"Fangfragen" um das Ego aufzupushen
Früherer Chef: "Denkst du, sie bewegt sich von selbst?"
Ich: "Wie bitte?"
Früherer Chef: "Ob du denkst, dass sie sich von selbst bewegt?"
Ich: "Was denn?"
Früherer Chef: "Die Zange."
Ich: (verwirrte Geräusche)
Früherer Chef: "Die Zange liegt immer noch auf der Werkbank. Denkst du, die bewegt sich von selbst wieder in den Werkzeugkasten?"
Ich: (entschuldige mich und räume die Zange weg, die ich vergessen hatte, aufzuräumen)
Alter, wie mich diese Wesensart anbläht. Statt dass man dem Gegenüber sagt, was das Problem ist ("Räum die Zange wieder auf") wird jedesmal dieser Affentanz aufgeführt.
Leider beobachte ich diese Methode immer und immer wieder bei Leuten, die sich irgendwo in einem Machtgefälle weiter oben befinden. Chefs, Lehrer, Eltern...
Die Regeln sind immer die gleichen:
- A hat ein Anliegen und einen Informationsvorsprung gegenüber B, der das Anliegen nicht kennt.
- A gibt eine Äußerung von sich, die zwar auf die Information hinleiten könnte, von der er aber relativ sicher ist, dass B die nötige Schlussfolgerung nicht gleich ziehen kann.
- B fragt (ggf. mehrfach) nach, und A äußert schrittweise inkrementell immer mehr, bis er schließlich mit der nötigen Information rausrückt und B sich blöd vorkommen muss, dass er nicht gleich verstanden hat, worum es geht.
- Warum: Weil A sich dann besonders clever und überlegen fühlen kann und er B als dumm dastehen lassen hat.
Ich kann ja verstehen, dass A sich über etwas ärgert, was B falsch gemacht hat, aber diese Art der "Strafe" ist meiner Meinung nach einfach bestenfalls unproduktiv und hat schlimmstenfalls etwas von Mobbing.