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Immobilienmakler in Österreich: Sind Provision, Leistung und Haftung noch in einem vernünftigen Verhältnis?

Hallo liebe Reddit Community,

ich bin M36, habe eine Familie gegründet und träume – so wie viele hier – vom Eigenheim. Als Oberarzt auf der Intensivstation und Notarzt gehöre ich rein statistisch zu den Besserverdiern, aber das, was ich in den letzten Monaten auf dem Kärntner Immobilienmarkt (Raum Klagenfurt) erlebt habe, hat mich komplett schockiert und demotiviert.

Die Themen sind Maklerniveau, Provisionen und fehlende Haftung. Unten sind meine Vorschläge angegeben. Hier sind ein paar konkrete Erlebnisse aus jüngster Zeit:

Der Grundstückskauf (Japanknöterich-Falle): Grundstück in Klagenfurt (ca. 550 m², 300k €) von einer Immofirma/Makler erworben. Vorher alles geprüft, direkte Fragen zu Bodenproblemen wurden verneint. Im Mai kam heraus: Über 80% der Fläche ist massiv mit Japanischem Staudenknöterich verseucht (Gutachterin: erhebliche Auswirkungen auf die Nutzbarkeit und wirtschaftliche Folgen). Auf Nachfrage hieß es „nie gewusst“ – obwohl es eine umfangreiche Fotodokumentation von Nachbarn & mehrere Zeugenaussagen gibt, dass die Makler selbst jahrelang dagegen gekämpft haben. Ergebnis: Kaufvertrag-Rücktritt trotz Anwaltskosten von rund 8.000 € und enormem Stress.

Fragwürdige Hausschätzungen: Für eine familieninterne Ablöse wurde eine "erfahrene Immobilientreuhandkanzlei" eingeschaltet (eng verknüpft mit gerichtlichen Sachverständigen). Das renovierungsbedürftige Haus (Baujahr 1940, massiver Dachschaden, alte Ölheizung, Feuchtigkeitprobleme) wurde schöngeredet und auf Baujahr 2000 eingestuft. Reparaturkosten wurden auf schlappe 15k geschätzt. Ein unabhängiger Bausachverständiger (von mir bestellt und bezahlt) kam auf über 160k Sanierungsbedarf-akut! zu erledigen. Gleichzeitig wollte der Makler das Objekt als Doppelmakler mit einer saftigen Extra-Provision weitervermarkten.

Doppelmakler-Falle für eine junge Mutter: Eine gute Freundin (alleinerziehende Ärztin in Scheidung) verkauft ihre Wohnung über einen Makler. Trotz schriftlicher Info über einen beschädigten Parkettboden wurde dies nach ihrer Darstellung gegenüber dem Käufer nicht entsprechend kommuniziert. Jetzt wird sie wegen angeblicher Arglist geklagt (7k Parketboden-Schaden). Der Makler hat seine 19,5k Provision nach 3 Tagen Inseratdauer bereits kassiert, reagiert auf keine Anrufe mehr und fühlt sich nicht verantwortlich. Das Geld ist auf dem Treuhandkonto wegen in Rahmen des Konfliktes eingefroren, sie musste ihr Auto verkaufen, um die aktuell Anwaltskosten zu stemmen.

Fachliche Inkompetenz bei Besichtigungen: Maklerin weiß nicht mal den Unterschied zwischen 2- und 3-fach-Verglasung, verlangt aber für die Vermittlung stolze 33k Provision. Bei einem anderen Haus mit offensichtlichem Feuchteschaden an Dach und Fassade meint der Makler: „Das ist nix, einfach übermalen, wie neu.“

Das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung: In Österreich laufen die Mehrheit der Haus- und Wohnungsverkäufe - Willhaben/Immoscout über Makler. Wenn ich sehe, dass manche Makler durch KI-generierte Exposés monatlich 30k–40k Netto-Provisionen erwirtschaften (die Zahlen kenne ich aus dem Privatkreis), stellt sich mir als Anästhesist und Notarzt eine Sinnfrage. Ich gehöre sicherlich nicht zu den Menschen, die sich über niedrige Einkommen beklagen können und will hier transparent sein: arbeite auf der ICU mit extremer Verantwortung und tagsüber verdiene ich 52 € brutto pro Stunde (inkl. Zulagen, dabei werden die ÜS höher bewertet), als Notarzt selbständig unter der Woche für 56e brutto pro Stunde (inkl. Nachtdienste) und am Wochenende selbständig für 70e brutto pro Stunde (inkl. Nachtdienste) und soll für manche Maklerleistung, die buchstäblich aus drei Tagen "Exposé reinkopieren" besteht, mein halbes Jahresgehalt an Provisionen abdrücken? Das passt absolut nicht zusammen.

Meine Vorschläge / Konsequenzen:

1.) Provisions-Deckelung & Zahler-Prinzip: Die Provision sollte ausschließlich vom Verkäufer getragen werden oder drastisch gedeckelt werden - 3,6 % (inkl. USt.) vom Käufer sind bei aktuellen Immobilienpreisen absurd viel Geld für eine reine Vermittlungsleistung. Die Politik redet die ganze Zeit schön wie man für junge Familien den Wohntraum leistbarer machen will - HIER ist konkreter Ansatzpunkt!

2.) Haftung für Makler: Wenn ein Makler fünfstellige Beträge einstreicht, darf er sich nicht aus der Verantwortung stehlen. In meinem Beruf würde so ein Behandlungsfehler zu harten Konsequenzen führen – warum dürfen Makler grob fahrlässig oder arglistig handeln? Wenn ein Makler seine gesetzlichen Sorgfalts- und Aufklärungspflichten verletzt, stellt sich für mich die Frage ob die derzeitigen Haftungs-und Sanktionsmöglichkeiten ausreichend sind.

FAZIT: Wie seht ihr das? Es geht mir weniger um „alle Makler sind schlecht“ --> Es geht mir um die Frage, ob Leistung, Provision und Verantwortung im österreichischen Immobiliengeschäft noch in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Ist das derzeitige System in Österreich fair-besonders für junge Familien? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder bin ich einfach in eine unglückliche Pechsträhne geraten?

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u/ClueNo4126 — 10 days ago
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Von 9 auf 4: Wie könnte Österreich künftig aussehen?

Was haltet ihr davon, Österreichs Bundesländer von 9 auf 4 zusammenzulegen, das wäre etwas weniger Radikal (Statt alle Bundesländer abzuschaffen) und KEINE ANGST, die Wiener bleiben eigenständig in meinem Vorschlag. Mann könnte damit Doppelgleisigkeiten vermeiden und Geld sparen, ohne dabei gänzlich die Kulturräume zu ignorieren. Ich bin gespannt auf eure Meinung.

Ich habe es mir erlaubt mit KI Wappen zu erstellen. (Musste etwas herumspielen, aber ich finde, es reicht, um ein Gefühl dafür zu bekommen)

u/CEKROM — 14 days ago

Gude Klagenfurt!

Und schöne Grüße aus Frankfurt.

Wir sind übers Wochenende hier und haben morgen Vormittag bis so 16:00 Uhr noch nichts vor. Was sollten wir nicht verpassen, wenn wir schon mal hier sind?

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u/Turbulent-Bad-5947 — 13 days ago