Panikattacke - Bromazepam
Hallo. Ich wurde vor Kurzem diagnostiziert – mit AuDHS. Ursprünglich war ich beim Psychiater, weil sich mein psychischer Zustand plötzlich akut verschlechtert hatte, und es ging alles super schnell und er hatte eine Verdachtsdiagnose warum es mir so schlecht geht.
Nach der Verdachtsdiagnose AuDHS – noch vor meinem nächsten Termin, bei dem sie dann nach Testergebnissen und Gesprächen mit dem Psychiater bestätigt wurde – wurde mein Zustand noch schlimmer. Vom Hausarzt wurde ich fälschlicherweise auf eine mittelschwere Depression diagnostiziert und habe Antidepressiva bekommen - wurde alles noch schlimmer und seitdem habe ich Haushaltshilfe. Allerdings hatte ich ein paar Wochen später – aufgrund der Zustandsverschlechterung – kurzfristig einen neuen Termin beim Psychiater bekommen, und die Verdachtsdiagnose wurde bestätigt: AuDHS und keine Depression. Ich musste alle Medikamente absetzen und habe neue bekommen, aktuell Concerta 36 mg.
Vor meinem Termin beim Psychiater hatte ich meine erste Panikattacke. Ausgelöst wurde sie dadurch, dass ich im Kopf darauf vorbereitet war, erst in 3 Wochen hinzugehen. Dementsprechend war alles in meinem Kopf geplant, wie zum Beispiel, wie es ablaufen könnte: Option a-b-c-d etc was ich sagen werde, was er darauf erwidert etc. Das musste ich kurzfristig alles ändern, innerhalb von 3 Stunden. Mein Tag war plötzlich anders geplant, ich hatte andere Termine, die Kinder hatten Termine, ich konnte aufgrund meines Zustands kein Auto fahren und im Auto meiner Haushaltshilfe passten wir nicht alle rein etc. Also war im Kopf die komplette Überforderung und die Panikattacke war da.
Das habe ich dem Psychiater auch gesagt, und ich Dumme dachte, es wäre eine einmalige Sache gewesen. Er hatte eine andere Meinung und ich habe ein Notfallmedikament bekommen: Bromazepam 3 mg. Am nächsten Tag hatte ich wieder eine Attacke, aufgrund meiner Kinder, die geschrien haben und laut waren. Nach 30 Minuten konnte ich es nicht mehr ertragen und zack – Panikattacke. Aber ich nahm keine Tablette ein, es war eine kleinere.
Und gestern wieder. Das war die schlimmste, die ich je erlebt habe. Kurz gefasst: Ich hatte am Tag davor Tage, an denen es mir zu viel wurde und es psychisch schwer war. Ich musste aber für meine Tochter Schuhe kaufen gehen. Also sind die Tante und ihr Ehemann mitgekommen und gefahren. Keine lange Strecke, nur ca. 10 Minuten. Ich hätte in meinem Leben nicht gedacht, dass es so schwer werden kann - früher hatte ich mit sowas keine Problemen...aber mittlerweile nicht mal alleine einkaufen gehen kann ich alleine...
Es war ein anderes Auto, eine andere Fahrweise, wir sind eine andere Strecke gefahren, als ich es sonst mache, das Auto war laut und es lief Musik. Das Schuhekaufen war, na ja, meine Tochter war am Ende aufgedreht (3 Jahre alt). Die Heimfahrt war gleich wie die Hinfahrt: ein anderes Auto, das für mich laut war, eine andere Strecke, Musik, die Tochter hat gequietscht, der Mann beschleunigte sehr und fuhr dicht an andere Autos auf. Und plötzlich war da ein Schalter im Kopf und plötzlich ging es nicht mehr. Ich habe, bis ich zu Hause angekommen bin, alles unterdrückt, so gut es ging. Ich platzte herein, musste ins Schlafzimmer gehen und dann ging es los: Weinen, schwer Luft bekommen, Hyperventilieren. Ich versuchte, mich abzulenken und zu kontrollieren, aber dann ging es nicht mehr und wurde schlimmer. Schwindel, extrem schweres Atmen... Ich nahm also die Tablette. Ich fiel aufs Bett und versuchte... zu überleben?
Ich hatte allerdings keine Todesangst oder so etwas. Mein Kopf war einfach total überlastet. Nach einiger Zeit ging es mir besser, der Atem wurde ruhiger, ich wurde ruhiger und dann lag ich da. Ich konnte mich minutenlang nicht bewegen. Ich kann nicht sagen viel lange alles gedauert hat, ob 10 oder 20 Minuten oder länger oder kürzer...Irgendwann ging es langsam wieder mit den Fingern, dem Arm, seitlich, dann das Hinsetzen und ich bin aufgestanden. Ich ging die Treppe hoch, aber wie eine Sturzbetrunkene. Ich musste wieder von der Haushaltshilfe ins Bett begeleitet werden, weil ich kaum laufen konnte. Schwindel, Zittern, schwache Beine, ich konnte meine Augen kaum aufmachen. Extreme körperliche und psychische Müdigkeit, es war schwer zu reden und auch das ging nur langsam. Ich vermute, es lag an der Tablette.
Ist das normal? Muss ich damit leben? Wird es je besser? Oder wird es besser, wenn ich aus diesem Zustand heraus bin? Ist es eine neurodivergente Panikattacke? Anders als eine „normale“ Panikattacke? Wie kann ich damit umgehen?
PS: Ich warte auf einen Reha-Platz mit Therapie (psychosomatische Klinik, die sich auch mit ADHS auskennt).