u/MeetingSuccessful397

46M, 2,5M€, Gedanken zum überraschendem RE

Ich habe mal meine Gedanken sortiert, und hätte gern euren Input und Anmerkungen dazu:

Folgende Situation: Ich bin 46, verheiratet und 2 Kinder. Meine Frau und ich haben eine recht klare Gütertrennung, ich betrachte hier also nur meine Seite. Sie hat einen gut bezahlten, sozial sinnvollen Job, in dem sie auch weiter arbeiten möchte.

Bis vor kurzem hatte ich selber auch einen gut bezahlten Job, aus dem ich viel sparen konnte, habe mich aber nie aktiv mit dem Thema Fire auseinandergesetzt. Dazu kam leider ein frühes Erbe, das ich durch gutes Anlegen ordentlich vermehrt habe. Das gute finanzielle Polster hat mit dazu beigetragen dass ich Spaß im Job hatte, weil ich immer wusste, dass ich jederzeit aussteigen kann, hatte aber eher so Mitte 50 angepeilt. Jetzt gibt es einen groß angelegten Stellenabbau und ich habe eine Kündigung und eine passable Ablöse bekommen..

Ich habe jetzt ca. 1,85 Mio im Portfolio, davon 1 Mio in ETFs, den Rest in Anleihen, Geldmarkt-ETFs, Festgeld und Cash. Die Aufteilung ist für Fire nicht unbedingt Ideal, aber das war ja wie gesagt auch nicht mein Plan. Mein momentanes Portfolio schüttet ca. 1100€ Dividende pro Monat aus, was für Steuer und GKV auch nicht hilfreich ist. Da stehen aber (siehe Unten) dann eh noch Umschichtungen an.
Dazu kommt eine vermietete Wohnung, die mir nach Abzug der Nebenkosten ca. 900€ im Monat bringt und mit Index-Mietvertrag vermietet ist. Wir leben in einer Eigentumswohnung und zahlen noch für 10 Jahre den Kredit ab, mein Anteil daran sind 800€. Insgesamt also in NW von 2,5M€, wobei die beiden Wohnungen nicht liquide sind, daher rechne ich für die WR einfach die Mieten mit ein, und ohne den Wert der Wohnungen.

Meine Rente würde mir Stand jetzt 1000€ im Monat bringen, durch Demographie und Reallohnverlust rechne ich da inflationsbereinigt eher mit 500-600€ in 20 Jahren. Es gibt noch eine BAV, die aber auch nur 100-200€ bringen wird denke ich.

Meine Lebenshaltungskosten sind ca. 4000€ im Monat (inkl. Tilgung, gemeinsame Kosten und Kinder), wobei da auch einiges an Luxus und nicht zwingend notwendigen Ausgaben drin ist. 3500€ wären mit unangenehmen aber nicht schmerzhaften Einsparungen auch möglich. Wenn ich am Anfang meine Entnahme komplett auf die Nicht-ETF-Anteile konzentriere fallen da kaum Gewinne an, und ich muss nur die Mieteinnahmen und die Ausschüttungen versteuern, damit komme ich nach Günstigerprüfung grob Geschätzt auf 150€ Steuern + 350€ GKV. (Privat ist keine Option). 

Abzüglich der Einnahmen der Wohnung komme ich also auf eine Entnahme von ca. 3600€ im Monat (durch Verkauf und nicht reinvestierte Dividenden), das wären 2,3% WR. Da ich super konservativ bin, nicht auf 30 Jahre sondern länger denke und gerne was vererben möchte, passt das als WR auch ganz gut für mich, 4% wären mir persönlich zu hoch.

Ich habe zusätzlich noch ein paar Kryptowährungen, die ich aber hier nicht mit einbeziehe, sondern als Glücksspiel betrachte, um bei guter Wertentwicklung dann doch auf Fat Fire umzustellen.

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen noch 5-15h pro Woche zu arbeiten, einfach um ein bisschen Struktur, Austausch und Purpose zu haben. Dann könnte ich auch schon früher Gewinne realisieren ohne 17% GKV zu zahlen.
Idealerweise wäre es was in meinem bisherigen Berufsfeld, weil ich da auch einen guten Stundenlohn kriegen würde, aber vermutlich finde ich da nichts unter 20h. Aber vielleicht finde ich ja auch ganz was neues? Frage 1: Was habt ihr denn so für Barista-Jobs?

Frage 2 - Aktienquote: Das ist mein nächstes großes Fragezeichen, die 4%-Regel kommt ja aus einem 60:40 Portfolio, und wenn ich z.B. den TPAW-Planner befrage lande ich auch bei einem recht hohen Bonds-Anteil, der reagiert allerdings sehr empfindlich auf kleine Änderungen. Momentan ist mein ETF-Anteil denke ich zu klein, aber ich bin nicht sicher was da eine sinnvolle Aufteilung ist. Mein Bauchgefühl würde sagen 80:20, dann könnte ich 370k€ in sicheren Werten haben, und z.B. eine Bundesanleihen-Leiter für die nächsten 6 Jahre zu je 30k€ machen, hätte immer noch was für Rebalancing übrig. (Finde das Thema Rebalancing aus TPAW  eine interessante Strategie gegen Sequenzrisiko)

