r/BAfoeG

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Macht eine Ausbildung/Duales Studium überhaupt noch Sinn wenn man Bafög erhalten kann?

Ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich dual studieren oder ein normales Vollzeitstudium machen soll. Eigentlich klingt duales Studium erstmal vernünftig: Praxiserfahrung, monatliches Gehalt, bessere Übernahmechancen, strukturierter Einstieg ins Berufsleben.

Aber je mehr ich mir das finanziell durchrechne, desto absurder wirkt es für mich.

Mir würde voraussichtlich der BAföG-Höchstsatz zustehen. Ich wäre Student, würde nicht bei meinen Eltern wohnen und wäre familienversichert. Für diesen Fall liegt der BAföG-Höchstsatz aktuell bei 855 € pro Monat.

Quelle:
https://www.studierendenwerke.de/themen/studienfinanzierung/bafoeg/voraussetzungen-fuer-bafoeg

Dazu dürfte ich als normaler Vollzeitstudent noch einen Minijob machen. 2026 liegt die Minijobgrenze bei 603 € brutto pro Monat, und bis zu dieser Grenze wird beim BAföG grundsätzlich nichts angerechnet.

Quelle:
https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/eigenes-einkommen-nebenjob.php

Das heißt erstmal:

855 € BAföG + 603 € Minijob = 1.458 € pro Monat

Natürlich muss man BAföG später teilweise zurückzahlen. Aber die Rückzahlung ist gedeckelt. Maximal muss man 10.010 € zurückzahlen. Wenn man alles auf einmal zurückzahlt, sind es wegen Nachlass sogar nur 7.857,85 €.

Quelle:
https://www.xn--bafg-7qa.de/bafoeg/de/home/_documents/verschuldungsaengste-verringern.html

Wenn man von einem Bachelor über 3,5 Jahre = 42 Monate ausgeht, wären das nominal:

7.857,85 € / 42 Monate = 187,09 € pro Monat

Dann wäre der effektive BAföG-Vorteil:

855 € - 187,09 € = 667,91 € pro Monat

Da man das BAföG aber erst Jahre später zurückzahlt, ist die Rückzahlung real durch Inflation weniger wert. Wenn man grob mit Inflation rechnet, komme ich auf etwa:

ca. 698 € effektiver BAföG-Vorteil pro Monat

Dann ergibt sich:

698 € effektiver BAföG-Vorteil + 603 € Minijob = 1.301 € pro Monat

Jetzt muss man beim normalen Studium noch den Semesterbeitrag abziehen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt grob 250–350 € pro Semester, also nehme ich als Durchschnitt mal 300 € pro Semester.

Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/kosten-studium

Das sind:

300 € / 6 Monate = 50 € pro Monat

Also:

1.301 € - 50 € = ca. 1.251 € pro Monat

Heißt: Als normaler Vollzeitstudent mit BAföG-Höchstsatz + Minijob hätte ich effektiv ungefähr:

ca. 1.250 € pro Monat

Und jetzt der Vergleich zum dualen Studium:

Viele duale Studenten verdienen netto ungefähr 900–1.050 € pro Monat, je nach Unternehmen, Branche und Studienjahr. Brutto liegen viele Vergütungen grob zwischen 700 und 1.500 €, bei sehr guten Unternehmen auch höher.

Quelle:
https://www.wegweiser-duales-studium.de/gehalt/infos/

Klar: Beim dualen Studium zahlt das Unternehmen teilweise den Semesterbeitrag. Den habe ich beim normalen Studium oben schon abgezogen. Trotzdem steht der normale BAföG+Minijob-Student in meiner Rechnung finanziell besser da.

Vergleich:

Modell Effektiv pro Monat
Vollzeitstudium mit BAföG + Minijob, nach Semesterbeitrag ca. 1.251 €
Duales Studium, Semesterbeitrag vom Unternehmen bezahlt ca. 900–1.050 € netto

Differenz:

ca. 200–350 € pro Monat zugunsten des normalen Studiums

Über 3,5 Jahre gerechnet:

200–350 € × 42 Monate = ca. 8.400–14.700 € Unterschied

Und genau das irritiert mich.

