

"Es ist halt Sommer“ ist der Höhepunkt der gelebten Ignoranz
Ich kann diese Kommentare nicht mehr hören und nuss mich hier auskotzen.
Zweite Hitzewelle, irgendwo kratzt alles an der 40er-Marke, Wien verglüht, der Alpenraum ist teilweise heißer als Nordafrika. Und dann kommen sie wieder aus ihren Löchern gekrochen mit dem üblichen „Ist halt Sommer.“, „Früher war’s auch heiß.“, "Die Farben auf den Karten gehen euch aus.“, „Bestes Wetter.“, "In der Hölle ist es heißer.“
Oida. Irgendwann reicht’s.
Das ist Stolz darauf, nichts verstehen zu wollen. Da brennt dir der Asphalt fast die Haxen weg und irgendein Hugo hält sich für Galileo, weil er herausgefunden hat, dass es im Juli manchmal warm ist. Und genau dieser Stolz auf Ignoranz macht mich fertig. Nicht nur die Dummheit selbst. Dieses breitbeinige „Ich hab keine Ahnung, aber ich lass mir sicher nix erklären“. Alles ist sofort Lüge, Hysterie, linksgrün, Panikmache. Nur der eigene Hausverstand, der offenbar seit 1978 nicht mehr gelüftet wurde, ist unantastbar.
Ich weiß ehrlich nicht mehr, was man mit einem Land machen soll, in dem selbst Extremhitze erst ideologisch von den Schwurblern und der FPÖ genehmigt werden muss.
After The Odyssey, I need Nolan to adapt Stephen King
Watching The Odyssey, especially the Circe sequence with the pigs, made me realise how well Nolan could handle "The Jaunt".
It has everything he worked with. Distorted time, scientific arrogance, human curiosity.
It could be strange and deeply unpleasant in a good way.
Die FPÖ-Propagandaabteilung ist schon wieder im Dienst
Ein ehemaliger Verkehrsminister verliert laut Bericht mit 2,48 Promille den Führerschein. Nur damit wir kurz bei der Realität bleiben: Das ist nicht „ein Fehler“. Das ist eher: am Vormittag das Äquivalent einer Flasche Schnaps in die Gurgel knallen und sich dann ins Auto setzen. Potentiell tödlich. Für andere. Normale Reaktion wäre also: Oida, komplett unverantwortlich. Kommentarspalten überall: „Was ist mit Kogler?“, „Andere machen auch Fehler“, „Da müssten viele zurücktreten“, „Er ist auch nur ein Mensch“. Eh klar. Bei allen anderen wäre es Sittenverfall, Staatsversagen und Beweis für den Untergang des Abendlandes. Bei der FPÖ ist es plötzlich normale Fehlerkultur. Und genau das ist das Problem. Nicht dieser eine Vorfall allein, sondern dass es dauernd passiert. Alkohol am Steuer, Wiederbetätigung, rechtsextreme Chats, irgendein neuer Einzelfall, und jedes Mal steht sofort dieselbe Truppe bereit. Ablenken, relativieren, Opferrolle, Ausländer, Islamisierung, Grüne, Linke.
Ob das automatisierte Accounts sind oder echte Leute, ist fast schon zweitrangig. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass es hauptsächlich Bots sind. Viel schlimmer ist, wenn genug echte Menschen das freiwillig machen. So kann sich diese Partei eben alles erlauben. Nicht weil nichts passiert, sondern weil bei jedem Skandal sofort ein Schutzwall aus Whataboutism, Parteitreue und Wurschtigkeit hochgezogen wird. Nicht einmal besoffen Autofahren schafft es mehr, einfach besoffen Autofahren zu sein. Wer bei 2,48 Promille am Steuer zuerst die Parteifarbe lädt, bevor er die Gefahr erkennt, ist nicht kritisch. Aber offenbar ist auch das schon linksgrüne Elitenlogik. Und ja, ich nehme an, dass unter diesem Thread auch spätestens nach fünf Minuten irgendwer erklärt, warum eigentlich Migration schuld ist wenn der Hofer sich 10 Frühstücksbier gönnt und sich dann ins Auto setzt. Rein aus Tradition.
Edit: Bitte unterlasst gehässige oder grenzwertige Kommentare über den Hofer selbst. Ist er in einer rechtsextremen Partei? Ja. Finde ich seine persönlichen und politischen Ideen fragwürdig und teilweise haarsträubend? Ja. Aber trotzdem wünsche ich keinem österreichischen Politiker Verletzungen oder Tod bei einem Unfall. Der Mann hat offensichtlich ein Alkoholproblem und sollte dafür Hilfe bekommen. Schmäh ist schön und gut aber bitte mit angemessenen Grenzen
Österreich hat ein massives Bildungsproblem. Und Rechtsextreme Politik lebt davon.
Die aktuelle Hitzewelle in Europa zeigt wieder ziemlich gut, woran es in Österreich oft scheitert.
Unter Artikeln zu extremer Hitze liest man dann zuverlässig überall: „Ist halt Sommer“, „früher hat man Hundstage gesagt“, „Klimapanik“, „die Medien treiben die Erderwärmung an“ oder gleich irgendwas über Photovoltaik, Windräder und die Grünen. Bekannte von mir sagen derartiges in Person. Jeder kennt jemanden der solchen Irrsinn verbreitet. Das ist nicht einfach „eine andere Meinung“. Das ist fundamental fehlendes Wissenschaftsverständnis und ein massives Problem im Umgang mit durchschnittlicher Komplexität.
