Motivationsschreiben für B.Sc. Physiotherapie - Top oder Flop
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bewerbe ich mich um einen Studienplatz im Studiengang Physiotherapie an der Technischen Hochschule Rosenheim. Mein Bezug zur Physiotherapie entsteht nicht nur durch meine große Leidenschaft für Sport und Bewegung, sondern auch durch eigene Erfahrungen als Patient.
Sport und Bewegung sind seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil meines Lebens. Das zeigt sich in vielen verschiedenen Bereichen: Ich habe meine ganze Kindheit und Jugend Fußball gespielt, während meines Auslandsaufenthalts in Cleveland, Ohio American Football gespielt, in Thailand fünf Monate Muay Thai trainiert und in Chiang Mai und Korat erste Wettkampferfahrungen gesammelt. Außerdem bin ich einen 100-km-Ultramarathon gelaufen und habe meinen ersten Halbmarathon in 1:27 Stunden absolviert. Belastung, Training, Bewegung und Regeneration sind für mich daher nicht nur theoretische Themen, sondern ein praktischer Bestandteil meines Lebens.
Gleichzeitig habe ich auch die Schattenseite von Sport und Bewegung kennengelernt. Durch Meniskusläsionen im Alter von 14 und 16 Jahren in beiden Knien musste ich früh erfahren, wie belastend Verletzungen sein können – körperlich, aber auch mental. Besonders prägend war für mich, dass ich mich damals als junger Patient in der physiotherapeutischen Betreuung nicht immer so aufgefangen gefühlt habe, wie ich es gebraucht hätte. Dadurch wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie wichtig und tiefgründig dieser Beruf ist – nicht nur für Sportlerinnen und Sportler, sondern für Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.
Physiotherapie bedeutet für mich nicht nur, Übungen anzuleiten oder Rehabilitationspläne umzusetzen. Sie bedeutet, Menschen in einer verletzlichen Phase ernst zu nehmen, ihnen Sicherheit zu geben und sie Schritt für Schritt zurück in ihren Alltag, ihren Beruf oder ihren Sport zu begleiten.
Aus dieser Erfahrung heraus ist bei mir der Wunsch entstanden, es selbst anders und besser zu machen. Ich möchte lernen, Menschen fachlich kompetent, aufmerksam und individuell zu unterstützen. Verletzungen können ähnlich sein, Menschen dagegen fast nie. Mich interessiert, wie der Körper funktioniert, wie Verletzungen entstehen, wie Rehabilitation sinnvoll aufgebaut wird und wie man Menschen dabei hilft, wieder Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen.
Mein bisheriger Weg war nicht ganz geradlinig. Nach meiner kaufmännischen Ausbildung und anschließender Berufserfahrung habe ich mein Fachabitur nachgeholt und anschließend Technische Kommunikation studiert. Dieses Studium habe ich jedoch abgebrochen, weil ich gemerkt habe, dass mir der direkte Bezug zu Menschen, Bewegung und praktischer Arbeit fehlt. Heute weiß ich deutlich klarer, in welchem Bereich ich langfristig arbeiten möchte. Physiotherapie ist für mich deshalb keine spontane Entscheidung, sondern ein bewusster Neustart in eine Richtung, die wirklich zu mir passt.
Ich bringe Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein und eine hohe Lernbereitschaft mit. Aus dem Sport kenne ich Disziplin, Rückschläge und den langen Weg zurück zur Leistungsfähigkeit. Aus meiner bisherigen Ausbildung und Berufserfahrung bringe ich Organisation, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit mit. Diese Erfahrungen möchte ich in das Studium einbringen.
Langfristig interessiert mich besonders der Bereich Sportphysiotherapie, Rehabilitation und Return-to-Play. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass dafür zunächst ein breites fachliches Fundament notwendig ist. Ich möchte die Physiotherapie von Grund auf lernen und mich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln.
Ich bin überzeugt, dass ich für diesen Beruf nicht nur Interesse, sondern echte persönliche Motivation mitbringe. Mein Ziel ist es, Menschen so zu begleiten, wie ich es mir damals selbst gewünscht hätte: kompetent, aufmerksam und mit ehrlichem Interesse an ihrer Entwicklung.
Über die Möglichkeit, mich persönlich vorzustellen, würde ich mich sehr freuen.