▲ 8 r/DDR+2 crossposts

Was lehrt uns die Erfahrung der DDR?

Das soll jetzt keine Grundsatzdebatte darüber werden, ob die DDR links bzw. sozialistisch war oder nicht.

Dass der Sozialismus in all seinen Formen nicht funktioniere, ist keine solche Lehre, da schon Marx und Engels warnten, dass eine Revolution in mehreren der wirtschaftlich fortgeschrittensten Länder parallel passieren muss. Es waren aber immer sehr arme bzw. rückständige Länder wie das Russland der Zarenzeit (zudem direkt nach dem 1. Weltkrieg) oder eben Ostdeutschland direkt nach dem 2. Weltkrieg. Das führte, wie die beiden schon richtig erkannten, zu Problemen mit dem kapitalistischen Ausland, daher Repression, teilweise auch militärische Angriffe und dadurch Armut und Autoritarismus. Ähnliches beobachten wir heute in Rojava, abgesehen vom Autoritarismus.

Welche Lehren müssen wir für postkapitalistische Ambitionen dennoch aus der Geschichte der DDR ziehen?

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u/Parallax_y — 13 days ago

Warum bleiben viele Menschen politisch inaktiv?

Fast jeder Mensch hat politische Ansichten - auch die, die sich als "unpolitisch" bezeichnen. Und seit knapp 15 Jahren werden diese scheinbar immer radikaler. Trotzdem bleibt es bei den meisten eine Meinung, die sich nur in Diskussionen, Wahlen und dem Konsum linker bzw. rechter Medien äußert. Wenn jemand beispielsweise davon überzeugt ist, dass Klimakatastrophe, Armut, Krieg oder der Rechtsruck ernsthafte Probleme sind – warum führt diese Überzeugung oft nicht zum Handeln?

Natürlich gibt es offensichtliche Gründe wie Zeitmangel durch Arbeit, Studium, Familie usw. Aber damit ist die Frage nicht beantwortet, denn selbst Menschen, die relativ viel Zeit haben und politisch stark interessiert sind, bleiben häufig inaktiv. Und man könnte denken, dass auch für die von uns, die wenig Zeit haben, politisches Handeln unter den heutigen Umständen eine hohe Priorität hätte. Das ist ausdrücklich keine Kritik. Es geht nur darum, das Phänomen zu verstehen und ggf. Erkenntnisse zur Organisierung zu gewinnen. Dass es so viele Menschen betrifft, zeigt, dass das Phänomen offenbar sehr menschlich ist.

Welche Mechanismen erklären diese Lücke zwischen politischer Überzeugung und politischem Handeln? Hilfreich ist, wenn Ihr passendes Wissen aus verschiedenen Bereichen habt wie Psychologie, Soziologie, PoWi, Ökonomie. Geschichte oder (politische) Philosophie. Gibt es z.B. historische Erkenntnisse, unter welchen Bedingungen besonders viele Menschen aktiv werden?

Eure persönlichen Gründe oder Vermutungen ohne akademisches Wissen sind aber genau so interessant.

Wenn ihr dazu Forschung, Bücher und sonstige Quellen kennt oder eigene Erfahrungen habt, gerne her damit.

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u/Parallax_y — 20 days ago
▲ 14 r/Philosophie_DE+1 crossposts

Was sind die 5 besten Werke für Systemwandel?

Welche 5 (oder mehr) Werke sind die wichtigsten über effektive Strategien für radikalen sozialen Wandel? Gesucht sind keine Bücher, die sich irgendwie mit Revolution befassen, sondern Werke, die zeigen, wie tiefgreifende Transformation tatsächlich erreicht werden kann. Egal ob Bücher, Essays, Studien oder sonstige Quellen. Mir bekannte - wenn auch teilweise kontroverse - Beispiele sind Lenins "Was tun?" und Erik Olin Wrights "Envisioning Real Utopias".

Dabei kann es sich um Werke aus der Soziologie, Psychologie, Philosophie, Wirtschafts-, Politik- oder Sozial- oder anderen Geisteswissenschaften handeln.

1-2 Sätze dazu, was den Inhalt relevant macht, sind auch sehr hilfreich.

