Anspruchshaltung gegenüber Lehrkräften
Ich bin kein Lehrer, aber mit einer Lehrerin verheiratet, falls der Post dadurch nicht in dieses Sub passt, tut mir das Leid. Mich würde aber wirklich die Meinung anderer Lehrerinnen und Lehrer interessieren.
In unserer Stadt gibt es anscheinend einen Finanzierungstopf für Sport und Bildung. Da nun eine große Sportanlage gebaut wird (für den Profi-Sport), ist dieser Topf wohl recht trocken (was für eine selten dämliche Idee das ist ist ja nochmal eine ganz andere Sache). Daher ist in der Schule meiner Frau wohl tatsächlich kein Geld für Toner vorhanden. Soweit so nervig aber auch irgendwie wenig überraschend. Was mich überrascht ist, dass es irgendwie einfach keine... Regelung zu geben scheint.
Es soll und muss gedruckt werden.
Es gibt keinen Toner.
Es soll auch keiner gekauft werden.
Die logische Konsequenz ist natürlich, dass die Lehrkräfte zuhause drucken. Da ich Grafiker bin sind wir da im Homeoffice recht gut ausgestattet, und von der Steuer abgesetzt ist das eh schon, aber mich wundert wirklich, dass es an einer öffentlichen Einrichtung wie einer Schule einfach so akzeptiert wird, dass hier irgendwie eine Logik-Lücke vorliegt. Es wird ja auch nicht gesagt "Auf weiteres sollen Lehkräfte bitte zuhause drucken...". Die Angelegenheit wird quasi einfach ignoriert.
Mich regt das ehrlichgesagt hautpsächlich deshalb auf, weil Lehrkräfte, grade die an Grundschulen, die ich so kenne, sowieso schon ziemlich viel auf eigene Kosten anschaffen, weil sie es für nötig halten, das Budget das aber nicht vorsieht, oder weil es keine Mechanismen gibt, das Geld zurück zu bekommen. Und das schließst Anschaffungen, die die Lehrer für "nett für die Kinder" halten ja noch nichtmal ein. Das scheint mir eine Weiterführung dieser Praxis zui sein, Lehrer pro Unterrichts- nicht pro Arbeitsstunde zu bezahlen: Mehrarbeit und -Ausgaben werden erwartet, aber nicht so wirklich anerkannt. Aber es scheint mir selten so pointiert wie in diesem Fall, in dem die Schule ja wirklich zu sagen scheint:
"Wir fordern euch natürlich nicht auf, privat zu drucken, da kann euch ja keiner zu zwingen, aber Ihr müsst drucken, da führt kein Weg dran vorbei, an der Schule könnt ihr das nicht tun, aaaaaalsoooo... ne?"
Kommt mir absurd frech vor, vor allem, wie gesagt, bei einem staatlichen Arbeitgeber.
Ist sowas normal? Geht sowas überhaupt? Ruht man sich da einfach auf der Gutmütigkeit und dem Altruismus der Lehrer aus?
Ich jedenfalls bin geneigt meine Frau mal öfter in der Schule zu besuchen und mir die Kosten für meinen Toner in Form von Druckerpapier zurückzuklauen. Das scheints noch zu geben, und es wird ja nicht benutzt, weils... ja keinen Toner gibt. Ich könnte auch Schulmahlzeiten erschleichen, aber die sind wohl so widerlich, das tu ich mir dann doch nicht an.
Edit: ich fürchte ich muss Ironie besser kennzeichnen. Ich hatte weder vor, Tonerkosten einszueins in Druckerpapier zu klauen, noch ab jetzt immer in der schule zu essen.