▲ 171 r/fussball

"Causa Balogun": Neuendorf fordert Erklärung von der FIFA

"Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll", sagte Bernd Neuendorf auf kicker-Nachfrage.
[...]
"Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA", sorgt sich auch Neuendorf um die Zukunft des Fußballs. Und fordert von der FIFA eine rasche Aufklärung des Vorgangs: "Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden", stellte der DFB-Präsident klar.

kicker.de
u/xxmeela — 7 hours ago

BREAKING: Merz hat Infantino angerufen.

Tahs Tor zählt jetzt rückwirkend, muss aber erst durch den Bundestag und den Bundesrat.

u/xxmeela — 20 hours ago
▲ 326 r/fussball

Keine Ausreden: Frankreich hat komplett verstanden, woran Deutschland gegen Paraguay gescheitert ist

Das Frankreich-Spiel gegen Paraguay sollte nicht dem Versuch einer Neubewertung der DFB Leistung dienen, denn eigentlich war das Spiel der perfekte Gegenbeweis zu dieser ganzen deutschen Ausredensuche nach dem WM-Aus. Frankreich hat gegen Paraguay auch kein Feuerwerk abgebrannt. Das war heiß, zäh, körperlich, eklig, nervig und über weite Strecken unfassbar unansehnlich. Paraguay hat eben genau das gemacht, was Paraguay zuvor auch gemacht haben in der Vorrunde und gegen Deutschland. Die stehen immer tief, stellen Räume zu, killen jeden Rhythmus, suchen Zweikämpfe, zerstückeln das Spiel und hoffen, dass der Favorit irgendwann genervt, hektisch, unkonzentriert oder dumm wird.

Deutschland hatte gegen Paraguay laut Statistik 75 Prozent Ballbesitz, 21 Schüsse, 16 Ecken und am Ende trotzdem ihr typisches "eigentlich waren wir ja besser“-Begräbnis. Frankreich hatte fast dieselbe Dominanz auf dem Papier, aber hat das Spiel merklich angenommen. Da wusste man halt direkt so "ja okay, heute wird es hässlich, heute keine magischen TikTok-Highlights, wir müssen weiterkommen.
Deutschland dagegen spielte wieder wie die Mannschaft, die glaubt, Ballkontrolle wär automatisch Gefahr. 75 Prozent Ballbesitz, aber ständig diese gleiche zähe Schleife, immer hinten rum, breit machen, Flanke, Block, Ecke, nochmal. Und sobald Paraguay gecheckt hatte, dass Deutschland zwar viel den Ball, aber wenig echte Ekligkeit im letzten Drittel hat, war das Spiel ganz genau dort, wo Paraguay es haben wollte.
Frankreich hatte auch Probleme. Mbappé, Dembélé, Olise sind alle nicht wirklich in einen Flow gekommen. Aber Frankreich hat eine Sache gemacht, die Deutschland meiner Perspektive nach seit Jahren in solchen Spielen abgeht, denn sie haben nicht angefangen, sich selbst zu bemitleiden. Kein Drama, kein "mimimi aber der Gegner spielt so unangenehm“, kein "aber wir hatten doch den Ball“, kein "der Schiri hat/hat nicht...". Sie haben sich durchgebissen, den einen Moment erzwungen und Mbappé macht dann eben den Unterschied.

Paraguay war widerlich unangenehm, unsportlich, hässlichster Fussball und hart nervig, aber ey es ist ein WM K.O.-Spiel und kein betreuter Kombinationszirkel. Natürlich verteidigen die mit allem was sie haben! Das Problem ist nicht mal, dass Paraguay so spielt. Deutschland wusste ganz genau, was kommt und hatte trotzdem keine echte Antwort. Deutschland kann nicht mehr dreckig. Mbappé sagte sinngemäß, wenn Frankreich es schmutzig machen muss, werden sie es eben schmutzig machen. Frankreich kann als Turniermannschaft dreckig, Deutschland offensichtlich nicht.

Letztlich hat Frankreich Paraguay geschlagen, ohne besonders gut zu sein aber Deutschland ist an Paraguay gescheitert, obwohl es "eigentlich besser“ war. Man liest jetzt "vielleicht war Deutschland ja doch nicht so schlecht wenn Frankreich es auch schwer hatte" was bitte? Genau das ist doch immer und immer wieder der Punkt. Deutschland sucht nach 120 Minuten wieder Gründe, warum es unfair, unglücklich, alle gemein oder kompliziert war. Große Teams kommen auch dann weiter, wenn das Spiel hässlich wird und es keinen Schönheitspreis gibt. Wann ist Deutschland das Mindset verloren gegangen???

Wenn man eins aus gestern mitnehmen solle, dann dass Frankreich denselben Gegner hatte, dasselbe Problem, fast denselben Ballbesitz, Fouls bei denen ich am liebsten durch den Bildschirm gesprungen wäre... aber letztlich ein anderes Mindset und das ist nachträglich eigentlich sogar der ernüchterndste Vergleich überhaupt.

Edit TL;DR: Wir müssen nicht so tun, als wäre die deutsche Mannschaft unfähig, Fußball zu kicken. Deutschland ist bekanntlich nicht an mangelndem Talent oder Können gescheitert, sondern daran, dass es in solchen ekligen Spielen keinen Plan B, keine Dreckigkeit, keine Turnierhärte und keine anhaltenden Nerven mehr hat. Frankreich hatte gegen denselben Gegner dieselben Probleme, hat sie aber angenommen. Und genau darin liegt der Unterschied zwischen nachträglichem "eigentlich waren wir besser wenn der Schiri...“ und Viertelfinale.

reddit.com
u/xxmeela — 1 day ago

Germany Home Kit 2027 just dropped. BUILT TO PRESS. BORN TO FLY.

Das erste Nike-Heimtrikot der deutschen Nationalmannschaft ist da - und es kommt nicht zum Zuschauen.

Mit dem Heimtrikot 2027 beginnt für den DFB eine neue Ausrüster-Ära. Gemeinsam mit Nike verbindet Deutschland klassische Fußballidentität mit einer klaren, modernen Designsprache, die irgendwo zwischen Wembley 1996, Brasilien 2014 und einem sehr erfolgreichen österreichischen ostdeutschen Nachwuchsprojekt mit Getränkeanbindung liegt.

Das weiße Grundtrikot steht für Kontinuität.
Die dynamischen roten und schwarzen Elemente greifen Geschwindigkeit, Intensität und kollektive Energie auf - Werte, die den neuen Weg der Mannschaft unter Bundestrainer Jürgen Klopp prägen sollen.

