Nachhilfeschüler hat keinen Bock - was tun?
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Als Nebenjob arbeite ich bei einem sozialen Verein als Nachhilfelehrerin. Derzeit betreue ich einen 10jährigen Buben. Er ist sitzen geblieben, in der zweiten Klasse und braucht Hilfe in Deutsch.
Vorweg: Dafür, dass er erst seit zwei oder drei Jahren in Österreich ist, ist sein Deutsch sehr gut. Trotzdem soll es besser werden, damit er nicht nochmal sitzen bleibt.
Ich mag den jungen gern, und auch, wenn das ursprünglich nicht so geplant war, ist fast immer auch seine 7jährige Schwester mit dabei. Er ist dadurch motivierter und scheint mehr Spaß zu haben.
Ich bereite wirklich viel vor, drucke jedes Mal Übungsblätter aus, suche nach Lernspielen, habe von meinem eigenen Geld Sticker gekauft, von denen es am Ende jeder Einheit (2 Mal die Woche 1,5 Stunden) einen gibt.
Fast jedes Mal wird er aber nach ca 45 Minuten bockig und will nicht weitermachen. Ich verstehe absolut, dass er keinen Bock hat. Aber wir spielen jedes Mal am Anfang was, ich schreibe Punkte auf, für die es kleine Belohnungen gibt, ich blödel auch mal mit ihnen rum und in einem Monat gibt es einen Ausflug (für den ich wahrscheinlich auch was aus meiner eigen Tasche dazuzahlen werde).
Wenn ich bitte, einen Satz zu lesen, oder eine Frage stellen, kommt dann oft "Keine Ahnung", lange Diskussionen oder er legt sich auf den Boden, dreht sich weg, ignoriert mich. Und zwar bei Sachen, bei denen ich zu 100% weiß, dass er sie kann.
Wenn er Fehler macht, will er nicht mehr weitermachen, auch, wenn ich erkläre, dass das ganz normal und gar nicht schlimm ist und ihn oft darauf hinweise, was für tolle Fortschritte er macht.
Es ist jetzt einige Male vorgekommen, dass ich früher gehen wollte, und dann ist er auf einmal total kooperativ und will weitermachen -- für zwei Minuten.
Gestern bin ich früher gegangen und habe ihm davor eine Art Standpauke gehalten.
Deswegen fühle ich mich jetzt mies, weil ich nicht glaube, dass das der ganzen Sachen förderlich ist. Ich betreue ihn sowieso nur noch bis Ende des Schuljahres, aber unsere Beziehung soll nicht mit einem unschönen Beigeschmack enden.
Ich habe keine pädagogische Ausbildung, muss ich dazu sagen, deswegen bin ich mir hier besonders unsicher. Am Freitag sehe ich ihn und seine Schwester wieder.
Sehe ich das Ganze zu eng? Sollte ich die Sachen entspannter angehen und wenn er keine Lust hat, ist das halt so und ich gehe eben? Ich möchte auf alle Fälle nicht, dass zwischen mir und den Kindern schlechte Stimmung herrscht. Hat jemand einen Rat für mich?