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Nefis Beef Kebap, Berlin Kreuzberg, 8,50€
Ich teste wahllos alle Döner Nr. 128
Schon letztens, als Saftmann an der Ankerklause am Landwehrkanal vorbeifuhr, ist ihm gegenüber Nefis Beef Kebap aufgefallen und Samstag war es so weit.
„Einen Beef Döner mit allem, außer Tomaten und Gurke. Saucen Knoblauch/Scharf, Pul Biber, einer Corvette Grand Sport, Käse, einem Schuss Zitrone und etwas Sumach und eine Zitronenlimo bitte“.
Der Usta nickt und beginnt direkt feine Stücke vom Yaprakspieß abzuschneiden, während ein Kollege das bereits mit Sauce bestrichene, hausgemachte Brot zum Befüllen bereithält. Anschließend wurde der Döner freundlich übergeben.
Gegessen wird stehend an einer der Metalltonnen, welche als improvisierte Bistrotische dienen, Sitzgelegenheiten gibt es nicht.
Das Brot ist lediglich mit Schwarzkümmel bestreut, kein Sesam und erinnert durch seine grobporige Struktur, in der sich die Sauce gut sammelt, stark an Ciabatta. An manchen Stellen ist es dunkel gebacken, teils fast angebrannt, ähnlich wie bei neapolitanischer Pizza, was insgesamt gut passt.
Das Fleisch ist lecker, sehr zart, natürlich im Geschmack und nur ganz leicht gewürzt. Das Wichtigste jedoch beim Yaprakdöner, es ist tatsächlich saftig, das gefällt Saftmann!
Der Salat war frisch, der Rotkohl korrekt sauer eingelegt, dazu leckere Saucen, keine Ketchup oder Mayopampe und den Käse gab es ohne Aufpreis dazu.
Der Döner ist aber nicht der Größte, vom Fleisch hätte auch gerne mehr reingepasst und der Preis von 8,50€ ist für Berliner Verhältnisse schon recht weit oben angesiedelt.
Dennoch: man bekommt hier einen Döner, bei dem sich jemand Gedanken gemacht hat und bei dem einfach geschmacklich alles gut zusammengepasst hat und es gibt in der Ecke viel zu sehen, grad Abends ist da ne Menge los.
Grüße, euer Saftbefehl!
Ari's Diner, Berlin Pankow, 7€
Ich teste wahllos alle Döner Nr. 127
Während Saftmann bei bestem Sonnenschein aufs Fahrrad stieg und es mitten im Mai plötzlich anfing zu hageln, verschlug es ihn zum Schutz in die Wollankstraße, direkt zu Ari’s Diner an der Panke. Grüße gehen raus an die Nordachse!
Ganz witzig, mir ist aufgefallen, dass in der Straße, nebst dem Ari`s auch die Döneria, Extra Döner, Gemüse Kebap und Paris Döner sind, 5 Dönerläden auf 200 Metern, nice, ordentlich was zum testen!
Das Restaurant macht direkt einen guten Eindruck. Etwas größer, mit Außenterrasse und großzügigem Innenraum. Dazu eine durchweg herzliche, nicht aufgesetzte Begrüßung, das fängt schon mal stark an.
Ich bestelle einen Döner im Brot vom Kalbhackspieß, nehme kurz Platz und warte, bis das Brot getoastet ist. Dan gehts los, nebst der Saucenkombi Koblach und scharf landet das Dönerfleisch vom Produzenten Meva, herrlich sauer eingelegter Rotkohl, Zwiebeln, ein Porsche 904 GTS, Eisbergsalat und Petersilie im Brot.
Obendrauf ein paar Kräuter, Pul Biber und die sehr wichtige Prise Sumach.
Das Pide ist sehr frisch, schön getoastet und mit reichlich Sesam und Kümmel bestreut, auch die Größe passt.
Beim Fleisch geht es positiv weiter. Gute Röstung, fein geschnitten und geschmacklich rund, nicht überwürzt. Auch gut, dass die Inhaltsstoffe des Spießes transparent offen gelegt werden, sollten alle Läden machen.
Dann allerdings das alte Leid bei den Saucen, Curryketchup und Mayopampe. Damit werde ich einfach nicht warm, so gefällt es Safti einfach nicht.