Und genau davon profitieren rechtsextreme Diskurse. Wenn Menschen Zusammenhänge nicht mehr einordnen können, reicht ein simples Feindbild. Dann ist nicht Klimawandel das Problem, sondern „die Grünen“. Nicht Medienkompetenz fehlt, sondern „die Medien lügen“. Nicht Bildung ist nötig, sondern „Hausverstand“. Das passiert nicht nur zufällig am Stammtisch. Diese krankhafte Ignoranz wird politisch bewirtschaftet, verstärkt und mit Millionen aus öffentlicher Parteien- und Klubförderung weiter angeheizt. Der größte Förderbrocken geht aktuell ausgerechnet an jene Partei, die aus genau diesem Klima am meisten Kapital schlägt. Wer Wissenschaftsfeindlichkeit systematisch füttert, bekommt am Ende genau diese "Meinungen". Leute, die bei 40+ im Juni in Europa „ist halt Sommer“ schreiben und sich dabei noch für kritisch denkend halten.
Und das sollte uns allen massive Sorgen machen. Nicht nur, weil politisch gepflegte Ignoranz bei echten Krisen katastrophale Folgen hat. Man sieht es bei Klimaleugnung oder dem Verhalten während einer Pandemie. Wenn genug Menschen Realität nur noch als Meinung behandeln, wird es für alle gefährlich. Sondern auch, weil genau diese Menschen wählen. Sie wählen Parteien, Abgeordnete und Regierungen, die dann über Gesundheit, Bildung, Klima, Infrastruktur, Wissenschaft, Medien, Justiz und Sozialstaat entscheiden. Eine Gesellschaft, die systematisch verlernt, Komplexität auszuhalten, bekommt irgendwann die Rechnung dafür.
Feminismus als Maturafach. Schnappatmung in den Kommentaren in 3, 2, 1
Es geht um ein Wahlmodul an einer Innsbrucker Schule, nicht um ein bundesweites Pflichtfach.
Ich finde es gut, wenn Themen wie Beziehungsgewalt, Catcalling, Körperbilder und Manosphere ordentlich und offen unterrichtet werden. Jugendliche sind damit ohnehin konfrontiert, dann lieber im Unterricht als nur über TikTok, Andrew-Tate-Clips, etc. Eigentlich bräuchte es daneben gleich weitere Fächer in politischer Bildung, Medienkompetenz und AI-Kompetenz. Also weniger Kulturkampfpanik, mehr Werkzeugkasten gegen genau diese Panik.
Österreichische Kommentarspalten sind mittlerweile wirklich erschreckend
Ich muss hier kurz etwas ablassen.
Ich lebe nicht mehr in Österreich und merke immer öfter, wie froh ich darüber bin. Natürlich habe ich weiterhin Kontakte, österreichische Nachrichten und verschiedene Social-Media-Gruppen im Blick. Und jedes Mal bin ich wieder schockiert, wie extrem die Ausprägung von Rassismus und Hass in Österreich inzwischen geworden ist. Kurz vorweg: Mit ist klar das Social Media nicht die ganze Gesellschaft darstellt und den Hass stark bündelt. Aber leider weiß ich das dies tatsächlich eine nicht irrelevante Menge des Landes abbildet.
Gerade wieder ein Artikel über einen Angriff auf offener Straße. Eine Stadt, die ich persönlich als eine der sichersten Städte kenne. Im Artikel stand nichts Konkretes über die Beteiligten oder die Hintergründe. Es kann um psychische Erkrankung gehen, um Drogen, um eine persönliche Eskalation, um irgendetwas. Man weiss es schlicht nicht. Die Kommentarspalten trotzdem sofort: vor Hass strotzend. Rechtsextreme, die vor dem Mund schäumen und gegen alles hetzen, was sie sich gerade vorstellen können. Von „Drecksafrikanern“ bis zur „linkslinken Terrorregierung“, von „wir haben uns das freiwillig selbst angetan“ bis zu „man kann nachts nicht mehr vor die Tür gehen“. Das ist einfach kompletter Realitätsverlust. Österreich ist eines der sichersten und wohlhabendsten Länder der Welt. Natürlich gibt es Gewalt und Probleme. Aber diese Leute reden, als würden sie in einem zerfallenden Bürgerkriegsstaat leben in dem sich verschiedene Bevölkerungsgruppen gegenseitig abschlachten, während sie aus einem extrem stabilen Land heraus täglich ihren Hass in die Welt kotzen.
Ich weiss nicht, ob es früher wirklich besser war oder ob ich es als Kind nur weniger gesehen habe. Aber die Stimmung, die man online aus Österreich mitbekommt, ist inzwischen wirklich erschreckend. Egal ob Kriminalität, Migration, Politik oder irgendein lokaler Vorfall: Sobald Österreich-Bezug da ist, tauchen diese Leute auf und verwandeln alles in Hetze. Ich kenne so eine Dichte an aggressivem, rechtem Hass aus kaum einem anderen Land, in dem ich war