nicht in allen Details einstimmig. Wissenschaftler diskutieren weiterhin darüber, welchen Faktoren welches Gewicht zukommt. Der weitgehende Konsens lautet jedoch: Außergewöhnliche Leistungen sind multifaktoriell; sie entstehen durch die Interaktion dieser Faktoren über die Zeit.

Ein Punkt gilt dabei als besonders gut belegt: Faktor 2, die gezielte Übung, ist eine notwendige – wenn auch keine hinreichende – Voraussetzung. Es gibt kein bekanntes Beispiel außergewöhnlicher Meisterschaft ohne viele Jahre intensiver Übung. Umgekehrt existieren zahlreiche Beispiele für hohe Leistungen ohne besondere genetische Begünstigung.

An diesem Punkt werden häufig Wunderkinder wie Mozart oder Magnus Carlsen und die ständig mediatisierten akademischen Child Prodigies angeführt. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass diese Kinder sehr früh begonnen haben (Faktor 5), spezielle Förderung erhielten (Faktor 6 und 4) und dadurch bereits in jungen Jahren enorme Mengen an Übungserfahrung (Faktor 1) sammeln konnten.

Was in der Forschung überhaupt als Talent bezeichnet werden könnte, wäre somit am ehesten eine frühe Leistungsdisposition oder eine überdurchschnittliche Lernrate und keine fertige Fähigkeit. Unterschiede in Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit oder Gedächtnis sind real, doch sie setzen keine unveränderlichen Grenzen. Manche Menschen zeigen früh bestimmte Neigungen oder Stärken, doch daraus folgt nicht, dass diese Fähigkeiten ausschließlich angeboren oder für andere unerreichbar sind. Sie können weiterentwickelt oder durch andere Stärken kompensiert werden. Gerade im Bereich des Storytellings wissen wir, dass jede der zuvor genannten Fähigkeiten grundsätzlich entwickelbar ist, und dass manche vermeintlichen Schwächen sogar zu kreativen Vorteilen werden können (dazu demnächst eine eigener Beitrag).

Die Wahrheit ist also weitaus komplexer als sie die rein-genetische Erklärung vermuten lässt.

Der Glaube an Talent ist psychologisch

Viele Kognitionen tragen dazu bei, dass Menschen am Talentglaube festhalten. Man glaubt daran, weil diese Vorstellung die Welt vereinfacht und die Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Komplexität von Entwicklung und Leistung erspart; oder weil die inneren Mechanismen von gewissen Fähigkeiten für Laien kaum zu durchblicken sind; oder weil die Vorstellung bequemer ist, dass Größe ohne Entbehrung möglich sei, ohne sie mit jahrelanger Arbeit, Verzicht und Beharrlichkeit in Verbindung zu verdienen; oder weil es Teil eines Vermeidungsdenkens ist, denn wer sich selbst für unbegabt hält, muss es gar nicht erst versuchen und setzt sich damit auch nicht der Anstrengung oder der unangenehmen Möglichkeit des Scheiterns aus; oder weil es als akzeptable Erklärung für das eigene Scheitern dient, anstatt sich einzugestehen, dass vielleicht Übung, Strategie, Ausdauer oder Umstände eine Rolle gespielt haben; es erscheint leichter zu sagen: „Ich kann es nicht, weil ich dafür nicht gemacht bin“ – oder, in einer schicksalhafteren Variante: „Das Universum hat es nicht für mich vorgesehen.“

Schlusswort

Egal ob Gene oder Gabe, wird eine solche Denkweise Vermeidungsverhalten begünstigen. Man begrenzt sich selbst und andere von vornherein, denn nach dieser Logik gilt: Entweder man hat es, oder man hat es nicht, und braucht es demzufolge erst nicht zu versuchen. Ob man es jedoch hat, zeigt sich überhaupt erst dann, wenn man es ernsthaft versucht hat.

Letztendlich ist das fiktionale Schreiben ein sehr spezielles Kompetenzbereich. Jedes Werk verlangt seinem Autor unterschiedliche Fähigkeiten ab. Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien, Die unsichtbaren Städte von Italo Calvino, Hunter × Hunter von Yoshihiro Togashi, Hereditary von Ari Aster oder The Matrix von den Wachowski-Schwestern sind Werke, die jeweils völlig unterschiedliche künstlerische Herausforderungen stellen und dementsprechend unterschiedliche Fähigkeiten und Herangehensweisen erfordern.

