Gefühlte Wahrheiten

Kennt ihr das auch?

Ich habe eine Kollegin, die möglichst Arbeit vermeiden möchte. Das spricht sie natürlich nicht aus, sondern findet immer gute Gründe, dass man sich diese Arbeit nicht machen sollte.

Jetzt hat sie es geschafft, dass sie in einer Leitungsposition sitzt und ihr verschwurbeltes Denken in den Arbeitshilfen verankert wird. Die verändert da Arbeitskultur zu ihren Gunsten für zumindest ein, zwei Generationen. So leicht kann man das nicht mehr rausschreiben. Da sind immer einige Kollegen an der Entscheidung beteiligt.

Wie soll ich sagen, das macht mich irgendwie wütend aus Prinzip. Auch wenn es durchschaubar ist und mich nur am Rande betrifft, macht mich das wütend. Ich möchte in diese Arbeitshilfen gar nicht mehr reinschauen, weil im Prinzip nur noch sie das jetzt versteht. Oder da jetzt die Ausnahme, von der Ausnahme, von der Ausnahme drinsteht. Ich kann mir das nicht durchlesen. Es macht mich wahnsinnig. Und am Ende regt sie sich auf, dass sich keiner mehr an die Arbeitshilfen hält.

Habt ihr eine Lösung vielleicht? Einfach ignorieren, im Zweifelsfall eigene Entscheidungen treffen, sich nicht verunsichern lassen? Und wenn sie sagt, du machst das falsch, einfach antworten, das steht doch da drin in deiner Arbeitshilfe, so habe ich das zumindest verstanden. Oder, wer hat eigentlich diese Arbeitshilfe geschrieben, sie ist meiner Meinung nach viel zu kompliziert.

Ja, nicht lachen, das hält mich nachts wach... 😅

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u/Little-Bookworm-007 — 5 days ago

Ewige Melancholie abends

Abends bin ich immer müde...

Ich bin nicht so ganz gerechtfertigt hier unterwegs, eine AuDHS-Diagnose habe ich nicht, ich finde mich aber in vielen Beschreibungen wieder.

Seit zweieinhalb Jahren werde ich im Job diskriminiert, gemobbt, manipuliert, gegaslighted und was soll ich sagen, ich werde doch langsam müde jetzt.

Leider kenne ich das aus allen wichtigen Beziehungen in meinem Leben, von meinem Vater (meine Mutter und mein Bruder machen mit), von meinem Partner, jetzt war ich sogar zwei Jahre lang in einer Therapie und habe mich auch von meinem Therapeuten so behandeln lassen.

Was mache ich falsch? Ich lese jetzt also viel darüber, versuche weniger in die Fallen zu laufen, auszuweichen, mich abzugrenzen, Kontakte zu minimieren und es geht mir schon besser. Aber soll so wirklich das Leben sein? Das ist so anstrengend. Ist das bei euch allen auch so?

Zwischenzeitlich mache ich mir Sorgen um die anderen. Der Therapeut gaslighted seine Patienten? Jetzt echt? Ich habe vorsichtig versucht, das beim Arbeitgeber anzumerken, da hieß es, ich soll das in der Therapie herausarbeiten, warum sich das für mich so anfühlt. Ja, versuch das mal mit einem dich manipulierenden Therapeuten. Am Ende ist man wirklich wahnsinnig...

Die Vorgängerin vor mir ist mit einer Psychose in den Vorruhestand gegangen, meine Vorgesetzte behandelt ihr Kind so wie mich!... Die allerliebsten Menschen. Meine Vorgesetzte sagt auch, ihr Sohn sei so lieb. Jetzt schreit sie ihn an, macht sich über ihn lustig und manipuliert ihn, damit er härter wird? Ich kann sie nicht alle retten?

Ich bin doch frustriert und mag nicht mehr. Ich bügele also Fehler aus, die andere mir unterschieben, beschäftige mich mit sinnlosen Arbeitsaufgaben, die sich andere ausdenken, damit ich versage, mich aufrege, nur noch dahindümpele. Ich lasse mir Schuldgefühle einreden für Dinge, die ich nicht getan habe. Ich mache für andere die Arbeit und die sonnen sich darin. Am Ende gelte ich als diejenige, die nur Fehler macht und so unmöglich ist, dass sie jetzt keiner mehr mag.

Was mache ich falsch? Kennt das einer vielleicht und kann mich trösten, oder auch aufbauen, konstruktive Tipps geben?

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u/Little-Bookworm-007 — 9 days ago

Ständige Missverständnisse. Was tun?

Meine Vorgesetzte versteht mich ständig falsch. Das macht mir so viel Angst.

Ich sage, die Wiese ist grün. Sie sagt, ich liege falsch, sie hat gegenteilige Informationen, die Wiese sei grün. Das macht mich wahnsinnig.

Versteht sie mich wirklich nicht? Macht sie das extra, um mich zu ärgern?

Wie reagiere ich am besten darauf?


