▲ 36 r/Lviv

Should I visit Lviv?

Hello,

I'm from Austria and am currently strongly considering going to Lviv, as I want to visit and there's a night train from Vienna there. I have already considered safety, I am however still hesitant as to how appropriate it is for a tourist to come to a city in a country fighting against a military invasion. I have immense respect for Ukraine and its people, I just don't know if visiting one of its cities is appropriate in that respect. So I guess my question is: Should I visit Lviv? 🤔

(And if yes: Are there any hidden gems you could recommend?)

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u/Ginkgarbor — 3 days ago

Seit einem Jahr als Ösi dabei

Tschechien wird wohl noch länger das einzige Land sein, in dem ich 100% habe. Manche österreichischen Kennzeichen befinden sich an der Grenze zur Unmöglichkeit (ZW, BB, BG), weshalb da wohl auch die 100% auf ewig ausbleiben werden.

u/Ginkgarbor — 1 month ago

Frage an die österreichischen Sammler:innen: Wenn die Bundesgendarmerie 2005 sowieso mit der Polizei zusammengelegt wurde, kann man das 'BG' überhaupt noch irgendwie kriegen? (Bild von Wikipedia)

u/Ginkgarbor — 2 months ago

Neu anfangen. Eine Kurzgeschichte

Hey, ich habe vor kurzem begonnen, Kurzgeschichten zu schreiben. Die Idee für diese hier ist mir heute beim Spazierengehen einfach so gekommen.

„Schaun’S, dass’S hier nie wieder herkommen müssen.“

Ein dumpf tönender Alarmton erfüllte die kleine Halle, während sich ein Tor langsam auf die Seite schob. Der Mann trat hinaus ins Freie. Er blickte nicht zurück auf die Frau, die noch hinter ihm im Raum stand, die gerade einen Hebel an der Wand zog, die gerade das Tor wieder schloss. Er blickte nach oben, in den Himmel. Lange. Steckte seine Hände in die Hosentaschen, trat von einem Fuß auf den anderen, aber er blickte einfach nach oben. Irgendwann fuhr ein Auto vor. Erst, als es vor seinen Füßen Halt gemacht hatte, tat er von seinem Schauen ab. Ein Mann stieg aus, älter, graue Haare, gebückte Haltung. Er trat an den anderen heran, musterte ihn kurz und umarmte ihn. Lange. Weitere Autos fuhren ein, an ihnen vorbei, parkten. Das Tor öffnete sich wieder, ein paar Leute traten heraus, stiegen in die Autos ein, die wieder wegfuhren. Noch immer umarmte der Alte den anderen. Irgendwann ließ er ihn los, schaute ihn müden Blickes an.

„Komm, wir fahren heim. Ich hab‘ dir ein Schwammerlragout gemacht, das magst doch so gern.“

Der andere nickte, öffnete die Beifahrertür und stieg ins Auto. Der Alte setzte sich auf den Fahrersitz und startete das Auto. Der Mann neben ihm räusperte sich.

„Du“, begann er leise“, „weißt du was von der–.“

Er stockte, beendete den Satz nicht. Der Mann neben ihm sagte lange nichts, saß nur da mit dem Schlüssel in der Hand.

„Nein, weiß ich nicht“, gab er schließlich zu. Und während er den Motor startete, fügte er hinzu: „Das passt jetzt außerdem nicht. Du musst neu anfangen.“ Das Auto fuhr langsam eine Schleife und schließlich davon.

 

Er klingelte. Er klingelte das sechzehnte Mal. Das sechzehnte Mal öffnete niemand. Langsam trat er von der Tür zurück. Kurz schien er nachzudenken, dann trat er an das Fensterbrett neben der Haustür heran, griff unter den Blumentopf und pulte einen Schlüssel hervor. Mit dem Schlüssel in der Hand überlegte er noch einmal einen Augenblick, verschaffte sich dann aber Eintritt und betrat das Haus. Er schloss die Türe nicht hinter sich, sondern begab sich, ohne um sich zu sehen, in die Küche, wo er sich auf einen Stuhl setzte. Dann wartete er. Lange. Die Kuckucksuhr erinnerte ein paar Mal daran, dass wieder eine Stunde vergangen war. Die Sonnenstrahlen wurden weniger und färbten sich mit der Zeit orange, dann rot. Sein Schatten, der auf den Küchenboden fiel, drehte sich und wurde länger. Er wartete. Irgendwann waren von draußen Stimmen zu hören. Eine Frau und ein Mann. Sie hielten sich an den Händen und redeten miteinander, bis sie die geöffnete Tür und dann den Mann in der Küche sahen. Dann redeten sie gar nichts mehr. Die Frau ließ von der Hand des Mannes los.