Wenn die Motivation vorhanden ist und die Bereitschaft besteht, hingebungsvoll zu arbeiten, könnte jeder von uns eine Geschichte erschaffen, die nur er erzählen kann. Nicht jede Geschichte wird weltberühmt oder zum kommerziellen Erfolg, aber jeder Mensch besitzt eine einzigartige Perspektive und Erfahrungen und Schwächen, aus denen etwas Eigenständiges entstehen könnte.

Bestimmt gibt oder gab es irgendwo einen Autor, der mit außergewöhnlichen genetischen Voraussetzungen oder einer besonderen Begabung gesegnet war. Doch die Berichte großer und anerkannter Schriftsteller erzählen immer wieder von Mühen, Rückschlägen, jahrelangem Schreiben, Überarbeiten, Recherchieren, Lesen und Lernen. Genau das sollte uns motivieren. Denn letztlich geht es nicht um Ausnahmeerscheinungen, nicht um Wunderkinder und nicht um Legenden. Es geht um dich.

Am Ende behalten auch die platten, motivatorischen Facebook-Weisheiten einen wahren Kern: Hard work beats talent when talent fails to work hard; Talent will make you go fast, hard work makes you go far; Talent is what you want.

So beginne es zu wollen.

Du möchtest uns eine Geschichte erzählen? Dann lass dich niemals von uninformierten Urteilen davon abhalten oder niederstrecken. Du brauchst keine metaphysische Erlaubnis und keinen genetischen Freibrief. Misstraue dem Wort Talent; kehre dieser destruktiven Idee andachtsvoll den Rücken zu. Ersetze sie durch tägliches Lesen und Schreiben. Entwickle Selbstvertrauen und Zuversicht. Erkenne deine Stärken und Schwächen, kultiviere deine Fähigkeiten, lerne das Handwerk, übe, schreibe und lese regelmäßig. Suche Inspiration, lerne von anderen, bewahre deine Leidenschaft und habe Freude am Prozess. Forme dich langsam aber sicher zu dem Autor, den deine Geschichte braucht.

u/Regenstern — 12 days ago

Engel oder Teufel?

Ich wünschte es wär nie so weit gekommen
aber das lässt sich nicht ändern
Mann, ich fühle mich benommen
von deinen kleinen süßen Händen
mit deinem riesengroßen Mundwerk
und dass du keinen Tag mal umfällst
trotz deines miesen Umfelds
macht dich jeden Tag zum Kunstwerk

Aber leider weiß ich nicht
bist du Engel oder Teufel?
Und ich schau dir ins Gesicht
Mann, du hast keinen Grund zu heucheln
Doch die Wahrheit sagst du nicht
mein Gefühl wird sich nicht täuschen
Deshalb frag ich was du bist
und warum ich — und warum heute

Und wenn ich diese Zeilen lese
Dann kommt einiges zum Tragen
Denn das mit dir ist längst gewesen
Doch es liegt mir schwer im Magen
Ich bin ein paar anderen begegnet
Und hatte immer dieselben Fragen
Ich kanns noch immer nicht verstehen
Nach diesen 10 langen Jahren

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u/maeffjuuu — 10 days ago

Gestirn

Es müsset doch die Nacht viel heller als der Tag

Und als der Sonne Strahl in meinem Aug' erscheinen

Wann jeder Stern und mehr als tausendfach der seinen

Die schwarze Finsternis der Nacht durchdringen mag.

Wie kann die eine Sonn' - das ist, wo ich verzag' -

So helle strahlen nur, dass von den Sternen keinen

Ich schau in ihrer Näh'? Es gibt ja doch nicht einen

Der auch nur hell genug zu stellen sie infrag'.

Was ist nun diese Sonn'? Was sind die Sterne nur?

Dass sie der Schwester doch bloß folgen auf der Spur

Im Dunkeln hinterdrein und niemals heller sind?

Die Sonn', die nah mir ist und mir den Tag entbeut

Bist Du mit deinem Licht, das so im finstern Neid

Die Sterne lässt zurück, für die ich worden blind.

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u/Forwayn-01 — 13 days ago

Das muss doch eine Ohrfeige für jeden fleißigen Autoren sein, oder??

Wie würdet ihr euch fühlen, fändet ihr euer Werk aufm Grappeltisch wieder?

u/wortsalatfinchen — 14 days ago