Ende 20 | Lkw-Fahrer am Scheideweg: Verkehrsleiter (IHK) oder IT-Neuanfang (Systemintegration)?
Hallo zusammen,
ich stehe vor einer wichtigen Entscheidung bezüglich meiner beruflichen Zukunft und würde mich über eure ehrlichen Meinungen und Erfahrungen aus beiden Branchen freuen.
Zu meiner Person & Ausgangslage:
Ich bin Ende 20, EU-Bürger, lebe seit knapp 3 Jahren in Deutschland. Nach dem Allgemeingymnasium wollte ich eigentlich IT studieren, was damals nicht geklappt hat. Bin dann im Maschinenbau gelandet, habe aber im 2. Jahr abgebrochen (Interesse fehlte und ich musste aus familiären Gründen schnell Geld verdienen). Fahre seit 5 Jahren Lkw, aktuell im Nahverkehr (Mo–Fr, jeden Tag zu Hause).
Warum ich wechseln möchte:
Das Gehalt ist solide (rund 3.000 € netto in Steuerklasse 1 inkl. Spesen), aber der Preis dafür ist dauerhaft eine extrem hohe Stundenzahl (regelmäßig weit über 200h/Monat). Mehr Geld gäbe es nur durch noch mehr Keulerei. Ich fühle mich im Lkw am Limit. Meine Freundin und ich planen in den nächsten 2–3 Jahren ein Kind. Ich möchte nicht den Rest meines Lebens 10–12 Stunden am Tag auf der Straße verbringen, sondern Zeit für die Familie haben.
Ich schwanke aktuell zwischen zwei Optionen:
Option 1: Verkehrsleiter / Fuhrparkleitung (IHK Fachkundeprüfung)
Auf meinen 5 Jahren Praxis aufbauen, die IHK-Prüfung für den Güterkraftverkehr machen und ab in die Disposition / Verkehrsleitung.
Tausche ich hier nur den physischen Stress im Lkw gegen noch größeren psychischen Druck, Zeitdruck und ständige Erreichbarkeit im Büro ein?
Option 2: IT-Quereinstieg / Umschulung (Systemintegration / FISI)
Umschulung oder Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration.
Wie schmerzhaft ist der finanzielle Rückschritt während der Ausbildungszeit wirklich?
Meine Fragen an euch:
- Gibt es hier Disponenten, Verkehrsleiter oder Sysadmins, die Einblicke in ihren echten Arbeitsalltag, Stresspegel und die Work-Life-Balance geben können?
- Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Vielen Dank für euren Input!