u/Safe-Elephant-501

versteckte Anspielungen

Hallo zusamen - ich schreibe gerade an etwas neuem, das sich um den Profi-Radsport dreht. Trotz mancher ernster Elemente des Plots kann ich es ja nicht lassen, auch "Humor" (oder das, was ich dafür halte) in die Hndlung einzubauen. Hier zwei kleine Schnipsel - mich würde interessieren, ob die Pointen "rüberkommen", oder lassen die Anspielungen die Leser/innen mit nem Fragezeichen zurück?

  1. [vor dem Start einer Etappe]

Wenig später rollte Daggi mit ihren Teamkameradinnen vor die Tribüne in der Startzone, um sich einzuschreiben. Laura hatte in Windeseile Daggis Sonderwunsch nach neuen Fingernägeln erfüllt - und räumte mit Henk das Innere des Busses soweit auf, dass sie die Verpflegungsbeutel vorbereiten konnten. 

"Wat hebt je zo lang gedaan?" fragte Henk. 

"Oh, niets bijzonders... Daggi heeft een filmpje voor haar moeder als verjaardagsgroet opgenomen." wich Laura aus.

Über Henk Verschrouwens erzählten sich die Fahrerinnen hinter vorgehaltener Hand, dass er noch einer von jenen war, die in ihrem Leben noch eine echte EPO-Spritze gesehen hatten. Aber das war (angeblich) noch zu Zeiten, in denen er noch für Männer-Teams gearbeitet hatte. Allerdings wachte er manchmal schweißgebadet mit Alpträumen auf und soll im Halbschlaf gerufen haben: "¡Esconde esas transfusiones!"

  1. [inhaltlich drei Monate später]

Zur gleichen Zeit in Norditalien, in der Po-Ebene: 

Nachdem Daggi und ihre Teamkolleginnen eine Woche zuvor den diesjährigen "Omloop van Maaskantje-Schijndel" unscheinbar beendet hatten (Claudine Willems landete immerhin auf einem achtbaren sechsten Platz), hatte an diesem Tag die 138 Kilometer lange "Trofeo Guareschi" zwischen Boscaccio und Brescello angestanden.

Daggi, die aufgrund ihrer Physis nicht so sehr zu den Sprinterinnen zählte, tat etwas, was sie nur sehr selten tat: Sie gewann den Zielspurt. Mit aufrechtem Körper reichte es sogar für die "Armsäge" auf dem Zielstrich. Ihre Konkurrentinnen waren recht jung, unerfahren oder hatten sich schlicht übertölpeln lassen. Nach drei Stunden Fahrzeit ließ sie die anderen der Spitzengruppe einen halben Kilometer vor dem Ziel "einfach stehen".

Bei der Siegerehrung durch den Veranstalter, die wesentlich kürzer war als die beim Giro, gab es zunächst einen kleinen Pokal und einen Scheck über 5000 Euro.

Als jedoch die örtlichen Honoratioren, der Bürgermeister und der Pfarrer, sich nach einer kleinen Handgreiflichkeit geeinigt hatten, dass sie die lokale Siegestrophäe gemeinsam überreichten, stand Tante Laura, die 98%ige Veganerin vor einem Problem: Wo nun dieses Monstrum von geräuchertem Schinken im Teambus verstauen?

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u/Safe-Elephant-501 — 2 days ago

Platz für queeres schreiben?

Hallo : ) gibt es einen subreddit für "schreiben" geschriebenes zu posten? Es gibt natürlich r/schreiben und r/einfach_schreiben -aber die sind (vielleicht auch durch die Thematik) gelähmt/träge in Reaktion oder gar Antworten/Meinungen. Vielleicht weiß jemand was...

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u/Safe-Elephant-501 — 5 days ago

"Einschulung"

753wortiger Auszug aus einem ungeplantem "Sequel" aus meinem Erzähluniversum...weiß noch nicht, wo ich da mit "hin" will.

drei Monate nach dem Giro:

Erster Schultag, Grundschule Müssen, Klasse 1c, Frau Roßbach:

Frau Roßbach fragte das blonde Mädchen in der zweiten Reihe: 

"Und du bist die…?"

"Ich bin Luzi."

"Und wie heißt du mit Nachnamen?"

