r/LinkeStrategie

▲ 23 r/LinkeStrategie+1 crossposts

Merz genießt die Pause, während das Land kocht

Heute gibt es wieder nichts Neues aus dem Berliner Kasperletheater, nur die altbekannte Show. Der Kanzler ist weg. Offiziell. Vier Wochen Sommerpause. Und während draußen Menschen sterben, Wälder brennen und Flüsse zu Rinnsalen verkümmern, beobachtet er angeblich fleißig.

Was als harmlose Erholung verkauft wird, ist in Wahrheit das perfekte Sinnbild eines Systems, das die eigenen Untertanen systematisch verheizt.

Hier geht's zum Post: https://blog.vextoly.link/2026/08/merz-geniet-die-pause-wahrend-das-land.html

reddit.com
u/CraftingManagerF — 1 day ago
▲ 205 r/LinkeStrategie+4 crossposts

Bitte schaut in den Harz. Wirklich. Das „Nazi-Imperium“ wächst und gedeiht hier…

Egal was am 06.09. passiert, ich möchte wirklich einen Appell an investigative Journalist:innen, Linke und Antifaschist:innen richten❗️

Schaut nicht nur auf die AfD. Schaut auf die Neonazi-Strukturen, die sich daneben längst neu aufbauen und den Nährboden der Ost-Strukturen in Sachsen-Anhalt ausnutzen (Vor allem hier im Harz und rund um Halberstadt).

Der WDR und andere Medien haben bereits dokumentiert, dass bekannte Neonazis aus NRW gezielt nach Sachsen-Anhalt ziehen. Einer davon ist Alexander Deptolla, bundesweit bekannte Szenegröße und Mitgründer des rechtsextremen Kampfsportformats „Kampf der Nibelungen“. An der Stelle bitte diesen Artikel mal lesen:

Laut Verfassungsschutz hat er seinen Lebensmittelpunkt von Dortmund nach Halberstadt verlagert. Seit 2022 beobachten die Behörden außerdem den Zuzug weiterer Rechtsextremisten aus NRW in den Landkreis Harz. (taz.de⁠)

SPIEGEL TV beschreibt diese Leute ziemlich eindeutig als gewaltbereit und einflussreich. Deptolla und andere ehemalige Dortmunder Kader würden sich im Harz inzwischen mit Rechtsextremen aus der ganzen Region vernetzen.

Und der WDR hat schon vor Jahren beschrieben, wie genau dieses Modell funktioniert. Neonazis schaffen sich lokale Zentren, siedeln sich gemeinsam an, üben Dominanz aus und bauen sehr „moderat“ ein „Bewegungsgefühl“ auf, das auch Jugendliche und ganze Familien erreichen soll. Die damalige Einschätzung war sogar, dass das Dortmunder Modell bundesweit exportiert werden soll. (WDR⁠) Der Harz und Sachsen-Anhalt sind also ihre Prototyp-Projekte um schon mal zu schauen, wie weit sie gehen können…

Heute begegnen einem hier Namen wie Harz Verteidigen, Junge Nationalisten, Die Heimat und verschiedene Telegram-Strukturen. Es ist einfach nur verrückt, wie verdeckt Sie versuchen, sich ihre Strukturen wieder aufzubauen…

Der braune Sumpf wartet nicht auf den 06.09. Er wächst längst. Er vernetzt sich. Er nutzt Leerstand, ländliche Räume, schwache Zivilgesellschaft, strukturelle Probleme im Osten und die Abwanderung der Jugend in die Großstädte.

Bitte lasst uns im Harz und in den ostdeutschen Kleinstädten damit nicht alleine. Recherchiert diese Netzwerke. Kommt her. Sprecht mit lokalen Bündnissen. Macht sichtbar, was hier aufgebaut wird und vernetzt euch mit uns😞💔

Wenn ihr wollt, kann ich euch Links zu Telegram-Gruppen etc. bereitstellen. Bitte schreibt mir, wer helfen möchte.

reportage.wdr.de
u/Expert-Beginning-950 — 5 days ago

Was müsste an r/LinkeStrategie verbessert werden?