Vier Sterne.
Ein Swoosh.
Klopp an der Linie.
Ein Ballverlust, der sofort zurückgewonnen werden möchte.
Restverteidigung auf Weltklasseniveau.
Zweite Bälle als nationale Aufgabe.
Tiefe Läufe, klare Kanten, offene Räume.
Und ein Pressing, das nicht fragt, ob der Gegner bereit ist.

Weiß wie unsere Tradition.
Rot wie unser Puls.
Schwarz wie unser Blick nach einem verlorenen zweiten Ball.
Gold wie unser Energydrink Pokal.

Das Trikot wurde für eine Mannschaft entwickelt, die nicht wartet, bis Räume entstehen, sondern sie gegenpresst. Für Spieler, die Tiefe nicht nur belaufen, sondern als gesellschaftlichen Auftrag verstehen. Für Fans, die endlich wieder ein Heimtrikot tragen wollen, das aussieht, als hätte es in der Halbzeitpause eine Ansprache gegeben.

Vier Sterne erinnern daran, woher wir kommen.
Der neue Look zeigt, wohin wir wollen.
Nach vorne.
In die Halbräume.
Und notfalls über Leipzig.

Germany Home 2027.
Built to press. Born to fly.

Available soon.

Please drink responsibly

u/xxmeela — 2 days ago
▲ 219 r/fussball

Argentinische Fans

Warum pfeifen die Argentinier gerade unironisch Kap Verde aus? ist da gar keine Ehre und Anstand vorhanden? Bah

reddit.com
u/xxmeela — 3 days ago

Die DFB-Seite zur sportlichen Leitung ist jetzt ein 404.

Und ehrlich gesagt ist das wahrscheinlich die präziseste und beste Kommunikation, die sie dieses Jahr rausgehauen haben.

404 Not Found

u/xxmeela — 3 days ago

Wir hätten es wissen müssen. Unsere Torhymne war eine ballistische Warnmeldung.

[Edit: Vorab: Nichts als Liebe für Jonathan Tah]

Aber ich habe gerade im Radio wieder "Major Tom“ gehört und mein Körper hat direkt auf das Spiel umgeschaltet inkl. Puls hoch, Blick leer. Irgendwo in der Ferne fliegt Jonathan Tahs Ball vermutlich noch immer Richtung Pluto. Nach gestern können wir nicht ernsthaft weiter nach jedem Tor diesen Song spielen, der jetzt klingt wie eine Vorhersage unserer Torschüsse.
Eine Torhymne muss knallen, Stimmung machen, nach "jetzt brennt das Stadion“ klingen und nicht nach "bitte schnallen Sie sich an, wir fliegen gleich heim“. Major Tom gehört ins DFB Museum, direkt neben "wir haben aus 2018 gelernt“ und der Idee, dass Deutschland automatisch Elfmeterschießen könnte.

Wenn wir einen Neuanfang wagen wollen inkl neuen DFB Köpfen, jungen wilden Spielern, Nike statt Adidas, brauchen wir auch dringend eine neue Torhymne.

Reformen jetzt!1!

u/xxmeela — 6 days ago

Ich hoffe all die die sich um Frankreich gesorgt haben, haben nun gelernt wie man seine Energie verschwenden kann indem man vorherige Gegner unterschäzt

.unfassbar. ein Grottenkick, der einfach nur durch die Paraguayer unterboten wurde durch ihre dreckigen Mätzchen

reddit.com
u/xxmeela — 7 days ago

Das 1:2 war hässlich wie die Nacht, aber exakt der Schlag ins Gesicht, den wir vor der K.O.-Runde gebraucht haben