"Boelcke."

"Und wie heißen deine Eltern? Hast du Geschwister?"

"Ja…meine Mama heißt Sabine und mein Papa heißt Richard. Und mein kleiner Bruder heißt Tobias. Und mein Papa fliegt Düsenjäger und meine Tante Daggi fährt im Fernsehen Fahrrad. Aber das ist die kleine Schwester von meiner Mama."

"Oh das ist ja toll…dein Papa ist Pilot?"

Luzi nickte eifrig. "Ja"

"Und deine Tante ist im Fernsehen?"

"Ja…die fährt Fahrrad. Und immer wenn sie gewinnt, dann küsst sie Tante Laura."

"Wer ist denn Tante Laura? Auch eine Schwester von deiner Mama oder von deinem Papa?"

"Nein!" kicherte Luzi, "Laura ist die Frau von Daggi…so wie Papa und Mama und Opa und Oma und mein anderer Opa und meine andere Oma."

"Achso…verstehe… Und hast du ein Lieblingstier? Eine Lieblingsfarbe?"

"Mein Lieblingstier ist ein Elefant und meine Lieblingsfarbe ist rosa."

"Gut, danke Luzi!"

Die Lehrerin wandte sich an den nächsten ihrer neuen Schützlinge.

Zur gleichen Zeit in Norditalien, in der Po-Ebene: 

Nachdem Daggi und ihre Teamkolleginnen eine Woche zuvor den "Omloop van Maaskantje-Schijndel" unscheinbar beendet hatten (Claudine Willems landete immerhin auf einem achtbaren sechsten Platz), hatte an diesem Tag die "Trofeo Guareschi" (irgendwo zwischen Boscaccio und Brescello) angestanden.

Daggi, die aufgrund ihrer Physis nicht so sehr zu den Sprinterinnen zählte, tat etwas, was sie nur sehr selten tat: Sie gewann den Zielspurt. Mit aufrechtem Körper reichte es sogar für die "Armsäge" auf dem Zielstrich. Ihre Konkurrentinnen waren recht jung, unerfahren und hatten sich schlicht übertölpeln lassen. Nach drei Stunden Fahrzeit ließ sie die anderen der Spitzengruppe einen halben Kilometer vor dem Ziel "einfach stehen".

Bei der Siegerehrung durch den Veranstalter, die wesentlich kürzer war als die beim Giro, gab es zunächst einen kleinen Pokal und einen Scheck über 5000 Euro.

Als jedoch die örtlichen Honoratioren, der Bürgermeister und der Pfarrer, sich nach einer kleinen Handgreiflichkeit geeinigt hatten, dass sie die lokale Siegestrophäe gemeinsam überreichten, stand Tante Laura, die 98%ige Veganerin vor einem Problem: Wo nun dieses Monstrum von geräuchertem Schinken im Teambus verstauen?

Die DNA-Analyse der Carabinieri hatte inzwischen ergeben, dass das corpus delicti nicht von einer im Hotel untergebrachten Fahrerin stammte. Auch wenn Laura und Daggi den Vorfall inzwischen fast verdrängt hatten, so hatte doch Daggis Instagram-Post für hohe Wellen gesorgt.

Noch am selben Morgen nach dem Frühstück hatten sie ein Video gedreht, Daggi hatte direkt in die Kamera gesprochen: (schön im Trikot, im Hintergrund die Alpen)

"Hello - Today my wife discovered a literal piece of shit in front of our hotel room. With a little rainbow-flag. Thats really brave, really! Just to be clear: I will not ride slower, I, neither my wife, will not become straight, and we will not hide or vanish.

If you are so disgusted by two women loving each other, which makes YOU creeping in a hotel with a bag or colon full of shit, then YOU have issues, not us!"

Dann machte sie eine ganz kurze Pause, um sich an den Wortlaut zu erinnern, und hatte hinzugefügt: "Mnasestai tina faimi kai eteron ammeon! Semper Sorores!"

Getaggt war das kurze Video, das mit einer kurzen Einblendung des corpus delicti endete und alsbald viral ging, mit "#Lesbian #StillHere #RideOn #WomenInSport #Cycling #lesbianvisibility"

Drei Monate waren seitdem vergangen.