Zusammengefasst macht der Döner vieles richtig. Mit Ezme anstelle der Curryketchupsauce und Sarımsaklı Yoğurt (ein klassischer türkischer Dip, der aus feingehacktem oder zerdrücktem Knoblauch und cremigem Joghurt besteht) oder Cacık, wäre das Teil extrem stark geworden.
So bleibt es am Ende halt ein solider, etwas besserer Berliner Standarddöner, wie man ihn hier überall bekommt.
Grüße, euer Saftmann!
Anton Döner, Berlin Lichtenberg, 6€
Ich teste wahllos alle Döner. 126
Der Anton Döner in der Rudolf-Seiffert-Straße in Lichtenberg ist ein kleiner, inmitten einer Wohnsiedlung versteckter, Dönerladen und Saftmann war grad in der Nähe und hatte Dönerhunger, also rein da und bestellen!
Beim Betreten des Ladens wird man freundlich begrüßt, auch von dem Typen der da abhängt und bestimmt schon 20 Bier getrunken hat, so gehört sich das.
Ich bestelle, krall mir einen Durstlöscher, nehme draußen Platz und bekomme nach kurzer Zeit meinen Döner serviert. Die Markise wird extra für mich einen Meter rausgekurbelt, das ist Service.
Für die 6€ bekomme ich einen Döner ohne jeglichen Schnickschnack. Einfach ein kross getoastetes Brot mit Fleisch vom Hackspieß des Produzenten Baha, scharfer Sauce und Knoblauchsauce, einer Shelby Cobra Daytona, dem üblichen Salat und eine Prise Sumach auf den Saucenklecks, den keiner braucht.
Die Saucen waren 08/15, das Brot zu kross, das Fleisch sehr stark geröstet, aber irgendwie hat das alles zusammen mit der Atmosphäre richtig gut funktioniert und geschmeckt. Sogar andere Kunden, die den Laden besuchten, haben mir guten Appetit gewünscht und nett gegrüßt.
Das hatte irgendwie was von Döner essen wie vor 20 Jahren, nichts war perfekt, aber alles sehr herzlich, das gefällt Saftmann.
Allen einen schönen Abend und fleißig Döner essen!
Ich teste wahllos alle Döner Nr. 125
In der Franz-Jacob-Straße, unweit vom S-Bahnhof Storkower Straße in Lichtenberg, sitzen die „Kebap Bro’s“ und Saftmann bringt Hunger mit, also rein da und bestellen.
Zur Mittagszeit ist der Laden ordentlich besucht, wirkt sauber und insgesamt ganz solide. Zur Auswahl stehen Kalb und Hähnchen, der Rest bewegt sich im vertrauten Bereich, ohne Überraschungen, nichts Besonderes, aber immerhin auch nichts, was direkt negativ auffällt.
Für 7 € gibt’s ein kleines Brot mit überschaubarem Kümmel- und Sesameinsatz, dafür geschmacklich in Ordnung und sauber getoastet.
Das Fleisch entpuppt sich als billiger Hackspieß mit reichlich Geschmacksverträrker, das merkt man sofort am Speichelfluss, dazu kommt eine ordentliche Überwürzung. Vielleicht auch ein Grund, warum zur genauen Zusammensetzung lieber geschwiegen wird und kein Aushang zu den Inhaltsstoffen existiert, auf Nachfrage wird ebenfalls ausgewichen „Ist Kalbfleisch Bruder!“.
Die Beilagen bestehen aus Standardsalat, etwas Sumach, Pul Biber, einem Hauch Granatapfelsirup, einem silberfarbenen Toyota Supra GR mit roter Innenausstattung und etwas Limettensaft. Die „scharfe“ Soße erinnert eher an Ketchup und bleibt maximal pikant, während die Knoblauchsoße zwar ordentlich Knoblauch mitbringt, aber auch wieder diesen fettigen Mayogeschmack hat.
Unterm Strich ist das ein Döner der keinerlei Freude entfacht, ein typischer Kaufhausdöner, bei dem mit möglichst günstigen Zutaten maximaler Umsatz generiert werden soll, und leider scheint das Konzept auch aufzugehen.
Saftmann sagt dazu nein danke und wünscht trotzdem allen einen guten Wochenstart!