
Lang-&-Schwarz: Trade Republic entmachtet seinen Premiumpartner - Börse reagiert hart
Eigentlich könnten die Zeiten für Unternehmen, die Anlegern den Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren ermöglichen, kaum besser sein. Die großen Indizes notieren auf Höchstständen, zugleich sorgen geopolitische Eskalationen immer wieder für Börsenturbulenzen. Ob die Kurse steigen oder fallen: Von jeder Order profitieren Anbieter wie Lang&Schwarz. Der Düsseldorfer Börsenbetreiber sorgt dafür, dass Käufer und Verkäufer zusammenfinden – ein lukratives Geschäft. Doch an diesem Donnerstag kippte die Stimmung plötzlich.
Als selbst börsennotiertes Unternehmen bekommt Lang & Schwarz in Echtzeit zu spüren, wie Anleger die Zukunftsaussichten bewerten. Und diese bewerten Aktionäre nun deutlich schlechter: Bis zum Mittag brach die Aktie fast um 20 Prozent ein.
Kein Wunder. Für Lang & Schwarz ist ein Szenario eingetreten, vor dem Experten schon länger warnten: Das Unternehmen hat die exklusive Stellung bei seinem wichtigsten Kunden Trade Republic verloren.
Bislang wickelte Deutschlands führender Neobroker Kundenorders ausschließlich über einen einzigen Handelsplatz ab: die zu Lang & Schwarz gehörende LS Exchange. Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren für die mehr als zehn Millionen Kunden von Trade Republic lief nur über diese eine Plattform.
Für Lang & Schwarz war Trade Republic ein Klumpenrisiko
Damit ist nun Schluss. Trade Republic hat seine Handelsinfrastruktur grundlegend umgebautli. Künftig ist das Fintech an rund 30 Handelsplätze angeschlossen – von Xetra bis zur Nasdaq. Lang & Schwarz ist damit nur noch eine von vielen Optionen. Standardmäßig leitet der Neobroker Orders an den Handelsplatz weiter, der im jeweiligen Moment den besten Kurs für Kunden bietet.
Kurzum: Die neue Handelsarchitektur bei Trade Republic ist für Lang & Schwarz ein erhebliches Problem.
Lang & Schwarz stand schon länger in der Kritik, die Folgen eines möglichen Orderflow-Wegfalls nicht ausreichend zu kommunizieren. Im Geschäftsbericht 2025 räumte der Finanzdienstleister immerhin ein Klumpenrisiko ein – und bereitete die Aktionäre darauf vor, dass eine „Änderung dieser oder anderer Kundenbeziehung“ zu einem niedrigeren Ergebnis aus der Handelstätigkeit führen könnte.
Mehr dazu hier: https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/lang-schwarz-aktie-trade-republic-entmachtet-seinen-premiumpartner/100237398.html