Unpopuläre These, ist mir bewusst. Und ja, auch ich habe gestern geflucht wie ein Kreisligatorwart nach einem Rückpass auf den falschen Fuß. Das 1:2 gegen Ecuador war unfassbar bitter, teilweise wild unsauber und phasenweise sehr schwer anzuschauen. Ich wusste über lange Strecken gar nicht mehr was passiert, ob wir einen Matchplan hatten und weil es so furchtbar war, habe ich mir das Spiel direkt noch ein zweites Mal reingezogen. Scheinbar habe ich eine masochistische Ader. Jedenfalls bin ich bereits in den ersten Minuten zu dem Schluss gekommen, dass diese Partie vielleicht trotzdem das wertvollste Spiel war, das diese Mannschaft vor der K.O. Runde bekommen konnte, weil dieses Spiel so unfassbar klar gezeigt hat, was in jedem K.O. Spiel zu teuer werden wird, ohne dass es diesmal wirklich teuer wurde und der Trainerstab nun ohne jede Illusion die richtigen Schlüsse ziehen kann.
Vorher wurde viel über Nagelsmanns Startelf diskutiert. Vorab will ich sagen, ich bin da auch nicht bei allem tiefenentspannt. Hinterher biste natürlich aber immer Bundestrainer mit 4K-Zeitlupe. Aber unabhängig von einzelnen Personalien hat Ecuador uns genau dort wehgetan, wo nun auch der letzte Nagelsmann sehen muss, wo es gegen bessere Gegner gefährlich wird. Unser Aufbau unter Druck, unser Zentrum, erste Kontakte, Restverteidigung nach Ballverlust. Die Videoanalyse wird den Spielern aber mal sowas von ganz genau zeigen wo sie wie warum scheiterten und Profis entwickeln sich daran, nicht an einem 7:1 Sieg gegen Curacao.
Das Spiel hatte auch einen ganz anderen Charakter als Curacao oder auch die Elfenbeinküste, weil mehr Wucht, mehr Zweikämpfe, mehr emotionale Temperatur, mehr Chaos. Also viel näher an dem, was ab jetzt kommen wird.
Nach dem frühen 1:0, das VAR-technisch Kategorie "ach komm, lass laufen" war, hätten wir erstmal erwachsen spielen müssen und nicht sofort kopflos aufs 2:0 gehen. Ecuador den Puls runterzuziehen wär wichtiger gewesen, Ball sichern, Rhythmus brechen, zweite Bälle kontrollieren, Struktur halten. Stattdessen wurden wir hektisch, hatten viel zu viele Ballverluste, zu viele offene Räume, zu wenig Kontrolle. Wir haben das Spiel nicht verloren, weil keine Qualität in der Mannschaft da wäre, aber Turnierfußball gewinnst du nicht nur mit schöner Besetzung zwischen den Linien, es braucht eben auch Zustandskontrolle. Und eine reife Turniermannschaft weiß eigentlich dass nach einem Tor die nächsten fünf Minuten der Ordnung und nicht der Euphorie gehören. Dann entscheidet sich ob wir ein Spiel wirklich führen oder nur kurzzeitig vorne liegen.
Ecuador war dafür ein sehr guter Stresstest. Körperlich stark, aggressiv gegen den Ball, mutig im Umschalten und die haben vor allem auch nicht ehrfürchtig geguckt, weil DeUtScHlAnD und paar Sterne auf dem Trikot stehen, sondern einfach reingebissen und sich dann festgebissen. Wenn unser Zentrum zugestellt wird, wenn die ersten Kontakte unsauber sind, wenn nach Ballverlust die Abstände nicht stimmen, dann ist es vorbei. Diesen Warnschuss muss Nagelsmann und die Mannschaft jetzt mitnehmen und ich bin wirklich gespannt was sie zusammen daraus machen. Ich habe nun tatsächlich mehr Hoffnung, als unmittelbar vor dem Spiel.
Ganz klar, nach Führung brauchen wir mehr Ballbesitz-Hygiene und nicht übereifrig oder passiv werden, keinen Angsthasenfußball spielen. Man muss echt nicht jeden Angriff sofort vertikalisieren, nur weil Wirtz, Musiala oder Sané bereits irgendwo winken. Manchmal ist der beste Pass nicht der spektakulärste nach vorn, sondern der, der die Mannschaft sortiert hält.
Über die Instabilität unserer Restverteidigung will ich schon kein Wort mehr verlieren, weil ich das so oft getan habe seit Nominierung des Kaders, aber wenn vorn so viele Kreative unterwegs sind müssen die Abstände stimmen. Da muss doch mal mindestens einer Kimmich sagen er soll nicht so inversiv spielen oder man muss eben umstellen. Schlotti und Brown haben gestern bitter gefehlt.
wtf waren unsere Standards? In K.O. Spielen sind Ecken, Freistöße und zweite Bälle die Momente, in denen ein eigentlich kontrolliertes Spiel kippt. Gestern war das wieder so ein Reminder, den man eigentlich nicht gebraucht hätte, aber offenbar doch dringend gebraucht hat.
Offensiv war nicht alles schlecht, aber da muss mehr Zwingendes entstehen. Deutschland hat genug Spieler, die zwischen den Linien Lösungen finden. Gegen robuste Gegner reicht das aber eben nicht, wenn im Strafraum zu wenig Präsenz ist oder abgewehrte Bälle nicht konsequent nachbesetzt werden.
Zur Torwartfrage noch: Ich glaube nicht, dass Baumann gestern irgendwie besser ausgesehen hätte, nur weil manche ihn (emotional nachvollziehbar) "auch mal spielen lassen“ wollte. Aber bei Gott, wir müssen es doch endlich mal hinbekommen Neuer weder künstlich unantastbar zu machen, noch ihn nach jedem Gegentor symbolisch auf den Marktplatz zu schleppen. Neuer ist nicht mehr der Neuer von 2014, der gefühlt jede torgefährliche Situation im Alleingang entschärft hat, bevor sie überhaupt entstanden ist. Dieses automatische "Keine Sorge, Manu regelt“ gibt es in der Form nicht mehr und dass wir das je hatten war ein Luxus. Das muss man hier in Deutschland auch rational akzeptieren, ohne gleich so zu tun, als stünde da plötzlich ein Regionalliga-Keeper im Tor. Da wurde vorher im Zentrum, Zugriff, Restverteidigung und Standardverteidigung so verkackt und hier wird man zynisch, weil der Neuer 40 ist und der Baumann nicht gespielt hat. Ich halte daran fest, dass Neuer in der kommenden Phase extrem wichtig bleibt, vielleicht nicht mehr als übermenschlicher Shotstoppermythos, aber mental, kommunikativ und besonders zwischen den Spielen. Gestern hat gezeigt, dass wir dringend Spieler brauchen, die Ruhe ausstrahlen, die schlechte Phasen einordnen können und nicht nach einem wackligen Spiel innerlich mitbrennen. Neuer darf nicht mehr sakral behandelt werden aber ihn zur Hauptbaustelle zu machen, ist viel zu bequem.

Ich finde diese Niederlage mittlerweile hilfreicher als einen müden Sieg. Ein glatter Sieg hätte vielleicht das Gefühl erzeugt dass es irgendwie schon läuft und Ecuador hat genau dieses Gefühl zerstört, bevor es gefährlich wurde. Das Feedback ist Gold wert. Wenn Trainerstab und Mannschaft daraus die richtigen Schlüsse ziehen, kann dieses 1:2 am Ende mehr wert sein als ein problemloser Gruppensieg ohne Warnsignal. Turnierfußball verlangt weniger Schönwetterkombination, mehr Demut im Ballbesitz, mehr Härte gegen Momentum und endlich die Fähigkeit, ein Spiel nach Führung erwachsen zu machen.

Was seht ihr als wichtigste Baustelle/wichtigste Erkenntnis vor der K.O.-Runde: Startelf, Sechser, Restverteidigung, Standards oder eher mentale Spielkontrolle? Würde gern weitere Perspektiven hören.

Danke, dass du meinen Verarbeitungs-Therapietalk gelesen hast. Ich hab gestern geflucht wie alle anderen und ich versuche es heute als Erkenntnisgewinn zu verkaufen.

reddit.com
u/xxmeela — 10 days ago

WM 2026 - Joshua Kimmich ist nur der Sündenbock: Das DFB-Team hat ein Kader-Problem

Das DFB-Team startet mit zwei Siegen aus zwei Spielen erstmals seit 2006 perfekt in eine Weltmeisterschaft. Doch nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste häufen sich die Fragen um eine Problem-Position: die des Rechtsverteidigers. Dabei ist es zu leicht, nur mit dem Finger auf Joshua Kimmich zu zeigen.

Zwei Spiele, zwei Siege, neun Tore. Auf den ersten Blick gibt es für die deutsche Nationalmannschaft bei dieser WM wenig Anlass zur Sorge.

Und doch hat das 2:1 gegen die Elfenbeinküste eine Schwachstelle offenbart, die Deutschland im weiteren Turnierverlauf noch teuer zu stehen kommen könnte: die rechte Abwehrseite.

Dabei wurde schon während des Spiels schnell mit dem Finger auf Joshua Kimmich gezeigt, der DFB-Kapitän steht als gestandener Spieler eben zusätzlich unter Druck. Doch das wird dem eigentlichen Problem nicht gerecht.

