Die echten Kosten
Ich sehe viele Posts von Leuten, die sich fragen, ob sie sich den Hausbau leisten können mit Einkommen X, Finanzierung Y und Angebot Z. Das ist natürlich verständlich.
Was ich nie sehe ist: Kann ich mir den Stress persönlich und gesundheitlich leisten?
Wir bauen mit einem sogenannten "besseren" FH-Anbieter schlüsselfertig und mal abgesehen von den unverschämten Preisen, die überall aufgerufen werden und auch gerne mal vorab verheimlicht werden, ist das alles unglaublich anstrengend.
- Bauunternehmen: Arbeitet stur nach Wasserfallmodell, die kleinste Verzögerung im Schritt A verzögert nicht nur A sondern das gesamte Projekt, linke Hand weiß nicht was rechte tut, teils inkompetente Mitarbeiter.
- Bauseitige Gewerke: Jeder erzählt was anderes, alle wollen dich abzocken, keine commitments bis zur letzten Minute, fehlende Absprachen, verantwortlich ist eh immer jemand anders (im Zweifelsfall: ich), man selber steht dazwischen als Laie und zuckt nur mit den Schultern 🤷♂️
- Ämter: Genau was man erwartet, z. T. inkompetente Bleistiftschubser mit Machtkomplex, die zugegebenermaßen auch mit bescheuerten Vorgaben arbeiten müssen (über Gemeinde, Landkreis und Länderebene)
- Ich muss *alles* überprüfen und häufig korrigieren weil in jedem Gewerk geschlampt wird. Falsche oder unvollständige Unterlagen werden hin und her gereicht, Missverständnisse links und rechts folgen. Jeder Fehler kostet mindestens Zeit, eventuell auch Geld.
Kurzum: Es ist wie ein zweiter Job. Also wenn ihr fragt was der Hausbau kostet: Vor allem Zeit, Lebensenergie und Nerven. Könnt ihr euch das leisten mit stressigem Hauptberuf, zwei Kindern und Hund?
PS: Meine Friseurin bestätigte mir kürzlich, dass ich mehr graue Haare habe als letztes Jahr 😶 Q.E.D.