Sicher kann ein schickes Banner nicht schaden. Was würdet Ihr sonst hier verändern? Egal ob inhaltlich, optisch, ob Ihr Flairs wollt oder etwas völlig Anderes.

Außerdem ist der Sub ja dazu gedacht, sich über linke Strategien und Praxis-Ansätze auszutauschen, neue zu entwickeln usw. Fehlt hier irgendwas, das Euch dabei helfen würde?

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u/Parallax_y — 3 days ago
▲ 9 r/LinkeStrategie+2 crossposts

Gegen die AfD?: Für einen dialektischen Antifaschismus

Dieser Beitrag schließt an meine vergangenen Beiträge Deterministische Ethik und Gegen den Moralismus an. Moralismus – die moralische Verurteilung des politischen Gegners – ist nahezu immer ineffektiv bis kontraproduktiv. Umgekehrt ist aber nicht jede ineffektive Politik automatisch moralistisch. Man kann auch unmoralistisch und dennoch vollkommen ineffektiv handeln.

Der US-amerikanische „War on Terror“ war zwar moralistisch aufgeladen, doch schon die bloße militärische Intervention hat das Problem des Terrorismus verschlimmert. Selbst ohne jeden Moralismus war diese Praxis kontraproduktiv. Gleiches gilt oft für die Prohibitionspolitik – sei es das Verbot von Drogen oder das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen.

Der Fehler liegt darin, ein komplexes System frontal und undialektisch zu „bekämpfen“. Wer Probleme effektiv lösen will, muss die Ursachen angehen, statt Symptome zu unterdrücken. Eine wirksame Bekämpfung sieht im Einzelfall oft kooperativer und indirekter aus als stumpfe Repression.

Die Sackgasse des Anti-AfD-Protests

All dies trifft auf jede gängige Strategie gegen den Rechtsruck zu. Großdemonstrationen „gegen Rechts“ verfestigen das Narrativ des Etablierten-Bündnisses gegen den „einfachen Bürger“. Die Anhänger der AfD freuen sich über diesen Gegenwind, da er ihr Weltbild und ihre Opferrolle exakt bestätigt. Die Forderung nach einem Verbot der AfD ist ebenso undialektisch. Sie ist reine Symptombekämpfung, die das Problem lediglich unter die Oberfläche verlagert. Sie verleiht allen Betroffenen Märtyrerstatus und macht das Konfliktpotenzial langfristig noch größer.

Um die AfD effektiv zu entwaffnen, darf man sie nicht mit den gewohnten moralischen und repressiven Reflexen „bekämpfen“. Es führt kein Weg daran vorbei, die Wählerschaft abzuholen. Zu diesem Zweck gibt es sowohl parlamentarische als auch außerparlamentarische Ansätze.

Wie ich es in meinem Beitrag zum Film näher ausgeführt habe, illustriert Pride, wie Vorurteile am besten abgebaut werden: Nicht durch Moralismus oder sonstige Bekämpfung, sondern durch materielle Hilfe. Auf deutsche Verhältnisse übertragen heißt das, die Entfremdung zwischen städtischen, kosmopolitischen und der ländlichen Bevölkerung praktisch zu überwinden – etwa durch Bündnisse mit genossenschaftlichen Dorfläden und lokalen Versorgungsinitiativen (z. B. über den Bundesverband der Bürger- und Dorfläden). Wenn städtische Initiativen Mittel bereitstellen, um bedrohte ländliche Infrastrukturen zu sichern, wird der Kulturkampf untergraben. Es entsteht Solidarität nach der Motto: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.

Allerdings bleibt Parteipolitik für viele Leute der zugänglichste Weg, sich politisch zu engagieren. Wer die AfD-Wählerschaft nicht aufgeben will, muss ihr ein tragfähiges Angebot machen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ist derzeit das aussichtsreichste Vehikel, um enttäuschte Protestwähler materiell, sozial und politisch abzuholen. Es bricht mit der Selbstgerechtigkeit des Mainstreams und stellt materielle Interessen in den Mittelpunkt.

