
Apple senkt in der EU seine App-Store-Gebühren und die Kommission ist zufrieden, hergegeben hat der Konzern trotzdem fast nichts
Auf dem Papier sieht es nach einem Rückzug aus. Apple hat seine Geschäftsbedingungen für Apps in der EU umgebaut, und die EU-Kommission zeigt sich zufrieden.
Wer genauer hinschaut, sieht einen Konzern, der erstaunlich wenig hergegeben hat.
Die umstrittene Core Technology Fee, also die Gebühr pro Installation, fällt weg. An ihre Stelle tritt die Core Technology Commission, eine Provision von 5 Prozent auf digitale Käufe in Apps, die außerhalb des App Store vertrieben werden.
Auch die Initial Acquisition Fee und die Store Services Fee verschwinden.
Klingt nach Aufräumen. Unterm Strich zahlen viele Entwickler aber weiter kräftig.
Die Provisionen im App Store liegen künftig bei 26 Prozent für Apps mit Apples eigenem In-App-Kauf und bei 20 Prozent, wenn ein alternativer Bezahldienst genutzt wird. Kleine Entwickler, Abos ab dem zweiten Jahr und Teilnehmer der Small-Business-Programme kommen auf 15 Prozent.
Die neuen Regeln gelten ab dem 1. Oktober 2026.
Die EU-Kommission hatte Apple im April 2025 wegen der Steuerungsregeln eine Non-Compliance-Entscheidung verpasst. Jetzt ist der Konflikt vorerst beigelegt, ohne dass Apple die Kontrolle über sein Gebührenmodell wirklich abgegeben hätte.
Für uns als Nutzer heißt das: alternative App-Marktplätze und Bezahlwege bleiben möglich, aber Apple verdient fast überall mit.
Ist das ein fairer Kompromiss, oder hat Apple die EU einfach ausgesessen?
Wer lieber guckt statt liest: Auf dem Sir-Apfelot-YouTube-Kanal gibt's regelmäßig Videos zu Apple-Themen: https://www.youtube.com/@apfelot