Einen sehr lieben Dank für eure Hinweise!

Ich denke, ich muss ein bisschen Naivität ablegen und nicht mehr in die Fallen laufen.

Jetzt verstehe ich, warum einige Kolleginnen nur noch in Halbsätzen antworten. 😉

Ich werde das üben. Fasse dich kurz. Das hänge ich mir an den Computer. 😃

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u/Little-Bookworm-007 — 11 days ago

Wie stelle ich einen falschen Eindruck richtig?

Hallo an alle.

Mein homosexueller Kollege hält mich für homophob. Was soll ich tun?

Ich musste mit meinem Kollegen ein einschlägiges Männer-Magazin bearbeiten. Nun habe ich mich vermutlich etwas komisch verhalten, weil mir die ganzen nackten Männer und gepiercten Penisse zu viel waren.

Ich meine, Homosexuelle prinzipiell zu mögen und sich einigermaßen explizite sexuelle Aktfotos mit ihnen anzuschauen, wenn man sie kaum kennt, ist schon zweierlei.

Jetzt denkt er, ich habe Vorurteile.

Wie richte ich das wieder gerade?

Ein paar Anekdoten aus meinem Leben erzählen vielleicht?

Von einem meiner besten Freunde, den ich bei Männergeschichten tröste und mit dem ich in Homosexuellen-Bars gehe.

Von einem anderen Freund, der mir immer seine abenteuerlichen Sexgeschichten mit Männern erzählt und wir gemeinsam darüber lachen.

Dass ich doch regelmäßig im Varieté bin und ich das immer fantastisch finde. Ich den Christopher Street Day viel, viel schöner finde, als die Love Parade.

Von dem alten Freund, den ich mal auf der Bühne mit dem Klavier begleitet habe, während der Drag Schlager gesungen hat.

Von einem meiner besten alten Freunde, der mich noch ungeoutet in eine einschlägige Disko mitgenommen hat und dann war an dem Abend gar nichts auffälliges los und naiv wie ich war, hatte ich gar nicht gemerkt, dass er mir was sagen wollte vielleicht?

...

Es könnte ein langes Gespräch werden. Ein bisschen persönlich auch eventuell.

Also, was meint ihr, könnte das helfen?

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u/Little-Bookworm-007 — 11 days ago
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Schlechtes Gewissen wegen Fehleinschätzung?

So, eventuell erinnert der eine oder andere sich noch an mein Thema.

Ein homosexueller Kollege, der mir ein entsprechendes einschlägiges Magazin zur Homosexualität (etwas explizit) aus den 90er Jahren zur Einarbeitung gegeben hat.

Vor mir ist er nicht geoutet.

Ich habe das nicht verstanden und habe mich ein bisschen, sagen wir mal -peinlich- berührt gefühlt.

Meine Einschätzung kippt. Er schien irgendwie emotional berührt. Ja, das wäre sein Thema. Warum fragt er mich? Es wären da zwei andere Kolleg*innen gewesen, die das hätten machen können. Ein heterosexueller Mann und die Vorgesetzte, die tatsächlich ein wenig streng wirkt.

Warum fragt er die anderen nicht? Wir kennen uns kaum. Warum fragt er mich? Wirke ich ansprechbarer vielleicht?

Jetzt tut es mir leid, dass ich so irritiert und abweisend reagiert habe. Hätte ich offener sein können, vielleicht, eine offene Frage stellen. Du bist homosexuell, oder? Das traut man sich dann auch immer nicht.

Ich habe homosexuelle Freunde, ich kenne das Herumeiern, bis man endlich raus ist, gerade in der Generation. Ich fühle da mit, ich fühle so mit, das berührt mich auch, weil es ist doch für denjenigen auch eine Belastung.

Aber was sage ich da zu meinem Kollegen, ist da nicht jede Frage nicht zu persönlich?

Hat jemand eine Idee vielleicht?

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Bitte eher Ideen, wie ich reagieren kann? Ist hier keiner, der aus "normaler" homosexueller Perspektive sprechen kann, bitte.

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Ich versuche, das zu verstehen. Er wollte mich einschüchtern und jetzt ist das "creepy", dass ich mitfühle? Ich weiß nicht. Ich werde das niemals verstehen, glaube ich. Es ist wirklich nicht aufzulösen. Toxisch? Vielleicht sollte er mal mit sich mitfühlen. Vielleicht würde er dann wirklich ein verträglicher Mensch werden, für mich zumindest.

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So, wenn er hier mitlesen würde, fände er das vermutlich sehr amüsant, dass ich mir so viele Gedanken mache... Ich klinke mich mal aus. Gute Nacht!

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u/Little-Bookworm-007 — 11 days ago

Das hilft. Das hilft so sehr!

Ich habe keine Hochbegabtendiagnose. In ein paar Chats mit den Hochbegabten hier hat sich aber herauskristallisiert, dass ich Dinge aufgrund meines geringen Selbstvertrauens manchmal falsch einschätze.