Ja, der Kapitän hatte gegen die körperlich starken und schnellen Ivorer seine Probleme. Vor allem beim Gegentor kochte Yan Diomande den Routinier locker ab. Doch das eigentliche Problem heißt nicht Kimmich.

Julian Nagelsmann geht beim Kader bewusst ins Risiko

Das Problem sind die fehlenden Alternativen.

Kimmich war noch nie ein klassischer Rechtsverteidiger. Seine Stärken liegen im Spielaufbau, in seiner Übersicht, seiner Passqualität und seiner Spielintelligenz.

Das hat er auch im bisherigen Turnierverlauf immer wieder gezeigt: Kimmich kreierte wie gegen Curacao wieder zwei Großchancen, brachte 95 Prozent seiner Pässe an und sorgte mit seinen Flanken konstant für Gefahr.

Defensiv zeigte er sich zudem gewohnt zweikampfstark und glänzte mit einer Quote von 60 Prozent gewonnener Duelle. Gegen Gegner, die über die Außenbahnen mit Tempo und Eins-gegen-eins-Qualität kommen – wie die Elfenbeinküste mit Diomande – stößt er jedoch immer wieder an natürliche Grenzen. Auch weil er im Vergleich zu den meisten Topstürmern zu langsam ist.

Genau hier rächt sich die Kaderplanung. Julian Nagelsmann hat für die WM bewusst auf einen weiteren Spezialisten für die rechte Abwehrseite verzichtet und stattdessen einen zusätzlichen Offensivspieler nominiert. "Es gibt nicht diesen klassischen Rechtsverteidiger-Backup", beschreibt es Nagelsmann selbst.

Das erhöht zwar die Möglichkeiten in der Offensive, nimmt dem Bundestrainer aber nahezu jede Flexibilität für schwierige Spielsituationen. Denn die Alternativen sind überschaubar. Nagelsmann sieht aber selbst im Worst-Case kein Problem.

"Sollte Joshua mal was passieren, bricht nicht alles zusammen", behauptete er. Es gäbe "schon Ideen". Nur seien diese "ein bisschen vielfältiger, nicht nur auf einen Namen reduziert".

Rechtsverteidiger: DFB-Alternativen sind begrenzt

Waldemar Anton ist die erste Option des Bundestrainers, dort aber eher eine Notlösung. Malick Thiaw wäre ebenfalls denkbar, kann aber ähnlich wie Anton offensiv wenig beitragen. Antonio Rüdiger wäre wohl die stärkste Variante, wird nach der Verletzung von Nico Schlotterbeck aber dringend im Abwehrzentrum benötigt.

Dahinter wird es kompliziert. Pascal Groß könnte situativ aushelfen. Eine Systemumstellung auf eine Dreierkette mit Schienenspielern wäre ebenfalls denkbar. Dann könnten etwa Leroy Sané oder Maximilian Beier die rechte Seite übernehmen. Doch keine dieser Lösungen wirkt wie eine echte Antwort auf die Herausforderungen, die im weiteren Turnierverlauf warten könnten – und wahrscheinlich auch werden.

Sollte Deutschland Gruppensieger werden, könnte im Achtelfinale zum Duell mit WM-Favorit Frankreich kommen. Eine Mannschaft, die auf ihrer linken Offensivseite eine weit höhere Qualität als die Elfnebeinküste aufbieten kann.

Ob Michael Olise, Bradley Barcola, Ousmane Dembele, Désiré Doué oder gar Kylian Mbappé, der immer wieder auf die linke Seite ausweicht – dort verfügt Frankreich über mehrere Spieler, die jeden Verteidiger der Welt vor Probleme stellen.

Deutschland hat nur einen Plan: Kimmich

Deutschland dagegen hat aktuell praktisch nur einen Plan: Kimmich.

Deshalb wird die Diskussion über die rechte Seite letztlich oft an der falschen Stelle geführt. Die Frage ist nicht, ob Kimmich dort perfekt aufgehoben ist. Beim FC Bayern zeigt der DFB-Kapitän, dass das nicht der Fall ist.

Die Frage ist vielmehr, warum Deutschland bei einer Weltmeisterschaft ohne echte Alternative auf dieser Position antritt. So ist schon jetzt klar: Kimmich wird die Position vermutlich auch gegen die Top-Nationen spielen müssen – auch wenn die Geschwindigkeitsdefizite bleiben.

Nagelsmann muss darauf hoffen, dass seine Mannschaft die Schwächen kollektiv auffängt und dass das Defensiverhalten beim Gegentor gegen die Elfenbeinküste ein Ausrutscher bleibt.

Der Bundestrainer bleibt dahingegen zuversichtlich: "Leider attackieren wir zu spät. Dann wird es schwer, wenn er ins Laufen kommt. Wir sind auch ein bisschen Larifari im Zuende verteidigen. Aber das kriegen wir rein."

Gegen die Elfenbeinküste ging das noch gut. Gegen Frankreich, England oder Spanien könnte dieselbe Schwachstelle jedoch über das WM-Schicksal der DFB-Elf entscheiden.

ran.joyn.de
u/xxmeela — 13 days ago

[Matchthread] Frankreich – Senegal Gruppe I 21:00 Uhr

Eines der interessantesten Duelle der bisherigen Gruppenphase. Frankreich startet gegen Senegal ins Turnier und damit ausgerechnet gegen die Mannschaft, die den damaligen Weltmeister 2002 mit 1:0 geschlagen hat. Papa Bouba Diop erzielte damals das einzige Tor. Pape Thiaw saß bei diesem Spiel auf der senegalesischen Bank, heute ist er Nationaltrainer.

Anstoß: 21:00 Uhr deutscher Zeit
Stadion: New York New Jersey Stadium/MetLife Stadium, East Rutherford
Gruppe I: Frankreich, Senegal, Norwegen, Irak
Schiedsrichter: Alireza Faghani aus Australien

Frankreich erreichte 2018 und 2022 jeweils das WM-Finale. Senegal stand 2002 im Viertelfinale und geht nach einer ungeschlagenen WM-Qualifikation ins Turnier.

