Ich wohne mitten in einem großen sozialen Brennpunkt in NRW, möchte gerne in ein anderes Viertel ziehen aber ich weiß inzwischen dass ich auf sie Schnelle nicht hier rauskomme aufgrund des Wohnungsmarkts.
Ich bin viel alleine draußen unterwegs, sei es zum Einkaufen, zur Arbeit mit den Öffis oder zum spazieren gehen.
Auf den Straßen hier in meinem Viertel sind größtenteils männliche Personen unterwegs. Mittlerweile bekomme ich fast täglich ziemlich herabwürdigende Sprüche zu hören, idR tagsüber von größeren Männergruppen, aber auch von männlichen Autofahrern aus dem Auto heraus oder auch von einzelnen Personen, egal wo draußen. Immer häufiger bekomme ich bspw. folgende Sprüche und Fragen zu hören:
"Wie viel?" (Eine Person aus einer Männergruppe an der ich vorbeilaufe an einem Sonntagmittag)
"Bläst du mir einen?" (Frage von einem Mann der sich entgegen meines Willens neben mich auf die Bank gesetzt hat als ich unter der Woche ca 19 Uhr im Park saß)
Etc... Immer häufiger werde ich gefragt wie viel "ich" koste, ob ich diesen oder jenen sexuellen Dienst anbiete. Oder aber ich werde als Nutte etc "beschimpft".
Ich habe den Eindruck es wird immer häufiger, gerade in Bezug auf Kommentare/Belästigung in Richtung Prostitution. Innerhalb der letzten drei Tage ist mir jeden Tag ein Spruch in die Richtung gedrückt worden. Ich ertrage es immer weniger und in mir drinnen wächst schrecklicher Druck den Alltag so weiter auszuhalten.
Daher meine Fragen:
Macht hier jemand ähnliche Erfahrungen? Wenn ja, wie schafft man es das jeden Tag auszuhalten ohne dem allem irgendwann ein Ende setzen zu wollen?
Es zerbricht mich jeden Tag mehr