Mutter Brustkrebs
Hallo an alle,
ich schreibe hier, weil mir mein Kopf im Moment keine Ruhe lässt. Bei meiner Mama wurde vor Kurzem Brustkrebs diagnostiziert und wir stecken gerade mitten in den ganzen Voruntersuchungen. Ich versuche für sie stark zu sein, aber innerlich drehe ich langsam durch vor Angst.
Hier sind die harten Fakten aus dem aktuellen Befund (Landesklinikum Wiener Neustadt):
Größe: Extrem klein, nur 2 mm.
Biologie: Invasiv, G3, HER2-positiv (3+), Ki67 liegt bei 70-80 %.
Hormone: Stark östrogenabhängig (Er+++ 90%, PgR ++ 40%). Sie hat jetzt direkt mit Tamoxifen 20mg begonnen.
Lymphknoten: Im Ultraschall der Achselhöhle zum Glück komplett unauffällig („LK unauff“).
Einerseits sagen mir alle Statistiken und auch die Ärztin, dass 2 mm winzig ist und die unauffälligen Lymphknoten ein riesiges Plus sind. Die Ärztin meinte sogar, dass es im besten Fall vielleicht ohne klassische Chemotherapie klappt (nur OP, Bestrahlung, Antikörper wie Trastuzumab und Hormontherapie).
Andererseits macht mich das G3 und der hohe Ki67-Wert (schnelle Zellteilung) völlig fertig. Diese Woche stehen jetzt der CT-Thorax/Abdomen und morgen früh die Knochenszintigrafie an.
Ich habe panische Angst vor den Ergebnissen. Mein Kopf spielt ununterbrochen das Worst-Case-Szenario durch: Was ist, wenn der Krebs trotz der 2 mm schon auf die Knochen gestreut hat? Ich weiß, dass es statistisch fast ausgeschlossen ist, aber die Angst frisst mich auf. Wenn das passiert, spricht die Schulmedizin ja nicht mehr von Heilung, sondern nur noch von einem chronischen Verlauf / Überleben...
Ich brauche einfach mal euren Rat und eure Erfahrungen:
Gibt es hier Angehörige oder Betroffene, die einen ähnlichen Befund hatten (sehr klein, aber HER2-positiv und G3)? Wie lief die Therapie bei euch ab – mit oder ohne Chemo?
Wie seid ihr als Söhne/Töchter/Angehörige mit dieser mörderischen Ungewissheit während des Stagings umgegangen? Wie kann ich meine Mama jetzt am besten unterstützen, ohne dass sie merkt, wie viel Angst ich eigentlich habe?
Hat jemand Erfahrungen mit dem Klinikum Wiener Neustadt bzw. der Betreuung dort?
Nächste Woche Dienstag haben wir das große Befundgespräch, nachdem das Tumorboard getagt hat. Bis dahin ist jeder Tag die Hölle.
Danke fürs Zuhören und für jeden Rat.