Beim dualen Studium arbeite ich ja nicht „nebenbei ein bisschen“. Ich bin an ein Unternehmen gebunden, habe Praxisphasen, Hochschule, Prüfungen, Projektarbeiten, Anwesenheitspflichten und oft deutlich weniger freie Zeit. Es gibt auch nicht wirklich klassische Semesterferien wie bei normalen Studenten, weil man in der vorlesungsfreien Zeit häufig im Unternehmen ist.

Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/duales-studium
https://www.wegweiser-duales-studium.de/haeufige-fragen/

Ein zusätzlicher Minijob ist im dualen Studium realistisch kaum machbar. Man hat ja bereits Studium plus Arbeit. Bei einem normalen Vollzeitstudium ist ein Minijob in vielen Studiengängen dagegen ziemlich realistisch — natürlich nicht in jedem Fach. Bei Medizin, Jura oder sehr zeitintensiven/laborlastigen Naturwissenschaften ist es deutlich schwieriger. Aber in vielen anderen Studiengängen sind 8–10 Stunden pro Woche nebenbei schon machbar.

Was ich auch unfair finde: Ein normaler Minijob wird beim BAföG bis zur Grenze sehr großzügig behandelt. Die Vergütung aus einem dualen Studium wird dagegen als Einkommen aus dem Ausbildungsverhältnis angerechnet. Dadurch bleibt bei dualen Studenten oft kaum oder gar kein BAföG übrig.

Quelle:
https://www.xn--bafg-7qa.de/bafoeg/de/antrag-stellen/merkblaetter/einkommen-der-auszubildenden/einkommen-der-auszubildenden_node.html

Das heißt für mich praktisch:

Wenn ich normal studiere, BAföG bekomme und nebenbei minijobbe, habe ich ungefähr 1.250 € effektiv pro Monat.

Wenn ich dual studiere, habe ich je nach Unternehmen vielleicht 900–1.050 € netto, dafür aber deutlich mehr Verpflichtungen, weniger Flexibilität und kaum realistische Möglichkeit, zusätzlich noch zu arbeiten.

Natürlich hat ein duales Studium andere Vorteile: Berufserfahrung, Lebenslauf, Übernahmechancen, Struktur, vielleicht bessere Karrierechancen direkt nach dem Abschluss. Aber rein während des Studiums wirkt das normale Vollzeitstudium mit BAföG + Minijob für jemanden mit BAföG-Höchstsatz finanziell lukrativer.

Und genau deshalb frage ich mich gerade ernsthaft:

Warum sollte ich dual studieren, wenn ich dadurch mehr Stress, weniger Freizeit und gleichzeitig weniger monatlich verfügbares Geld habe?

Übersehe ich etwas, oder ist das System an der Stelle wirklich so schief?

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u/MainPackage2847 — 1 day ago
▲ 2 r/BAfoeG+2 crossposts

Mir steht Bafög-Höchstsatz zu obwohl meine Eltern genug Geld haben - wenn ich nicht studiere fühlt es sich nach verschwendetem "Potenzial" an

reddit.com
u/Puzzleheaded-Egg9493 — 4 days ago
▲ 3 r/BAfoeG+4 crossposts

Mir steht Bafög Höchstsatz zu - macht Ausbildung/Duales Studium dann finanziell überhaupt Sinn?

Ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich dual studieren oder ein normales Vollzeitstudium machen soll. Eigentlich klingt duales Studium erstmal vernünftig: Praxiserfahrung, monatliches Gehalt, bessere Übernahmechancen, strukturierter Einstieg ins Berufsleben.

Aber je mehr ich mir das finanziell durchrechne, desto absurder wirkt es für mich.

Mir würde voraussichtlich der BAföG-Höchstsatz zustehen. Ich wäre Student, würde nicht bei meinen Eltern wohnen und wäre familienversichert. Für diesen Fall liegt der BAföG-Höchstsatz aktuell bei 855 € pro Monat.

Quelle:
https://www.studierendenwerke.de/themen/studienfinanzierung/bafoeg/voraussetzungen-fuer-bafoeg

Dazu dürfte ich als normaler Vollzeitstudent noch einen Minijob machen. 2026 liegt die Minijobgrenze bei 603 € brutto pro Monat, und bis zu dieser Grenze wird beim BAföG grundsätzlich nichts angerechnet.

