Wie komme ich über die "Scham" bei unerwartetem Verdacht auf Autismus hinweg?
Guten Abend ihr Lieben,
Ich hoffe auf einige nette Worte oder vielleicht auch Erfahrungsberichte.
Ich bin aufgrund meiner generalisierten Angststörung wieder in Therapie gegangen. Nach einigen Sitzungen kam der Verdacht auf ADHS auf und ich wurde zu einem Psychiater geschickt um dort eine Diagnostik durchführen zu lassen.
Dort musste ich über mehrere Termine hinweg sehr viele Fragebögen zu ADHS, aber auch Autismus ausfüllen (wahrscheinlich um andere mögliche Ursachen auszuschließen oder abzuklären).
Daraufhin stellte sich neben ADHS auch ein Verdacht auf Autismus heraus, den ich erstmal nicht wirklich ernstgenommen und ignoriert habe.
Nach einigen Sitzungen mit meiner Psychologin verfestigte sich der Verdacht (vor allem bei ihr) jedoch weiter und nun weiß ich nicht mehr was ich tun oder fühlen soll.
Ich habe in der Vergangenheit über viele mögliche Ursachen nachgedacht, welche mein Verhalten sowie meine Gefühlslage erklären könnten, aber nie an Autismus.
Ich weiß, dass das nichts ist wofür man sich schämen müsste. Jedoch habe ich mich mein ganzes Leben lang schon dafür geschämt, dass ich mich „anders" fühle und verhalte als andere, jedoch ohne genaue Einordnung.
Auf der einen Seite würde ich gerne wissen ob es sich bestätigt, auf der anderen Seite würde ich es gerne weiterhin ignorieren und in meiner eigenen Blase leben, wo noch alles "okay" ist (was es natürlich eigentlich nicht ist).
Ich denke mir machen vor allem die gesellschaftlichen Stigmata sehr zu schaffen.
Dazu kommt, dass ich nicht viel über Autismus weiß und gar nicht wüsste, wo ich anfangen sollte mich zu belesen oder ob ich das überhaupt tun sollte.
Ich fühle mich sehr verloren
Vielen Dank fürs lesen