Nun stand sie auf dem Marktplatz von Brescello und signierte Autogrammkarten, Kappen und Trikots mit einem Edding. Unter den Autogrammjäger*innen waren in letzter Zeit immer mehr junge Frauen.

Die letzten beiden, für die sich Daggi auch noch Zeit nahm, waren zwei Teenagerinnen, vielleicht 16-17 Jahre alt. Die eine spindeldürr, goth-schwarz mit Nasenring, die andere eher etwas "kräftiger maskuliner", aber beide mit Regenbogenarmbändchen. 

"You are not here because of the cycling?" fragte Daggi, als sie ihren Namen auf das nachgemachte Maglia Rosa kritzelte.

"No…" gab die dünne verlegen zu. Ihre Begleiterin ergänzte: "You are a heroine!"

Daggi lächelte müde. Aber innerlich dachte sie: "Ich brauch' Urlaub!"

Schnell wurde noch ein Selfie geschossen - "mille grazie, mille mille grazie!" Dann war die Autogrammstunde vorbei.

"Laura? Ich will nach Hause..!"

"Maastricht?"

"Nee…Wiezethal…" seufzte Daggi. "Ich hab' Heimweh!"

Während der Rest des Teams sich tags darauf wieder auf den Heimweg nach Hasselt machte, hängten sie noch drei Tage Ravenna an: Laura wollte die spätantiken Mosaiken und Kirchen sehen. Dann kehrten sie erst nach Maastricht zurück, um dann von Frankfurt in die Heimat zu fliegen. Nur für zwei Wochen. Aber es wurde Zeit.

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u/Safe-Elephant-501 — 5 days ago
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"Einschulung"

drei Monate nach dem Giro:

Erster Schultag, Grundschule Müssen, Klasse 1c, Frau Roßbach: Frau Roßbach fragte das blonde Mädchen in der zweiten Reihe:  "Und du bist die…?" "Ich bin Luzi." "Und wie heißt du mit Nachnamen?" "Boelcke." "Und wie heißen deine Eltern? Hast du Geschwister?" "Ja…meine Mama heißt Sabine und mein Papa heißt Richard. Und mein kleiner Bruder heißt Tobias. Und mein Papa fliegt Düsenjäger und meine Tante Daggi fährt im Fernsehen Fahrrad. Aber das ist die kleine Schwester von meiner Mama." "Oh das ist ja toll…dein Papa ist Pilot?" Luzi nickte eifrig. "Ja" "Und deine Tante ist im Fernsehen?" "Ja…die fährt Fahrrad. Und immer wenn sie gewinnt, dann küsst sie Tante Laura." "Wer ist denn Tante Laura? Auch eine Schwester von deiner Mama oder von deinem Papa?" "Nein!" kicherte Luzi, "Laura ist die Frau von Daggi…so wie Papa und Mama und Opa und Oma und mein anderer Opa und meine andere Oma." "Achso…verstehe… Und hast du ein Lieblingstier? Eine Lieblingsfarbe?" "Mein Lieblingstier ist ein Elefant und meine Lieblingsfarbe ist rosa." "Gut, danke Luzi!" Die Lehrerin wandte sich an den nächsten ihrer neuen Schützlinge.

Zur gleichen Zeit in Norditalien, in der Po-Ebene:  Nachdem Daggi und ihre Teamkolleginnen eine Woche zuvor den "Omloop van Maaskantje-Schijndel" unscheinbar beendet hatten (Claudine Willems landete immerhin auf einem achtbaren sechsten Platz), hatte an diesem Tag die "Trofeo Guareschi" (irgendwo zwischen Boscaccio und Brescello) angestanden. Daggi, die aufgrund ihrer Physis nicht so sehr zu den Sprinterinnen zählte, tat etwas, was sie nur sehr selten tat: Sie gewann den Zielspurt. Mit aufrechtem Körper reichte es sogar für die "Armsäge" auf dem Zielstrich. Ihre Konkurrentinnen waren recht jung, unerfahren und hatten sich schlicht übertölpeln lassen. Nach drei Stunden Fahrzeit ließ sie die anderen der Spitzengruppe einen halben Kilometer vor dem Ziel "einfach stehen". Bei der Siegerehrung durch den Veranstalter, die wesentlich kürzer war als die beim Giro, gab es zunächst einen kleinen Pokal und einen Scheck über 5000 Euro. Als jedoch die örtlichen Honoratioren, der Bürgermeister und der Pfarrer, sich nach einer kleinen Handgreiflichkeit geeinigt hatten, dass sie die lokale Siegestrophäe gemeinsam überreichten, stand Tante Laura, die 98%ige Veganerin vor einem Problem: Wo nun dieses Monstrum von geräuchertem Schinken im Teambus verstauen?

