Die Toteninsel
Aus dieser unbelebt, saphiren Wüstenei
Zum Trutze wächst empor, nicht minder öd' und kalt,
Ein Eiland, welches schon vor güld'nen Zeiten alt
Und älter noch gewest und scheinet doch wie neu.
Von Marmor gleißet das Gefild', al'bastern sei
Das Haus, das feste steht und ist ringsum kein Wald,
Der dem hier lebend Volk, gäb Schatten, Trost und Halt;
Nur elfenbeinern Maßwerk am Giebel der Abtei.
Das Ruder führt in Still' Grad auf dies Eiland zu,
Wo Mutter, Vater, Säugling, Greis zur ew'gen Ruh
Einkehr'n, wo aller Welten Schatz ist längst dahin.
Ans Ufer schlägt der Kahn, Gebeinen gleich die Sande.
Zum Gruß senkt Charon still das Haupt gewandt zum Lande,
Das mir zur Heimstatt wird, da ich gestorben bin.
(Ein Sonett inspiriert durch Sergei Rachmaninovs gleichnamige Sinfonische Dichtung aus dem Jahr 1909, die sich wiederum auf das Gemälde mit demselben Titel von Arnold Böcklin (1884) bezieht.