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u/Parallax_y — 22 days ago
▲ 26 r/anarchismusDE+1 crossposts

Was tun - nach der Revolution?

Mit "Revolution" ist hier der Regierungssturz gemeint. Stellen wir uns einmal das folgende Szenario vor: Es ist 2032 In Deutschland. Die Bevölkerung nimmt es nicht mehr hin, dass die Politik dem Klimawandel tatenlos zusieht, während Missernten die Lebensmittelpreise explodieren lassen und gleichzeitig Billionen der Kriegsindustrie geschenkt werden, statt das Leben der Menschen ein wenig zu erleichtern. Es kommt zum Generalstreik. Die Arbeiter:innen in für den Staat essenziellen Branchen und Betrieben (Häfen, Müllabfuhr, Energie etc.) organisieren sich und zwingen die Regierung, abzudanken. Jetzt übernehmen Arbeiter:innenräte das Land. Der Einfachheit halber nehmen wir an, dass es zu keiner Konterrevolution oder "militärischen Intervention" aus dem Ausland kommt, weil ähnliche Entwicklungen auch dort ablaufen.

Was jetzt? Führt der Sturz der Regierung in einen freiheitlichen Sozialismus? Oder bedanken sich die Faschos, dass wir die Regierung gestürzt haben, um jetzt wiederum uns zu stürzen?Schließlich sind Militär und Cops nicht zwingend dafür bekannt, auf unserer Seite zu stehen. Und ganz allgemein: Was tut man nach einem Regierungssturz? Es kann nicht innerhalb eines Tages alles auf Kommunismus gekrämpelt werden, es kann aber auch nicht einfach alles weiterlaufen wie bisher, oder? Es besteht die Gefahr, dass Linke zu unvorbereitet sind und sich Dinge erstmal verschlechtern, was von weiten Teilen der Bevölkerung als Beweis gesehen wird, dass linke Alternativen eben doch nicht funktionieren, wie ihnen spätestens seit dem Geschichtsunterricht erzählt wurde. Dazu die erwähnte Gefahr einer sofortigen rechten Konterrevolution.

Die Frage, was nach einem Regierungssturz getan werden muss, wird noch viel seltener thematisiert als der Weg zu diesem Regierungssturz. Ich bin mir sicher, dass all diese Probleme gelöst werden können. Die Frage ist nur, wie.

Habt Ihr Ideen oder kennt Ihr Bücher, Podcasts, Videos, die die Frage besprechen?

u/Parallax_y — 26 days ago
▲ 14 r/WolfgangMSchmitt+1 crossposts

Sparpolitik und Nationalismus: woher kommt der Rechtsruck?

Nur einem Take stimme ich hier nicht zu und auch wenn der Text etwas länger ist, soll er nicht den Eindruck erwecken, ich würde dem Video nicht insgesamt zusammen.

Es wird gesagt, Wählende müssten bereits davon überzeugt sein, dass Menschen aus ihrem Land eher das Recht auf Kitaplätze, Wohnungen, Sozialleistungen etc. hätten, um wegen Sparpolitik rechtspopulistische Parteien zu wählen. Aber diese Überzeugung wird ja parallel zur Sparpolitik von rechter Hetze in Politik und Medien geschürt. Diese Ansichten existieren bereits in weiten Teilen der Bevölkerung, werden aber durch die Hetze vervielfacht. Da bräuchte es nochmal Studien dazu, wie sich die Hetze auswirkt, die aber schwerer zu quantifizieren ist als Wahlergebnisse oder reduzierte Sozialausgaben.

Ole sagt: "In dieser Gesellschaft ist es intuitiv, weil die meisten Leute so nationalistisch denken. Und dann wählen sie rechts, um dieses Recht abgesichert zu sehen." Das ist dasselbe Argument wie von Renate Dillmann, die sagt, dass nicht die Kriegspropaganda allein das Problem sei, sondern die Mischung aus Propaganda und nationalistischem Denken in der Bevölkerung, durch das die Propaganda erst fruchtet. Ja, natürlich, sonst hätte das alles ja keinen Erfolg. Das ist aber, als würde man nach einem Anschlag sagen: "Das Problem ist nicht nur der Attentäter, sondern auch die physikalischen Gesetze, durch die die Bombe überhaupt erst tödlich ist." Unsere Gesellschaft ist nationalistisch und dass viele Menschen in diesem Rahmen denken, lässt sich vorerst nicht ändern. Daher grenzt es an Fatalismus, den Menschen und ihrer Anfälligkeit für Propaganda die Schuld zu geben, wenn man keine Lösungsvorschläge hat. Stattdessen müssen wir akzeptieren, dass Menschen nationalistische Vorstellungen haben, und Wege finden, dennoch auf eine Systemalternative hinzuarbeiten.

