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Der Medizinalcannabismarkt ist krank - und nun?

Der Medizinalcannabismarkt ist krank - und nun?

Achtung: sehr langer Kommentar / Meinung.
Wer den Artikel lieber als PDF lesen möchte: hier entlang.

tl;dr: Der Autor ist der Meinung, dass exzessives Marketing und die Doppelzüngigkeit der Medizinalcannabisbranche es erleichtert hat, dass auf einmal schwer kranke Patient:innen keine GKV-Kostenerstattung mehr bekommen. Er stellt ein Drug-Policy Modell vor und macht alternative Vorschläge.

Es war die erste April-Woche 2024 als es bei mir klingelte. Aufgeregt lief ich dem DHL-Boten entgegen, denn er hatte eine ganz besondere Ware für mich: Medizinisches Cannabis. Bestellt nach ein paar Fragen ohne Arztkontakt über Telemedizin. Schon zwei Jahre vorher bin ich nach langer Pause wieder tiefer journalistisch in das Thema Cannabis eingestiegen.

Was dann folgte, war wie ein großer Goldrausch.

Ich habe in kurzer Zeit viele Leute kennengelernt, die selbst Anbieter von Telemedizin sind, die Importeure waren oder anderen Rollen in diesem Game haben. Meist coole Leute.

Quartal für Quartal berichtete ich hier über steigende Tonnagen beim Import von medizinischem Cannabis, schrieb Kommentare, wie es ist, eine „Säule 2“ aka „E-Commerce für Cannabis“ in Deutschland zu haben.

Das ging ungefähr ein Jahr lang gut.

Doch dann bemerkte die Politik und Gerichte, dass hier etwas schiefläuft. Medien berichteten immer öfter negativ über Telemedizin und ich fragte mich, ob es gut ist, sich mit 10 Klicks und dem automatischen KI-Arzt-Stempel aus Kroatien 100g mit 30% THC-Anteil nach Hause kommen zu lassen. Das geht mit etwas Cleverness übrigens auch als Minderjähriger. Noch heute.

Fragen auf Reddit oder anderen Portalen lieferten Indizien, dass medizinisches Cannabis einfach auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft wird. Den Discountpreisen sei Dank. Starteten wir im Durchschnitt noch bei 6 bis 8 Euro pro Gramm in 2024, liegen die heute meisterverkauften Sorten einer großen Telemedizinplattform bei gerade mal 3 bis 4 Euro.

Das Marketing hat ganze Arbeit geleistet.

Und genau das hat nun vielleicht mit dazu geführt, dass tausende, wirklich schwer kranke Patient:innen die GKV-Erstattung für Blüten ohne viel Aufhebens mit einem Schlag verloren haben.

Doch halt, wie konnte es dazu kommen?

Von Anfang an hat mich das doppelzüngige Narrativ dieser Branche erstaunt. Richtung Politik und Medien spielte man mit Ärzten und Verbänden wie dem VCA den „weißen Kittel“ und hintenrum auf Instagram wimmelte es nur so vor Lifestyle-Marketing, welches rein gar nichts mit „Medizin“ zu tun hatte.

Eine kleine Auflistung:

Rapper-Collaborationen für alles mögliche wie Strains, Events, Product-Drops. Jar-Designs und Special Editions. Markennamen, die mit Drogenslangs spielen. Apple-Ästhetik, Merch-Kollektionen. Werbung auf Displays in Spätis in allen Großstädten. Parkplatz-Deliveries auf Cannabis-Messen. Medizinisches Cannabis per Lieferservice wie Lieferando. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Doppelzüngigkeit auch im BMG nicht unbemerkt blieb. Doch für diesen Teil sind die Gerichte zuständig. Stichwort Heilmittelwerbegesetz (HWG). Denn nicht nur die Branche selbst hat sich untereinander gerne verklagt, sondern auch eine Apothekerkammer hat sich aufgeschwungen, dem Spektakel ein Ende zu setzen. Ob man hier moralisch auf der richtigen Seite steht, sei einmal dahingestellt.

