u/cinnamoncollective

Fühle mich wie ein Versager

Hallo!

Kennt hier jemand das Gefühl, im Leben total versagt zu haben? Zu Schulzeiten war ich Musterschülerin und -tochter, seit dem Abi versage ich aber im realen Leben, obwohl ich doch ''klug'' bin und man mir meine Probleme nicht ansieht. Ich bin nicht offensichtlich beeinträchtigt und deswegen werden Erwartungen an mich herangetragen, die ich nicht erfüllen kann.

Wie geht ihr damit um, dass z.B. Familie, von der man vielleicht abhängig ist, normative Erwartungen an einen stellt, wie man sein Leben zu leben, zu funktionieren hat? Wenn sie einem die Diagnose nicht wirklich glaubt? Wenn sie meint, man sei nur faul? Wie geht ihr damit um, dass ihr nicht gesehen werdet in euren Bedürfnissen und Grenzen? Wenn ihr das Gefühl habt, eure Familie zu enttäuschen? Mich triggert es massiv, ich möchte so gerne allen Menschen gerecht werden und gesehen werden so, wie ich bin. Aber ich verachte mich selbst, weil ich mich unglaublich lebensunfähig finde und mein Lebensrecht infrage stelle.

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u/cinnamoncollective — 4 days ago

I just got a fresh and very butch haircut from a barber shop today. Afterwards I went to the store and noticed some boomer men outwardly staring at me and only looking away after I stared them down. It's become a frequent occurence especially after dressing more and more butch and esp after new haircuts. I really do wonder if they're just trying to figure out my gender or if they're silently judging... or whatever. Still, it angers me that many older people never learned how to behave in public. Being visible is actually quite scary but extremely freeing at the same time.

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u/cinnamoncollective — 16 days ago

Nachdem ich eigentlich nie "irgendwas mit Menschen" machen wollte, bin ich durch "unglückliche" Umstände dennoch im Sozialbereich gelandet. Meine ASS-Diagnose bekam ich erst nach Abschluss des Bachelors. Bis dahin dachte ich, dass ich erfolgreich an meinen Defiziten in der sozialen Interaktion arbeiten und in dieser Branche bestehen könnte, solange ich mich nur komplett umprogrammiere (maskiere bis zum Umfallen). Letzten Endes war das alles nur Selbstbetrug und die Arbeit macht mich kaputt. Der viele Kontakt zu Menschen, kaum feste Strukturen, kaum Rückzugsmöglichkeiten...

Ich habe nun einen ebenso sozialen Master (weil nur das möglich) draufgesetzt in der Hoffnung, der praktischen Arbeit mit ständiger frontaler sozialer Interaktion entfliehen zu können. Der Master qualifiziert aber auch für Innovation und Projektarbeit. Ebenso Forschung.

Ich bin gerade in einer eher unsicheren Phase bzgl. beruflicher Zukunft. Denke immer wieder über eine akademische Laufbahn nach, allerdings gibt es da Stellen nicht wie Sand am Meer. Ebenso schau ich immer mal wieder nach Stellen wie Qualitätsmanagement, Projektmitarbeiter, konzeptionelle Arbeit etc. Im sozialen Bereich aber eher rarer gesät. Die allermeisten Stellenangebote sind eben Stellen "an der Front".

Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder den Wechsel geschafft? Oder kann jemand Bereiche in der Sozialbranche empfehlen, die als Autist vielleicht händelbarer sind? Ist Erwachsenenenbildung eine Idee? Meine Diagnostikerin machte damals den Vorschlag der Selbstständigkeit im Sinne beratender Tätigkeit und argumentierte mit der stärkeren Strukturierung der Kommunikation in Beratungssettings. Aber es strengt mich zu sehr an, wenn die Verantwortung das Gesprächsverlaufs bei mir liegt. Eine Leitungsposition traue ich mir eigentlich auch nicht zu, aber momentan würde ich alles tun, um eben aus der täglichen direkten Interaktion rauszukommen.

Ich bin etwas lost ...

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u/cinnamoncollective — 21 days ago