

Verdammt aufzusteigen! - BVB-Frauen und ihre Ambitionen
Das Millionen-Projekt der Dortmunder Borussia startet in seine erste Saison. Unter den neuen Sportdirektor Ralf Kellermann, greift Dortmund nach ganz oben. Das setzt das Team, jedoch auch unter Druck! Kellermann ruft das Saisonziel Aufstieg ganz offensiv aus. Jedoch kann er es auch, betrachtet man den Kader, wäre alles andere auch eine absolute Enttäuschung.
Jedoch ist es auch ein Trugschluss. Nur weil der Kader extrem stark ist, eigentlich der Regionalliga entwachsen ist, muss das Team stimmen. Eine Einheit muss gebildet sein, die neuen Kräfte müssen mit den gestandenen Spielerinnen harmonieren. Die Spielerinnen mit Bundesligaerfahrung dürfen nicht abheben und die anderen ohne die Erfahrung dürfen sich nicht klein halten. Der Qualitäts-unterscheid ist nach Alex Popp doch garnicht so riesig, wie man denken könnte. Es ist daher wichtig, das alles funktioniert. Es muss auch mal mit Gegentoren gerechnet werden, da muss die Reaktion stimmen.
Für den Aufstieg gibt Dortmund alles, bei den Männern sehen sie sich als zweite Kraft. Das Ziel haben sie auch mit den Frauen. Dafür wird nicht nur in das Team investiert, sondern auch in die Infrastruktur. Am Heßlingsweg in Dortmunder Stadtteil Brackel entsteht das neue Trainingszentrum, inklusive Büro, Wellness und allerhand Infrastruktur auf Profiniveau. Die Extra-Anlage, nur für die Frauen, lässt sich Dortmund einiges kosten. Nach Alex Popp ist das Training jetzt aber schon gut, die Umfänge der Vorbereitung sind auf einen ähnlichen Niveau, wie in Wolfsburg.
Nicht nur die Investitionen sind riesig, auch die Fans ziehen mit. Für die Verhältnisse in der Regionalliga völlig utopisch, haben 1700 Fans eine Dauerkarte für die Saison sich gesichert. Der ganze Verein und die Fans wollen auch die Frauen ganz nach oben bringen. Die Kraft die daraus entsteht ist brachial.
Das es kein Selbstläufer wird ist klar. Neben Alexandra Popp, hat auch der Trainer schon sinngemäß gesagt: Der Kader ist beeindruckend, jedoch muss jedes Soiel mit einen gewissen Respekt angegangen werden. Markus Högner wisse, das sie Meisterinnen werden müssen und die Aufstiegsspiele gewinnen müssen. Das ist bei einen Kader, der mit einer Erfahrung von über 1000 Bundesligaspielen kommt, auch zu erwarten. Aber es birgt auch ein Risiko, Dortmund war schon immer das Team, was andere schlagen wollen. Nun ist die Motivation der anderen noch höher, wer will denn auch nicht mal die Profis ärgern.
Einzig und alleine die Goalie Manuela Zinnsberger, muss noch auf ihren Einsatz warten. Die Österreicherin kam von Arsenal London, muss aber sich aber noch von einen Kreuzbandriss erholen. Sonst kann Högner auf die volle Gewalt seiner Neuzugänge setzen.
Beeindruckend ist hierbei, dass die großen Namen aus der Bundesliga oder sogar aus England kommen. In der Welt des Männerfußballs fast unmöglich. Kellermann legt für die Spielerinnen die Hand ins Feuer. Keine der Neuen oder auch vom bestehenden Kader wird abheben. Alle stehen hinter den Verein und den Weg. Gerade die Infrastruktur und die Ambitionen, ziehen die Spielerinnen an.
In Dortmund kann Kellermann aus den vollen schöpfen, keine Grenzen sind gesetzt. Ganz anders als in der Zeit in Wolfsburg, die zuletzt auch schon aufgepasst haben. Eins ist klar, Dortmund will nach oben. Das Projekt lassen sie sich was kosten, das gerade ist ein Punkt, der den Frauenfußball gut tut. Aus der anderen Sicht, kann es als unfair angesehen werden, das Dortmund riesige Vorteile hat. Jedoch tut es den Frauenfußball gut, die riesige Strahlkraft aus Dortmund wird eine riesige Sichtbarkeit bringen.
Es ist also alles angerichtet für den Siegeszug der Borussia in Richtung 1. Liga. Am Donnerstag startet der Regionalligist mit einem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld in die neue Saison. Eigentlich wollte der BVB schon einen Schritt weiter sein, aber in der abgelaufenen Spielzeit musste man dem 1. FC Köln II den Vortritt lassen. Eine herbe Enttäuschung für den Klub, der sich erst seit 2020 dem Fußball der Frauen verschrieben hat. Spätestens 2029 will man im Oberhaus angekommen sein. Im nächsten Jahr ist der Aufstieg aber Pflichtprogramm.