Die DNA-Analyse der Carabinieri hatte inzwischen ergeben, dass das corpus delicti nicht von einer im Hotel untergebrachten Fahrerin stammte. Auch wenn Laura und Daggi den Vorfall inzwischen fast verdrängt hatten, so hatte doch Daggis Instagram-Post für hohe Wellen gesorgt. Noch am selben Morgen nach dem Frühstück hatten sie ein Video gedreht, Daggi hatte direkt in die Kamera gesprochen: (schön im Trikot, im Hintergrund die Alpen) "Hello - Today my wife discovered a literal piece of shit in front of our hotel room. With a little rainbow-flag. Thats really brave, really! Just to be clear: I will not ride slower, I, neither my wife, will not become straight, and we will not hide or vanish. If you are so disgusted by two women loving each other, which makes YOU creeping in a hotel with a bag or colon full of shit, then YOU have issues, not us!" Dann machte sie eine ganz kurze Pause, um sich an den Wortlaut zu erinnern, und hatte hinzugefügt: "Mnasestai tina faimi kai eteron ammeon! Semper Sorores!" Getaggt war das kurze Video, das mit einer kurzen Einblendung des corpus delicti endete und alsbald viral ging, mit "#Lesbian #StillHere #RideOn #WomenInSport #Cycling #lesbianvisibility" Drei Monate waren seitdem vergangen.

Nun stand sie auf dem Marktplatz von Brescello und signierte Autogrammkarten, Kappen und Trikots mit einem Edding. Unter den Autogrammjäger*innen waren in letzter Zeit immer mehr junge Frauen. Die letzten beiden, für die sich Daggi auch noch Zeit nahm, waren zwei Teenagerinnen, vielleicht 16-17 Jahre alt. Die eine spindeldürr, goth-schwarz mit Nasenring, die andere eher etwas "kräftiger maskuliner", aber beide mit Regenbogenarmbändchen.  "You are not here because of the cycling?" fragte Daggi, als sie ihren Namen auf das nachgemachte Maglia Rosa kritzelte. "No…" gab die dünne verlegen zu. Ihre Begleiterin ergänzte: "You are a heroine!" Daggi lächelte müde. Aber innerlich dachte sie: "Ich brauch' Urlaub!" Schnell wurde noch ein Selfie geschossen - "mille grazie, mille mille grazie!" Dann war die Autogrammstunde vorbei.

"Laura? Ich will nach Hause..!" "Maastricht?" "Nee…Wiezethal…" seufzte Daggi. "Ich hab' Heimweh!" Während der Rest des Teams sich tags darauf wieder auf den Heimweg nach Hasselt machte, hängten sie noch drei Tage Ravenna an: Laura wollte die spätantiken Mosaiken und Kirchen sehen. Dann kehrten sie erst nach Maastricht zurück, um dann von Frankfurt in die Heimat zu fliegen. Nur für zwei Wochen. Aber es wurde Zeit.

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u/Safe-Elephant-501 — 5 days ago
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Ein Nachmittag im Mai - alles wie immer

Ich habe per Zufall eine Kurzgeschichte geschrieben (3342 Worte). Eigentlich wollte ich eine kurze Hommage schreiben, aber dann ist es etwas "eskaliert". Das Setting/Figurenkabinett stammt zwar aus meinem "ewigen Romanprojekt", aber spielt einige Jahre nach dessen Handlung in der Zukunft (daher die Spoilerwarnung). Aber: die Kurzgeschichte funktioniert auch als stand-alone. Ich würde mich über Rückmeldungen freuen! 😉

https://www.reddit.com/r/ElephantsGarden/comments/1tczl9v/ein_nachmittag_im_mai_alles_wie_immer/

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u/Safe-Elephant-501 — 8 days ago