Frage 3: Was mir ein bisschen Sorgen macht ist die Steuer-Situation in 5-10 Jahren wenn ich anfangen muss die fetten ETF-Positionen abzubauen. Die haben jetzt teilweise schon 75% Gewinnanteil, wenn da dann 20% Steuern und 17% GKV drauf kommen wird’s hässlich. Evtl. lohnt es sich da dann sogar in einem Barista-Jahr einen Teil der Gewinne zu realisieren, um zumindest die GKV zu sparen, und die 25% Abgeltungssteuer halt zu schlucken. Ich bin auch am überlegen, ob ich das dieses Jahr noch mache, da ich noch bis 30.9. angestellt bin, und evtl. danach das Arbeitsamt die GKV bezahlt. Dafür würde ich halt eine Besteuerung vorziehen, die ich auch nach hinten schieben könnte.

Frage 4: Was haltet ihr in meiner Situation von den Gedanken? Gibt es etwas, was ich übersehe, oder noch bedenken sollte?

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u/MeetingSuccessful397 — 3 days ago

Rendite bei langlaufenden Zerobonds bei ING falsch berechnet?

Hallo,

ich schaue gerade nach langlaufenden Zerobonds, und entweder habe ich einen Knoten im Kopf oder die ING rechnet anders als ich. Beispiel, folgender Zerobond:
https://wertpapiere.ing.de/investieren/anleihenportrait/DE0001102572

Kurs: 39%, Laufzeit 26,2 Jahre. Rendite laut ING 5,85%

Wenn ich jetzt 1,0585 ^ 26,2 * 39% rechne kommt am Ende ein Faktor 1,72 raus statt 1.
Wenn ich mit der Wikipedia-Formel (100/Kurs)^(1/Jahre) - 1 rechne, komme ich nur auf 3,6% Rendite pro Jahr.

Wo ist der Denkfehler?

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u/MeetingSuccessful397 — 7 days ago

Welche Anleihen habt ihr im Portfolio?

Ich habe mich mal ein bisschen in die Literatur und Entnahme-Strategien eingelesen. Die viel zitierten 4% kommen ja aus einem 60/40 Portfolio, also einem relativ hohen "Bond"-Anteil. Genauso beim TPAW-Modell, das mir sogar konzeptionell besser gefällt als die fixen 4% - auch da ist ein hoher Bond-Anteil drin. Bei der Suche hier im Reddit habe ich aber nicht viel gefunedn.

Das Problem das ich sehe ist, dass diese Studien immer auf den US-Markt abzielen, wo die reale Rendite von US Treasuries höher ist als im Euro-Raum, und mit TIPS auch noch dazu gut inflationsgeschützte Anleihen existieren.

Mal abgesehen davon, dass ich noch sehr unsicher bin, wo zwischen 5 und 40% ich meinen Bond-Anteil ansetzen will, würde mich mal interessieren womit ihr euren Bond-Anteil abdeckt, oder ob ihr garkeinen habt.

Momentan habe ich hauptsächlich Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF, weil mich die Volatilität aus den meisten anderen Geldmarkt-ETFs eher abschreckt, und ich da zumindest wenig Schwankungen und Überraschungen drin habe, dafür aber auch eine negative reale Rendite.

Edit: Die Frage richtet sich vor allem an Leute in der Entnahemphase, in der Ansparphase kann man ja eher noch mit 100% ETFs leben.

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u/MeetingSuccessful397 — 9 days ago

Hallo,

ich bin zwar schon länger FI, aber jetzt eher unfreiwillig wohl in 5,5 Monaten auch RE, hätte eigentlich gerne noch ein bisschen gearbeitet. Da ich im momentanen Jobmarkt mit meiner Qualifikation davon ausgehe, dass ich nichts im 20h-Bereich finden werde, was mir Spaß machen würde, möchte ich ALG-I voll ausschöpfen. Danach werde ich dann weiter schauen, wie ich es mit GKV mache.
Jetzt aber die Frage: Was würdet ihr tun, um möglichst wenig Arbeit mit dem Amt zu haben?

A) Jetzt schon melden, obwohl es noch deutlich mehr als 3 Monate bis zur Arbeitslosigkeit sind, um ein bisschen goodwill zu zeigen?

B) Warten bis kurz vor die 3 Monate vor Arbeitslosigkeit um solange noch Ruhe zu haben?

Schöne Grüße

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u/MeetingSuccessful397 — 14 days ago

Hallo zusammen,

ich werde demnächst wohl ALG-I beziehen, und damit etwas früher als geplant mein Fire -dasein starten. Die wichtigste Frage diesbezüglich ist wohl das Thema GKV: Soweit ich es verstanden habe zahlt bei ALG I ja das Amt die GKV, stimmt das? Das heißt da muss ich mir um Vermietung/Kapitalererträge keine Gedanken machen, weil die GKV garnicht erst bei mir anfragt?

Das wäre insofern hilfreich, dass ich dann mehr Zeit hätte einen passenden midi-job zu suchen, bzw. ich nicht ganz so viel Zeitdruck beim optimieren hätte.

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u/MeetingSuccessful397 — 15 days ago