Quelle:
https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/eigenes-einkommen-nebenjob.php

Das heißt erstmal:

855 € BAföG + 603 € Minijob = 1.458 € pro Monat

Natürlich muss man BAföG später teilweise zurückzahlen. Aber die Rückzahlung ist gedeckelt. Maximal muss man 10.010 € zurückzahlen. Wenn man alles auf einmal zurückzahlt, sind es wegen Nachlass sogar nur 7.857,85 €.

Quelle:
https://www.xn--bafg-7qa.de/bafoeg/de/home/_documents/verschuldungsaengste-verringern.html

Wenn man von einem Bachelor über 3,5 Jahre = 42 Monate ausgeht, wären das nominal:

7.857,85 € / 42 Monate = 187,09 € pro Monat

Dann wäre der effektive BAföG-Vorteil:

855 € - 187,09 € = 667,91 € pro Monat

Da man das BAföG aber erst Jahre später zurückzahlt, ist die Rückzahlung real durch Inflation weniger wert. Wenn man grob mit Inflation rechnet, komme ich auf etwa:

ca. 698 € effektiver BAföG-Vorteil pro Monat

Dann ergibt sich:

698 € effektiver BAföG-Vorteil + 603 € Minijob = 1.301 € pro Monat

Jetzt muss man beim normalen Studium noch den Semesterbeitrag abziehen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt grob 250–350 € pro Semester, also nehme ich als Durchschnitt mal 300 € pro Semester.

Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/kosten-studium

Das sind:

300 € / 6 Monate = 50 € pro Monat

Also:

1.301 € - 50 € = ca. 1.251 € pro Monat

Heißt: Als normaler Vollzeitstudent mit BAföG-Höchstsatz + Minijob hätte ich effektiv ungefähr:

ca. 1.250 € pro Monat

Und jetzt der Vergleich zum dualen Studium:

Viele duale Studenten verdienen netto ungefähr 900–1.050 € pro Monat, je nach Unternehmen, Branche und Studienjahr. Brutto liegen viele Vergütungen grob zwischen 700 und 1.500 €, bei sehr guten Unternehmen auch höher.

Quelle:
https://www.wegweiser-duales-studium.de/gehalt/infos/

Klar: Beim dualen Studium zahlt das Unternehmen teilweise den Semesterbeitrag. Den habe ich beim normalen Studium oben schon abgezogen. Trotzdem steht der normale BAföG+Minijob-Student in meiner Rechnung finanziell besser da.

Vergleich:

Modell Effektiv pro Monat
Vollzeitstudium mit BAföG + Minijob, nach Semesterbeitrag ca. 1.251 €
Duales Studium, Semesterbeitrag vom Unternehmen bezahlt ca. 900–1.050 € netto

Differenz:

ca. 200–350 € pro Monat zugunsten des normalen Studiums

Über 3,5 Jahre gerechnet:

200–350 € × 42 Monate = ca. 8.400–14.700 € Unterschied

Und genau das irritiert mich.

Beim dualen Studium arbeite ich ja nicht „nebenbei ein bisschen“. Ich bin an ein Unternehmen gebunden, habe Praxisphasen, Hochschule, Prüfungen, Projektarbeiten, Anwesenheitspflichten und oft deutlich weniger freie Zeit. Es gibt auch nicht wirklich klassische Semesterferien wie bei normalen Studenten, weil man in der vorlesungsfreien Zeit häufig im Unternehmen ist.

Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/duales-studium
https://www.wegweiser-duales-studium.de/haeufige-fragen/

Ein zusätzlicher Minijob ist im dualen Studium realistisch kaum machbar. Man hat ja bereits Studium plus Arbeit. Bei einem normalen Vollzeitstudium ist ein Minijob in vielen Studiengängen dagegen ziemlich realistisch — natürlich nicht in jedem Fach. Bei Medizin, Jura oder sehr zeitintensiven/laborlastigen Naturwissenschaften ist es deutlich schwieriger. Aber in vielen anderen Studiengängen sind 8–10 Stunden pro Woche nebenbei schon machbar.

