Umgang mit Stress nach der Arbeit
Hallo zusammen,
ich hoffe, hier sind ein paar Leute aus der Pflege oder Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen unterwegs.
Meine Freundin arbeitete etwa 3 Jahren im Krankenhaus und seit ca. 1,5 Jahren in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. In letzter Zeit mache ich mir ein bisschen Gedanken, wie sehr sie die Arbeit mit nach Hause nimmt.
Wenn sie nach Hause kommt, wird sehr lange und sehr intensiv über den Arbeitstag gesprochen. Oft geht es dabei nicht nur um ein kurzes „Erzählen“, sondern eher darum, Situationen im Detail zu analysieren und zu besprechen, ob sie sich richtig verhalten hat oder wie ich das einschätzen würde. Da ich keinen Pflegehintergrund habe, kann ich da ehrlich gesagt nur begrenzt sinnvoll Feedback geben.
Das kann teilweise mehrere Stunden dauern (z. B. nach einer Spätschicht von ca. 14:30 Uhr bis etwa 18:00 Uhr), auch während des Essens oder anderer gemeinsamer Zeit.
Danach macht sie oft einen kurzen Schlaf auf der Couch („Powernap“), der eigentlich nur 20 Minuten sein soll, aber meistens deutlich länger wird und schwer zu unterbrechen ist. Wenn sie aufwacht, ist sie oft sehr erschöpft oder gereizt. Wenn sie dann wieder wach ist beginnt das Muster wieder von vorne – bis sie irgendwann durch Ablenkung (z. B. Serie schauen oder am Handy sein) etwas abschalten kann.
Sobald wir gemeinsam etwas machen (Film schauen, spielen etc.), kommt das Thema Arbeit häufig wieder hoch.
Meine Frage an euch:
Wie geht ihr im Pflegeberuf mit der mentalen Belastung nach der Arbeit um? Habt ihr Strategien entwickelt, um besser abzuschalten? Und falls ihr ähnliche Phasen kennt: Was hat euch geholfen, da wieder rauszukommen?
Ich arbeite selbst auch in einem stressigen Umfeld, aber ich kann nach der Arbeit relativ gut abschalten und merke, dass ich nicht gut einschätzen kann, wie man so eine dauerhafte gedankliche Belastung besser verarbeitet. Deshalb würde mich eure Erfahrung wirklich interessieren.
Danke euch schon mal 🙂