Mich hat selten eine Wohnungsannonce so wütend gemacht. Miserable Konditionen als "kostenfrei" verpackt.

Mich hat selten eine Wohnungsannonce so wütend gemacht. Miserable Konditionen als "kostenfrei" verpackt.

Beim Kleinanzeigen-scouten bin ich auf diese Anzeige gestoßen. Beim ersten Blick fand ich die etwas dubios, aber eventuell nett gemeint. Auf den zweiten jedoch ist das so eine dreiste Abzocke, dass ich nicht anders kann als mich hier drüber aufzuregen.

Da bietet eine """kostenfreie""" Unterkunft an, gegen Arbeit. Wenn ich mir die Rahmenbedingungen anschaue, komme ich auf folgende Rechnung:

Tägliches Reinigen von 11-15 Uhr, also 4 Stunden täglich sind 120 Stunden im Monat.

Nehmen wir mal an man kriegt den gesetzlichen Mindestlohn, damit es leichter zu rechnen ist, runden wir die 13,90€ auf 14€ auf.

120 x 14€ = 1680€

Ziehen wir 40% wegen fiktiven Steuern, Sozialabgaben, Krankenversicherung, Rentenversicherung (von der jeder unter 50 nie einen Cent sehen wird btw) und was es sonst noch so gibt ab, so sind wir bei 1008€.

Man zahlt also "umgerechnet" über 1000€ für ein verficktes Zimmer... in einer Pension.

Oder anders ausgedrückt: Man arbeitet 120 Stunden im Monat, nur um ein Dach über dem Kopf zu haben.

Geht noch ein bisschen mehr Kapitalismus im Endstadium?

Wollen wir wetten, dass ich mein Zimmer nicht mal so einrichten kann wie ich will?

u/himizu1995 — 4 days ago

Gestern ist Micron um über 10% gefallen. Asiaten haben es nicht aufgekauft. In welche Richtung wird es wohl heute, besonders nach 15:30 gehen? Werden sich die Fettis nochmal vor der geschlossenen Börse eindecken oder fällt der Bums bis >Montag?

u/himizu1995 — 7 days ago

Habe aus Versehen meine Steckdose rausgerissen. Sofortiger Handlungsbedarf?

Ich wollte eben mein Sofa umstellen, weil mir was drubter gefallen ist, was ich mit dem bloßen Auge nicht sehen konnte.

Ich zog das Sofa also ein Stück nach hinten und es steckte fest. In meiner unendlichen Weisheit habe ich daraufhin einfach mehr Gewalt angewendet. Nachdem das nicht half, habe ich nachgeschaut und jo, die Steckdose hatte dich darin wohl verfangen gehabt.

Das Teil hängt jetzt semi-lose heraus. Die rechte Seite lässt sich vollständig reindrücken, die linke hängt so fest, wie sie ist.

Die Steckdose benutze ich aufgrund ihrer Position nicht.

Ich hab gegooglet und der meint, dass ich ne tickende Zeitbombe in der Bude habe (Stromschlag- und Brandgefahr)

Stimmt das so? Sollte ich mir sofort Hilfe holen oder kann ich das so lassen?

Mein Vermieter wird wahrscheinlich wenig erfreut sein.

u/himizu1995 — 8 days ago

Ich habe in zwei Tagen meine gesamten Ersparnisse verzockt, während mein Leben sowieso schon auseinanderfällt. Der einzige Ausweg scheint für mich die Prostitution zu sein. Ich weiß nicht wie, oder wieso, ich überhaupt noch weitermachen sollte.

Ich habe mir aus Gründen der Anonymität und auch aus Scham einen neuen Account gemacht, um diesen Post zu verfassen.

Ich entschuldige mich, falls das hier etwas wirr wirkt, ich bin emotional grade am absoluten Tiefpunkt, versuche aber möglichst verständlich zu schreiben, wie ich in zwei Tagen mein Leben irreperabel ruiniert habe, in der Hoffnung, dass irgendjemand vielleicht eine Option sieht, wie ich den Schaden zumindest minimieren könnte.

Meine Familie und ich sind vor etwa 20 Jahren nach Deutschland gezogen. Viel Geld hatten wir nie, obwohl meine Eltern schon ihr gesamtes Leben lange und hart arbeiten, nur leider in Berufen, die nicht viel Geld abwerfen (Verkäuferin und Altenpflegerhelfer).

Im letzten Schuljahr entwickelte ich leider psychische Probleme, welche mich von dort an nie losließen. Die größten waren Depressionen und eine Angststörung. Dennoch schaffte ich es, mit viel Mühe, eine Ausbildung abzuschließen, zur Verwaltungsfachangestelltin. Diese Arbeit machte ich dann, wenn auch sehr unglücklich und mit einigen Unterbrechungen aufgrund der Psyche. Ich unterstützte meine Eltern finanziell wo es nur ging und schaffte es sogar, Geld zur Seite zu legen, da ich kostenfrei bei meiner Großmutter leben konnte.