Zumindest wird in den letzten gut 2 Minuten angedeutet, was getan werden soll. Ole: "Die Maßstäbe der Kritik entnehmen die meisten Menschen der politischen Mitte" und Linke müssen überlegen, wie sie eigene Maßstäbe setzen und popularisieren können; notfalls mit Populismus. Ich bin nicht sicher, was mit "Maßstäben der Kritik" gemeint ist, denke aber, dass nicht nur die verbreitet werden müssen, sondern auch fundamentale Ideen wie: "Menschen sind gleichwertig, unabhängig von Herkunft, Geschlecht etc." oder "Vorgesetzte und Herrschende haben nicht das Recht, ihren Mitmenschen Dinge vorzuschreiben". Denn auf den Gegenteilen dieser beiden Ansichten (also "Manche Menschen sind mehr wert als andere, allein durch ihr Geschlecht oder ihre Hautfarbe" und "Hierarchien und Macht sind gut") beruhen rechte Ideologien und Systeme von rassistischer Unterdrückung über die Shoa bis hin zum Kapitalismus.

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u/Parallax_y — 29 days ago
▲ 19 r/asozialesnetzwerk+2 crossposts

Medien mobilisieren für den Krieg mit Renate Dillmann - 99 ZU EINS

Auch wenn ich nicht jeder Aussage im Vortrag zustimme und bei anderen nicht tief genug in der Materie bin, um sie zu beurteilen: Was zu Kriegspropaganda gesagt wird, unterschreibe ich.

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u/Parallax_y — 1 month ago
▲ 26 r/DIE_LINKE+1 crossposts

Wie können wir Aufrüstung und Krieg verhindert?

Die Aufrüstung und auch gesellschaftlich-ideologische Aufrüstung ist längst in vollem Gange. Selbst wenn man das gut und notwendig findet, lässt sich schwer leugnen, dass es stattfindet. Doch was können wir dagegen tun und was wird vielleicht schon getan?

Klar, dauerhaft lassen sich Kriege im Kapitalismus nicht verhindert. Doch was kann innerhalb des jetzigen Systems getan werden? Eine Revolution steht ja nicht unmittelbar bevor - wie kann trotzdem ein Krieg mit Russland verhindert oder sogar der Ukraine-Krieg gestoppt werden?

u/Parallax_y — 1 month ago
▲ 18 r/DIE_LINKE+4 crossposts

Militarisierung stoppen: Strategien linker Bewegungen – mit »Rheinmetall entwaffnen«

In weiten Teilen geht es nicht direkt um Strategie, sondern z.B. um die Repression gegen das letztjährige Camp in Köln und die damit verbundene Repressionsflut.

Strategisch interessant ist, dass neben dem eigentlichen Camp, auf dem es um Bildung, Aufklärung und Organisierung geht, auch Demos veranstaltet oder unterstützt werden, auch mit Bündnispartner:innen wie dem Kölner Friedensbündnis, und viele Blockaden von Rüstungsunternehmen, Bundeswehrkarrierezentren oder Werbeagenturen, die für die Bundeswehr tätig sind, durchgeführt wurden und werden. Internationale Solidarität wird groß geschrieben, z.B. durch Vorträge über Rojava oder die Einladung einer Person, die an den Hafenstreiks in Genua gegen Waffenlieferungen nach Israel beteiligt war. Bei Blockaden von Rüstungskonzernen wird auf die Beschäftigten zugegangen und ihnen gezeigt, dass es sich nicht (wie das BKA in Mails an Beschäftigte behauptete) gegen die Beschäftigten richtet, sondern gegen das Unternehmen. Auch bei den Camps, vor Allem bei dem sehr zentral gelegenen in Köln, gibt es viel Kontakt zu nicht-linken Passant:innen. Die Repression im letzten Jahr ging offenbar komplett nach hinten los, weil so viele Besucher:innen kamen wie noch nie und es aus vielen Richtungen, die teils gar nicht so sehr in der Nähe der Kampagne zu verorten sind, Zuspruch kam.

