Knoten im Kopf: Wie einen Neustart angehen?
Hallo zusammen,
ich schreibe das hier, weil ich absolut nicht mehr weiterweiß. Ich bin m/24 (bald 25), leide seit einigen Jahren an Depressionen und bin mental komplett ausgebrannt. Nach einem abgebrochenen Erststudium stehe ich jetzt wenige Monate vor dem Abschluss meines zweiten Studiums (etwas Soziales), aber ich hasse es vom ersten Tag an. Die Vorstellung, in diesem Bereich zu arbeiten, schnürt mir die Kehle zu. Ich kann mir leider überhaupt nicht vorstellen, in dem Bereich zu arbeiten und habe es nur durchgezogen, weil ich nicht wie ein Versager wieder etwas abbrechen wollte. Das reine Studieren ohne Praxis liegt mir überhaupt nicht, und ich fühle mich in meinem aktuellen Wohnort super unwohl.
Ich will eigentlich zurück in meine Heimatregion, um wieder näher bei der Familie und alten Freunden zu sein, aber genau da fangen die Ängste an. Ich würde so gerne etwas Neues machen, aber ich bin so ängstlich und überfordert. Was soll ich überhaupt machen? Ich habe sämtliche Berufsorientierungsportale durch, aber nichts passt. Ich will etwas Praktisches, vielleicht eine Ausbildung oder ein duales Studium, aber ich kann mich nicht entscheiden, weil ich panische Angst vor einem weiteren Fehler habe. Ich traue mir nichts mehr zu und habe Angst, wieder zu scheitern.
Ein riesiges Problem ist auch das Finanzielle: Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich einen Neustart, Wohnung und das Leben überhaupt finanzieren soll, wenn ich nicht in dem Beruf arbeite, für den ich den Abschluss habe. Dazu kommt die Angst, mit fast 25 wieder in die Heimat zu gehen und dort als Versager dazustehen, der fünf Jahre verschwendet hat und wieder am Startpunkt steht. Die Region ist eher ländlich geprägt. Es gibt dort zwar viel Industrie und eine Duale Hochschule, aber ich habe Angst, dort jobtechnisch nicht das Richtige zu finden und am Ende wieder umziehen zu müssen. Aber irgendwie zieht mich dieses Vertraute auch super dolle an, weil es irgendwo ein Safespace ist.
Ich fühle mich auch viel zu alt. Wenn ich jetzt noch mal von vorne anfange, bin ich erst mit Ende 20 fertig und habe das Gefühl, mir meine komplette Zukunft und irgendwann Familienplanung zu verbauen. Auch macht mich der Vergleich mit Freunden super fertig, weil ich das Gefühl habe, dort sind alle weiter, haben es im Griff und einen Plan. Ich bin so erschöpft, dass ich keine Entscheidung mehr treffen kann. Soll ich nach dem Abschluss direkt versuchen, etwas Neues zu lernen? Oder soll ich erst mal zurück in die Heimat ziehen, ein Jahr in dem ungeliebten Bereich arbeiten, um Geld zu verdienen und anzukommen, obwohl ich dann noch älter bin und die Angst habe, festzustecken?
Wie findet man heraus, was man machen will, wenn man vor lauter Panik und Angst überhaupt keine klaren Gedanken mehr fassen kann? Ich habe einen richtigen Knoten im Kopf und könnte Tag und Nacht nur heulen. Ich bin bereits in Therapie, weil ich wegen all dem ständig Panikattacken bekomme, aber irgendwie fehlt mir komplett eine Perspektive.
Danke fürs Lesen.
TL;DR: Stehe mit 25 und Depressionen kurz vor dem Abschluss des zweiten Studiums, das ich hasse. Will zurück in die Heimat zu Familie und Freunden als Safespace. Habe aber panische Angst vor der Finanzierung des Ganzen, davor, als Versager dazustehen, keinen passenden Job zu finden oder extrem pendeln zu müssen. Bin komplett blockiert bei der Frage, wie ein beruflicher Neuanfang (Ausbildung/duales Studium) aussehen soll, weil mir die Perspektive fehlt und ich Angst habe, zu alt zu sein.