Interview Höcke - Holocaustleugnung?
Vorweg vielleicht kurz zu mir: Ich studiere Politikwissenschaften und sitze gerade an meiner Bachelorarbeit, in der es auch um rechtsextreme Codes geht.
Aus Interesse habe ich mir das über vier-Stündige Interview mit Björn Höcke gegeben. Da kann man sicher vieles analysieren, aber gegen Ende geht es um eine Aussage von ihm ("Alles für unsere Heimat, alles für Sachsen-Anhalt...") für die er verurteilt wurde. Er erklärt, dass er diese Aussage im Landtag nochmal hätte erklären wollen, sie dafür erneut hätte aussprechen müssen und dafür seiner Meinung nach ungerechtfertigterweise weitere Ermittlungen eingeleitet wurden.
Er fügt hinzu "Da darf noch nicht mal ein Kugelschreiber in einer Behörde in die Hand genommen werden in diesem Sachverhalt."
Klingt erstmal harmlos, schließlich argumentiert er ja, dass der Fall "klar wie Kloßbrühe" sei. Es gibt aber eine zweite Deutungsebene: Der Kugelschreiber wird in rechtsextremen Kreisen gerne als Dogwhistle für Holocaustleugnung verwendet. Der Hintergrund ist so abwegig wie einfach: im Tagebuch der Anne Frank fanden sich Anmerkungen, die mit Kugelschreiber geschrieben wurden. Kugelschreiber gab es damals aber nocht nicht. Tatsächlich stammen diese aber von Forschenden, die das Tagebuch später analysiert haben. Rechtsextreme nehmen dies aber zum Grund, die Echtheit des ganzen Tagebuches anzuzweifeln. Im Kontext der Aussage, für die er verurteilt wurde, bekommt der Kugelschreiber ein deutliches Geschmäckle.
Was denkt ihr?