Trauma wiederholt sich
Vor 15 Jahren drei praktische Prüfungen verhauen.
Einbahnstraße oder RvL. Der Prüfer war ein alter, richtig übel gelaunter Typ, der erfreut "Durchgefallen" gerufen hat.
Lässt mich 30 Minuten fahren ohne Eingriff, bittet mich auf den Parkplatz zu fahren - ich solle nochmal üben. Fahrlehrer und ich verwundert/verwirrt.
Prüfer schickt mich direkt zum Wenden und Parken (rückwärts seitlich). Bin komplett verkopft und denke nur an die Umdrehungen des Lenkrads, habe aber eingeparkt - für Fahrlehrer ok, für Prüfer zu weit weg vom Bordstein. Vorbei.
Ich habe extreme Prüfungsangst und zerdenke alles im Vorhinein brutal. Auch die Therapie hilft gerade nicht viel.
Nun mit Mitte 30 stehe ich wieder bei ca. 30 Fahrstunden und bin jetzt bei den Prüfungssimulationen angekommen. Ich habe dem Fahrlehrer oft gesagt, dass Parken ein Problem sein wird. Er hat es erst seit der gestrigen Simulation wirklich verstanden (2 Versuche, 2x Hinterreifen auf dem Bordstein).
Dann geht man spazieren an dem Tag und sieht mehrere Autos die so parken und keinen juckt es. Das frustriert mich so sehr.
Ich saß da einfach in diesem Auto und musste mich so zusammenreißen, um nicht zu weinen.
Ich kann fahren, das weiß ich und das zeigen auch die anderen wenigen kleinen Fehler (Einfädelungsspur auf der Autobahn nicht zu 3/4 genutzt, weil wirklich nichts los war früh drüber - hatte aber genug Geschwindigkeit drauf).
In engen 30er Zonen, wo links und rechts Autos stehen zu wenig Spiegelbeobachtung bei Engstellen (also ich checke nicht ganz wie ich gleichzeitig fahren und dann in beide Spiegel gucken und checken soll was ich sehe - habe wohl immer auf einer Seite zu wenig Abstand/also nicht 50/50 - allerdings musste er nie eingreifen).
In ebendiese Zonen an Hindernissen vorbeiblinken. Während der normalen Fahrstunden hat er das fast nie angesprochen, wenn ich einfach vorbei bin und jetzt ist es auf einmal ein Thema. Das jetzt zu verinnerlichen ist übel. Dann habe ich einmal geblinkt und das war falsch, weil links eine Straße war, in die man hätte einfahren und somit falsch kommunizieren würde. Einzige Situation in der man das wohl nicht tut🤦🏻♀️
Bin kurz davor es einfach wieder sein zu lassen. Ich war noch nie ein Prüfungsmensch. Schriftlich ging irgendwie noch, weil keiner direkt schaut. Mündliches Abi und Ausbildung mündlich waren die Hölle. Geschafft, aber fragt nicht wie es mir dabei ging.
Das hier ist einfach nochmal die Steigerung einer mündlichen Prüfung.
Ich bin einfach so sauer auf mich und das System. Man könnte mich mittlerweile locker fahren lassen. So eine Angst und Aufregung wie in diesen Prüfungen würde ich nie wieder haben, weil ich das nur bei genau diesen Fahrprüfungen habe. Das ist kein Alltagsstress. Das ist keine normale Situation.
Ich dachte ja "Ach jo, nimm's als Hobby und mach unzählige Prüfungen, dann hilft vielleicht der Wiederholungseffekt." Aber bin jetzt schon nervlich am Ende nach dieser Simulation. Wie soll ich mehrere verkackte Prüfungen überstehen?
Schon wieder so viel Geld weggeworfen. Wirklich kaum zu glauben.
Musste ich mal rauslassen.