Die Urteile der meisten Gerichte waren aber eindeutig: Verstöße gegen Werbeverbote, Verstöße gegen die „gute ärztliche Praxis“ (Rezept per Fragebogen). Auch wenn Warken erst später mit den Änderungen am MedCanG kam, lag ich richtig, dass vor allem Gerichte, dem Markt seine Grenzen aufzeigen sollten. Doch all das scheint die meisten Telemediziner wenig zu stören.

Im Gegenteil. Es wird nun noch absurder.

Eine große Telemedizin-Plattform zeigt stolz ein riesiges Mural auf dem steht „Leider dürfen wir nicht für medizinisches Cannabis werben, auch nicht, wenn wir die beste App dafür haben“.

Oder man suggeriert Konsumanlässe wie diesen hier: Man sieht eine Mutter von hinten mit einem Kind „an der Leine“, die wohl im Urlaub sein soll. Dazu dieser Text: „Urlaub mit Kindern? Entspannung geht entspannter“. Und in der Caption steht: „Shout-Out an alle Eltern die gerade mit ihren Kindern im Urlaub sind…Meldet Euch, wenn´s zu stressig wird.“

Sehr befremdlich ist auch eine Hochglanz-Doku mit Rapper Capo, auf der in 30 Minuten salbungsvoll mit hübschen Protagonisten ausgewalzt wird, wie toll medizinisches Cannabis ist – und so seriös auch. Vermutlich ein „Informationsangebot“.

Nun zurück zur Streichung der Erstattung von Blüten durch die GKV. Das Thema war wirklich nur ein kleines in dem Riesenkatalog der Fachkommission zur Beitragsstabilisierung der Krankenkassenbeiträge. Doch genauso klein war der Widerstand, weil außer den Fachpolitikern, die meisten Abgeordneten die Unterschiede zwischen Cannabis-Patienten in der GKV-Erstattung und Selbstzahlern auf Privatrezept nicht verstehen und sich durch die mediale Berichterstattung der Eindruck aufgedrängt hat, dass medizinisches Cannabis in großen Teilen eh gar nicht zu medizinischen Zwecken konsumiert wird.

Also weg damit.

Getroffen hat es damit genau die Gruppe, die jahrelang vor Gerichten erstritten hat, dass es seit 2017 medizinisches Cannabis überhaupt erst gibt. Doch die neue Gier des Medizinalmarktes hat diese Gruppe eiskalt abgezogen und im Stich gelassen. Ohne die Details zu erläutern, so ganz grob: Mit einer GKV-Blüte verdiente man x-fach mehr als mit der Selbstzahler-Marge und ein kompliziertes System sorgte dafür, dass GKV-Blüten fürstlich erstattet wurden. Zudem haben die oft schwerkranken Patienten regelmäßig große Mengen abgenommen. Diese Umsätze fallen also nun komplett auf einen Schlag weg.

Doch so empathisch wie die Branche nun eben ist, ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Vielleicht hat man auch ein schlechtes Gewissen, dass man diejenigen die das eigene Geschäftsmodell erst ermöglicht haben, mit dem eigenen Gebaren möglicherweise in eine sehr schwierige Situation gebracht hat. Mit der Initiative „Versorgung sichern“ meldet man nun sich nach der Abschaffung der Erstattung zu Wort. In Youtube-Videos lässt man genau die sprechen, welche den Markt mit Lifestyle-Marketing vollgepumpt haben und damit eventuell mitverantwortlich an der Diskreditierung von Medizinalcannabis in politischen Kreisen sind. Traurig, dass hier auch Patienten vor die Kamera gebeten wurden, die von ihrem Leid berichten und so instrumentalisiert werden.

Vielleicht fragt sich der ein oder andere nun – was ist denn schlimm daran?

In einer Marktwirtschaft haben findige Geschäftemacher ein regulatorisches Loophole (ob gewollt oder ungewollt entstanden, kann nur Karl Lauterbach beantworten) entdeckt und schlachten es aus.

So what?

