Sinkendes Schiff verlassen?
Hallo ihr Lieben, mich würde mal interessieren, was ihr in meiner Situation machen würdet.
Ich bin seit 5 Jahren bei meinem aktuellen Arbeitgeber und extrem zufrieden. Mit Abstand die beste Stelle, die ich bisher hatte: Kollegen top, Chef top, Themen top. Eigentlich hab ich null Bock zu wechseln.
Das Problem: Der Firma geht es gerade wirtschaftlich unfassbar schlecht. Fast die Hälfte der Belegschaft soll gegangen werden. Mein Bereich ist aktuell nicht betroffen, weil wir im Vergleich noch ganz gut dastehen. Meine Abteilung entwickelt Software, wir sind aber nicht das eigentliche Kerngeschäft.
Dazu kommt, dass die Firma aus dem aktuellen Tarifvertrag aussteigt. In nächster Zeit ändert sich wohl einiges und keiner weiß so richtig, was das für bestehende Verträge bedeutet.
Für unseren Bereich gibts außerdem quasi eine Deadline bis August 2027. Bis dahin muss ein neues Produkt stehen und eine echte Perspektive haben, sonst siehts vermutlich auch für uns schlecht aus.
Ich selbst hab dafür einiges an Verantwortung bekommen. Wenn das Ding klappt, wäre das natürlich eine riesige Chance für mich. Wenn es scheitert, bin ich im spätestens nächsten August meinen Job los. Vielleicht zieht die GF aber auch vorher schon die Reißleine..
Meine aktuelle Strategie wäre, erstmal bleiben.
Wenn ich merke, dass es technisch schon nichts wird, schnellstmöglich abhauen. Das Problem ist nur, selbst wenn wir technisch liefern, heißt das ja noch lange nicht, dass der Markt das Produkt annimmt. Und wenn man das merkt, könnte es schon ziemlich spät sein.
Was mich zusätzlich nervös macht: Ich hab mit zwei Kollegen gesprochen, die beide noch wichtigere Rollen haben als ich und beide führen schon Gespräche mit anderen Unternehmen.
Ich hänge also zwischen „Warum eine Stelle verlassen, die ich eigentlich liebe?“ und „Nicht dass ich am Ende der letzte Idiot bin, der noch auf dem sinkenden Schiff sitzt.“
Was würdet ihr machen? Einige Beiträge hier und sonst im Netz machen den Eindruck, dass der Arbeitsmarkt in der IT aktuell auch nicht gerade das gelbe vom Ei ist und die Jobsuche entsprechend dauern kann.