Vielleicht muss nicht immer alles einen Plan haben
Heute ist einer dieser Tage, an denen eigentlich nichts Besonderes passiert ist.
Kein großes Ereignis, keine schlechte Nachricht, kein besonderer Moment. Einfach ein ganz normaler Tag.
Und trotzdem habe ich heute viel nachgedacht.
Darüber, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht. Früher dachte ich immer, irgendwann würde ich genau wissen, wer ich bin, was ich will und wo ich im Leben hinmöchte.
Mittlerweile glaube ich, dass das gar nicht unbedingt so funktioniert.
Vielleicht besteht das Leben weniger daraus, irgendwann eine fertige Version von sich selbst zu werden, und mehr daraus, sich immer wieder neu kennenzulernen.
Man verändert seine Meinung.
Man entdeckt neue Dinge.
Man verliert Interessen und entwickelt andere.
Man lernt Menschen kennen, die einen beeinflussen, manchmal nur für kurze Zeit.
Und irgendwann merkt man, dass man selbst gar nicht mehr genau die Person ist, die man vor ein paar Jahren war.
Komischerweise finde ich den Gedanken inzwischen schön.
Wir reden so oft davon, unser „bestes Ich“ zu werden, als müsste es am Ende eine perfekte Version von uns geben.
Aber vielleicht gibt es die gar nicht.
Vielleicht reicht es, wenn man heute ein bisschen mehr über sich weiß als gestern.
Vielleicht reicht es, wenn man Dinge ausprobiert, obwohl man noch nicht weiß, wohin sie führen.
Vielleicht muss man nicht immer wissen, was der nächste große Schritt ist.
Manchmal ist ein kleiner Schritt auch ein Fortschritt.
Ich glaube, ich möchte aufhören, mein Leben ständig mit irgendeiner Vorstellung davon zu vergleichen, wo ich eigentlich schon sein müsste.
Es gibt keinen festen Zeitpunkt, an dem man „angekommen“ sein muss.
Und vielleicht ist genau das das Schöne daran.
Man hat noch so viel vor sich, ohne zu wissen, was davon tatsächlich passieren wird.
Irgendwie fühlt sich das gerade nicht beängstigend an.
Eher spannend.
Ich weiß nicht, wo ich in fünf Jahren sein werde.
Aber zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass ich das auch gar nicht wissen muss.