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Ist der österreichische Konsument in der Zeit stehengeblieben?

Ist die österreichische Konsumentin, der österreichische Kunde in der Zeit stehengeblieben? Gibt es Raum für Innovation bei Erlebnis, Produkten und Dienstleistungen?

Vor drei Jahren bin ich nach Österreich gezogen. Trotz intensiver Bemühungen, den Markt zu verstehen und mich beruflich neu zu positionieren, habe ich keinen Platz gefunden, um meine zwölfjährige Erfahrung als Product Managerin für digitale Produkte einzubringen.

Ich würde gerne Meinungen zu einigen Gewissheiten hören, die sich bei mir in diesen drei Jahren gebildet haben.

Der österreichische Konsument, Kunde, Bürger kümmert sich nicht um die Qualität von Dienstleistungen oder Erlebnissen, die Unternehmen anbieten – und deshalb investieren die Unternehmen auch keinen einzigen Cent darin. Kundenwünsche, unerfüllte Bedürfnisse, Konsumtrends, Kaufgewohnheiten sind Themen, die in den Büros schlicht nicht existieren.

Der Konsumwunsch beschränkt sich auf robuste Maschinen, ein Produkt „Made in Europe" – selbst wenn das kaum etwas über die tatsächliche Langlebigkeit aussagt und bei der Innovation zu wünschen übrig lässt. Maschinenbau, Metallverarbeitung und andere Grundmaterialien und Konstruktion geben den Ton an. Bankdienstleistungen, Transport und Telekom werden als reine Formalität und Bürokratie wahrgenommen.

Meine Überlegung anhand von zwei Beispielen:

Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise, weil die Innovation in den Händen von Produktions- und Maschinenbauingenieuren liegt. Mit dem Ziel, immer billiger und schneller zu produzieren, bauen sie inzwischen Autos, die zerbrechlich, hässlich und emotionslos sind – und die niemand je verlangt hat. Die Chinesen verkaufen elegante Autos mit der richtigen Dosis Technologie und hoher Effizienz. Kein Kunde hat je drei riesige Bildschirme in einem Audi für 90.000 Euro gefordert – der Ingenieur hat entschieden, dass das die Teilekosten senkt, und so wurde es umgesetzt.

Banken in Österreich und Deutschland verlangen Gebühren für ein Girokonto, ohne dafür irgendeinen Mehrwert zu bieten, während man im Rest der Welt Zinsen auf das Guthaben eines kostenlosen Kontos bekommt. Der Konsument sieht darin entweder einen Vorteil, oder er kennt die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre schlicht nicht.

All das aus Angst, ein Risiko einzugehen, voranzugehen, zu innovieren – dominiert und kontrolliert von 50+-jährigen Ingenieuren, die nicht aktiv, sondern nur reaktiv handeln können.

Kritisiert mich, zeigt mir bitte, wo der Fehler in meiner Logik liegt.

Nach zwölf Jahren, in denen ich skalierbare und profitable Dienstleistungen aufgebaut habe, finde ich mich in Österreich ohne Wirkungsfeld wieder.

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u/Odd-News2853 — 4 days ago