Ich komme nach 7 Monaten nicht über meinen Ex hinweg – habe ich die Liebe meines Lebens verloren?
Ich (W) bin Anfang 30, er (M) ist Mitte 30. Unsere Trennung ist mittlerweile sieben Monate her und ich komme emotional einfach nicht von ihm los.
Dabei geht es mir nicht darum, dass ich Angst habe, allein zu sein oder keinen neuen Partner mehr zu finden. Ich kann sehr gut allein sein und weiß auch, dass ich theoretisch wieder jemanden kennenlernen könnte.
Aber ich will das gar nicht.
Ich liebe ihn immer noch. Und ich vermisse ihn nicht nur als Partner, sondern vor allem als Menschen. Für mich war und ist er der Mann, mit dem ich mir mein Leben vorstellen konnte.
Der Grund für unsere Trennung war eigentlich ein Thema, das sich über mehr als ein Jahr gezogen hat: unser Kinderwunsch.
Ich wollte irgendwann Kinder. Bei ihm war es immer wieder ein Hin und Her. Mal war die Antwort ja, dann wieder nein, dann vielleicht irgendwann. Ich habe sehr lange Geduld gehabt und versucht, ihm Zeit zu geben, weil ich ihn nicht unter Druck setzen wollte. Gleichzeitig wurde die Unsicherheit für mich irgendwann immer belastender – gerade weil wir beide Anfang/Mitte 30 sind und das für mich keine Frage war, die ich unbegrenzt aufschieben konnte.
Nach über einem Jahr mit diesen widersprüchlichen Signalen hatte ich irgendwann das Gefühl, dass ich keinen anderen Ausweg mehr sehe, als mich zu trennen. Nicht, weil ich ihn nicht mehr geliebt hätte. Im Gegenteil. Ich habe mich getrennt, obwohl ich ihn geliebt habe, weil ich irgendwann das Gefühl hatte, dass ich mich zwischen ihm und meinem Kinderwunsch entscheiden muss.
Er hat die Trennung damals so hingenommen. Es gab keinen großen Kampf um uns, und vielleicht macht genau das alles für mich noch schwieriger.
Ein paar Monate später haben wir wieder miteinander geschrieben. Dabei kam von beiden Seiten zur Sprache, dass wir die Trennung bedauern und uns fragen, ob wir vielleicht impulsiv gehandelt haben. Seitdem frage ich mich immer wieder, ob ich einen riesigen Fehler gemacht habe.
Denn das eigentliche Problem ist ja nicht verschwunden: Ich möchte ihn zurück. Nicht einfach, weil ich die Beziehung vermisse oder Angst vor dem Alleinsein habe, sondern weil ich ihn als Menschen zurückhaben möchte. Ich sehe ihn trotz allem immer noch als den Mann fürs Leben.
Und gleichzeitig weiß ich nicht, ob Liebe allein ausreicht, wenn bei einer so wichtigen Lebensfrage keine gemeinsame Sicherheit besteht.
Ich frage mich inzwischen ständig:
Habe ich eine Beziehung beendet, die vielleicht hätte gerettet werden können? Oder habe ich damals meine eigenen Lebenswünsche ernst nehmen müssen?
Und vor allem: Wie findet man heraus, ob man jemanden wirklich zurückwill – oder ob man nach sieben Monaten einfach noch mitten in der Trauer um eine große Liebe steckt?
Vielleicht gibt es hier Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben. Eine Trennung trotz Liebe, weil die Vorstellungen vom Leben nicht zusammengepasst haben. Wie habt ihr herausgefunden, ob ihr gehen oder noch einmal kämpfen solltet?