Sich angemessen kleiden zu können ist ein Skill
Ich finde es absolut traurig, dass "Hauptsache bequem" bei den allermeisten das Nonplusultra in ihrem modischen Empfinden geworden ist.
Keiner erwartet, dass du bei 40 Grad im Dreiteiler durch die Stadt rennst. Aber dass man in Hemd und Stoffhose beim Abendessen im Restaurant gefragt wird, warum man sich denn so schick gemacht hat, finde ich schon arg befremdlich.
Auch und gerade Herrenmode bietet so viele Möglichkeiten sich selbst auszudrücken, zu experimentieren und ein bisschen Ästhetik in den eigenen Alltag zu bringen.
Aber wo man hinschaut sieht man Typen in schlecht sitzenden Jeans, ausgelatschten Sneakers und verwachsenen Tshirts, weil das "ja so bequem" ist.
Dass man seine Garderobe dem Anlass entsprechend wählt hat etwas mit Kommunikation, sozialer Kompetenz und auch ein bisschen mit Selbstrespekt zu tun.
Dass du zu jeder Gelegenheit dein super-bequemes, aber dezent zerschlissenes 08/15-Go-To-Outfit trägst, lässt dich gar nicht so unabhängig und gefestigt wirken, wie du vielleicht denkst. Es macht immer ein bisschen den Eindruck eines bockigen Teenagers, der sich schon aus Prinzip jeder gesellschaftlichen Konvention verweigert.