Aufstellungen

Frankreich - 4-2-3-1

Maignan - Koundé, Upamecano, Saliba, Theo Hernández - Tchouaméni, Rabiot - Olise, Dembélé, Doué - Mbappé

Senegal - 4-3-3

Édouard Mendy - Krépin Diatta, Koulibaly, Niakhaté, El Hadji Malick Diouf - Pape Gueye, Idrissa Gueye, Lamine Camara - Ismaïla Sarr, Nicolas Jackson, Sadio Mané

Frankreich ist natürlich Favorit, aber Senegal ist genau die Art Mannschaft, gegen die ein etwas selbstgefälliger Turnierstart schnell unangenehm werden kann (*hust* wie Spanien). Körperlich stark, kontergefährlich und erfahren genug, um sich vom französischen Starensemble nicht beeindrucken zu lassen.

u/xxmeela — 20 days ago

Viele Männer interessieren sich nur für Männerrechte, sobald Frauen über Benachteiligung sprechen

Sobald Frauen über den Gender Pay Gap, häusliche Gewalt, Femizide, medizinische Benachteiligung oder unbezahlte Care-Arbeit sprechen, dauert es selten lange, bis jemand eine Liste mit männlichen Suiziden, Obdachlosigkeit, Sorgerecht, Wehrpflicht und gefährlichen Berufen daruntersetzt.

Diese Probleme sind real. Und genau deshalb frage ich mich, warum man von denselben Männern im Alltag so wenig Einsatz dagegen sieht.

Wo sind die großen Männerbewegungen für bessere psychotherapeutische Versorgung? Wo sind die Demonstrationen gegen die Stigmatisierung männlicher Opfer häuslicher Gewalt? Wo wird gegen Arbeitsbedingungen gekämpft, die Männer töten? Wo unterstützen Männer einander dabei, Gefühle zu zeigen, Hilfe anzunehmen oder weniger über ihre Erwerbsleistung definiert zu werden?

Meistens erscheinen Männerprobleme nicht als eigenständiges politisches Anliegen, sondern als Reaktion auf Frauenprobleme. Nicht: "Lasst uns etwas gegen männliche Suizide tun", sondern: "Frauen haben es auch nicht schwerer." Nicht: "Wie helfen wir Vätern?", sondern: "Und was ist mit den Männern?"

Das wirkt auf mich nicht wie ernsthafter Einsatz für Männerrechte. Es wirkt wie der erneute Versuch, Frauen zum Schweigen zu bringen oder ihnen anzukreiden, dass sie nicht in erster Linie für Männer mitkämpfen.

Wer wirklich für Männer kämpfen will, sollte das auch dann tun, wenn gerade keine Frau über Sexismus spricht. Männerprobleme verdienen eigene Aufmerksamkeit, eigene Organisation und konkrete Lösungen und zwar nicht nur als rhetorische Waffe gegen Feminismus.

Meine unbeliebte Meinung ist deshalb: Sehr viele Männer wollen keine Männerbewegung. Sie wollen Männerprobleme vor allem dann erwähnen, wenn sie damit Frauenprobleme relativieren können und sind zu bequem für sich einzustehen.

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u/xxmeela — 20 days ago

Deutschland gegen Curaçao: Pflichtsieg, Kantersieg oder klassisches DFB-Gewürge?Wie geht das Spiel aus und was habt ihr getippt?

Heute geht’s für Deutschland ja gegen Curaçao und ich bin zugegebenermaßen noch etwas unentschlossen was ich im Kollegenkreis jetzt tippe. Interessehalber wollte ich hier fragen:

Was erwartet ihr vom ersten deutschen Spieltag? Eher einen souveränen Pflichtsieg, ein richtig deutliches Ergebnis oder tut sich Deutschland schwerer als gedacht?

Ich schwanke zwischen 4:0 und 5:0 und tippe am Ende auf einen Kantersieg? Ist das zu optimistisch? Was habt ihr so eingetragen?

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u/xxmeela — 22 days ago
▲ 149 r/fussball

Die FIFA-Eröffnungsshow war maximal teuer und komplett seelenlos

Da es viel Frust gab, dass die Eröffnungsfeier nicht vollständig im ZDF übertragen wurde, dachte ich, dass ich meinen Eindruck der Eröffnungsfeier als Arbeiter aus der Eventproduktionsbranche mit euch teile.
Ich weiß es ist die FIFA aber keine Ahnung, wie man so viel Geld, so viele Tänzer, so viele Effekte und so viele Künstler auf eine Bühne stellen kann und am Ende trotzdem exakt nicht einen ikonischen Moment produziert.

Die Show war wie eine 15-minütige Werbepause auf Steroiden. Es gab viel zu viele Acts in viel zu kurzer Zeit und niemand bekam überhaupt genug Raum, um ein Momentum aufzubauen. Die mexikanische Kultur wurde auf bunte Kostüme, Folklore und Eventagenturklischees reduziert, der riesige Pokal sah aus wie eine Requisite aus einer schlechteren Samstagabendshow. es gab ständig Feuerwerk, als würde das etwas retten, Kamerafahrten und Formationen, aber exakt null Gänsehaut. Selbst Shakira wirkte eher wie der verzweifelte Versuch, dem Ganzen nachträglich Bedeutung einzuhauchen. Klar kann die Frau performen und eine riesige Bühne tragen, aber selbst sie konnte nicht kaschieren, dass "Dai Dai" mehr wie ein von zwanzig Marketingabteilungen abgenommenes FIFA-Produkt als wie ein echter WM-Song klingt. Das größte Problem war aber nicht einmal, dass es kitschig war. WM-Eröffnungen dürfen mMn kitschig sein. Es war einfach komplett glattgebügelt, überproduziert, ohne jede eigene Identität. Die FIFA hat es geschafft aus einem der legendärsten Stadien der Welt die Bühne einer internationalen Vertriebskonferenz zu machen. Weltklasse war da eigentlich nur das Budget. und die Fans (natürlich). Ich bin gespannt wie die beiden weiteren "Eröffnungsfeiern" aussehen werden. Dass das ZDF sieben Minuten zu spät reinschaltete scheint mir immerhin konsequent und eine belanglose Show wurde noch belangloser übertragen.

An die, die die Eröffnungsfeier gesehen haben: Wie war euer Eindruck?

reddit.com
u/xxmeela — 24 days ago

Ex-Bundestrainer Berti Vogts kritisiert FIFA und DFB wegen Mammutturnier - "Schadet dem Fußball"

>"Ich weiß nicht, was sich die FIFA dabei denkt. Da geht es doch nur um das Finanzielle. Ich würde vom Präsidenten des DFB erwarten, dass er sich bei der FIFA für den Fußball einsetzt", sagte Vogts."

Leider ist das gesamte Interview hinter einer Paywall: Berti Vogts: Angst um den Fußball – WM 2026 als
Wendepunkt

eurosport.de
u/xxmeela — 25 days ago

Warum gibt es keine Nationalmannschafts-WM-Lieder mehr?