Regulatorische Frameworks für Cannabis sind ein empfindliches Pflänzchen und stehen unter Beobachtung der Prohibitionisten. Und die haben ihr Futter nicht nur über obige beschriebene Phänomene bekommen, denn die Story ist noch nicht zu Ende. Vor kurzem kam eine Studie vom renommierten EKOCAN-Forscher Jakob Manthey heraus. Das Ergebnis: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt seit der Teillegalisierung. Ein Effekt, den man auch in Kanada beobachtet hat nach der der Legalisierung.

Einige sagen dann gerne „Die trauen sich nun halt in die Notaufnahme“, aber die Forscher:innen halten es für wahrscheinlicher, dass der mit im Durchschnitt bei 24 Prozent liegende THC-Anteil von Medizinalcannabis dafür verantwortlich ist (der Schwarzmarkt hat im Durchschnitt 15 Prozent). Mit Blüten aus Telemedizin und Apotheke. Perfektes Futter gegen KCanG und MedCanG.

Man muss das dreimal lesen, um zu verstehen wie verrückt das ist. Medizinisches Cannabis wird, um es für Freizeitkonsumenten attraktiver zu machen, mit sehr hohen THC-Werten vermarktet über ausländische Ärzte, die eigentlich nur IT-Technik sind, in Apotheken verkauft, die sonst vielleicht schon hätten schließen müssen, aber als „Dispensary“ noch eine neue Chance bekommen haben. Der Kollateralschaden kommt dann in die Notaufnahme. Das dann übrigens mit GKV-Erstattung. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn es so weitergeht wird der Medizinalmarkt zur Gefahr – auch für das KCanG.

Wie kommt man hier wieder heraus?

Um eines klar zu machen: Unternehmen sind nicht schuld, wenn die Politik ihre Konzepte nicht zu Ende denkt. Nur leider ist die unglückliche Melange aus medizinischer Versorgung vs. massenhafter Mitversorgung als „Säule 2-Ersatz“ ein Spagat, der die oben beschriebenen Fehlentwicklungen begünstigt. Und es besteht auch eine moralische Art der „Mithaftung“ für das gesamte Thema Cannabis und Mitverantwortung für 5 Millionen Konsument:innen. Was also tun?

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, glaube ich, dass möglichst unkommerzielle Modelle am besten in der Lage sind, eine Balance aus Gesundheitsschutz und legalen Zugang zu ermöglichen. Auswertungen der Modellprojekte aus der Schweiz zeigen jetzt schon, dass die Modelle, welche kommerziell betrieben werden, mehr Social Media und Merchandising betreiben und damit vermutlich mehr Absatz erzielen wollen (hier ab zirka Minute 45) im Vergleich zu den gemeinwohlorientierten.

Es gibt ein interessantes Modell aus 2014, welches von Franklin Apfel stammt und im Rahmen des Forschungsprojektes ALICE-RAP und TRANSFORM bekannt wurde.

Cannabis Policy Model

Aus Sicht der Public-Health-Experten gilt es, eine Art goldene Mitte zwischen unregulierten illegalen Märkten und total freien Märkten zu finden, so dass die öffentliche Gesundheit bestmöglich gewährleistet ist. Manche sagen hier, warum machen wir es nicht einfach so wie bei Alkohol und Zigaretten?

Weil wir die Fehler anderer Drogenmärkte nicht bei Cannabis wiederholen sollten.

Die schwierigste Frage jedoch ist: Wie können (Gelegenheits-)Konsumenten, die kein Abomodell wie in Cannabis Clubs wollen oder die – durch Regulation entstandenen – höheren Kosten in Clubs nicht bezahlen, versorgt werden? Zum Beispiel dann, wenn der medizinische Markt so stark eingeschränkt werden sollte, dass er nicht mehr als „Amazon für Cannabis“ funktioniert?

Und das Ganze bitte unter den engen Grenzen welche die EU dazu setzt.