Linke Migrationskritik

Eine zeitgemäße, materialistische Linke muss Migration prinzipiell nach denselben Kriterien analysieren können wie den Freihandel. So wie die Antiglobalisierungsbewegung der 1990er- und 2000er-Jahre – etwa bei den Anti-WTO-Protesten in Seattle – den Freihandel als neoliberale Expansion auf Kosten der Imperiumsperipherie attackierte, muss auch Migration im Kapitalismus als globales Marktgeschehen analysiert werden. Migration im Kapitalismus ist keine einfache Frage von "Freiheit", sondern oft eine Form von Marktversagen.

Tendenziell migrieren diejenigen aus der Peripherie, die über mehr Ressourcen oder Bildung verfügen. Migration steht faktisch nicht allen gleichermaßen offen. Der Markt verfrachtet so Arbeitskraft und Expertise (Brain Drain) aus der Peripherie in die Kernstaaten. Die langfristige Folge ist i.d.R. Wirtschaftswachstum im Kern auf Kosten der Peripherie, der diese Ressourcen für den eigenen Aufbau entzogen werden. Kurzfristig kann Migration im Zielland den Druck auf Lohnniveau und Mietspiegel zulasten der Unterschicht erhöhen.

Diese Argumentation benötigt weder kulturalistische noch fremdenfeindliche noch moralistische Prämissen. Sie ist rein ökonomisch. Eine Begrenzung der Migration im Kapitalismus könnte sich analog zum Freihandel durchaus sowohl utilitaristisch als auch im Rahmen eines hypothetischen globalen Volksentscheids als die wünschenswertere Option begründen.

Fazit

Politik darf gesellschaftliche Widersprüche nicht durch Haltung, Proteste oder Verbote kaschieren. Die Überwindung des Rechtspopulismus gelingt weder durch Moralismus noch durch staatliche oder zivile Repression, sondern durch materielle Alternativen: durch außerparlamentarische Bündnisarbeit vor Ort, strategische parlamentarische Angebote wie das BSW sowie eine enttabuisierte Debattenkultur.

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u/AcidCommunist_AC — 5 days ago
▲ 37 r/LinkeStrategie+4 crossposts

Woran scheitern linke Bewegungen (in Deutschland?)

Scheitern ist zwar relativ und kleine Erfolge erkämpfen sich linke Organisationen auch immer wieder, aber letztlich erreichen linke Bewegungen in Deutschland und eigentlich weltweit ihre Ziele nicht. Was hindert uns? Gibt es Fehler, die wir machen? Wenn ja, was müssen wir ändern, um es besser zu machen?

Natürlich ist ein Grund, dass Regierungen uns Steine in den Weg legen, aber das liegt nun mal in der Natur der Sache. Da ist bloß die Frage, wie wir damit umgehen. Aber ich glaube, dass die Gründe nicht nur bei staatlicher Repression zu suchen sind.

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u/Parallax_y — 10 days ago
▲ 16 r/LinkeStrategie+3 crossposts

How Dual Power Could Change Society Forever

Statt einen bewaffneten Aufstand durchzuführen und zu hoffen, dass im Nachhinein alles gut läuft, wird schon hier und jetzt eine alternative Struktur aufgebaut. Im jetzigen System bekommen wir nur dann Macht, wenn es denen, die uns diese Macht geben, Vorteile bringt - zum Beispiel weil sie sonst eine Revolution und damit den vollständigen Verlust ihrer Macht fürchten. Stattdessen ist es wichtig, horizontale Machtstrukturen aufzubauen, also basisdemokratische. Die 4 Varianten, in denen Gegenmacht aufgebaut werden muss, sind: 1) Allgemeine Versammlungen, 2) Wirtschaft (also eigene ), 3) Verteidigung und 4) "Geheimdienst".

  1. Hier kommen Leute zusammen und treffen demokratisch gemeinsame Entscheidungen in einer Art Volksversammlung

  2. Kooperativen, Netzwerke für gegenseitige Hilfe und alles, was uns hilft, für uns selber zu sorgen.

  3. Auch aber nicht nur Training und Besorgung von Waffen (in Ländern wie Deutschland wohl eine schlechte Idee), Kampfsporttraining, Deeskalationstechniken, aber auch Schadensminimierung und medizinische Ausbildungen.