„Du bist zurück“, war alles, was sie hervorbrachte. Der Mann auf dem Stuhl blickte sie reglos an. Dann lenkte er seinen Blick auf den Mann neben ihr. Dann wieder zu ihr.

„Ich wollt‘ dich nicht besuchen“, stammelte die Frau, „ich hab‘ einfach nicht können. Du hast mir das Herz gebrochen mit dem, was du–.“ Ihre Stimme stockte. Sie hatte sichtlich Angst vor dem Mann, der vor ihr saß. Dieser senkte das erste Mal den Blick. Dann stand er auf, schob den Stuhl zurück und ging an den zweien vorbei in Richtung Haustüre. Ehe er das Haus verließ, setzte die Frau noch einmal an: „Hör zu.“ Er blieb stehen, drehte sich nicht um. „Du musst neu anfangen.“ Er sah sie immer noch nicht an, blieb nur im Türrahmen stehen. Von draußen war das Rauschen der Autos zu hören. Die Abendsonne tränkte die Felder in rotes Licht. Die Kuckucksuhr rief noch einmal. Der Mann ging und verschwand hinter der nächsten Häuserecke.

 

Er überquerte eine Straße, dann noch eine. Dann noch eine. Manchmal wartete er die grünen Ampelsignale ab, manchmal nicht. Irgendwann gab es keine Ampeln mehr, und irgendwann keine Zebrastreifen. Nur die Laternen erhellten noch die Landstraße, alles rundherum war finster. Der Mann ging langsam, mit den Händen in den Hosentaschen, und fing an, den Blick nach oben zu lenken. Über ihm hing ein halber Mond. Die Sterne konnte man wegen des Laternenlichts nicht sehen. Es schien ihm nicht aufzufallen, dass er nun nicht mehr auf dem Gehsteig, sondern mitten auf der Straße spazierte. Ein Auto fuhr hinter ihm heran, die Fahrerin entdeckte ihn erst spät. Mit einem Hupen machte sie auf sich aufmerksam, dann bremste sie. Der Mann sprang im letzten Moment zur Seite auf den Gehsteig, das Auto kam neben ihm mit quietschenden Reifen zum Stillstand. Für einen Moment hörte man nichts außer dem laufenden Motor und dem schnellen Atem, dann kurbelte die Frau das Beifahrerfenster herunter.

„Hörst, was bist denn du für ein Schauer!“, schrie die Frau am Steuer.

„Schleich dich heim, bevor’s dich niedermähen, Ang’soffener!“ Sie bekam keine Antwort, schien sie aber auch nicht zu erwarten, denn nach dem letzten Satz fuhr sie weiter. Der Mann schaute dem Auto hinterher. Lange. Die Grillen am Feld neben der Straße zirpten. Der Mond hing über ihm. Die Straßenlaternen leuchteten den Gehsteig aus. Der Mann blickte dem Auto hinterher, bis die Rücklichter hinterm Horizont verschwanden. Dann verließ er die Straße auf einen Feldweg.

 

Er setzte sich in den groben Kies. Vor ihm reflektierte das Wasser des großen Flusses die Lichter der Straßenlaternen und der Windräder. Er nahm einen Kieselstein, drehte ihn kurz in der Hand, dann schmiss er ihn ins Wasser. Dann nahm er noch einen. Und noch einen. Irgendwann tat er davon ab, rieb sich das Handgelenk. Wenn es nicht nachts wäre, sähe man schmale, runde Abdrücke auf beiden Handgelenken. Abdrücke von Handschellen. Schließlich stemmte er beide Arme in den Schotter und lehnte sich nach hinten. Er blickte nach oben. Der Mond hing über ihm. Die Autos rauschten unweit von hier vorbei. Die rot blinkenden Lichter der Windräder, die man des Nachts sonst nicht sah, wurden vom großen Fluss reflektiert.

„Ich muss neu anfangen“, flüsterte der Mann. Dann stand er auf und verschwand in der Nacht.

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u/Ginkgarbor — 2 months ago