Mir würden diese Ideen einfallen:

Clubzugang erleichtern, viel mehr neue Clubs entstehen lassen

  •  „Clubs ohne Hürden“ – Welche Kostentreiber der heutigen Regulierung sind verzichtbar, damit mehr Clubs auch ohne Gramm-Pakete-Modelle und Abnahmezwang Mitglieder aufnehmen können?
  • „Mitgliedschaften light“ mit sehr geringem Jahresbeitrag wie in Spanien
  • Begrenzung auf 500 Mitglieder aufheben
  • Abstandsregeln aufheben, damit mehr Clubs Flächen finden (macht beim Konsumverbot und unsichtbaren Eingängen eh keinen Sinn)
  • Baurecht für Clubs vereinfachen

Neue Wege der Abgabe einführen

  • Fachgeschäfte - Hier bin ich mittlerweile skeptisch, denn vermutlich werden die gleichen Akteure aus dem Medizinalmarkt diese eröffnen wollen und oben Beschriebenes wiederholt sich
  • Cannabis mit bis zu 20 Prozent THC in Apotheken als OTC-Produkt ohne Fake-Rezept mit begrenzter Menge pro Monat abgeben. Ohne jegliche Werbung durch Apotheken, Hersteller bleiben im Hintergrund, Vergabe von wenigen Produktionslizenzen durch das  BfArM (schwierig, aber auch schon mal vom VCA ähnlich vorgeschlagen)

Eigenanbau stärken

  • Wissen fördern – mit Anbautipps wie man Fehler, die sich auf die Gesundheit auswirken vermeidet und – da wir in Deutschland sind ;) – einen „Grow-Führerschein“ den man kostenlos bei kompetenten Anbietern machen kann
  • Kostenlose Weitergabe von Homegrow erlauben unter Erwachsenen

Gewiss, einiges klingt hier vielleicht etwas nach Planwirtschaft, aber vielleicht ist gerade ein Produkt was jahrzehntelang verteufelt wurde, eben auch ein Produkt, dass nicht von heute auf morgen in einen komplett freien Markt geführt werden sollte.

Die Diskussion ist eröffnet.

 

reddit.com
u/Broad_Argument4711 — 2 days ago
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100 Cannabis-Clubs in Niedersachsen

Man höre und staune, was in Niedersachsen passiert: Gute zwei Jahre nach der Möglichkeit, Cannabis-Clubs in Deutschland zu gründen, feiert die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Miriam Staudte den hundertsten Club in Niedersachsen.

Zuletzt war sie bereits auffällig geworden, als sie in einem Club an Blüten schnupperte. Heute gibt es eine Pressemitteilung, bei der vielen warm ums Herz werden dürfte.

Niedersachsen wolle „nahezu flächendeckend eine Alternative zum Schwarzmarkt“ schaffen.

Über die Mitglieder in den Clubs, die sie kennengelernt hat, sagt sie: „Die Menschen, auf die ich treffe, kommen aus der Mitte unserer Gesellschaft und sind in den verschiedensten Berufen tätig, aus denen sie die unterschiedlichsten Erfahrungen mitbringen.“

„Davon kann man beim Thema Alkohol im Supermarkt nur träumen.“

Mehr in der Presseinformation im Link.

ml.niedersachsen.de
u/Broad_Argument4711 — 3 days ago

"Ohne Mexiko gäbe es keine Cannabis-Kultur"

Heute mal ein Blick über den Tellerrand. Auf der Mary Jane hatte ich die Gelegenheit, mich mit einem spannenden Projekt zur Geschichte von Cannabis zu beschäftigen und ein Interview mit den Machern zu führen.

„The Grand History of Cannabis“ sind liebevoll gestaltete Bücher über wichtige Personen, Ereignisse und Entwicklungen in der Cannabis-Geschichte. Das erste Buch beschäftigte sich mit den Niederlanden, jetzt ist eine Ausgabe über Mexiko erschienen.

Was viele gar nicht wissen: Ohne Mexiko gäbe es die heutige US-Cannabis-Kultur – und damit auch viele der späteren Einflüsse auf uns in Deutschland – in dieser Form vermutlich nicht.

Die ganze Reportage gibt es hier (10 Minuten Lesezeit)

u/Broad_Argument4711 — 1 month ago

Cannabis-Club beheizt Wohnhaus

Mit immer mehr genehmigten Clubs (bald an die 500) kommen auch neue Ansätze ans Tageslicht, und das hier ist ein besonderer finde ich. Mit der Abwärme der Anlage wird ein ganzes Wohnhaus und Fitnessstudio beheizt, das gerade in Bau ist. So wird aus der Energie kein Abfall, sondern eine sinnvolle Nutzung.

cannabisblog.eu
u/Broad_Argument4711 — 2 months ago

Bericht aus Berlin: Höher, schneller, weiter?