Ich bin gerade wieder über die alten WM-Lieder der deutschen Nationalmannschaft gestolpert und frage mich ernsthaft: Warum? Also warum hat das eigentlich aufgehört? Wer hat warum entschieden uns dieses wertvolle Kulturgut zu entziehen? Früher war das doch hauseigene DFB-Nebendisziplin. 1974 "Fußball ist unser Leben", 1978 "Buenos Dias Argentina" mit Udo Jürgens, 1982 "Olé España", 1986 "Mexico mi amor" mit Peter Alexander, 1990 "Wir sind schon auf dem Brenner" wieder mit Udo und 1994 dann "Far Away in America" mit den Village People. Unsere Nationalmannschaft hatte alle vier Jahre ihren eigenen musikalischen Betriebsunfall und im Gegensatz zur Leistung war darauf immer Verlass. Elf Männer die sichtbar lieber gegen Italien ins Elfmeterschießen gegangen wären als ins Mikro zu singen. Und dann? Hat irgendjemand entschieden dem Lothar das Mikro aus der Hand zu nehmen und der Zauber war einfach vorbei.

Uns fehlen seitdem ganze Kapitel deutscher Fußballmusikgeschichte! Und jetzt sitze ich hier und überlege nostalgisch, wie schön es hätte sein können.

WM 1998 in Frankreich:
Irgendwas mit "Bonjour Frankreich, wir sind bereit, der Adler fliegt durch Raum und Zeit", gesungen mit Wolle Petry. Natürlich mit Armbändern bis zum Ellbogen und Refrain der nachts um halb drei nach zu viel Wein im Mannschaftshotel auf eine Serviette geschrieben wurde.

WM 2002 in Japan und Südkorea:
Ein klarer Fall für Scooter und "The ball is on fire, the eagles fly higher". Klose macht Saltos im Video und Kahn macht Kungfu. Ballack guckt nur und singt nicht mit weil er fürs Finale gesperrt ist.

WM 2006 in Deutschland:
Wäre auch klar gewesen aber die Sportfreunde Stiller mussten "54, 74, 90, 2006" im Alleingang machen weil der DFB offenbar Angst vor wahrer Größe hatte. Deswegen hat man die komplette Mannschaft ins Studio gestellt um das Pfeifen zu Bob Sinclairs "Love Generation" einzupfeifen. Lehmann mit Zettel in der Socke, Poldi schreit "Deutschland!!!" rein, Schweini vergisst seinen Einsatz, Ballack singt wieder nicht mit und guckt nur ernst.

WM 2010 in Südafrika:
Ich glaub die Mannschaft hätte da eine Vuvuzela-Variante von "Waka Waka" geliefert und dazu Lena Meyer-Landhut mit irgendeinem Refrain den niemand komplett versteht aber irgendwie alle es sympathisch finden. Özil steht leicht abseits und macht genau irgendwas. Müller stolpert ins Bild und trifft aber trotzdem den Takt. Khedira nickt so seriös als wäre das sein taktisches Konzept. Der Adler verletzt sich und Neuer kommt ins Video.

WM 2014 in Brasilien:
Das wäre Helenes große Stunde gewesen mit "Atemlos in Rio". Im Video sehen wir Helene in weiß auf einer Dachterrasse in Rio. Schweinsteiger singt den verletzten Heldenpart mit Pflaster überm Auge, Poldi schreit random "RIOOO!" rein und Müller tanzt wie nur Thomas Müller tanzen kann (also technisch unklar aber effektiv). Lahm wirkt als hätte er die Choreo und den Text vorher ausgedruckt, laminiert, mit Textmarker bearbeitet und geprobt. Neuer läuft irgendwann aus dem Bild weil er auch im Video Libero spielt und am Ende per Zeitreise im Jahr 2026 wieder auftaucht. Götze kommt ganz zum Schluss rein, singt nur eine Zeile aber dafür eben genau die entscheidende Zeile die nüchtern schlimm ist aber mit zwei Promille einfach der Moment der deutschen Fußballmusikgeschichte.

WM 2018 in Russland:
Puh, also "Mission 5. Stern" mit Mark Forster wär auf jeden Fall Vorbote für das Aus gewesen. Refrain irgendwas mit "Wir gehn den Weg zusammn". Kroos singt innerlich tot aber exakt im richtigen Rhythmus. Müller versucht gute Laune zu machen, Hummels sieht aus als hätte er den Text gelesen und innerlich gekündigt, Boateng trägt Sonnenbrille im Studio obwohl es keine Sonne gibt und Özil sitzt im Türkeitrikot im Klappstuhl. Neuer kommt aus einer Verletzung zurück (wie auch 2026 wo er mit seiner Zeitmaschine gerade her kommt) und läuft im Video trotzdem bis zur Mittellinie. Ganz am Ende steht Südkorea mit HP Baxter im Hintergrund und wartet einfach.

WM 2022 in Katar:
"One Love, no points" gesungen von Andreas Borani aber natürlich allein weil die Mannschaft die Hand vorm Mund hat: "One Love im Herzen, kein Stern in Sicht, wir wollten was sagen, nur das Tor trafen wir nicht." Im Video wandert Flick allein durch Sanddünen wie ein Mann der irgendwo zwischen Haltung, FIFA Brief und Restverteidigung sein Spielkonzept verloren hat. Infantino sitzt derweil im Kreis von Scheichs und Shisha, Geld fliegt durchs Bild. Neuer steht im Halbschatten und schaut auf eine Kapitänsbinde die mehr Screentime bekommt als unsere Offensive. Jo Kimmich schaut sich die Hand vor den Mund Geste nochmal per Videoanalyse an. Goretzka steht daneben und nickt ernst, Müller versucht kurz einen Witz und merkt aber selbst dass es gerade schwierig ist.

WM 2026 in USA/Mexiko/Kanada:
Eigentlich klarer Fall von Dreifachsingle, nur Kanada bekommt was Neues, weil der DFB kein Song mit Titel "Ahornblatt, wir kommen" hat. Aus Kapazitätsgründen wird das dann aber an Thomas Müller und Drake deligiert und die mit "Maple Leaf, mir san do" auf Platz 1 ballern. USA und Mexiko bekommen eine Coverversion von "Far Away in America“ mit David Hasselhoff weil diesmal Einheit ist und "Mexico mi amor 2.0" mit Peter Alexander als KI Hologramm,weil wie könnte man diese beiden Vorlagen bitte liegen lassen? Selbst Timo Werner hätte sich gefragt ob man die nicht wenigstens aufs Tor bringen will.

