Erstes Motorrad, Dilemma
Durch einen guten Uni Freund bin ich zum Motorradfahren gekommen, da mein Kumpel selber fährt und mir ein Bild der MT 07 gezeigt hat, die ich optisch sehr ansprechend fand. Habe jetzt im März meinen A Führerschein bestanden. Wollte mir deswegen auch eine MT 07 als erstes Motorrad zulegen.
Mein guter Uni Kumpel redet die aber dauernd schlecht, schlechtes Fahrwerk (ich wiege 114kg), schlechter Rahmen (wenig Gewicht vorne und viel auf dem Hinterreifen, dadurch weniger Schräglage und Sicherheit bei hohen Kurvengeschwindigkeiten).
Er selber fährt eine Street Triple 675 aus dem Jahre 2015 mit ABS und überlegt sie am Ende der Saison an mich zu verkaufen (schätze mal die Wahrscheinlichkeit dass er sie überhaupt verkauft, liegt bei 30% dieses Jahr) inklusive gemachten Fahrwerk (ca. 1000€) was auf unser Gewicht, da wir ca. gleich viel wiegen, abgestimmt ist.
Er würde mir entweder seine Maschine empfehlen bzw wegen Kosten etc eine Kawasaki Z650.
Zur Einschätzung, mein guter Uni Freund ist die MT 07 selber ein wenig gefahren, und hat einen Freund der die Maschine fährt.
Ein anderer Uni Kollege findet hingegen die MT 07 ganz nice, ist sie aber nie gefahren und das Fahrwerk sei zwar weich, aber kein Problem und laut ihm ist mein guter Uni Kollege ein Fahrwerk Fetischist. Er wiegt aber auch max 85kg.
Bin ausschließlich die Z650 in der Fahrtschule gefahren, war ganz okay, Motor etwas langweilig. Hatte kürzlich eine kleine Probefahrt mit einer MT 07 2026 und bis auf, dass sie ab 120 kmh weniger stark beschleunigt, hatte ich nichts auszusetzen, gerade der Motor war untenrum schön charakterstark.
Die street triple 675 vom guten Uni Freund und die CBR 600 RR des Uni Kommilitonen würde ich ggf auch noch probefahren. Letztere steht nicht zum Verkauf und Sportler sind wahrscheinlich nicht meins wegen der Sitzposition.
Nun zu den Vor- und Nachteilen die ich mir selber und aus dem Wortlaut des guten Uni Freundes rausgearbeitet habe.
Z650
Vorteile: Bin sie schon mal gefahren, modernerer Display inklusive, Traktionskontrolle, etwas günstiger, Bessere Bremsen, beim Stehen leichter Neutral finden, guter Rahmen/Gewichtsverteilung
Nachteile: Motor langweilig, schlechtes Fahrwerk, Optik, Sound
MT 07
Vorteile: Motor mir Charakter, Sound, Optik, Sitzposition, Display (alter Display, RPM besser ablesbar als beim modernen Display)
Nachteile: Schlechter Rahmen, schlechte Federung, schlechtere Bremsen als z650, breitere Hinterreifen (+ oder -), etwas teurer als z650
Street triple 675
Vorteile: Mehr Drehzahlbereich, mehr Leistung als die anderen 2 bei höheren Geschwindigkeiten, deutlich besseres Fahrwerk, guter Rahmen/Gewichtsverteilung
Nachteile: Sitzposition etwas sportlicher, höherer Verbrauch (guter Uni Kumpel leugnet das, aber laut ihm verbraucht sie 7L/100km, aber MT 07 verbraucht ja mehr), teurere Wartung, teurere Versicherung, Lautstärke, knapp doppelt so laut als die anderen 2 Motorräder (ca. 9dB)
Zum Abschluss: Das erstes Motorrad soll natürlich gebraucht sein. Die street triple hätte ca. 35.000 km runter, wenn er sie verkauft. Lautstärke und kosten wären meine Kritikpunkte. Die Z650 die mein guter Uni Kollege mir empfiehlt, finde ich vom Motor/Sound langweilig, aber da ist der Rahmen/Gewichtsverteilung besser für sportlicheres fahren. MT07 wird von vielen auch nur als Stunt- und Pendler Bike bezeichnet, sagt schon vieles. Ich liebe aber Optik, Sound und Fahrgefühl. Das mit der fehlenden/reduzierten Leistung ab 120kmh (Gleiches Problem hat die Z650 natürlich auch) kann natürlich auf Dauer blöd sein, wenn man mal auf der Autobahn schneller fahren möchte.
Ich weiß halt gar nicht, ob ich so ein Kurvenjäger wie mein Kumpel werden möchte. Hier ist nur 60 in den Kurven auf Landstraßen erlaubt und wenn meine Freunde 100kmh fahren wollen, dann viel Spaß. In Österreich darf man auch mit 100kmh in die Kurve, meines Wissens, aber ob ich das machen (wollen) würde, ist halt die Frage. Ich sehe mich als gelegentlich zur Arbeit mit dem Motorrad, mal Autobahn, mal Landstraße, vielleicht mal Kurven fahren ausprobieren. Ich möchte nicht nach einem Jahr Leistung missen wollen, keine schlechte Entscheidung bezüglich Rahmen/Gewichtsverteilung, Kosten und Charakter/Fahrspaß getroffen haben. Aber gleichzeitig soll man sich ja auch auf das Motorrad fahren freuen. Mein guter Uni Freund sagt, dass ich auf ihn hören soll, weil er mehr Erfahrung hat als ich. Da stimme ich ihm auch zu, aber wenn ich den Motor so eher normal, berechenbar oder langweilig finde und der Motor sich anhört wie ein Rasenmäher und ich das Motorrad schon zig Stunden in der Fahrtschule hatte, klingt das nicht wirklich nach der super guten Entscheidung.
Was würdet ihr mir raten?
Ein Satz ist mir noch in Erinnerung geblieben. Mein guter Uni Freund, hat nach der Probefahrt mit der MT 07 zu mir gesagt, dass ich ja kaum Schräglage habe, wie n gerader Strich durch die Kurven fahre und da der breitere Hinterreifen der MT07 im Vergleich der Z650 eh kein Vorteil ist. Ich finde das hanebüchen, ich bin da das erste Mal nach 8 Wochen (nach der Motorradprüfung) gefahren, auf Strecken die ich nicht kannte, mit einem Motorrad welches ich nicht kannte. Dazu hatte mich ein mal mitreißen lassen um auf der Landstraße mitzuhalten, und habe sehr sehr scheiße überholt, und wäre Gegenverkehr gekommen, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier (Strecke war so halb einsehbar und wusste dass kein Gegenverkehr kommt, die ganze Situation war trotzdem kacke, für manche aber auch nur n normales schnelles Überholmanöver, was weiß ich). Dazu sei gesagt, er hat mich aber nie gedrängt schneller zu fahren und hat auch immer brav auf mich gewartet, nur hat er bemängelt, dass ich immer genau nach Geschwindigkeitsbegrenzung fahre, und nicht wie alle anderen 60kmh in der Innenstadt. Bin laut GPS genau 50 gefahren, also Tacho so 54kmh.