Es ist Sonntagmittag und ich sitze vor einem Schreibtisch, der voll ist mit Flyern, Stickern, Büchern und anderen Mitbringseln von der Mary Jane. Versuche nach ein paar Tagen mit wenig Schlaf die Gedanken zu ordnen.

Wie erwartet war der Samstag brechend voll, laut und voller Action.

Als Erstes habe ich die Masterclass zum Thema Anbaumethoden von Lorenz Minks von Research Gardens und Simon, Grower beim CSC Hannover, besucht, in der es um verschiedene Methoden wie Crop Steering oder organischen Anbau ging.

Simon war einige Zeit in Kalifornien und hat dort bei der Sunrise Gardens Farm und der Heartrock Mountain Farm gelernt, wie man auch biologisch den Pflanzen die notwendigen Nährstoffe geben kann. Von gemahlenen Knochen, die man sich beim Schlachter abholen kann, bis zu Brennnesselsud oder Fledermausausscheidungen war alles dabei.

Es gibt also diverse Alternativen zu mineralischen und oft kostspieligen Methoden, die sich auch im Indoor-Einsatz nutzen lassen.

Vom Lärm in den Hallen getrieben, gehe ich eine Treppe hinauf. Hier ist eine kleine Oase.

Ich entdecke einen Künstler, der in Kolumbien geboren ist und nun in Argentinien lebt und dort einer der bekanntesten Artists für Cannabis-bezogene Werke ist: Shinsiete. Er gestaltet eine riesige Neuinterpretation des Mary Jane-Logos auf Leinwand.

Wer Design und moderne Sachen mag - folgt ihm gerne auf Instagram.

Auch im Medical-Bereich bemüht man sich um modernes Branding. Ich sehe ein Kunstwerk von Nasca Uno, einem peruanischen Künstler, der am Stand von Iuvo eine Illustration für einen Strain entworfen hat. Ebenfalls einen Follow auf Insta wert!

Jemand aus London drückt mir ein kleines Heft in die Hand: Das RoachMag.

Ein kleines Mini-Magazin, gut gestaltet und komplett aus Tips bestehend. Content zum wegrauchen sozusagen.

Zum Abschluss des Tages dann noch ein Vortrag von Mario Guzman, dem Gründer von Sherbinskis, der den Gelato-Strain in die Welt brachte, über seine Karriere.

Seine steile Karriere bringt mich auch zum letzten Gedanken. In der Cannabis-Industrie ist „höher, schneller, weiter“ das gängige Narrativ.

Doch wenn man sich anschaut, wie gestresst, wie aufgedreht und vielleicht auch unter dem Einfluss anderer Substanzen einige Menschen auf der Messe sind, wird das Thema mentale Gesundheit klein gefahren. Es gibt zwar einige Initiativen, aber ein großes Gespräch darüber findet nicht statt.

Deswegen überrascht mich die Aussage in einem meiner Interviews: Ein Founder sprach offen über seine mentalen Probleme und den Umgang damit, über Therapien und Möglichkeiten, aus Dauerüberforderung und Stress sinnvoll herauszukommen.

Aus Argentinien kommt hier der "Que Lindo Club", der sich diesem Thema annimmt ohne dabei den Finger zu erheben. Folgt ihm auch gerne auf Instagram.

Das waren meine drei Teile aus Berlin. Ich hoffe, es hat euch ein bisschen Spaß gemacht, auf die Reise hier mitzukommen.

Auf 2027.

u/Broad_Argument4711 — 2 months ago
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Bericht aus Berlin: Legenden, Stars und Sternchen

Ohne Gossip sind Veranstaltungen bekanntlich langweilig. Doch zuerst kommen wir zu den Legenden.

