Erfolgsbasiertes Recruiting: Wie würdet ihr euch als Dienstleister unabhängiger von der Leistung des Kunden machen?
Moin zusammen,
ich habe seit etwa einem halben Jahr eine Marketingagentur und bin unter anderem im Recruiting für Therapiepraxen tätig. Mein Hintergrund ist Physiotherapie, daher kenne ich die Branche, den Fachkräftemangel und auch die Arbeitgeberseite relativ gut.
Mittlerweile habe ich die ersten belastbareren Cases:
Mit ca. 1.000 € Werbebudget konnten wir innerhalb eines Monats je nach Praxis ungefähr 5–10 qualifizierte Bewerber generieren. Wie viele davon tatsächlich eingestellt werden, unterscheidet sich allerdings teilweise deutlich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber.
Aktuell ist mein Modell ziemlich stark erfolgsbasiert:
Ich nehme 1.000 € Setup-Fee und den größeren Teil meiner Vergütung erst dann, wenn tatsächlich jemand eingestellt wird. Bei erfolgreicher Einstellung entspricht meine Provision ungefähr einem Monatsgehalt der eingestellten Person.
Grundsätzlich gefällt mir das Modell, weil das Risiko für den Kunden relativ gering ist und unsere Interessen ziemlich gut aligned sind.
Ich sehe allerdings zunehmend ein Problem:
Ab dem Punkt, an dem wir einen qualifizierten Bewerber generiert haben, liegt ein großer Teil des Erfolgs nicht mehr bei uns.
Zum Beispiel:
Wie schnell kontaktiert die Praxis den Bewerber?
Wie gut wird das Erstgespräch geführt?
Wie professionell läuft der Bewerbungsprozess?
Wie attraktiv sind Gehalt, Arbeitszeiten, Benefits etc.?
Wie schnell wird eine Entscheidung getroffen?
Bei manchen Kunden funktioniert das hervorragend. Bei anderen merkt man ziemlich deutlich, dass gute Bewerber verloren gehen, weil Prozesse langsam sind oder das Angebot im Vergleich zu anderen Arbeitgebern schlicht nicht attraktiv genug ist.
Dadurch hängt meine Vergütung momentan teilweise von Faktoren ab, die ich nur begrenzt beeinflussen kann.
Meine Frage an die Selbstständigen hier – insbesondere an Dienstleister und gerne auch Arbeitgeber:
Wie würdet ihr ein erfolgsbasiertes Modell strukturieren, sodass der Dienstleister etwas unabhängiger von der Leistung des Kunden wird, ohne direkt auf einen klassischen monatlichen Retainer oder einen hohen Einmalbetrag umzusteigen?
Ich denke beispielsweise über Zwischenstufen nach – also dass nicht ausschließlich die tatsächliche Einstellung vergütet wird, sondern eventuell auch bestimmte vorher definierte Ergebnisse im Funnel.
Mich würde aber gerade die Arbeitgeberperspektive interessieren:
Welche Konstruktion würdet ihr noch als fair und attraktiv empfinden, bei der der Dienstleister gleichzeitig nicht das komplette Risiko für Dinge trägt, die beim Arbeitgeber passieren?
Falls jemand selbst erfolgsbasierte Dienstleistungen anbietet oder einkauft: Wie habt ihr das gelöst?