Wir haben gesehen dass Nick Woltemade Gesangsunterricht bekommen hat. Undav wäre safe dabei. Der Junge hätte sofort Bock, würde den Refrain mitgrinsen und danach sagen "War geil oder?" Rüdiger adlibbt, Musiala macht im Musikvideo den Tänzer, Kimmich nimmt das Ganze viel zu ernst, David Raum ist am DJ Pult zu sehen und für die Produktion zuständig. Neuer kommt nur ganz am Ende einmal kurz rein und sagt "Jungs nochmal von vorne" und geht am Ende in seine Zeitreisemaschine zurück ins Jahr 2014 wo er mit Schweini, Poldi, Lahm und Helene weiter feiert.

Wäre das alles gut und qualitativ gut gewesen? Auf keinen Fall.
Wäre es würdevoll gewesen? Auch das definitiv nicht.
Wäre es besser als die generische FIFA-Playlist-Musik und irgendein austauschbarer TikTok-Sound? Absolut.
Hätte es Geld gebracht? Ja.
Wäre es unkompliziert mittels KI machbar nachzuliefern? Ja.

Können wir den Mannschafts-Schlager zurückbekommen? Fußball braucht nicht nur die 86 Mio Bundestrainer, Taktiktafeln, Tore und glattgebügelte Marketingkampagnen. Manchmal braucht es halt einfach nur Nationalspieler die nicht singen können aber es trotzdem tun. Und den Loddar.

Aber im Ernst: Hat sich da je ein beteiligter Spieler mal dazu in Interviews oder Biographien oder Dokus geäußert? Wie kam es dazu? Warum gibts das nicht mehr?

youtube.com
u/xxmeela — 26 days ago
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Hat die WM das Potential, der Anfang vom Ende für Infantino zu sein?

Infantino will 2027 wiedergewählt werden. Auf dem Papier ist das erstmal wenig überraschend, praktisch wirkt es eigentlich wie eine Formsache: FIFA-Wahlen sind formal Wahlen, aber wenn ein Amtsinhaber bekanntlich über Geldflüsse, Turniere, Posten, Entwicklungsgelder und politische Netzwerke die Mehrheit der Verbände hinter sich hat, ist der Wettbewerb überschaubar. Die Wahl soll am 18. März 2027 in Rabat/Marokko stattfinden. Bisher gibt es offenbar keinen ernsthaften Gegenkandidaten, seine bisherigen Wiederwahlen 2019 und 2023 liefen ebenfalls ohne Gegenkandidatur. ("Kronprinz" Platini klagt hingegen weiter gegen ihn ) [Meine Hoffnung bleiben also ein paar wütende marokkanische Fans 😉]

Trotzdem frage ich mich: Könnte ausgerechnet diese WM der Moment werden, in dem das System Infantino noch stärkere Risse bekommt als ohnehin?

Nicht, weil wir als Fans ihn "nicht mögen". Das interessiert die FIFA erfahrungsgemäß nur begrenzt. Auch nicht, weil ein paar europäische Medien kritisch berichten. Sondern weil bei dieser WM mehrere Dinge zusammenkommen:

1. Die extreme Nähe zu Trump Infantino präsentiert sich ja gern als neutraler Weltfußball-Diplomat, aber die Nähe zu Trump wirkt nicht mehr wie normale Gastgeberpflege, sondern wie politische Partnerschaft. Der sogenannte FIFA-Friedenspreis für Trump war dabei der absurdeste Moment: Ein angeblich politisch neutraler Verband verleiht einem amtierenden US-Präsidenten öffentlich einen Friedenspreis bei einer WM-Auslosung. Das ist nicht "unpolitisch", das ist maximale Politik. Daraus folgt:
2. Norwegens Antrag/Beschwerde bei der Ethikkommission der Fifa Der norwegische Verband fordert und unterstützt eine Untersuchung wegen eines möglichen Verstoßes gegen die politische Neutralität. Das wird Infantino natürlich wahrscheinlich nicht direkt stürzen. Aber es ist ein formaler Angriff auf genau die Legitimationsfassade, die er immer benutzt: FIFA sei neutral, vereine die Welt, stehe über Politik blabla. Wenn diese Erzählung offiziell geprüft wird, ist das zumindest ein Hebel.
3. Der DFB schweigt auffällig laut Die Sportschau beschreibt ziemlich gut, wie sehr der DFB nach Katar offenbar gelernt hat: bloß nicht mehr mit der FIFA anlegen. Neuendorf war 2022 noch Teil der europäischen Kritik, wurde von Infantino aber sportpolitisch "vorgeführt". Seitdem herrscht bei großen politischen FIFA-Fragen eher Funkstille. Bitter: Der DFB kritisiert hohe Ticketpreise, profitiert aber gleichzeitig von den Einnahmen. Das macht ihn nicht zum Gegengewicht, sondern zum Teil des Systems. Ein lesenswerter Beitrag: WM 2026: Der DFB und die FIFA - es gilt die Schweigepflicht | sportschau.de
4. Die WM 2026 ist politisch kaum neutralisierbar USA unter Trump, Einreiseverbote und schwierigkeiten für Spieler, Schiedsrichter, Funktionäre, Fans.., ICE/Razzien, Proteste, Ticketpreise, Kommerzialisierung, die Nähe zu Saudi-Arabien, FIFA-Friedenspreis für Trump, Rekordeinnahmen: Das ist nicht "Sommer, Fußballfest, bitte keine Politik“. Diese WM ist politisch aufgeladen, ob die Verbände es wollen oder nicht.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: "Können Fans Infantino durch Boykott loswerden?“
Eher: Wie kann aus Kritik ein Machtverlust werden?

Realistisch gäbe es nur ein paar Wege:

  • ein ernsthafter Gegenkandidat für 2027
  • mehrere große Verbände, die sich offen gegen Infantino stellen
  • Druck von UEFA/DFB/FA/Skandinaviern plus weiteren Konföderationen
  • eine Ethikprüfung, die mehr wird als Symbolpolitik ( Letztlich kann man sagen, dass Ethik-Bans überhaupt erst den Weg für Infantino freimachten...)
  • Sponsoren/Medien, die ihn als Risiko begreifen
  • oder eine WM, bei der politische Skandale so groß werden, dass Infantino nicht mehr nur als mächtiger Macher, sondern als Belastung gesehen wird

Mein Eindruck: Die WM wird Infantino nicht automatisch stürzen. Aber sie könnte der Anfang einer Legitimationskrise werden. Vor allem, wenn Norwegen nicht allein bleibt und wenn Verbände wie der DFB endlich aufhören, Kritik nur dann zu äußern, wenn es sie nichts kostet. Bis dahin werde ich wohl Norwegens größter Fan, denn exakt den Widerstand gegen Infantino symbolisieren sie aktuell.