Ab 45:56 geht es dann u.A. um die Frage, wie wir Linken die Wehrpflicht noch stoppen können.

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u/Parallax_y — 2 months ago

Was müsste an r/LinkeStrategie verbessert werden?

Sicher kann ein schickes Banner nicht schaden. Was würdet Ihr sonst hier verändern? Egal ob inhaltlich, optisch, ob Ihr Flairs wollt oder etwas völlig Anderes.

Außerdem ist der Sub ja dazu gedacht, sich über linke Strategien und Praxis-Ansätze auszutauschen, neue zu entwickeln usw. Fehlt hier irgendwas, das Euch dabei helfen würde?

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u/Parallax_y — 2 months ago
▲ 11 r/zizek

Does Zizek have an Approach to Revolution or Antifascism?

I have read very few texts by Zizek, but I know he writes a lot of comments on current political events or the general societal and political situation. But does he also come up with solutions? Did he ever depict a revolutionary strategy, antifascist praxis or something similar?

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u/Parallax_y — 2 months ago
▲ 16 r/DIE_LINKE+3 crossposts

How Dual Power Could Change Society Forever

Statt einen bewaffneten Aufstand durchzuführen und zu hoffen, dass im Nachhinein alles gut läuft, wird schon hier und jetzt eine alternative Struktur aufgebaut. Im jetzigen System bekommen wir nur dann Macht, wenn es denen, die uns diese Macht geben, Vorteile bringt - zum Beispiel weil sie sonst eine Revolution und damit den vollständigen Verlust ihrer Macht fürchten. Stattdessen ist es wichtig, horizontale Machtstrukturen aufzubauen, also basisdemokratische. Die 4 Varianten, in denen Gegenmacht aufgebaut werden muss, sind: 1) Allgemeine Versammlungen, 2) Wirtschaft (also eigene ), 3) Verteidigung und 4) "Geheimdienst".

  1. Hier kommen Leute zusammen und treffen demokratisch gemeinsame Entscheidungen in einer Art Volksversammlung

  2. Kooperativen, Netzwerke für gegenseitige Hilfe und alles, was uns hilft, für uns selber zu sorgen.

  3. Auch aber nicht nur Training und Besorgung von Waffen (in Ländern wie Deutschland wohl eine schlechte Idee), Kampfsporttraining, Deeskalationstechniken, aber auch Schadensminimierung und medizinische Ausbildungen.

  4. Wir müssen Wissen über die Strukturen sammeln, die wir überwinden wollen. Das dürfte ziemlich selbsterklärend sein - wir können einen Feind schwer bekämpfen, wenn wir kaum etwas über ihn wissen. Als Beispiel wird WikiLeaks genannt.

Im Video wird dann weiter besprochen, wie der Aufbau dieser Strukturen aussehen kann. Es lohnt sich ;)

Teilt es auch gerne mit Genoss:innen und allen, die es interessieren kann, denn Dual Power ist ein essenzielles Konzept für linken Aktivismus.

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u/Parallax_y — 2 months ago
▲ 38 r/WolfgangMSchmitt+4 crossposts

Woran scheitern linke Bewegungen (in Deutschland?)

Scheitern ist zwar relativ und kleine Erfolge erkämpfen sich linke Organisationen auch immer wieder, aber letztlich erreichen linke Bewegungen in Deutschland und eigentlich weltweit ihre Ziele nicht. Was hindert uns? Gibt es Fehler, die wir machen? Wenn ja, was müssen wir ändern, um es besser zu machen?

Natürlich ist ein Grund, dass Regierungen uns Steine in den Weg legen, aber das liegt nun mal in der Natur der Sache. Da ist bloß die Frage, wie wir damit umgehen. Aber ich glaube, dass die Gründe nicht nur bei staatlicher Repression zu suchen sind.

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u/Parallax_y — 2 months ago