Erste Elektro-/Hybriderfahrung
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Erste Elektro-/Hybriderfahrung

Ich habe heute von meinem Arbeitgeber einen Opel Astra L Kombi als Benzin Plug-in Hybrid erhalten.

Ich erzähle einfach mal von meiner Erfahrung. Fahre normalerweise nur Langstreckendiesel.

Es wurde noch mal richtig spannend, aber dazu am Ende. Gehen wir chronologisch vor.

Alles in allem bin ich ganz zufrieden. Fährt sich wie ein Auto.

Habe den Wagen heute Morgen erhalten und habe mich mit der vorhandenen Ladehardware auseinandergesetzt.

Fahrzeug vollgetankt und mit 0% Akku übernommen.

Ich war aber sehr über die 480km Reichweite erstaunt. Ganz schön wenig, wenn ich das mit meinem eigenen Auto vergleiche.

Also erst mal mit dem Infotainment auseinandergesetzt und die Funktionen durchgesehen.

Positiv anzumerken ist definitiv, dass es physische Knöpfe gibt und alles sehr aufgeräumt.

Die Fahrt verlief problemlos. Ich bin ganz entspannt mit 120 km/h gefahren. Das ist meine normale Reisegeschwindigkeit.

Ich war von der Beschleunigung beeindruckt, jedoch hat man ein mal aufs Gas gedrückt zum testen und nutzt es meiner persönlichen Meinung nach nahezu nie. Die Reifen haben es mir gedankt, da sie bei dem einen beschleunigen schon laut geschrien haben.

Nach etwa 200km bergauf bergab auf der Autobahn mit Abstandsregeltempomat festgestellt, dass die „vorsichtige“ Fahrweise dem Akku keinen Saft gibt. Also den „Max Save“ (so oder so ähnlich) Modus aktiviert.
Der Akku wurde geladen. Dann aber auch bei circa 20% wieder deaktiviert, um Sprit zu sparen. Die rein elektrische Reichweite vom 20% mit 8 km hat mich baff werden lassen. Hätte nicht mit so wenig gerechnet. Aber wie schon oben beschrieben ein ganz einfacher Plug-In, der seine Emissionen erreichen muss, um Flottenverbrauche zu senken.

Mein sparsamer Fahrstil hat die Gesamtreichweite auf etwa 580km angehoben. Also mit 50km Überschuss ans Ziel.

Nach etwa 350 km habe ich entschieden eine Pause einzulegen. Wenn ich ja so oder so was essen würde, kann ich ja auch das Auto mal zum Laden anschließen…

Falsch gedacht. Nach dem dritten angefahrenen Parkplatz mit E-Säulen und nur M- und L-Steckern aufgegeben. Das Auto braucht hier einen C-Stecker.

Also weiter in den Verkehr gestürzt. Erst mal sehr erstaunt gewesen, dass das Auto dann rein elektrisch losfährt und den Akku leer saugt und in den Lastspitzen den Elektro zuschaltet, um Sprit zu sparen.
Ganz klarer Bedienerfehler an der Stelle. Gibt hier einen Fahrmodischalter… klassisches Layer 8 Problem.

Auf ein mal fiel die Restreichweite rapide trotz keiner Änderungen im Fahrstil. (Nur Gott weiß woran es lag.)

Also wenn ich eh Tanken muss, dann lade ich für den Stadtverkehr die Akkus. Gesagt getan, Max Save an und bis zur Tankstelle auf 60% gekommen. Dort angekommen ausgestiegen und mein blaues Wunder erlebt.
Der Tankdeckel lässt sich nicht öffnen. Bin auf die Elektroseite und siehe da, es geht. Also wieder zurück und schon verzweifelt am eigenen können.

Also Kollegen angerufen. Es würde normalerweise alles funktionieren. Einfach drücken. Sah an der Tankstelle sicher lustig aus für die anderen.

Also habe ich den KFZ Verantwortlichen angerufen. Er meinte, dass er das an Opel meldet. Sie kommen und kümmern sich.

Nach circa 45 min kommt ein gelber Engel vorgefahren. (Ging erstaunlich schnell, haben die besondere Verträge mit den Herstellern?)

Dann durfte ich mir ansehen wie lustig es aussieht, wenn man versucht den Deckel zu öffnen und es nicht geht. Selbst Hebeln hatte keine Lösung hervorgebracht. Der Deckel wurde nicht freigegeben.

Der nette Herr meinte, dass er mir nicht helfen kann außer er baut die Radhausschale ab, da liegt die Notentriegelung.

Wir beide sind dann an einen entlegenen Feldweg. Der Herr nimmt den Reifen ab, entfernt die Radhausschale und schaut zu mir verdutzt hoch… keine Notentriegelung. Er kann es nicht öffnen. Aber er hat eine Idee.