Und es hilft. Es hilft so sehr, die Realität zurechtzurücken!

Ich denke immer, die Menschen sind mir überlegen und müssten mir entgegenkommen, mir etwas erklären, mir Ratschläge geben. Das stimmt gar nicht!

Mit meinem Vater hatte ich Jahrzehnte lang Konflikte. Nun beginne ich zu realisieren, ich bin ihm überlegen. Ich muss das steuern unsere Gespräche, ich muss mich durchsetzen, dann läuft das auch besser.

Am Telefon hört er mir nicht zu, will sich mit sinnlosen Ratschlägen durchsetzen. Erzählt mir immer und immer wieder seine irrationalen Geschichten. Wertet mich aus Versehen ab. Und ich höre ihm zu, versuche da für mich Sinn reinzubringen, weil ich so lieb bin und ihn immer noch als Vater sehe. Was soll ich sagen, es hat regelmäßig geknallt zwischen uns.

Ich schaffe das nicht mehr mit den Telefonaten, ich schaffe das nicht mehr. Jetzt habe ich mir bewusst ein neues Medium ausgesucht, ich schreibe Briefe. Ich schreibe ihm eine Erfolgsgeschichte meines Lebens. Was doch auch meist geht. Meist kann man auch eine Erfolgsgeschichte erzählen? Ich schreibe sie in "einfacher Sprache", damit er sie auch versteht.

Und was passiert? Es kippt. Er ist stolz auf mich. Versteht plötzlich, was ich auch alles geleistet habe in meinem Leben. Er hat genug Zeit, sich die Briefe durchzulesen, das zu verstehen, was da drin steht. Und kann es wertschätzen. Ohne Störgeräusche.

Eventuell werden wir weniger telefonieren in nächster Zeit, aber ich denke, das Verhältnis wird angenehmer werden. Sobald das kippt, werde ich sagen, lies dir die Briefe durch. Das bin ich. Es ist sehr heilsam wirklich. Auch für mich. Mal zur Abwechslung diese positive Geschichte zu erzählen und keiner unterbricht mich...

Vielleicht mag einer mitmachen? Was sind eure Erfolgsgeschichten? Hochbegabtendiagnose, schnelles, vernetztes Denken, der ein oder andere Abschluss, die ein oder andere kreative Idee, wie ihr euer Leben lebt. Was ist die Erfolgsgeschichte eures Lebens?

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u/Little-Bookworm-007 — 12 days ago

Karrieretechnischer Rat

Guten Tag.

Meine Situation im öffentlichen Dienst ist gerade diese hier, wer die ZEIT Online lesen kann:
https://www.zeit.de/arbeit/2026-06/schlechte-chefs-toxische-fuehrung-manipulation-arbeit

Also was kann ich tun?

Ich habe eine feste Stelle, E11, ich bin schon ein bisschen älter, habe eine Nischentätigkeit. Ich versuche die Unterforderung und die ständigen persönlichen Angriffe einfach auszusitzen. Bewerbe mich weg.

Mehr kann ich nicht tun, oder was sagt ihr?

Ich bin auch sehr offen für Tipps fürs Durchhalten. Passive Aggressivität, Quiet Quitting, Durchmogeln. Eventuell hat da einer Tipps auch?

Und dann einfach im privaten Leben die Erfüllung finden. Ich lektoriere gerade für einen Freund ein Buch, mein neues Projekt ist ein Schrebergarten, Datsche renovieren, Garten auf Vordermann bringen, ich habe ein paar Ideen für Ehrenämter... Ich habe schon noch viel vor. Beruf ist doch nicht das Wichtigste?

Ich mache Fortschritte. Heute kam wieder ein ungerechtfertigter Angriff. Ich werde mich also morgen (!) sehr herzlich bedanken, dass der Leiter uns alle so toll leitet. Dankeschön. Sie toller Mensch. Herzlichen Dank für Ihre unendliche Empathie und Ihr Fachwissen und Fachverständnis...

So, über Nacht habe ich die Ironie herausgenommen. Eine befreundete Psychologin hat sich meine Antwort durchgelesen und ist zuversichtlich, dass er dann selbst merkt, dass -er- komisch kommuniziert. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben? 😉

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Danke für euren Input. Das hat schon geholfen.

Ich denke, die beste Strategie wird sein, ich tauche jetzt eher unter und hoffe, dass sich das so beruhigt, dass ich zumindest nicht mehr von der direkten Vorgesetzten angeschrien und real drangsaliert werde.

Also Dienst nach Vorschrift und so wenig Kommunikation wie möglich.

Und das mir als sozialem Menschen, der es eigentlich liebt, sich zu unterhalten. Es macht mich schon ein bisschen traurig.

Parallel mache ich ein Job-Coaching, damit ich mich besser und gezielter wegbewerben kann und wieder mehr Selbstvertrauen bekomme.

Ich halte den Kopf über Wasser. Lieben Dank euch fürs Mitdenken!

u/Little-Bookworm-007 — 18 days ago