
Ehe-Finanzen: Ich hohes Einkommen, Frau großes Vermögen.
Seit ein paar Monaten habe ich meinen ersten “richtigen” Job und bin von einem 65k Doktorandengehalt (Informatik) auf 265k Gesamtbrutto (75% cash, 25% RSUs) gesprungen. Wir sind dafür in die Schweiz gezogen und mein monatliches netto als verheirateter Alleinverdiener mit Kind liegt bei etwa 15,8k (alle Zahlen in diesem Post in Euro). Wir sind beide Mitte 30, seit 3 Jahren verheiratet und haben ein 2-jähriges Kind. Ich bin in einfachen bis prekären Verhältnissen und ohne finanzielle Bildung aufgewachsen. Ich habe keinerlei Vermögen oder Rücklagen und ein potentielles Erbe ist auch nicht vorhanden. Bisher habe ich immer alles ausgegeben was reingekommen ist, auch weil ich mich dem Lebensstandard meiner Frau angepasst habe. Meine Frau hatte in Deutschland einen sicheren Konzernjob mit ca. 75k, ist aber seit Geburt unseres Kindes in Elternzeit. Ihre Eltern haben schon diverse Schenkungen gemacht wodurch sie ein Depot von 500k und mehrere Wohnungen besitzt (noch im Nießbrauch ihrer Eltern). Zusätzlich wird sie mal ca. weitere 2 Mio. an Vermögen erben. Auch deshalb haben wir auf Bitten meiner Frau einen Ehevertrag mit Gütertrennung.
Aktuell zahle ich alle laufenden Kosten von ca. 8,2k (siehe Diagramm). Falls das Kind in die Kita geht in nächster Zeit, würden 2,5k dazu kommen. Darüber hinausgehende private Ausgaben meiner Frau zahlt sie selbst. Jetzt fragen wir uns beide wie wir unsere Finanzen am fairsten aufstellen. Es könnte in alle Richtungen gehen: 1. ich zahle ihr ein “Taschengeld”, 2. es bleibt alles so wie es ist, 3. sie beteiligt sich an den Ausgaben. Für Ersteres spricht, dass wir beide aktuell nicht wollen, dass sie wieder Vollzeit arbeitet sondern Zeit fürs Kind hat. Teilzeit wäre in Deutschland in ihrem alten Job kein Problem gewesen, durch den Umzug aber schwierig als Teilzeitkraft eine neue Stelle zu finden, welche ihren Qualifikationen entspricht. Auch haben sich die Lebenshaltungskosten knapp verdoppelt im Vergleich zu Deutschland und wir sind ja wegen meinem Job in die Schweiz. Zusätzlich hat sie in der Vergangenheit größere Anschaffungen für uns bezahlt (Auto 40k, Küche 15k, Urlaub 5k). Für 3. spricht, dass sie ja auch ein Einkommen aus Kapitalerträge hat und eben allgemein finanziell sehr viel besser gestellt ist. Außerdem hätten wir in Deutschland den Lebenstil mit einem Gehalt nicht fahren können.
Wir sind uns grundsätzlich einig darüber, dass ich die Möglichkeit haben sollte mir ein eigenes Vermögen aufzubauen. Es ist ein bisschen das alte Thema vom antastbaren Einkommen und schützenswertem Vermögen.
Konkrete Frage: Was wäre die fairste Variante in unserem Fall und wie würde sich das mit zusätzlichen Kitakosten ändern?