  4. Wir müssen Wissen über die Strukturen sammeln, die wir überwinden wollen. Das dürfte ziemlich selbsterklärend sein - wir können einen Feind schwer bekämpfen, wenn wir kaum etwas über ihn wissen. Als Beispiel wird WikiLeaks genannt.

Im Video wird dann weiter besprochen, wie der Aufbau dieser Strukturen aussehen kann. Es lohnt sich ;)

Teilt es auch gerne mit Genoss:innen und allen, die es interessieren kann, denn Dual Power ist ein essenzielles Konzept für linken Aktivismus.

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u/Parallax_y — 7 days ago
▲ 40 r/LinkeStrategie+4 crossposts

Anatomie der Befreiung: Wie 3,5 % der Menschen eine Diktatur mit wenig Gewalt stürzen können 🕊️

Einige der wichtigsten Inhalte in Stichpunkten (für wirkliches Verständnis ist das komplette Video wichtig):

- Strategische Eindämmung der Macht, statt ihrer physischen Auslöschung

- 1848 gibt der dänische Monarch eine Verfassung in Auftrag aus Angst vor Gewalt wie in Wien, Berlin und zuvor in Frankreich

- die Drohung von Gewalt, die in der Luft lag, war mächtiger und konstruktiver als die ausgeübte Gewalt

- 1986 Philippinen: Mönche, Nonnen und Mütter stellten sich schützend zwischen Soldaten und Demonstranten. Soldaten verweigerten daraufhin Schießbefehle.

- Der Trick solcher Revolutionen ist die Zerstörung der Loyalität zum Staat

- Die Einstiegshürde ist auch viel niedriger als bei einem bewaffneten Aufstand

- Solidanosc legte Werften und Kohleminen lahm, um keinen Vorwand für militärische Eskalation zu bieten wie zuvor und Prag und Ungarn

- in Tschechien ähnlich

- in Rumönien lief es im selben Land anders: Über 1000 Tote in einem Monat. Auch der Diktator und seine Frau wurden umgebracht. Letztlich war der Weg Rumäniens in die bürgerliche "Demokratie" der schiwerigste und korrupteste unter den Ostblock-Ländern

- Thermidor Effekt wie bei der französichen Revolution: Eliten aus der 2. Reihe reißen die Macht an sich und brachten tatsächliche (bürgerlich-)demokratische Kritiker um

- Chennoweth: Erfolgsquote bewaffneter Aufstände bie 26% - gewaltfrei 53% -> 3,5%-Regel

- Kein Regime hat überlebt, wenn 3,5% konsequent, organisiert und langfristig sowie weitestgehend gewaltfrei aktiv werden

- Auch bei "nur" 3,5% Beteiligung an Streiks, Blockaden etc. sind weite Teile der Wirtschaft und Verwaltung lahmgelegt; die Infrastruktur kollabiert.

- Wenn ein Regime nun gegen friedliche Mütter, Studierende usw vorgeht, verliert es jede Legitimation

- Jahre lange Insurrektion hingegen formt Individuen, die auf Hierarchie, Gehorsam und Geheimhaltung gedrillt sind und verlernt bzw. nie gelernt haben, zivil und demokratisch zu vertrauen - und daher in Mitmenschen schnell Feindbilder sehen

- Wenn in einer Gesellschaft lang anhaltend landesweite Streiks organisiert werden, Nachbarschaftshilfen, eigene Bildungseinrichtungen und Blockaden errichtet und koordiniert werden, werden damit schon Dinge gelernt, die für Selbstverwaltung und Kompromissfindung wichtig sind

- Statt "nur" den Staat zu stürzen, wird im Vorfeld im vergleichsweise Kleinen das neue System erprobt und eine funktionierende, vernetzte Zivilgesellschaft aufgebaut. Das erschwert es Opportunist:innen, das "Machtvakuum" zu füllen, sobald die Regierung gestürzt ist

- Nach gewaltfreien Befreiungskampagnen ist die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von fünf Jahren eine stabile Demokratie zu festigen, zehnmal höher als nach gewaltsamen Umstürzen

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u/Parallax_y — 13 days ago