Wie stehen meine Chancen auf einen psychischen Assistenzhund in Brandenburg? (Autismus, ADHS, BPS, Dissoziation, Depressions-angststörung)
Hallo zusammen,
ich komme aus Brandenburg und würde gerne eure ehrliche Einschätzung hören, besonders von Menschen, die selbst einen psychischen Assistenzhund haben oder den Antrag erfolgreich durchbekommen haben.
Ich bin 18 Jahre alt und aktuell noch stationär in einer psychiatrischen Klinik. Bald werde ich zum ersten Mal alleine in eine Einraumwohnung ziehen und anschließend mein Abitur am OSZ wiederholen.
Meine Diagnosen sind:
Autismus
ADHS
Borderline-Persönlichkeitsstörung
Depressions-Angststörung
Dissoziative Symptome bzw. Dissoziationen
Akute Belastungsreaktion
Ich überlege schon länger, ob ein psychischer Assistenzhund für mich sinnvoll wäre.
Meine größten Probleme sind:
Ich dissoziiere teilweise mehrmals täglich, besonders in belastenden oder sozialen Situationen.
Währenddessen werde ich häufig nonverbal und kann nicht mehr sagen, was los ist oder was ich brauche.
Manchmal kann ich mich kaum oder gar nicht mehr bewegen und bin wie “eingefroren”.
Teilweise fange ich dabei an zu weinen.
Ich habe außerdem Meltdowns bzw. mentale Zusammenbrüche, bei denen ich manchmal einfach aus der Situation wegrenne. Sehr selten reagiere ich dabei auch aus Frust körperlich (z. B. indem etwas kaputtgeht).
Ich habe regelmäßig starke depressive Phasen und ausgeprägte Angst.
In der Schule überfordern mich Stresssituationen sehr und dort treten diese Probleme ebenfalls auf.
Ich habe außerdem Schwierigkeiten mit meinem Alltag und vergesse Dinge wie Medikamente, Termine oder wann ich wohin muss.
Das Besondere ist, dass menschliche Unterstützung mir in diesen Momenten meistens kaum hilft oder die Situation sogar verschlimmert.
Im Krankenhaus wurde bereits vieles ausprobiert: mit mir sprechen, verschiedene Beruhigungsstrategien, fragen, ob Berührungen in Ordnung sind usw. Bisher hat fast nichts wirklich geholfen. Nur mein Psychologe konnte mich manchmal vorsichtig an der Hand nehmen und an einen anderen Ort führen, aber selbst das hilft nicht immer.
Ich hatte früher einen Hund, zu dem ich eine unglaublich enge Bindung hatte. Deshalb habe ich das Gefühl, dass ein Hund mich möglicherweise auf eine andere Weise erreichen könnte als Menschen.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein speziell ausgebildeter Assistenzhund mir bei folgenden Dingen helfen könnte:
beginnende Überlastung oder Dissoziation erkennen,
mich durch Anstupsen oder andere Signale aus einer Dissoziation holen,
Deep Pressure Therapy (sich anlehnen oder Druck ausüben),
mich aus belastenden Situationen heraus oder an einen ruhigen Ort führen,
verhindern, dass ich in einer Krise einfach weglaufe,
mir Sicherheit in der Schule und im Alltag geben,
mich an Medikamente oder Routinen erinnern (z. B. zusammen mit einem Wecker),
allgemein mehr Stabilität im Alltag schaffen.
Mir ist bewusst, dass ein Assistenzhund keine Therapie ersetzt oder meine Erkrankungen heilt. Ich sehe ihn als Unterstützung, die Einschränkungen im Alltag ausgleichen könnte.
Ich habe außerdem vor, meine behandelnden Ärzte und meinen Psychologen zu fragen, ob sie einen Assistenzhund in meinem Fall medizinisch für sinnvoll halten.
Meine Fragen an euch:
Haltet ihr einen psychischen Assistenzhund in meinem Fall grundsätzlich für realistisch?
Hat jemand mit ähnlichen Diagnosen oder Symptomen eine Kostenübernahme bekommen?
Wer hat bei euch die Kosten übernommen (Krankenkasse, Eingliederungshilfe usw.)?
Wie lief der Antrag ab?
Wie lange hat der gesamte Prozess gedauert?
Habt ihr Tipps, wie ich meine Chancen auf eine Kostenübernahme verbessern kann?
Vielen Dank schon einmal für eure Erfahrungen und Einschätzungen!