Davon gab es am gestrigen Tag der Mary Jane gleich mehrere. Als die Massen zum ersten Mal das Messegelände enterten, ging es direkt los – angefangen mit Richter Müller, der einen kurzen Abriss der letzten zehn Jahre Legalisierungsgeschichte vortrug. Danach gratulierte er gemeinsam den beiden Gründern der Mary Jane, Nhung und Duc, mit Blumensträußen zum Geburtstag.

Später traf ich dann auf Ed Rosenthal – die Journalisten-Legende aus den USA von der High Times, der dort Bücher signierte.

Mike Tyson war wie gewohnt ebenfalls zu Gast und stieg später im Bellucci in Wilmersdorf ab – Fanboys inklusive. Sido wahr wohl auch da, aber ihn habe ich verpasst.

Der „Mister Tagesschau“ der Cannabis-Community, aka DHV News und Chef des Hanfverbands, Georg Wurth, war natürlich ebenfalls vor Ort.

Hierzu wird es bald ein längeres Interview als Podcast von mir geben.

Politiker waren übrigens auf der Mary Jane nicht zu sehen. Die sind im Moment auch schwer zu bekommen, da in der gesamten Cannabis-Gesetzgebung gerade ein Patt zwischen SPD und CDU herrscht.

Am Nachmittag führte ich dann noch ein Interview mit Beazy aus Los Angeles – eine Cali-Brand, die innerhalb der letzten zwölf Monate extrem nach oben katapultiert wurde, mit einem interessanten visuellen Ansatz und mehreren gewonnenen Cup-Preisen. Dazu später mehr auf cannabisblog.eu.

Und nun zur Kategorie Gerüchte und Smalltalk:

Das sind Meldungen wie etwa, dass Taxis am Flughafen vom Zoll kontrolliert werden, da anscheinend viele ausländische Gäste etwas zu viel im Handgepäck hatten.

Später wurde dem YouTuber Drew an seine Juwelen gefasst, was zu einer Auseinandersetzung mit der Security der Tribe Lounge führte. Gemeint sind übrigens echte Juwelen.

Aufnahmen dazu findet man auf Instagram.

Ebenso gibt es eine Meldung im Manager Magazin, dass ein ehemaliger Geschäftspartner der Mary Jane behauptet, aus der Firma gedrängt worden zu sein.

Und dann sah man noch zivile Beamte auf der Messe. Da diese allerdings fotografiert wurden, wusste man Bescheid.

Am Abend ging es dann noch zu „TO THE CLOUDS x HASH HOLES & DONUTS“.

Hier habe ich mich besonders auf den Auftritt von Luvre47 gefreut, der in diesem Jahr allerdings etwas kürzer ausfiel.

Im Yaam Club, einem Gelände in der Nähe des Ostbahnhofs, war ein kleiner Flohmarkt aufgebaut und mehrere weitere Bands traten auf. Und nun geht es wieder los zur Messe, morgen folgt der letzte Bericht und der Abschlusskommentar.

u/Aight1337 — 2 months ago
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Bericht aus Berlin: Der erste Tag der Mary Jane

Ein riesengroßer Gorilla im Stoffkostüm begrüßt die ersten Gäste am Donnerstag auf der Mary Jane in Berlin. Rund um die Messe ist alles voller Guerilla-Marketing. Am B2B-Tag sind schon ein paar tausend Leute da, aber es ist noch entspannt.

Man kann viele Gespräche führen, sich umschauen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Was jetzt schon auffällt: Die Mary Jane ist wieder einmal internationaler geworden.

Gefühlt ganze Flugzeugcharter aus den USA scheinen sich in diesem Jahr auf den Weg in die Hauptstadt gemacht zu haben. Und ganz Europa ist natürlich auch da.

Einige erzählen mir, dass sie die Spannabis in Bilbao geskippt haben, um nach Berlin zu kommen.

Das zeigt, was viele vermutet haben: Was hier gerade in Berlin passiert, ist der Beginn einer neuen Ära.

Alleine 50 Side-Events habe ich gelistet und irgendwann aufgehört, weil ich nicht mehr hinterhergekommen bin. Und keine Lust mehr hatte ;)

Mein erstes Interview: Das Projekt "The Grand History of Cannabis".

