versteckte Anspielungen
Hallo zusamen - ich schreibe gerade an etwas neuem, das sich um den Profi-Radsport dreht. Trotz mancher ernster Elemente des Plots kann ich es ja nicht lassen, auch "Humor" (oder das, was ich dafür halte) in die Hndlung einzubauen. Hier zwei kleine Schnipsel - mich würde interessieren, ob die Pointen "rüberkommen", oder lassen die Anspielungen die Leser/innen mit nem Fragezeichen zurück?
- [vor dem Start einer Etappe]
Wenig später rollte Daggi mit ihren Teamkameradinnen vor die Tribüne in der Startzone, um sich einzuschreiben. Laura hatte in Windeseile Daggis Sonderwunsch nach neuen Fingernägeln erfüllt - und räumte mit Henk das Innere des Busses soweit auf, dass sie die Verpflegungsbeutel vorbereiten konnten.
"Wat hebt je zo lang gedaan?" fragte Henk.
"Oh, niets bijzonders... Daggi heeft een filmpje voor haar moeder als verjaardagsgroet opgenomen." wich Laura aus.
Über Henk Verschrouwens erzählten sich die Fahrerinnen hinter vorgehaltener Hand, dass er noch einer von jenen war, die in ihrem Leben noch eine echte EPO-Spritze gesehen hatten. Aber das war (angeblich) noch zu Zeiten, in denen er noch für Männer-Teams gearbeitet hatte. Allerdings wachte er manchmal schweißgebadet mit Alpträumen auf und soll im Halbschlaf gerufen haben: "¡Esconde esas transfusiones!"
- [inhaltlich drei Monate später]
Zur gleichen Zeit in Norditalien, in der Po-Ebene:
Nachdem Daggi und ihre Teamkolleginnen eine Woche zuvor den diesjährigen "Omloop van Maaskantje-Schijndel" unscheinbar beendet hatten (Claudine Willems landete immerhin auf einem achtbaren sechsten Platz), hatte an diesem Tag die 138 Kilometer lange "Trofeo Guareschi" zwischen Boscaccio und Brescello angestanden.
Daggi, die aufgrund ihrer Physis nicht so sehr zu den Sprinterinnen zählte, tat etwas, was sie nur sehr selten tat: Sie gewann den Zielspurt. Mit aufrechtem Körper reichte es sogar für die "Armsäge" auf dem Zielstrich. Ihre Konkurrentinnen waren recht jung, unerfahren oder hatten sich schlicht übertölpeln lassen. Nach drei Stunden Fahrzeit ließ sie die anderen der Spitzengruppe einen halben Kilometer vor dem Ziel "einfach stehen".
Bei der Siegerehrung durch den Veranstalter, die wesentlich kürzer war als die beim Giro, gab es zunächst einen kleinen Pokal und einen Scheck über 5000 Euro.
Als jedoch die örtlichen Honoratioren, der Bürgermeister und der Pfarrer, sich nach einer kleinen Handgreiflichkeit geeinigt hatten, dass sie die lokale Siegestrophäe gemeinsam überreichten, stand Tante Laura, die 98%ige Veganerin vor einem Problem: Wo nun dieses Monstrum von geräuchertem Schinken im Teambus verstauen?