Ich habe ihn dann gefragt, wie es denn sein kann, dass sie vom Hersteller geschickt werden und dann keine Anleitung haben. Laut seiner Aussage gibt es dieses Modell bei denen nicht im System. Das wird erst nach 2-3 Jahren gepflegt.

Seine Idee bestand darauf, dass er mit der Starterbatterie, die er im Auto hat, dünnen Drähten und Kabelschuhen den Deckel direkt bestromt hat. Der Deckel springt von Geisterhand auf. Ich war erleichtert. Ich konnte tanken.

Beim Zusammenbau habe ich das Bordbuch gesucht. Selbstverständlich nur noch digital verfügbar. Dort nach der Sicherungsaufteilung gesucht, da ich da das Problem vermutete.

Beim Punkt Sicherungen steht ausschließlich: „Sicherungen dürfen nicht von einer Werkstatt gewechselt werden.“
Das hat mich baff gemacht. Klar sprechen wir hier von Hochvoltsystemen, aber dass so etwas kleines dem Fahrzeug ohne das findige Denken des Herrn den Garaus macht, ist schon erstaunlich.

Hätte man denn nicht getrennte Sicherungskästen für 12V und Hochvolt machen können und die lebenswichtigen Funktionen den Endkunden oder zumindest dem ADAC Fachmann zur Verfügung stellen können?

Egal alles zusammengebaut, getankt und dann sollte die Stadtfahrt beginnen. Hier beginnt mein positives Erlebnis mit dem „Elektroauto“. Ich habe, um Sprit zu sparen den Elektromodus aktiviert. Ich muss ja auf dieser Tankfüllung wieder heim komme und es dort in die Werkstatt kommen.

War erstaunt über das geringe Tankvolumen von 32 Liter bei 30 km Restreichweite. Heißt ein Verbrauch von 6,5 Liter auf 100km.
Meiner nimmt bei gleichem Fahrstil 4,3 Liter (Mercedes E220 CDI W213). Ich weiß Diesel hat eine höhere Energiedichte, aber das Auto ist auch größer.

Im Stop and Go Verkehr extrem angenehm. Das Auto beschleunigte ruhig und sauber. Die Gangwechsel wirkten ruppiger als im Hybrid oder Verbrennermodus. (Ich weiß, dass reine Stromer kein Getriebe haben und somit richtig sauber fahren.)

Ich habe die Angabe zur Elektroreichweite überboten und bin mit elektrischer Reichweite am Hotel angekommen. Wahrscheinlich dank des Rekuperationsmodus und Abstandstempomat zum Bremsen.

Mein Plan ist es jetzt es in der Firma über 230V oder 400V zu laden und dies zu nutzen, um vom Hotel zur Firma und zurück zu pendeln. Das wird morgen früh leider nicht möglich sein und im Parkhaus im Hotel habe ich leider auch keine Lademöglichkeit.

Mein Fazit:
Ein Stromer hätte ich gerne für den Stadtverkehr. Da macht es Spaß und entspannt das fahren. Kein großes beschleunigen nötig und einfach mitrollen.
Meinen Langstreckendiesel würde ich nicht hergeben.
Leider scheitert es an den Lademöglichkeiten in meinem Wohngebiet und um zum Laden zu fahren, ist mir meine Zeit zu kostbar…

Wenn es also überall kleine Ladestationen gäbe, so wie damals die Parkuhren direkt an den Autos, dann wäre ich dabei.
Macht meinem beschränkten Wissen nach aber das Stromnetz nicht mit und ist verdammt teuer.

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung mit diesem Fahrzeug. Wie zuvor geschildert, wäre aber die Trennung für mich zwischen Langstrecke und Stadtverkehr notwendig.

Ja, bin einer dieser Langstreckendieter, die ohne Pause x hundert km fahren. M, alleine ohne Kinder.

Gerne möchte ich hierzu eure Meinung erfahren.

Ich hoffe es ist auch gut rübergekommen, dass das Fahrzeug an sich nicht der Fehler für das Malheur ist. Entweder Montagsauto oder es liegt an der Marke. (😛)

Aber der Plug-In Teil rettet mir den Arsch, um am Ende der Woche wieder heim zu kommen, hoffe ich.

(Foto KI bearbeitet zum entfernen des Firmenlogos)

u/Express_Apple8854 — 8 days ago

Wenn es schnell gehen muss

Habe mir heute eine Midea PortaSplit geholt. Leider muss ich sie durchs Kippen jetzt 24h als Briefbeschwerer nutzen. Aber ich freue mich darauf.

u/Express_Apple8854 — 14 days ago