
Überraschend: Eine Psychiaterin berichtet, welche Funktion psychologisch-psychiatrische Diagnosen heute für junge Leute erfüllen. (New York Times, 18. August 2026)
>Ein Mädchen erzählte mir, sie habe sich selbst die Diagnose Depression gestellt, weil sie dachte, ich würde mich dadurch um sie kümmern. Ein anderes Mädchen hatte sich in der Diagnose ADHS verrannt, hauptsächlich, weil sie sich dadurch weniger allein fühlte, da sie Teil einer aktiven und engagierten Online-Community war.
Und:
>Mehrere junge Frauen bestanden darauf, die klinischen Kriterien für Angststörungen zu erfüllen, weil es weniger beängstigend war, einen vermeintlichen Fehler im Gehirn dafür verantwortlich zu machen, als die Ursachen ihres sehr realen Unbehagens zu erforschen – die sich als eine Mischung aus Wut auf ihre Angehörigen und Schuldgefühlen wegen dieser Gefühle herausstellten.
Übersetzt aus dem Englischen. Der Kommentar I’m a Psychiatrist. I’m Hearing Something New From Young Women von Suzanne Garfinkle-Crowell ist für viele wohl leider hinter einer Paywall verborgen.