Jedoch war für mich irgendwann Schluss. Ich konnte einfach nicht mehr, es war für mich unmöglich meiner Arbeit nachzugehen, meine Psyche ist zu angeknackst, und ich wurde als arbeitsunfähig eingestuft. Zuerst bekam ich von meinem Arbeitgeber die Lohnfortzahlung. Anschließend 1,5 Jahre Krankengeld, in dieser Zeit wurde mir auch gekündigt. Aus diesem bin ich jetzt aber auch raus und beziehe ALG1. Nach Abzug aller Kosten ist dieses knapp über Bürgergeld-Niveau.

Irgendwann fing ich dann im Internet zu recherchieren, wie man mit bestehendem Geld, in meinem Fall meinem Ersparten, das meiste schöpfen könnte und kam so auf den Aktienmarkt.

In diesem Fall möchte ich unbedingt folgendes loswerden: ich möchte niemanden davon abhalten, sein Geld in Aktien oder Fonds zu investieren. Das ist prinzipiell eine super Sache, außer man macht es so bescheuert wie ich.

Also nahm ich mein gesamtes Erspartes der letzten 8 Jahre, in meinem Fall 15.500€ in erstellte mir ein Aktiendepot. Während ich das hier schreibe, ist mein Puls auf 180 und mir ist wirklich kotzübel, ich mache eine kurze Pause. Am Anfang habe ich noch sehr konservativ und sicher angelegt, habe aber irgendwann angefangen Hebelprodukte auszuprobieren. Das sind solche, die die potentiellen Gewinne, aber auch die Verluste, stark erhöhen. Am Anfang lief es gut und ich freute mich sehr, wie schnell ich, für meine Verhältnisse, Geld machen konnte.

Ich bin in 7 Monaten von 15.500€ auf 20.000€ hochgegangen. Extrem viel Geld, mehr als meine gesamte Familie je besessen hat. Hätte ich mir die einfach auszahlen lassen. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, was in mich gefahren ist. Vielleicht hat meine Euphorie jegliche Vernunft überschattet. Vielleicht hatte ich einen Anflug von Manie. Jedenfalls setzte ich das gesamte Geld mit einem sehr hohen Hebelmultiplikator ein und es ging in die andere Richtung. Nach einem Tag waren von den 20.000€ noch 10.000€ übrig. Am nächsten Tag versuchte ich den Verlust wieder reinzuholen und verlor den Rest.

Alles, was ich mir über ein Jahrzehnt mit viel Leid zusammengespart hatte. Die Basis für ein, für meine Verhältnisse, unbeschwertes Leben. Das Sicherheitsnetz meiner Familie. Weg.

Man sagt ja "Geld kommt und Geld geht". Jedoch ist es so, dass Geld, in meinem Fall, ganz sicher keines mehr nachkommt. Dafür bin ich mental einfach zu kaputt, ich werde wahrscheinlich für den Rest meines Lebens Bürgergeld, sprich das Existenzminimum, kriegen. Ich hatte mir so viel angespart gehabt und es einfach angezündet.

Hinzu kommt, dass ich bislang mit meiner Großmutter gewohnt hatte, diese aber, aufgrund ihres sehr hohen Alters vor kurzem gestorben ist. Ich als Untermieterin habe keinerlei Anspruch auf die Wohnung und kein Recht dort zu bleiben. Der Vermieter hat mir zu verstehen gegeben, dass er mich rausschmeißt, vermutlich um die Wohnung zu restaurieren und teurer zu vermieten (der Vertrag mit meiner Großmutter war uralt). Ich konnte das am Anfang nicht glauben, aber der Mieterschutzbund hat mir bestätigt, dass das so rechtens ist. Ich werde also aller Wahrscheinlichkeit nach wohnungslos.

Am Montag habe ich einen Termin mit meiner Ärztin. Dieser werde ich meine Situation erklären und darum bitten mir Betäubungsmittel zu verschreiben oder zumindest meine Escitalopramdosis zu verdoppeln, damit ich überhaupt einen klaren Gedanken fassen und diese Panik, Angst und Scham, die ich 24/7 spüre unterdrücken kann.

Ich sitze vor einem Scherbenhaufen. Seit dem Moment kann ich gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Ich habe mein Leben und das meiner Familie zerstört. Ich will eigentlich nur noch weg.

Ich habe mir wirklich lange überlegt, wie ich die Situation irgendwie in den Griff bekommen und zumindest einen Teil meines verlorenen Geldes wiederkriegen könnte und komme immer zum selben Ergebnis: Prostitution. Prostitution oder ein Strick. Dazwischen sehe ich nichts mehr. Was besseres verdiene ich aber nach der Aktion auch nicht.

Ich verfasse das, ein mal, um es mir von der Seele zu schreiben und es jemandem mitzuteilen (auch wenn ich mich danach eigentlich nur noch schlechter fühle) und, um zu fragen, ob es irgendentwas anderes gibt, was ich tun könnte, um das Beste draus zu machen. Gibt es irgendeinen Ausweg, übersehe ich etwas, was zum Teufel tut man denn, wenn man komplett selbstverschuldet seine Familie bankrottiert? Ich bin 30, mein Leben war größtenteils eine einzige Qual, und jetzt ist es ganz vorbei. Ist es nicht mehr als das?

Ich leg mich wieder hin, ich bin einfach nur noch fertig. Werde aber auf jeden Fall reinschauen, um auf etwaige Fragen zu antworten und mir eure Posts durchzulesen.

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u/himizu1995 — 26 days ago