Der Künstler Mossy Giant hat zusammen mit Stefan vom CSC La Creme Gracia aus Barcelona ein spannendes Projekt über die Geschichte von Cannabis in verschiedenen Ländern aufgesetzt.

Liebevoll illustriert mit wahnsinnigen Artworks. Manche nennen Mossy Giant auch den "Van Gogh des Cannabis"

Die Mexiko-Ausgabe ist erstmalig auf der Messe erschienen. Das längere Interview kommt dann bald im Cannabisblog.

Auch auf der Expo selbst passiert einiges: Es wurden mehrere Live-Podcasts aufgenommen, zum Beispiel mit dem Gründer von RAW Josh Kesselmann oder auch Jürgen Bickel von der Vaporizer-Firma.

Am Abend mache ich mich dann auf in den Wedding zu Code Green, einem Community-Event.

Das findet schon seit einiger Zeit in einem Kulturkomplex nahe der Panke statt. Hier geht es deutlich undergroundiger zu.

Dieses Jahr zu Gast: Uncle Stoner mit seinem "Squash Off", das er bereits zum 87. Mal durchgeführt hat.

Hier kann jeder sein eigenes Gras mitbringen, das anschließend in einer Rosin-Presse verarbeitet und von einer Jury mit Judges aus Frankreich bis hin zu Kolumbien bewertet wird.

Hier komme ich mit einigen Leuten ins Gespräch. Besonders interessant ist für mich, wie groß die Bedeutung von Österreich im Stecklingshandel geworden ist.

Interessante Geschäftsmodelle entstehen: Zum Beispiel lassen französische Cannabismarken ihre Stecklinge in Österreich produzieren oder auch deutsche CSCs beziehen ihre Pflanzen von dort.

Zum Schluss wollte ich dann noch zum Event von Dojo, die mitten in Charlottenburg am Kurfürstendamm einfach mal das Loft und die Dachterrasse vom Mindspace gemietet haben.

Die Schlange war jedoch so lang – es war einfach kein Durchkommen. Da bin ich wieder abgedreht.

Cannabis ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Im Herzen Berlins.

Nicht mehr wie früher in Industriegebieten oder abgelegenen Stadtteilen – nein: mitten im Zentrum, in den teuersten Lagen, finden die Events internationaler Brands und auch der Berliner Community statt.

Heute geht es dann richtig los.

u/Aight1337 — 2 months ago

Mary Jane Sneak Preview

Heute startete der B2B Day der Mary Jane 2026 in Berlin, der bereits gut gefüllt war.

Freut euch auf morgen – dann geht es richtig los! Hier schon einmal ein paar erste visuelle Eindrücke.

Dann folgen hier meine Reportagen unter dem Titel „Bericht aus Berlin“. Darin berichte ich, was auf der Expo und den Side Events passiert und was sonst noch interessant ist.

u/Broad_Argument4711 — 2 months ago

In Amsterdam darf weiter als Tourist konsumiert werden

Gerade erst gab es eine Petition, die gefordert hatte, die Coffeeshops in Amsterdam weiterhin für Touristen offen zu lassen.

Nun gibt es Entwarnung.

Die neue Stadtregierung hat sich dagegen entschieden, das sogenannte Residenzkriterium für Coffeeshops einzuführen.

Das bedeutet, dass vorerst alles beim Alten bleibt. Freunde der Coffeeshop-Kultur aus Deutschland können die Produkte in Amsterdam weiterhin genießen.

Hier der entsprechende Auszug aus dem Medium "Het Parool" zum neuen Koalitionsvertrag der Stadtregierung von Pro Amsterdam und D66:

"Auch das sogenannte Residenzkriterium, ein Verbot von Coffeeshops für Touristen, wird nicht umgesetzt. Die PvdA hatte dies vor ihrer Fusion mit GroenLinks zu PRO Amsterdam in der Innenstadt einführen wollen."

reddit.com
u/Broad_Argument4711 — 3 months ago
▲ 45 r/weedmob+1 crossposts

Zweite Cannabis Club Konferenz in Hamburg

Clubs sind weiter am wachsen und nach der ersten Ausgabe kommt nun Teil 2.

u/Aight1337 — 3 months ago