Solange aber alle vom FIFA-Geld profitieren und niemand einen Gegenkandidaten aufbaut, bleibt es wahrscheinlich bei Empörung von außen und Loyalität von innen. Wer könnte so ein Kandidat sein?

Oder anders gesagt: Infantino verliert nicht durch Reddit-Kommentare. Er verliert nur, wenn seine Wähler, die 211 Mitgliedsverbände, daran glauben, dass er ihnen mehr schadet als nützt. Genau da müsste Kritik ansetzen.

(Text wurde mit KI zur Verbesserung der Leserlichkeit knapper gemacht. Die Überlegungen sind meine, der Originaltext enthielt jedoch zu viele Wiederholungen und Ausschweifungen)

Edit : Mir ist bewusst, dass Infantino mehr Symptom der FIFA ist und ein Wechsel nicht automatisch eine Verbesserung bedeuten würde. Dennoch gibt es ja konkrete Kritik an seiner Amtszeit und den WM unter ihm, daher wollte ich die Frage in den Raum stellen

u/xxmeela — 27 days ago

Lok Leipzig vs. Würzburger Kickers - Relegationsspiel um Aufstieg in die 3. Liga

Heute geht es in einem von zwei Aufstiegsspielen zur 3. Liga um den letzten freien Platz für die Saison 2026/27: 1. FC Lok Leipzig gegen Würzburger Kickers. Hinspiel im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig, Rückspiel am 1. Juni in Würzburg.

Ich finde das Duell ziemlich spannend, weil es nicht einfach nur Regionalliga Nordost gegen Bayern ist, sondern zwei Vereine mit komplett unterschiedlicher Wucht und langer Geschichte aufeinandertreffen.

zu Lok Leipzig:
Lok ist einer dieser Vereine, bei denen man über Tradition, Mythos und ostdeutsche Fußballgeschichte spricht. Über den Vorgänger VfB Leipzig hängt da auch der erste deutsche Meister von 1903 mit drin. Später war Lok in der DDR ein großer Name, stand 1987 sogar im Europapokal-Finale gegen Ajax. Heute: Bruno-Plache-Stadion, sehr aktive (laut Berichten rechte ?) Fanszene, viel Sehnsucht nach Profifußball und auch schon mehrfach bittere Aufstiegsspiel-Erfahrung. 2020 scheiterte Lok gegen Verl nach zwei Unentschieden wegen der Auswärtstorregel, 2025 gegen Havelse nach Verlängerung.

zu Würzburg:
Die Kickers sind auch kein Verein aus dem Nichts, sondern 1907 gegründet, rot-weiß, zuhause am Dallenberg/in der AKON Arena. Würzburg war schon mehrfach zweitklassig: 1977, dann wieder 2016/17 und 2020/21. Danach ging es allerdings ziemlich bergab, inklusive Absturz in die Regionalliga. Diese Saison kommen sie als Vertreter der Regionalliga Bayern in die Aufstiegsspiele, denn als Vizemeister sind sie über die Konstellation mit Unterhaching/Nürnberg II in diese Rolle gerutscht.

Sportlich ist es für beide brutal: Lok hat nach zwei verpassten Relegationen wahrscheinlich dieses "bitte nicht schon wieder"-Gefühl im Nacken. Würzburg dagegen hat die Chance, nach Jahren wieder in den Profifußball zu gehen. Dazu kommt: Nordost-Klubs haben zuletzt viermal in Folge ihre Aufstiegsspiele verloren. Für Lok ist das also nicht nur ein Spiel gegen Würzburg, sondern auch gegen diesen Relegationsfluch.

Ich persönlich finde diesen Modus weiterhin absurd. Wenn du Meister einer Regionalliga wirst, sollte das eigentlich reichen. Stattdessen entscheidet am Ende wieder zwei unnötige K.-o.-Duelle darüber, ob eine ganze Saison belohnt wird oder nicht. Für neutrale Zuschauer natürlich spannend, für die Vereine wahrscheinlich maximal ungesund.

Wie seht ihr das Duell?
Wer ist für euch Favorit?

Edit: Ergänzt oder korrigiert mich gern, ich bin weder besonders kundig was Lok Leipzig noch die Würzburg Kickers anbelangt, sondern verfolge einfach gern 2. und 3. Ligafußball, entsprechend habe ich mich da jetzt eingelesen und hier aber noch nichts dazu gefunden

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u/xxmeela — 1 month ago
▲ 63 r/Leipzig

Zweigstelle der Gedenkstätte Yad Vashem kommt nach Leipzig

Die Entscheidung ist gefallen: Die weltweit erste Außenstelle der Holocaust-Gedenkstätte wird neben München auch in Leipzig, in Form des „Yad Vashem Educational Center Leipzig“ mit interaktiven Lernräumen aufgebaut.

Links:
Yad Vashem kommt nach Leipzig: Holocaust-Bildungszentrum im Ariowitsch-Haus geplant
Gedenkstätte Yad Vashem bekommt Außenstelle in Leipzig | MDR.DE
Yad Vashem kommt nach München und Leipzig

Ich finde das Vorhaben enorm wichtig. Gerade in Leipzig, Sachsen, Ostdeutschland braucht es starke, seriöse Bildungsorte gegen Antisemitismus, Holocaustverharmlosung und Geschichtsverdrehung. Dass Yad Vashem hier mit einem Educational Center ins Ariowitsch-Haus kommt, ist deshalb ein starkes Signal.

Aber bei Dani Dayan als Leiter so zu tun, als wäre das nur irgendein Verwaltungsname, ist naiv. Der Mann war Vorsitzender des Yesha Council, also einer zentralen Siedlerorganisation im besetzten Westjordanland, und hat die Zwei-Staaten-Lösung offen abgelehnt. Das ist bei einer staatlichen (israelischen) Holocaust-Gedenkstätte nicht einfach „Background“, das ist ein politischer Elefant im Raum.

Erinnerungskultur muss glaubwürdig bleiben. Wer Holocaust-Bildung ernst nimmt, sollte deshalb auch klar darauf achten, dass es keine Vereinnahmung und keine Normalisierung von Besatzungspolitik gibt.

Das Projekt ist wichtig. Gerade deshalb muss man als Stadtgesellschaft bei der Leitung und Ausrichtung genau hinschauen.

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u/xxmeela — 1 month ago