Was ich auch unfair finde: Ein normaler Minijob wird beim BAföG bis zur Grenze sehr großzügig behandelt. Die Vergütung aus einem dualen Studium wird dagegen als Einkommen aus dem Ausbildungsverhältnis angerechnet. Dadurch bleibt bei dualen Studenten oft kaum oder gar kein BAföG übrig.

Quelle:
https://www.xn--bafg-7qa.de/bafoeg/de/antrag-stellen/merkblaetter/einkommen-der-auszubildenden/einkommen-der-auszubildenden_node.html

Das heißt für mich praktisch:

Wenn ich normal studiere, BAföG bekomme und nebenbei minijobbe, habe ich ungefähr 1.250 € effektiv pro Monat.

Wenn ich dual studiere, habe ich je nach Unternehmen vielleicht 900–1.050 € netto, dafür aber deutlich mehr Verpflichtungen, weniger Flexibilität und kaum realistische Möglichkeit, zusätzlich noch zu arbeiten.

Natürlich hat ein duales Studium andere Vorteile: Berufserfahrung, Lebenslauf, Übernahmechancen, Struktur, vielleicht bessere Karrierechancen direkt nach dem Abschluss. Aber rein während des Studiums wirkt das normale Vollzeitstudium mit BAföG + Minijob für jemanden mit BAföG-Höchstsatz finanziell lukrativer.

Und genau deshalb frage ich mich gerade ernsthaft:

Warum sollte ich dual studieren, wenn ich dadurch mehr Stress, weniger Freizeit und gleichzeitig weniger monatlich verfügbares Geld habe?

Übersehe ich etwas, oder ist das System an der Stelle wirklich so schief?

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u/Puzzleheaded-Egg9493 — 4 days ago
▲ 2 r/BAfoeG+2 crossposts

Muss man sich als Bafög Empfänger in Deutschland aufhalten?

Also könnte ich während des Semesters reisen und nur zu den Prüfungen kommen?

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u/Puzzleheaded-Egg9493 — 4 days ago
▲ 3 r/BAfoeG+2 crossposts

Gefangen zwischen der Bafög-Matrix und Leistungsnachweis

Hallo zusammen,

ich stecke gerade in einer ziemlichen BAföG-Zwickmühle und mein Sachbearbeiter schaltet komplett auf stur. Vielleicht hatte jemand schon mal dieselbe Situation und hat einen Tipp für mich.

Die Ausgangslage:
Für meinen Weiterförderungsantrag wird jetzt der obligatorische Leistungsnachweis (Formblatt 5) verlangt. Die Auszahlung für den neuen Bewilligungszeitraum soll Ende September starten.
An meiner Uni gibt es zwei Klausurenphasen:
1. Termin: Ende Juli
2. Termin: Ende September

Das Problem:
Mein Sachbearbeiter meinte am Telefon knallhart: „Ohne Leistungsnachweis keine Chance auf eine Bewilligung, nicht mal auf Vorab-Leistungen.“
Wenn ich die Prüfungen im 1. Termin (Juli) schreibe, werden die Klausuren von den Dozenten wohl zumindest so vorab korrigiert, dass man weiß, ob man bestanden hat oder nicht. Die endgültige, offizielle Note im System gibt es aber – genau wie beim 2. Termin (September) – erst gesammelt im Dezember/Januar. Beim September-Termin dauert die Korrektur regulär bis zum Winter.

Laut Sachbearbeiter: Wenn ich den Nachweis superschnell einreiche, müsste ich „nur“ Oktober und November ohne Geld überstehen. Da die offizielle Korrektur aber bis Dezember/Januar dauert, stehe ich im schlimmsten Fall monatelang komplett ohne einen Cent da.

Das kann doch nicht wahr sein? Das ist doch ein massiver Systemfehler in der BAföG-Matrix, wenn die offiziellen Uni-Prüfungszeiträume und die Bearbeitungszeiten des BAföG-Amts so meilenweit auseinanderklaffen.

Meine Fragen an euch:
Hat jemand schon mal eine ähnliche Situation gelöst, außer sich Geld zu leihen?

Ich bin für jeden Ratschlag dankbar. Die Vorstellung, das nächste Semester mit monatelanger Existenzangst zu starten, ist nicht geil.
Danke euch!

Mit KI zur besseren Lesbarkeit korrigiert.

reddit.com
u/vanBerg126 — 5 days ago