u/Han__bun

How to wütend sein als Frau?

Ich kann wütend sein. Soviel schonmal vorab.

Ich kenne das Gefühl Wut und kann das auch auf äußere Situationen "anwenden", bspw. Kann ich mich gut über Politik und co. beschweren. Ich kann auch auf Personen wütend sein. Das kommt im Alltag allerdings quasi kaum vor.

Jetzt zum Problem: In meiner letzten Beziehung (fast 3 Jahre lang) habe ich mich teilweise ungerecht behandelt gefühlt. Anstatt wütend zu sein und das so zu kommunizieren, habe ich meinen Gefühlen oft durch Trauer Ausdruck verliehen. Ich habe dann bspw. Oft geweint, weil ich niemanden anschreien möchte, aber auch sonst keinen guten Weg gefunden habe die Wut als solche zu kommunizieren, vielleicht weil ich auch Angst hatte meine Wut zu zeigen.

Oft habe ich Wut auch einfach runtergeschluckt oder mich kleiner gemacht, als ich bin.

Wie gehe ich als Frau (ich gehe davon aus das viel von meinem Umgang mit Wut durch meine Sozialisierung kommt k.A.) mit Wut um? Wie lerne ich Wut zu zeigen?

Was habt ihr da für Erfahrungen gemacht und kennt ihr das überhaupt?

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u/Han__bun — 5 days ago

War meine Beziehung ungesund oder war ich das?

Hallo. Ich (23f) habe mich vor 3 Monaten von meinem Freund (26m) getrennt. Wir waren 2,5 Jahre zusammen und das erste Beziehungsjahr war wahrscheinlich eines meiner besten Jahre. Ich glaube aber auch, dass ich viele Dinge romantisiert habe und es damals vielleicht auch schon Situationen gegeben hat, die komisch waren.

Spätestens im letzten Jahr der Beziehung habe ich angefangen mich selbst kleiner zu machen als ich eigentlich bin. Wenn ich mit Freunden essen gegangen bin hatte ich das gefühl ich müsste ihm "beichten", dass ich mit Freunden rausgehe, weil seine Reaktion oft negativ war und mich danach dann manchmal gefragt hat, wer dabei gewesen ist (aber nicht auf so eine interesierte/freundliche Art). Oft hat er Sachen gesagt wie "hm ja schön bisschen mit XY geredet" und mir unterstellt, dass ich irgendwelche Leute attraktiv finden würde/Interesse an ihnen hätte. Es fällt mir UNGLAUBLICH schwer in Worte zu fassen, was er in solchen Situationen wirklich gesagt hat..

Ein anderes großes Ding war, dass er viel Gras geraucht hat (jeden Abend) und morgens immer ziemlich schwer aus dem Bett kam. Außerdem war er dann oft sehr "kalt" zu mir. Ich selber bin ein absoluter Frühaufsteher und mir fällt es schwer Morgenmuffel richtig zu verstehen, aber diese "kalte" Seite an ihm war teilweise auch da, wenn es nicht morgens war.

Generell war er wie so ein "Schalter": Die eine Seite war wunderbar. Quasi mein absoluter Traummann, der sich ganz Klischeehaft angefühlt hat wie mein Seelenverwandter. Die andere Seite des Schalters war kalt und abweisend zu mir, morgens bin ich oft wie auf Eierschalen gelaufen und hatte das Gefühl ihn besänftigen zu müssen. Wenn ich meine Bedürfnisse kommuniziert habe, hatte ich das Gefühl, dass bei ihm überhaupt nicht ankommt wie es mir geht. Wenn ich diese "kalte" Seite an ihm kritisiert habe, dann hat er gesagt, ich würde von ihm verlangen immer glücklich zu sein.

Aufgrund von äußeren Umständen (er ist wegen mir in eine neue Stadt gezogen, die er ganz schrecklich findet; er ist mit seinem Studium nicht so vorankommen, wie er wollte (weil ich Zeit mit ihm verbringen wollte),etc.) hab ich mir lange eingeredet, dass das gerade halt eine schwierige Phase ist und es besser wird.

Was mich jetzt belastet ist die Frage, warum ich meine eigenen Grenzen nicht stärker kommuniziert/sichtbar gemacht habe, bzw. (denn eigentlich hab ich die artikuliert) frage ich mich, warum das bei mir selbst nicht für viel mehr Alarmglocken klingeln gesorgt hat. Warum hab ich das alles so einfach akzeptiert? Ich denke das hat viel damit zu tun, dass er schon immer wieder wirklich wirklich toll war. Das er sehr ausergewöhlich war und ich ihn wahrscheinlich auch einfach sehr "cool" fand, was viele Dinge angeht.

Das absurdeste ist, dass es super viele Sinnsprüche gibt, die super auf meine Situation passen, sowas wie "don't date his potential"; "hör auf seine Taten nicht seine Worte"; "setze deine Grenzen"..., das habe ich aber irgendwie erst nach Ende der Beziehung gecheckt.

In wie weit hätte ich selbst anders handeln können/sollen? Ich habe Angst, dass ich nochmal in eine Beziehung komme, die am Anfang super ist und irgendwann ganz langsam zu etwas mutiert, indem ich meine eigenen Instinkte unterdrücke. Sehe ich manche Dinge zu kritisch?

Ich bin auch dankbar zu hören, was ihr selbst in dem Bereich erlebt habt.

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u/Han__bun — 11 days ago