
Sind linke Parteien zum Scheitern verurteilt?
Seit dem Bundesparteitag der PdL am letzten Wochenende ist die Kritik von Links größer geworden. Zu inkonsequent erscheint es vielen, dass Israels Vorgehen in Gaza jetzt offiziell als Genozid bezeichnet, dem israelischen Staat aber weiterhin ein bedingungsloses Existenzrecht eingeräumt wird. Auch Pantisanos Entschuldigung bei der CDU, nachdem er sie zuvor mit AfD und Faschist:innen auf eine Stufe stellte, fanden nicht wenige Linke zu zahm und undienlich im Kampf gegen den Faschismus, dabei rief Reichinnek vor nicht allzu langer Zeit noch inbrünstig "Auf die Barrikaden!" im Bundestag.
Nun ist das aber nur die aktuellste Entradikalisierung der PdL und es ist auch nicht nur diese eine Partei, sogar die Grünen waren, auch wenn das lange her ist, mal Teil der radikalen Linken (obwohl sie von Beginn an ein Sammelbecken war, in dem radikale und weniger radikale Linke auf Liberale und Rechte trafen, die aber in der Minderheit waren). Vom Niedergang der SPD brauche ich nicht anfangen und auch in anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus.
Worin seht Ihr die Gründe für dieses ja fast permanente Scheitern linker Parteien, ihre Radikalität dauerhaft zu erhalten und schließlich in Revolutionen münden zu lassen? Bis auf Allendes Wahlsieg in Chile 1970 fällt mir auf Anhieb kein Beispiel für eine wirklich erfolgreiche, wirklich linke Partei ein. Doch warum neigen linke Parteien so stark dazu, ihren Kurs zu verwässern, warum biedern sie sich früher oder später dem Establishment an und am wichtigsten: Was muss bei linken Parteien anders laufen, damit das künftig nicht mehr passiert?