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YouTube Automation - Das Gottlebe System. Habe den kostenlosen Workshop besucht und die AGBs gelesen

Es gibt hier schon einen Thread dazu (Warnung/Erfahrungen Lisa Gottlebe, Gottlebe Group), der ist aber archiviert und ich konnte nicht mehr kommentieren. Deshalb ein eigener Post.

Ich war vor kurzem beim kostenlosen Workshop und danach beim ersten unverbindlichen Infogespräch zum „Gottlebe-System“ (Anbieter: GLB Innovations LLC). Danach hat man mir die AGB und die separate Garantieerklärung geschickt, und da steht einiges drin, was im Verkaufsgespräch so nicht vorkommt.

1. Zum Preis: Das Programm kostet laut AGB § 6 genau 5.950 €, also knapp 6.000 €. Dafür bekommt man an wirklich fest zugesicherter 1:1-Zeit überraschend wenig.

In § 3 ist das aufgeschlüsselt: ein Onboarding von 15 Minuten, ein Nischencall von ca. 15 bis 25 Minuten, schriftliches Feedback zu bis zu 6 Videoideen sowie zu Editing- und Thumbnail-Samples (bei den letzten beiden ohne Mengenbegrenzung, eine Bearbeitungsdauer wird nirgends genannt), und danach optionale 1:1-Calls alle zwei Wochen, je 15 bis 20 Minuten, bis zur Monetarisierung.

Fest umrissen sind eigentlich nur Onboarding und Nischencall, zusammen also 30 bis 40 Minuten, plus das schriftliche Feedback. Für die Folgecalls und die Channel-Reviews nach Monetarisierung steht ausdrücklich in den AGB, dass kein Anspruch auf eine bestimmte Anzahl besteht („Ein Anspruch auf eine garantierte Anzahl von 1:1 Terminen … besteht nicht“), und sie sind an Bedingungen geknüpft (aktive Umsetzung, regelmäßiges Posten). Das, was nach viel klingt, also Calls bis zur Monetarisierung und Reviews danach, ist rechtlich nur eine Möglichkeit, keine geschuldete Leistung.

2. Dann die Geld-zurück-Garantie. Die klingt im Gespräch nach einem starken Sicherheitsnetz: Wer nach 12 Monaten mit einem englischsprachigen Kanal keine 5.000 € im Monat oder mit einem deutschsprachigen keine 2.500 € verdient, bekommt die Teilnahmegebühr zurück. In der separaten Garantieerklärung hängt das aber an neun Bedingungen, die offenbar alle gleichzeitig erfüllt sein müssen.

Man muss jeden angebotenen 1:1-Termin wahrnehmen und darf keinen ohne wichtigen Grund ausfallen lassen.

Jede Woche eine ausformulierte Fortschritts-Zusammenfassung per Mail schicken, das Feedback aus jedem Call bis zum nächsten vollständig umsetzen.

Das erste Video spätestens in Woche 5 veröffentlichen, danach mindestens 2 Videos pro Woche posten und nach dem Break-Even 3 bis 4.

Und man darf keinen zweiten Kanal starten, solange der erste nicht profitabel ist, und kein Shorts-Nebenprojekt aufmachen.

Nirgends steht wörtlich, dass eine einzige Woche mit weniger Videos den ganzen Anspruch kostet, aber genau so liest es sich, weil alle neun Punkte als Voraussetzung dafür formuliert sind, dass die Garantie überhaupt greift. Die eigentliche Hürde ist damit nicht der Verdienst, sondern über ein ganzes Jahr konstant 2 bis 4 Videos pro Woche zu liefern und nebenbei alles andere zu erfüllen. Wer einmal aussetzt, wegen Krankheit, Urlaub oder einfach einer Durststrecke, riskiert nach meinem Verständnis die komplette Rückerstattung, und im Verkaufsgespräch wurde das mit keinem Wort betont.

3. Abschließend: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Kanäle aus dem Programm die genannten Beträge wirklich erreichen, und dass das, was neben den paar Call-Minuten vermittelt wird, vor allem Know-how ist, also Strategie, Positionierung, die Feedback-Schleifen. Das ist ein eigener Wert, den man nicht kleinreden sollte. Nur überprüfen lässt sich davon nichts. Gottlebe zeigt keinen einzigen Kanal her, weder den eigenen noch die von Kunden. Begründet wird das damit, dass es der Algorithmus sei, aber egal aus welchem Grund, überprüfbar ist es so eben nicht, und was gezeigt wird, sagt mir wenig.

Mich würde deshalb eine Stellungnahme von Gottlebe interessieren, am liebsten mit überprüfbaren Belegen statt bloßen Aussagen: Wie viele der bisherigen Kunden sind tatsächlich profitabel geworden? Wie oft wurde die Garantie schon ausgezahlt? Und wie oft sind Kunden weder profitabel geworden noch haben sie Geld zurückbekommen, vermutlich weil sie vorher eine Bedingung gerissen haben? Diese letzte Zahl wäre für jeden neuen Kunden wichtig, weil sie zeigt, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, das Ganze ein Jahr lang durchzuziehen.

Und eine Vermutung von mir, die ich nicht ausdrücklich als Spekulation kennzeichne: Weil vertraglich so wenig 1:1-Zeit zugesichert ist und viel nach skalierbarem Content aussieht, ist der tatsächliche Aufwand pro Kunde auf deren Seite wohl eher gering. Das könnte heißen, dass eine Rückzahlung der 5.950 € für den Anbieter finanziell kaum wehtut.

Zusammen mit der Garantie-Sache von oben bleiben für mich zwei Möglichkeiten: Entweder wird wegen einer verfehlten Bedingung sowieso nicht ausgezahlt, oder die Auszahlung kostet sie ohnehin wenig. Das ist nur eine persönliche Einschätzung und keine Tatsachenbehauptung, und eine Einschätzung von Kunden von Gottlebe dazu würde mich interessieren.

Ich bin kein Anwalt, das ist keine Rechtsberatung, sondern meine Sichtweise nach Durchsicht der Unterlagen, die man mir geschickt hat. Wenn jemand das Programm schon gebucht hat oder genauer Bescheid weiß, schreibt bitte!

TL;DR: Knapp 6.000€ für ein YouTube-Automation-Coaching, bei dem vertraglich eigentlich nur rund 30 bis 40 Minuten 1:1-Calls plus etwas schriftliches Feedback wirklich fest zugesichert sind. Alles, was nach viel klingt (laufende Calls, Channel Reviews), ist „kann", kein Anspruch. Die große Geld-zurück-Garantie hängt an neun Bedingungen, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen, unter anderem ein Jahr lang 2 bis 4 Videos pro Woche, und schon ein Ausrutscher kann den kompletten Anspruch kosten. Belegt ist davon nichts, vorgezeigte Kanäle gibt es keine. Ich bin kein Anwalt, das ist nur meine Lesart der mir zugeschickten Unterlagen.

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u/ThomasHeinrich110288 — 5 days ago