Einschätzung zu Beziehung gewünscht. Freundin zieht aus, will aber zusammen bleiben.
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TLDR: Ich will Familie, sie weiß nicht, ob sie es jemals möchte. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aufgrund des mentalen Stress aus.
Hallo,
da ich hauptsächlich männliche Kumpels habe, wollte ich mir hier nochmal eine weibliche Perspektive einholen.
Freundin und ich sind seid 5 Jahren zusammen. Beide Anfang 30. 3 davon in gemeinsamer Wohnung. Sie ist damals bei mir in meine 2 Zimmer Wohnung gezogen. Wir haben nach einer größeren Wohnung geschaut, aber die Suche ist in der Großstadt eine Katastrophe. Eine größere Wohnung für gleiches Geld haben wir angeboten bekommen. 4 Zimmer. Aber am Stadtrand. Das wollte sie dann nicht. Irgendwann ist die Wohnungssuche dann eingeschlafen.
Unser größter Streitpunkt ist aber Familie.
Wir sind mit Mitte/ Ende 20 zusammen gekommen. Haben uns natürlich über die Jahre immer wieder drüber unterhalten. Aber da war das Thema halt noch weit weg. Ihr Standpunkt war: Sie könnte es sich prinzipiell schon vorstellen.
Ich will eine Familie. 2 oder sogar 3 Kinder, wenn ich es mir wünschen dürfte. Bin selber mit 2 Geschwistern aufgewachsen und habe es genossen, dass wir zusammen erwachsen geworden sind. Das würde ich meinen Kindern und uns auch gerne gönnen.
Sie sagt aber seit einen paar Wochen, dass sie nicht weiß, ob sie jemals eine Familie will. Uffz. Und wenn, dann wahrscheinlich nur 1 Kind.
Ist ja auch ihr gutes Recht. Ihr Körper, ihre Entscheidung.
Ich bin dann in mich gekehrt und habe mich gefragt, ob ich mir das auch vorstellen könnte. Und ich kam zu dem Schluss, dass ich auch mit 1 Kind glücklich sein könnte, wenn ich dafür mit ihr zusammen bleiben kann. Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass es die Frau ist, mit der ich alt werde.
Ich habe selber viele Hobbies und könnte dann natürlich mehr Zeit für diese wieder haben. Ich hätte mich für UNS damit anfreunden können.
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Dann droppt sie aber einige Zeit später, dass das ganze Familienthema sie so verrückt macht und sie bei uns zuhause nicht mehr Ruhe findet. Sie war die ganze Zeit nur unterwegs und wir haben seit Monaten nichts mehr zusammen unternommen, auch wenn ich sie immer wieder gefragt habe, ob sie Lust hat was zu machen. Sie überlegt, dass sie auszieht.
Ich antworte, dass das für mich das Ende der Beziehung bedeuten würde.
Ein paar Tage später kommt sie damit an, dass sie eine Wohnung gefunden hat über Kollegen, die frei wird. Sie wird zum nächsten Monat ausziehen. Aber sie möchte gerne mit mir zusammen bleiben. Ab diesem Zeitpunkt werde ich total von ihr gelovebombt. Sie sucht wieder permanent Nähe und wir waren das erste mal seit Monaten wieder zusammen spazieren und Eis essen. Ich glaube ihr, dass sie zusammen bleiben will. Es scheint große mentale Erleichterung für sie gewesen zu sein den Mietvertrag unterschrieben zu haben.
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Nun sagt sie, dass es vielleicht eine Chance für uns ist und es uns vielleicht aufzeigt nicht so beharrlich auf unseren Perspektiven zu sitzen.
Ich habe sie so sehr geliebt, aber dass sie jetzt auszieht, anstatt dass wir uns gemeinsam eine größere Wohnung suchen wo sie mehr Rückzug finden kann, killt das alles für mich. Wir hätten zusammen einen Weg finden können. Jetzt haben wir wieder getrennte Buden wie Teenies. Alles zurück auf Anfang. Ich bin ihr meiner Meinung nach weit entgegen gekommen, sie geht aber genau in die andere Richtung.
Jetzt sitze ich in einer Wohnung, die ich alleine nicht bezahlen kann. Sie hat die Wohnung einfach über Kollegen bekommen, ich muss jetzt auf hunderte Wohnungsbesichtigungen rennen und darum betteln, dass mich jemand in seine überteuerte Abstellkammer einziehen lässt (Großstadt halt). Und bis ich etwas habe, laufe ich Monat für Monat weiter in den finanziellen Ruin. Sie ist fein raus aus dem Schneider.
Und ich weiß immernoch nicht, ob wenn ich mit ihr zusammen bleiben würde, wir überhaupt ein Kind bekommen würden. Ich werde seit Jahren hingehalten mit einer Antwort. Sie möchte sich erstmal selber finden wieder und Sicherheit in der Karriere erhalten. Die letzten Jahre Arbeit waren hart für sie. Gerade hat sie einen neuen befristeten Vertrag, auf den letzten Drücker kurz vor der Arbeitslosigkeit gefunden. Sie will raus gehen und die Welt bereisen. Sie würde nicht auf teure Reisen auf die andere Seite der Welt verzichten wollen wegen Kindern. Ich dagegen würde alles für meine Familie zurück stecken. Überstunden kloppen und auf jeden Luxus verzichten, wenn es sein müsste. Meine Hobbies zurückfahren, um für meine Familie Zeit zu finden.
Sie sagt auch, dass sie sich selbst als das Problem sieht. Und dass sie das fertig macht. Sie hat ebenfalls Angst, dass sie es dann doch bereut, wenn sie keine Familie gegründet hätte.
Sorry für die Wall of Text. Danke an alle, die es trotzdem durchlesen. Nicht perfekt strukturiert, ich weiß. Aber so sind meine Gedanken gerade auch. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Sicht auf die Situation teilen könntet :).
Edit: Die Wohnung war schon bevor sie einzog finanziell an meiner Schmerzgrenze. Wäre sie damals nicht eingezogen, hätte ich mir etwas anderes gesucht. In der Zwischenzeit wurde die Miete noch 2x erhöht und die Nebenkosten sind jedes Jahr gestiegen. Außerdem wurde ich betriebsbedingt gekündigt im letzten Job und verdiene weniger im neuen Job.